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Lebensweise total umgestellt, hat wohl nix gebracht?
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Manuela
Rang: Gastam 15.08.2008 16:06:00
Hallo,
vor vier Jahren wurde bei mir Diabetes Typ2 (latent) festgestellt, da war ich 38.
Ich hatte bis dahin gut gelebt, d.h., gegessen, was schmeckt, besonders ohne groß auf die Gesundheit zu achten. Der Grund, warum ich damals zum Arzt gegangen war, hatte damit gar nichts zu tun, durch eine Blutabnahme wurde latenter Diabetes festgestellt. Ich musste daraufhin einen Glykosetoleranztest machen, die den Verdacht bestätigte. Erblich bin ich leider vorbelastet durch meinen Vater und seine Mutter.
Medikamente musste ich jedoch nicht nehmen, so schlimm war das noch nicht.
In diesem ganzen Zusammenhang wurde auch damals Bluthochdruck (passt ja schön zusammen) festgestellt. Dagegen bekam ich einen Betablocker.
Seit dieser Zeit (also seit 4 Jahren) habe ich mir richtig Mühe gegeben, um meine Gesundheit zu verbessern. Ich habe ca. 11 kg abgenommen, ernähre mich ziemlich gesund, d.h. kaum Alkohol, ausgewogene Ernährung, z.B. Vollkornbrot anstatt Weizenbrot, Becellmargarine, gesunde Öle zum Kochen, mehr Obst und Gemüse, auf die Kalorien achten u.s.w.) und ich treibe etwas Sport (obwohl ich ein Sportmuffel bin), ich fahre fast jeden zweiten Tag Fahrrad (ne gute Runde-bestimmt 3-5 km um die Stadt).
Aber in letzter Zeit (eigentlich schon länger) hatte ich trotzdem gesundheitliche Probleme. Mein Blutdruck ging wieder hoch und vor ein paar Wochen bekam ich richtige Panikattacken, Kreislauf bzw. Sehstörungen. Jetzt bekomme ich zusätzlich für meinen Blutdruck noch ein Medikament. Und heute habe ich mir auch gleich mal ein vernünftiges Blutdruckmessgerät gekauft, für den Arm, satt für das Handgelenk. Vorgestern hatte ich Blut abnemen lassen bei meinem Hausarzt, weil ich vermehrt über die letzten Jahre viele geplatzte Äderchen im Gesicht habe und dachte, ich habe etwas mit der Leber.
Ich hatte im Internet recherchiert und gewisse Symptome trafen auf mich zu. Da macht man sich ja auch schnell verrückt. Jedenfalls sind meine Leberwerte absolut in Ordnung, ist aber trotzdem unangenehm, weil man selbst denkt, andere halten mich für eine Alkoholikerin.
Bei dieser Blutuntersuchung kam heute auch heraus, dass sich mein Zuckerwert wohl verschlechtert hat, er lag nüchtern bei 111. der Grenzwert ist wohl 110, wie mein Arzt mir heute sagte. Außerdem kennt er ja meine ganze Problematik, deshalb soll ich jetzt noch einmal einen Glykosetoleranztest machen am nächsten Freitag.
Ich bin deshalb jetzt ein ziemlich deprimiert, besonders deshalb, weil ich doch soviel schon geändert habe, was Ernährung und Sport z.B. betrifft. Leider rauche ich noch immer, aber auch viel weniger als früher, ca. 10 Zigaretten, anstatt 25 -30.
Hat das alles jetzt nichts gebracht?
Sorry für den langen Beitrag.
LG
Manuela
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Franziska
Rang: Gastam 15.08.2008 16:49:28
Hi Manuela,
das hat alles etwas gebracht, darfst bei allem aber nicht vergessen, dass Diabetes so gut wie immer eine mehr oder weniger schnell progredient verlaufende Krankheit ist. Will sagen, ohne Deien Lifestyle-Umstellung könnte Deine Diabetes schon viieeel schlimmer sein! Bis ja erst am Beginn!
Die Faktoren für Diabetes sind ja in erster Linie 1. Genetik 2. Alter 3. Lebensgewohnheiten (Essen, Bewegung) und weiteres, und das sogar in dieser Reihenfolge. Will sagen, wer schlechte Gene hat und älter wird, muss die Ernährung und Bewegung ins Lot bringen. Wer gute Gene hat und jünger ist ode rgute Gene und älter, hat vielleicht Glück und braucht das nicht... auch wenn es nicht schaden würde.
