Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Widerspruch zu Diagnose und Behandlung

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 5926
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 24.12.2020 16:46:05 | IP (Hash): 997678749
    Joachim_aus_Dortmund schrieb:
    Guten Tag zusammen und fröhliche Weihnachten.
    Ich bin im August diesen Jahres als Diabetiker Typ 2 diagnostiziert worden und froh dieses Forum gefunden zu haben.
    Was mir dieser Praxis passiert ist, habe ich immer noch nicht ganz verarbeitet.
    Kann mir jemand sagen, ob eine derartige Behandlung auch nur ansatzweise seriös ist.
    Ich plane diese Praxis zu verklagen.

    Hier mal die Schilduerug meiner Diagnose und Behandlung:

    Diagnose:
    Zucker Morgenwert 400, Langzeitwert 14
    Therapie:
    2 Tage Metformin 500 mg
    3 Tage Metformin 1000 mg
    1 Tage Metformin 2000 mg

    Ergebnis: Augenlinsen eingetübt und deformiet = ZERSTÖRT

    Risiken wären der Therapie: U. a.

    Herzinfarkt
    Schlaganfall,
    Netzhautablösung mit endgültiger Erblindung,

    durch zu schnelle Absenkung des Zuckerspiegels.

    Habe zum Glück überlebt und kann nach einer Augen OP auch wieder sehen.

    Richtig wäre gewesen, sofort ins Krankenhaus mit Intensivbehandlung.

    Statt dessen wird mir schon am ersten Tag eine sofortige Behadlung mir Insulin, in der Arztpraxis, empfohlen, was mit Sicherheit verheerende Folgen gehabt hätte.

    Heutiger Zustand nach Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion, nach ca. vier Monaten:

    Zucker Morgenwert 95, Langzeitwert besser als 5,9 =100% gesund.

    Metformin 2000 mg

    Kein Insulin!



    Damit wir hier ordentlich weiter schreiben können, habe ich Dein Zitat von einer namentlichen in eine allgemeine Anschuldigung umgewandelt. Zu den Fakten können wir nun schreiben.

    1. Glückwunsch zum tollen Gelingen!
    2. Was Dir gelungen ist, ist Remission=gesund mit Diabetes, solange Du dich 24/7 mit Essen und Bewegen für Dich passend verhältst. 100% wäre, wenn der höher als gesunde Blutzucker nicht mit mehr KHs und mehr Kilos sofort wieder ungesund ansteigen würde.

    Zur Behandlung:
    Wenn Du mit extremem Übergewicht angetreten wärst, wäre eine bariatrische OP (Magen abbinden bis umgehen) die dringend fachoffielle Empfehlung gewesen und damit die vollständige Normalisierung Deines viel zu hohen Blutzucker schon von einem auf den anderen Tag nach 6-7 Tagen.
    In der Folge bariatrischer OPs werden meines Wissens nicht vermehrt solche megatiefen Ereignisse beschrieben, wie Du sie aufgebracht beklagst.

    Fachoffiziell völlig normal ist die Behandlung eines Typ 2 im Behandlungsrahmen des Typ 1 mit HBA1c 6,5 - 7,5 und zunehmendem Medikamenten-Bedarf bis hin zu Insulin und auch davon immer mehr für den Blutzucker in diesem Rahmen.
    Wenn Du ins kranke Haus eingewiesen worden wärst, wäre Ziel Dein Nüchternzucker unter 200 gewesen, bei Start mit 400 mg/dl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Insulin. Welche verheerenden Folgen sich daraus ergeben sollten oder in Deinem Fall ergeben hätten, will sich mit nicht so recht erschließen.

    Wir schreiben uns in Foren wie diesem immer per Du



    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 28.12.2020 16:55:35. Grund: Leerzeichen-Korrektur
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 268
    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 24.12.2020 18:12:45 | IP (Hash): 761055851
    Hallo Joachim

    Leider wurde aus deinem Breitag nicht ganz klar was nun schief gelaufen ist.

    Dir wurde insulin empfohlen das Du abgelehnt hast.

    Metformin hast Du aber bekommen.

    Und wodurch wurde jetzt dein Auge geschädigt?

    Ich hatte vor 2 Monaten ähnlich hohe Werte die mittels Metformin, Insulin und Ernährung inzwischen deutlich besser sind.
    Ganz ohne insulin wäre es wohl nicht so schnell gegangen und ich hätte die ungesunden hohen Werte noch länger gehabt.

    Mein Ziel ist es zwar auch das Insulin mittelfristig los zu werden aber rückblickend hatten die hohen BZ Werte doch so einige Auswirkungen die jetzt zum Glück schnell reduziert bzw. Beseitigt sind.

