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Diabetes Typ 2 ohne Medikamente bekaempfen
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am 04.05.2021 02:41:25 | IP (Hash): 1897606991
Hallo Allerseits,
Ich bin neu hier im Forum und habe Diabetes Typ 2. 57 Jahre alt
Ich habe bisher Medikamente gegen Diabetes ausprobiert und die Nebenwirkungen (Durchfall vor allem) sKann ich nicht akzeptieren. Ich muss ja irgendwie zur Arbeit kommen.
Frage: wie schwer ist es durch Ernaehrung und Sport das in den Griff zu bekommen? Ich lese immer Diabetes Typ 2 ist heilbar, aber ist das praktisch auch umsetzbar?
Cheers -
am 04.05.2021 08:52:57 | IP (Hash): 280857987
Hallo Bebbo,
heilbar in Sinne von komplett Gesund ist Typ 2 nicht.
Man kann aber eine Remission erreichen. Eine Phase in der man ohne (oder weitgehend ohne) Medikamente auskommt.
Es hängt davon ab wieviel Insulin deine Bauchspeicheldrüse noch produzieren kann.
Dazu musst du die Aufnahme von Kohlenhydraten deutlich einschränken.
Das heißt Zucker in jeder Form meiden , also z.b. auch Fruchtzucker in Obst nur in Maßen.
Dazu Kohlenhydrate wie in Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln usw. Wobei es da verschiedene arten von Kohlenhydraten gibt, Vollkornprodukte werden langsamer verstoffwechselt wirken also nicht so stark auf den Blutzuckerspiegel.
Also im Prinzip eine klassiche Low Carb Ernährung, viel mageres Fleisch und Fisch dazu als Beilage viel Gemüse und wenig bis gar keine der klassichen Beilagen.
Das ganze führt meisten auch zu einer deutlich Gewichtsreduktion was ebenfalls sehr hilfreich ist für besseren Blutzucker Spiegel.
Sport hilft auch sehr gut, am besten regelmäßiger Ausdauersport. Sehr gut um einen Blutzuckeranstieg nach den Malzeiten zu verhindern ist sich direkt danach zu bewegen. Das muss kein Hochleistungssport sein einfach eine Runde spazieren oder Radfahren nach dem Essen.
Wenn es dir gelingt damit den BZ verlauf in den Bereich eines Gesunden zu bringen spricht man von Remission. Im Idealfall bleibt dieser Zustand über Jahrzehnte so, es kann aber auch sein das sich die Insulin produktion im laufe der Zeit verschlechtert dann braucht man vielleicht doch irgendwann Medikamente.
Tendenziell ist es so je höher die BZ Werte sind umso eher verschlechtert sich der Zustand im Laufe der Zeit.
Das ganze ist aber sehr Individuell, man muss selbst austesten was und wie bei einem selbst am besten Funktioniert. Dazu muss man regelmäßig den Blutzucker messen um zu sehen wie stark man selbst auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert oder wie stark der Sport hilft.
Du siehst einfach ist es nicht, aber durchaus machbar. Für die meisten mit der Diagnose Typ 2 ist es aber schon eine starke Umstellung der Lebensweise und das ist nie einfach.
Bei mir ist der Diabetes schon recht weit fortgeschritten (mit mitte 40) ich musste neben den üblichen Medikamenten auch Insulin spritzen. Zumindest das konnte ich inzwischen absetzen mit den oben genannten Maßnahmen.
GRuß Tobias
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 11.05.2021 15:17:28 | IP (Hash): 1506266903
Hallo Belbo,
Die Remission kann ich bestätigen. 2016 wurde ich diagnostiziert und eingestellt auf Metformin. Zu dem Zeitpunkt hatte ich jedoch keine Probleme damit. Meine Ernährung habe ich umgestellt, nicht direkt auf Low Carb, aber Kohlehydrat-reduziert, da ich mich auf Grund des Geschmackes selten von Fleisch ernähre :D .
Mit Hilfe von SEHR viel Sport konnte ich mich in den Normalgewichtsbereich bringen, was aber mit 25 kg Übergewicht noch relativ einfach ist. War trotzdem eine harte Zeit und kostete auch sehr viel mentale Kraft.
Geschafft hatte ich es Ende 2017 und das Metformin durfte ich dann wieder weglassen.
Leider hat dies nicht allzu lange gehalten bei mir und so waren die Werte seit Anfang 2020 wieder am Steigen. Mit noch mehr Sport konnte ich das nun nicht mehr bekämpfen, denn mit Vollzeit-Arbeit, Kindern, Haushalt, Kochen etc. ist nicht mehr als 1 bis 1,5 Stunden täglich drin. Beruflich sitze ich leider den gesamten Tag auf meinen vier Buchstaben, was ich nicht ändern kann. Also kam wieder Metformin ins Spiel. Dieses hab ich aber das gesamte Jahr über gar nicht vertragen. Ich wollte noch mal einen Versuch ohne Metformin wagen über die Ernährung. Leider konnte ich da fast nix mehr umstellen, außer alle Mahlzeiten durch Gemüse und 0 KH zu ersetzen und so kam es nun zum Insulin, da ich wie Du, auch irgendwie zur Arbeit kommen mußte :D
Momentan bin ich bei Lanzeitinsulin (Lantus), welches ich mir jeden Abend zur Nacht verabreiche. Die Nebenwirkungen vom Metformin entfallen und ich habe einiges an Lebensqualität zurückgewonnen, nach dem über einem Jahr Dauerflitze...
Heilen ist also nicht möglich, aber ohne Medikamente könnte es evtl. was werden, wenn Ernährung, Bewegung + Gewicht stimmen.
Wenn es nicht ohne Medikamente geht und so starke Nebenwirkungen bestehen, unbedingt mit einem Diabetologen sprechen. Die Allgemeinmediziner schauen dort teilweise recht ratlos und können auch nur noch ermutigen, es noch mal 3 Monate länger zu versuchen.
Viel Erfolg und Glück
Laurana
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specki
Rang: Gastam 12.05.2021 16:55:26 | IP (Hash): 1487376100
wenn man metformin nicht verträgt ,warum hat dir dein arzt kein xelevia oder forziga verschrieben zb.?
ich hab metformin auch nicht vertragen, hatte allerdings vorher schon durchfall wegen antibiotika
in dem fall ergab -+- kein +( ei caramba) lol
derzeit nehme ich weder das eine noch das andere, mal sehen was passiert wenn ich irgendwann
mal wieder gemüse und salat zu meinem fleisch essen.
allerdings, hab ich da auch nach 7 monaten nur fleisch immer noch keinen appetit drauf. -
am 19.05.2021 12:17:36 | IP (Hash): 1792948350
Hallo,
ich halte mich ohne Medikamente seit ca. 12 Jahren in der Grauzone (letzter HBA1c 6,1% vom Januar 2021). Als vor ca. drei Jahren mein HBA1c bei 6,6 lag habe ich über 6 Monate Januvia 50mg (1 x täglich) eingenommen. In der ersten Woche hatte ich starke Kopfschmerzen, danach war alles ok. Als der Langzeitwert auf 5,6% fiel habe ich es wieder abgesetzt.
Bzgl. der Unverträglichkeit von Metformin kannst Du unten meinen Beitrag lesen:
https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/13976/Bin-seit-9-Jahren-in-der-Grauzone
Alles Gute