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Hafer - schneller Blutzuckeranstieg

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    Mitglied seit: 15.02.2021
    am 15.02.2021 11:05:22 | IP (Hash): 771690012
    Hallo zusammen,

    bin erst seit kurzem Diabetes Typ 2 Patient.
    Im Sommer verdacht und jetzt stark.
    Bin dünn und passe nicht ins Raster (zu jung, falscher Körperbau, aber keine Marker für Immunsystem ausgelöst (Typ1)).

    Zu meiner Frage:
    - Hafer löst bei mir mit den steilsten! Blutzuckeranstieg aus, von allen Nahrungsmitteln
    - Hafer wird ja empfohlen, weil genau das nicht passieren soll.

    - ein Beispiel: so 50g Haferkleie lassen meinen Blutzucker innert 1h von 9mg/l auf 15mg/l ansteigen
    Das schafft sonst kein Lebensmittel.

    Kann es sein, dass es von Mensch zu Mensch komplett anders wirkt?


    Bearbeitet von User am 15.02.2021 11:08:45. Grund: Ergänzung
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    am 15.02.2021 12:24:53 | IP (Hash): 521352056
    Alexela schrieb:
    - ein Beispiel: so 50g Haferkleie lassen meinen Blutzucker innert 1h von 9mg/l auf 15mg/l ansteigen


    Willkommen im Club! Und dann gleich die Bemerkung, dass Deine Messeinheit mmol/l sein muss, weil Du mit den Zahlen in mg/dl unmöglich hättest schreiben können.
    Das mit dem Hafer ist ein gern genommenes Missverständnis aus Altertum und Mittelalter der Diabetes-Behandlung. Also als noch niemand selbst messen konnte und Typ 1 alle viertel Jahre einmal zur Überprüfung der Einstellung ein paar Tage ins kranke Haus mussten. Die Einstellung waren feste Essens- und Insulinvorgaben.
    Und wenn von denen dann jemand eine Haferkuhr machte, dann bedeutete das einen sehr viel gleichmäßigeren BZ über den Tag und über mehrere Tage mit sehr viel mehr Ballaststoffen, als bei derselben KH-Menge in Form von Kartoffeln oder Brot.
    Der alte Doc Bernstein hat als wahrscheinlich erster Mensch Ende der 60ger Jahre seinen BZ systematisch gemessen und ihn bei normaler Ernährung und Insulineinstellung täglich zwischen 40 mg/dl (2,2 mmol/l) und 400 mg/dl (22,2 mmol/l) schwanken sehen.
    1 mmol/l entspricht etwa 18 mg/dl

    Hier mal ne seit vielen Jahren bewährte Anleitung zur möglichst gesunden Blutzuckersteuerung https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_b02597c39b5c4f6e9b6f2291ca6c9d08.pdf

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 15.02.2021 12:55:12. Grund: Ergänzung
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    am 15.02.2021 12:30:58 | IP (Hash): 1040372874
    Die Reaktion auf verschiedene Lebensmittel kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen.
    Hast du den starken Anstieg zu jeder Tageszeit oder primär nach dem Frühstück?

    Hast schon mal mit Haferflocken gemessen? Die haben zwar mehr KH als Haferkleie aber da die Kleie ja schon feiner zermahlen sind kann es evtl. sein das der Körper die KH daraus schneller aufnehmen kann.

    50g Hafer ist auch schon relativ viel, ich nutze Hafer(kleie) und Leinsamen inzwischen nur noch um mein morgentliches Frühstück aus Joghurt und Beeren etwas mehr sättigend zu machen. Abwiegen tue ich nicht aber es dürften inzwischen deutlich weniger als 50g sein.

    Dennoch steigt mein Blutzucker danach auch noch relativ stark an, liegt aber wohl teilweise an der Tageszeit, Mittags oder Abends kann ich mehr KH essen ohne das der BZ so stark ansteigt.

    Gruß Tobias
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    am 15.02.2021 15:22:23 | IP (Hash): 1874582278
    Alexela schrieb:
    Kann es sein, dass es von Mensch zu Mensch komplett anders wirkt?

    Ja, so ist es.

    Deshalb macht es viel Sinn, sein normales Essen sozusagen auszumessen, so wie das in Jürgens Link beschrieben wird. Langfristig solltest du auch die dort beschriebenen Zielwerte anpeilen, schließlich bist du jung und willst noch sehr viele Jahre gesund überstehen.

    Zum Üben und Lernen darfst du dir aber viel Zeit nehmen. Selbst wenn du dafür 10 oder 12 Monate brauchst, ist das kein Problem. Um deinen Diabetes gut in den Griff zu bekommen braucht es keinen Sprint, sondern ein langanhaltenden Dauerlauf. Allerdings wird es auch immer einfacher und selbstverständlicher, wenn du dich einmal richtig eingefuchst hast.

    Alles Gute, Rainer

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    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 15.02.2021 15:22:55. Grund: .
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    Mitglied seit: 17.12.2020
    am 17.02.2021 16:03:26 | IP (Hash): 136330617
    Absolut - es ist von Mensch von zu Mensch unterschiedlich.
    Deshalb ist es auch so wichtig, sich durch stetes Testen in eine gerade Umlaufbahn zu bringen. Und das braucht auch seine Zeit.