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Habe ich möglicherweise Diabetes oder die Vorstufe davon?

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 14.05.2021
    am 14.05.2021 16:59:55 | IP (Hash): 1197322847
    Hallo Leute,

    kurz zu meiner Person, ich bin männlich 32 Jahre alt, habe kein Übergewicht und bewege mich recht viel, 3 mal die Woche joggen und jeden Tag spazieren gehen.

    Da mir meine Gesundheit wichtig ist und meine Mutter Diabetes hat, bin ich auf die Idee gekommen mir ein Blutzuckermessgerät in der Apotheke zu kaufen.

    Ich habe jetzt einen Monat nahezu jeden Tag meine Blutzuckerwerte kontrolliert, Nüchtern sowie oft 2 Stunden nach dem Essen.

    Ergebnis:
    Nüchtern, also morgens nach dem aufstehen lag mein Blutzuckerspiegel häufig zwischen zwischen 106 und 112, manchmal zwischen 98-102 und ganz selten bei 113-116.

    2 Stunden nach dem Essen fast immer bei um die 96-110, wenn ich viel Zucker zu mir genommen habe dann sinkt mein Spiegel unter 90, einmal habe ich nach vielen Süßigkeiten sogar einen Wert von 70 gehabt.

    Fragen: Wie kann es sein, dass mein Blutzucker Nüchtern oft höher ist als Tagsüber wenn ich etwas gegessen habe? Die Werte oben sind nach meinem Kenntnisstand nicht optimal, sollte ich zum Arzt gehen? Habe ich bereits Diabetes?

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 14.05.2021 18:04:48 | IP (Hash): 766285715
    Also Diabetes hast du bei diesen Werten mit sehr wahrscheinlich nicht.

    Ob du einen beginnenden Prädiabetes hast, lässt sich leider mit den Werten von einem Handmessgerät nicht sagen. Die Dinger sind leider zu ungenau (erlaubt sind +/- 15%), um damit eine Diagnose stellen zu können. Insofern macht es Sinn, deinen BZ-Status beim Arzt mit einem Laborwert prüfen zu lassen. Wenn du zur gleichen Zeit deinen BZ mit deinem Gerät misst, kannst du deine selbstgemessenen Werte etwas besser einordnen.

    Die niedrigeren Werte nach den Mahlzeiten deuten auf eine verspätete und dann überschießende Insulinreaktion hin. Dein BZ wird dabei umso tiefer absinken, je höher die BZ-Spitzen (ca. nach 45... 60 Min.) sind. Das kann ein erster Schritt in Richtung Diabetesentwicklung sein, muss es aber nicht. wenn du versuchst, solche hohen BZ-Spitzen zu meiden, dann kannst du einer möglichen Diabetesentwicklung gut entgegenwirken.

    Dass der BZ nüchtern höher sein kann als tagsüber zwischen den Mahlzeiten, ist ganz normal. Deshalb schenkt man auch den Nüchternwerten besondere Beachtung. Damit wir am Morgen richtig aufwachen, werden vom Körper Hormone ausgeschüttet, die unter anderem auch dafür sorgen, dass die Leber zusätzliche Glukose aus ihren Speichern ins Blut abgibt.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 14.05.2021 18:13:20. Grund: .
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    am 14.05.2021 23:07:33 | IP (Hash): 502362337
    Tatsächlich gibt es bei unserem Typ 2 nicht Vorstufe und dann irgendwann voll, sondern "einfach" keinerlei organische Stufen. Also keine irgendwie festen körperlichen Anhaltspunkte für bis hierhin gesund, bis dorthin Prädiabetes und von da an Diabetes. Irgendwann im völlig gesunden Bereich fängt der Blutzucker an zu steigen. Nicht unbedingt kontinuierlich, sondern mal für einige Zeit ein bisschen mehr und dann für einige Zeit ein bisschen weniger. Und diese Anstiege verstärken sich selbst und lassen sich durchaus stoppen, je früher, desto einfacher.