    Gruß Tobias
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 861
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 25.12.2020 17:30:53 | IP (Hash): 1024013249
    Das einzige was ich bei den Schilderungen etwas seltsam finde, ist die schnelle Erhöhung der Metformin Dosis. Das sollte langsam eingeschlichen werden um Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt zu vermeiden.

    Sonst hättest du sehr wahrscheinlich auch im Krankenhaus Insulin bekommen um erstmal den Blutzucker zu senken. Das ist einfach Standard, egal ob Krankenhaus oder ambulanter Diabetologe. Dann anschließend, wenn der Blutzucker auf ein gutes Ausgangsniveau gesenkt wurde, wäre mit Tabletten oder Diät weiterbehandelt worden.

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 8
    Mitglied seit: 24.12.2020
    am 26.12.2020 16:56:35 | IP (Hash): 1442240695
    Guten Tag,
    erst mal danke für die Beschäftigung mit meinem Fall und die gut gemeinten Ratschläge.

    Ich hätte nicht grundsätzlich was gegen eine kurzfristige Insulinbehandlung gehabt.
    Nur kann man sowas nicht ambulant machen, da schwere Komplikationen auftreten können, die man ambulant nicht mehr in den Griff bekommt (Herz-Kreislauf, Auge).

    Ich habe übrigens seit August fast 30 kg abgenommen.

    Die Schädigung meiner Augenlinsen führe ich auf die zu schnelle und völlig unkontrollierte Absenkung meines BZ zurück.

    Wenn das Metformien wirkt, offnet es die Körperzellen und der Zucker stießt hinein.

    Nur leider sind die Augenlinsen auch Körperzellen.

    Das was ich dann gesehen habe war wie Puderzucker vor den Augen, alles im Nebel, wie im November.

    Gleichzeitig hat sich das Auge schlagartig zusammengezogen, was eine Deformation der Linsen bewirkt hat. Mit anderen Worten, meine eigenen Augenlinsen waren nach fünf Tagen Schrott.

    Das hätte die Ärztin wissen müssen!

    Mal ganz davon abgesenhen, hat die mich einfach weiter Autofahren lassen, mit einem Nüchternwert von 400.

    Kann mir das einer erklären?
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 5926
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 26.12.2020 18:10:31 | IP (Hash): 518361260
    400 mg/dl bedeutet, dass in jedem Deiner um 5 Liter Blut ganze 4 Gramm Glukose gelöst waren. Warum hättest Du damit nicht mehr Auto fahren können?
    Und was soll da bitte was(?) aus 4 (statt gesund um 1) von 1000 Gramm in die Augen schießen und die schädigen?

    Metformin bremst lediglich von der zuvielen Glukoseausgabe aus der Leber. Auch wenn Metformin gegen Insulinresistenz wirken soll, ist mir keine Studie bekannt, die mit Metformin einen größeren Eintrag von Glukose in die Zellen des Organismus ausweist, als ohne.

    Und noch einmal: um 6-7 Tage nach einer Operation zum Magenabbinden oder Magenumgehen normalisiert sich bei den meisten schwerstgewichtigen Betroffenen mit ausgeprägten Typ 2 = hohem Blutzucker dieser Blutzucker von einem Tag auf den anderen. Von 400 auf 100 sind da keine Seltenheit. In der Folge dieser Operationen werden Wundkomplikationen beklagt, aber keine auffällig vielen Herzkreislaufkomplikationen oder Augenschäden.

    Dass sich mit einer erheblichen Verringerung des langanhaltend (wenigstens 4 oder 5 Jahre) viel zu hohen Blutzuckers vorübergehende Veränderungen beim Fokussieren einstellen ist normal: Mit weniger Glukose verändern die Flüssigkeiten im Auge ihre optischen Eigenschaften (Brechungswinkel), und die Muskeln, die die Linse für’s Scharfstellen um winzigste Momente ziehen oder stauchen, müssen sich erst auf die neuen Verhältnisse einstellen. Dabei geht es aber nur um Bruchteile von Millimetern (, nicht auch nur annähernd um ein sichtbares Zurücktreten oder Vorquellen des Augapfels, wie Du es beschreibst - Korrektur: sorry, das warst Du nicht. Da hab ich mich vertan).

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 28.12.2020 17:20:10. Grund: Korrektur
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 268
    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 26.12.2020 19:11:11 | IP (Hash): 761055851
    Hi,

    wie gesagt meine Werte waren ähnlich hoch Hb1a von 13,5.
    Werksarzt hat mir auch erst mal verboten Werksintern Fahrzeuge zu bewegen.

    Mein HA hat mir Insulin und Metformin verschrieben.

    Metformin habe ich innerhalb von 2 Wochen von null auf 2000mg gesteigert.
    Basalinsulin als Pen, mir wurde nur mal gezeigt wie er funktioniert und dann ging es ganz normal nach Hause.