Früher war ein Diabetes bzw. Insulinresistenz ja genetisch ein Überlebensvorteil, da Nahrungsmangel eher die Regel als die Ausnahme war. Also hat sich in der Diabetes 'herausgemendelt', will sagen, sich durchgesetzt. Heute im Zeitalter des Wohlstandes und Überflusses in der westlichen Welt ist es ein Nachteil.
Nun hat sich Dei Diabetes binnen 4 Jahren verschlechtert, evtl. brauchst Du Insulin oder kommst mit einigen oralen Medikamenten noch klar. Aber das ist nicht Deine Schuld, hätte schneller gehen können. Mein Diabetes hat sich leider (da ich noch BZ-treibende Medikamente nehmen muss) binnen eines Jahres trotz Ernährungsumstellung sehr verschlechtert.
Dennoch war es richtig. Ohne hätte es vielleicht nur einen Monat gedauert.
Dazu kommt: Anfang 40 gehen bei der Frau die Hormonveränderungen los, die ebenfalls einen Einfluss auf den BZ haben. So kommt es nicht selten zu einem Östrogenüberschuss, der auch BZ-erhöhend wirken kann.
Du brauchst nun einen guten Arzt, um zu sehen, was die nächsten Schritte (Metformin? Gliptin? Insulin) sein könnten.
Gruß
Franziska
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Manuela
Rang: Gastam 15.08.2008 19:56:30
Hallo Franziska,
vielleicht hast du Recht, dass ich es von der Seite sehen müsste. Bestimmt habe ich das Fortschreiten ein wenig verhindert durch meine Umstellerei, was Ernährung und Bewegung betrifft.
Ich kann ja auch weiter versuchen, z.B. noch abzunehmen, da sind ja noch ganz paar Kilos drin, bis ich Normalgewicht habe.
Demnächst bekomme ich auch eine Schulung, da hoffe ich mal, das bringt mir auch etwas.
LG
Manuela -
thomas2002
Rang: Gastam 15.08.2008 21:18:08
hallo manuela,
es ist ein gutes ziehl, sprot und gewicht weiter im auge zu behalten wg blutdruck, khk uvm. wie jedoch auch franziska sagte sind mit dem dm auch faktoren beteiligt, die mensch nie ganz beseitigen kann. sei froh, daß eine medikation in betracht gezogen wird. schaue dir neben metformin auch byetta an, muß nur 1*täglich gesprizt werden.
have fun ;-) von thomas2002 -
wolfmen
Rang: Gastam 16.08.2008 12:06:50
Das ist so nicht ganz richtig. Byetta muss 2 x täglich gespritzt werden. In der Regel in den ersten 4 Wochen je 5 Mikrogramm und danach 2 x je 10 Mikrigramm. von wolfmen -
Mara-Lisa
Rang: Gastam 16.08.2008 12:17:28
Machst du hier eigentlich Werbung für dein scheiß Byetta???? von Mara-Lisa -
wolfmen
Rang: Gastam 16.08.2008 20:48:49
Man könnte sich auch etwas gewählter ausdrücken und nicht so proletenhaft. Ich mache keine Werbung, ich stelle nur Fehler richtig. Was ist daran falsch?
Wolfmen von wolfmen -
Grünkohl
Rang: Gastam 20.08.2008 02:47:30
Mir ist aus verschiedenen medizin-basierten Foren
bekannt, dass dort die Nennung von Medikamenten
aus rechtlichen Gründen unterbunden wird - scheint
hier keinen zu interessieren. Allerdings verstehe ich
auch nicht ganz, wieso "scheiß B....". Hast du damit
Erfahrungen gemacht? Und selbst wenn, weshalb
verallgemeinerst du? Es soll (besser es gibt) auch
Menschen, die mit Humaninsulin böse Probleme
haben, aber ausser einem bekannten Deppen
zieht keiner derart prolohaft darüber her, wie du über
genanntes Präparat. Es soll Leute geben, denen
hilft es, anderen wiederum HI oder Analoga und
wieder anderen eben nicht - deswegen hat es mit
Exkrementen absolut nichts zu tun (wird, glaube
ich, auch nicht daraus hergestellt... :D)
Aber in unmoderierten Foren ist "Ton" immer etwas
rauher - man kennt sich ja nicht....