    Die Stufen hat unser medizinisches System gemacht, und zwar zuerst für den Typ 1, weil der zuerst bekannt war und behandelt wurde. Wo schneiden sich Aufwand und statistisch fassbares Ergebnis (möglichst wenige Folgeerkrankungen) optimal? Das war für lange Zeit HBA1c 7. Kurz darunter setzen wir die gedachte(!)=ficktiefe Stufe zum Diabetes, und die ist bis jetzt bei HBA1c 6,5.
    Und wie ist das beim Typ 2? Mit welchem HBA1c-Bereich fängt das an, dass immer mehr von den Menschen darin im Zeitrahmen von 5 Jahren die "Stufe" zur Diagnose Diabetes überschreiten. Daher HBA1c 5,7 als "fiktiver" Beginn von nicht mehr ganz gesund.

    Aber was machen wir ohne so schöne feste Anhaltspunkte? Heute spätestens dann, wenn der Dok nach ner Blutprobe in irgendeinem Zusammenhang sagt, "Ihr Blutzucker ist etwas höher, aber noch lange kein Diabetes"
    Klar können wir das auch ohne Dok, wenn wir aus irgendeinem Grund gewahr werden, dass unsere BZ-Automatik nicht mehr ganz so zuverlässig funktioniert.

    Und wer das auf möglichst kleiner und gesunder Flamme halten will, also im völlig gesunden Rahmen, verleibt sich nach Zusammensetzungen und Portionsgrößen immer nur passend so viel ein, dass ne Stunde weiter nur gesunder BZ mit max 140 mg/dl gemessen werden kann. Tatsächlich bedeutet das in den ersten Jahren nicht wirklich nennenswert Einschränken, sondern mehr Drauf-Achten.
    Wenn wir dann nen Plan haben, wieviel von was für unseren 24/7 gesunden Blutzucker passt, müssen wir das auch nicht X mal pro Tag zu messen, sondern da reichen dann z.B. 1-2 Tage alle 4 Wochen, um zu schauen, wie gut wir noch in der Spur sind und ggf. zu korrigieren.

    Fazit: Auch wenn Dein BZ aktuell nicht ganz im gesunden Rahmen verläuft, kannst Du ihn da drin völlig ohne Medis und wahrscheinlich für Dein langes gesundes Leben lang halten. Daumendrück!

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 14.05.2021 23:11:44. Grund: Ergänzung
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    Mitglied seit: 14.05.2021
    am 15.05.2021 13:13:32 | IP (Hash): 368761086
    Hallo,

    ersteinmal vielen Dank für eure Antworten.

    Übernimmt denn die Krankenkasse so eine Untersuchung überhaupt in meinem Alter?

    Sind die Werte die ich gemessen habe denn bereits für meinen Körper und und meine Blutgefäße schädlich oder ist das noch im "in Ordnung Bereich"? Das ist nämlich meine große sorge.
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    am 15.05.2021 14:27:47 | IP (Hash): 2057595034
    Für Arzt und kranke Kasse besteht kein Handlungsbedarf, so lange Du keine Beschwerden hast und Dein Blutzucker morgens nüchtern nicht beim Arzt deutlich über 125 mg/dl gemessen wird oder und HBA1c 6,5.
    Miese Folgen von höher als gesundem BZ sind weit verteilt. So gibt es zwar selten, aber eben ab und zu doch Nieren- und Netzhautschäden schon im Bereich zwischen gesund und Diagnose Diabetes, und auf der anderen Seite manche, die 10 und mehr Jahre einen HBA1c von 9-10 pflegen und keine Beschwerden oder miesen Folgen haben.

    Der gesundheitlich optimale BZ-Bereich ist der völlig gesunde, auch wenn dazu kein Arzt anleitet. Muss man halt selber machen, und die Anleitung hier funktioniert super https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 15.05.2021 14:27:48 | IP (Hash): 2057595034
    verdoppelt
    Bearbeitet von User am 15.05.2021 14:28:36. Grund: verdoppelt