    Von einer Einweisung ins Krankenhaus war nicht mal ansatzweise die Rede.

    Negative Auswirkungen durch die schnelle BZ Reduzierung kaum spürbar.

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 5926
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 26.12.2020 19:44:20 | IP (Hash): 518361260
    Nachtrag:
    https://www.diabetes-und-recht.de/fuehrerschein/
    "Wer keine Medikamente nehmen muß, die eine Unterzuckerung verursachen können, darf regelmäßig uneingeschränkt am motorisierten Straßenverkehr teilnehmen. Hierzu zählen Medikamente zur Besserung der Insulinresistenz (Biguanide, Insulinsensitizer) und/oder Pharmaka zur Resorptionsverzögerung von Nährstoffen behandelte Diabetiker."

    Selbstverständlich muss das Fahren lassen, wer das aus welchen Gründen auch immer nicht zuverlässig so einrichten kann, dass er weder sich selbst noch andere gefährdet. Das kann selbstverständlich auch vorübergehend sein, wenn man plötzlich starke Kopfschmerzen hat oder einen Anfall von Rückwärtsessen oder...

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 8
    Mitglied seit: 24.12.2020
    am 28.12.2020 14:49:44 | IP (Hash): 422155266
    "Metformin habe ich innerhalb von 2 Wochen von null auf 2000mg gesteigert."

    Eben 2 Wochen und nicht 4 Tage!

    Ein Arzt, der einen Parzienten mit 400 Nüchternzucker nicht vor dem Autofahren warnt, taugt nichts.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 150
    Mitglied seit: 19.10.2020
    am 28.12.2020 15:12:42 | IP (Hash): 72970431
    Hallo Joachim!

    Zuerst einmal: Es tut mir echt leid, was Du erlebt hast. Gleichzeitig ein riesiger Glückwunsch zu Deinen tollen Ergebnissen und der Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion.

    Du hast nun einen per Defintion gesunden Nüchternwert und einen Hba1c von 5,9 Prozent und befindest Dich somit in Remission. Das hast Du aber nur zusammen MIT Metformin geschafft, oder? Insulin nimmst/hast Du keines genommen, wenn ich das richtig verstehe.

    "Ein Arzt, der einen Parzienten mit 400 Nüchternzucker nicht vor dem Autofahren warnt, taugt nichts."

    Soweit mir bekannt und hier im Forum öfter zitiert, laufen viele Diabetiker mit Werten weit über normal herum ohne sich Sorgen um das Meistern alltäglicher Situationen zu machen bzw. machen zu müssen, vor allem weil die Diagnose Diabetes nicht selten erst dann gestellt wird, wenn ganz typische Symptome wie unauslöschbarer Durst, vieeeele Male urinieren pro Tag, etc. vorhanden sind. Dabei liegen die Werte praktisch immer weit über den Diagnosegrenzwerten für Diabetes (ein A1c von 10 bis 13 Prozent bei Diagnosestellung ist meines Wissens keine Seltenheit!). Trotzdem können diese Patienten SOWEIT MIR BEKANNT ohne Problem Auto fahren, laufen, etc.. Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, aber eine Warnung vor dem Autofahren wäre mit diesem BZ-Wert daher auch nicht erforderlich gewesen.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg weiterhin!
    Bearbeitet von User am 28.12.2020 15:18:48. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3833
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 28.12.2020 15:15:08 | IP (Hash): 1579799705
    Joachim_aus_Dortmund schrieb:
    "Metformin habe ich innerhalb von 2 Wochen von null auf 2000mg gesteigert."
    Eben 2 Wochen und nicht 4 Tage!

    Die langsame Steigerung der Metformindosis. also da langsame Einschleichen, dient ausschließlich dazu, dass die anfänglichen Magen- und Darmprobleme möglichst gering bleiben.

    Es wäre toll, wenn Metformin so stark wirken würde, wie du es mit deinem "der Zucker schießt in die Körperzellen" beschreibst. Dann könnte der Großteil aller Typ2-Diabetiker einfach nur mit Metformin behandelt werden und hätte nur damit wieder einen normalen BZ. So ist es aber nicht. Wenn Metformin tatsächlich bei dir so gewirkt hat, dann wärst du eine seltene Ausnahme. Eine langsamere Dosiserhöhung hätte dann aber keinen Unterschied gebracht.

    Die meisten Typ 2er merken hohen BZ überhaupt nicht. Ein BZ von 400mg/dl spricht bei Typ2-Diabetikern nichts gegen Autofahren.


    @Jürgen, kannst du nicht mal im Eingangsbeitrag das Zitat lesbar machen? Du brauchst nur die Leerzeichen aus "Joachim aus Dortmund" irgendwie zu beseitigen, dann erscheint das Zitat auch ordentlich.
    Bearbeitet von User am 28.12.2020 17:34:50. Grund: .