Hat aber alles mit Hirn zu tun - wohl dem, der
welches hat. Viele Grüsse Grüni von Grünkohl -
Tom
Rang: Gastam 22.08.2008 10:19:42
Grüni, bitte nich datt "böse Wort" sagen..Huma.....n, bitte nicht...;-))) Sag einfach dafür Grünkohl...:-) von Tom -
baghira
Rang: Gastam 23.08.2008 20:14:05
mach´ Dich nicht verrückt, sei stolz auf Deine bereits
erfolgte Lebensstiländerung und sei gewiss, dass
Du Deinen Genen nicht davonlaufen kannst, will
sagen, dass Deine eventuell eintretende diabetische
Stoffwechsellage kommt oder nicht, Du hast
allenfalls auf das zeitliche Eintreffen einen Einfluss.
Worauf Du aber sehr wohl gehörigen Einfluss hast,
ist, zusammen mit einem kompetenten Arzt Deines
Vertrauens (jawohl, die soll´s noch geben) weitere
Risikofaktoren minimieren solltest, unter Umständen
auch medikamentös. Hab´ keine Scheu davor,
wir -ich sag´s mal lasch- "Zuckerpüppchen" müssen
uns immer wieder vor Augen halten, dass es ohne
Insulin uns Typ I-er gar nicht mehr und Typ II-er nur
mehr schlecht als recht gäbe! Lass Dir - weder von
Dir selbst noch von anderen- einreden, Du seist
schuld daran! (Jaja, ich weiß, die Profis unter uns
sind, insbesondere, was das Metabol. S. angeht,
eventuell teilweise anderer Meinung, aber das ist
ein eigenes Thema. By the way: bin selber Profi...)
Blutdrucksenkung, ev. Cholesterin und Konsorten
im Auge behalten ist auch nicht schlecht. Bei
allermeisten Hochdruck-, Fetstoffwechsel- o. ä
Patienten gelingt es selbst mit strengster Diät
und geradezu masochistisch-mönchischer
Lebensform gerade n i c h t , die relevanten
RR-Werte oder Laborwerte relevant zu bein-
flussen!
bleib´ optimistisch, mach´ so weiter und such´Dir
professionelle Hilfe
baghira -
Jürgen
Rang: Gastam 24.08.2008 11:45:54
@ Profi
Hey, den Mutmacher finde ich gut. Aber der Frust im ersten Eingangspost ist doch genau aus der ohne Ende professionell vorgetragenen Idee gewachsen, dass Typ2 schuldhaft angesessen und angefressen sei und mit dem richtigen Lebensstil beseitigt werden könne, wenn die Betroffenen nur wollten und ihren inneren Haustierzwitter nur jeden Tag gehörig in den Allerwertesten träten. Wer solcher endlos veröffentlichten Meinung Jahre lang gefolgt ist und das zu glauben gelernt hat, muss doch an sich zweifeln, wenn der Erfolg im erwarteten Umfang ausbleibt.
Du hast Recht: State-of-the-art ist die Behandlung der Folgen chronisch ungesund hoher BZ-Verläufe am einfachsten mit der medikamentösen Verlangsamung der Entwicklung der Folgeerkrankungen zu erreichen. Und auf dem Weg wartet schon die nächste tiefe Fallgrube auf uns Betroffene. Denn schon heute ist der Behandlungsstandard für Typ2 mit all diesen Folgekrankheiten zu teuer. Und gemessen am heutigen Stand wird es im Gesundheitsfonds deutlich weniger pro Fall geben, und das müssen sich mit der Verdoppelung der Betroffenenzahl in den nächsten 10 Jahren dann wenigstens zwei 2er teilen - die Teuerungsrate mal ganz außen vor!
Warum also nicht dazu anleiten, von Anfang an den BZ im gesunden Rahmen zu führen, wenn das noch am einfachsten und mit dem geringsten Aufwand und ohne Medis möglich ist? Wenn der BZ - meistens nach den Mahlzeiten - noch nicht weit über den gesunden Rahmen hinaus schaut?
Konkret: Mit ihrem Einsatz hätte Manuela wahrscheinlich längst jeden Tag einen völlig gesunden BZ-Verlauf und vielleicht sogar einen Nüchtern-BZ unter 100, wenn sie nur dazu angeleitet worden wäre, wie sie damit ihre leicht defekte BZ-Automatik nicht allgemein, sondern gezielt unterstützen und systematisch dafür sorgen kann, dass ihr BZ nach jedem Essen im möglichst gesunden Rahmen bleibt, also max 140-120-100 mg/dl 1-2-3 Stunden nach jedem Essen! Damit pflegen sich übrigens auch die übrigen Blutwerte ohne besondere Medikation erstaunlich weitgehend zu normalisieren.
Warum tun sich die Profis so wahnsinnig schwer, zur alltäglich zuverlässig gesunden BZ-Steuerung anzuleiten? von Jürgen -
Ojima
Rang: Gastam 24.08.2008 13:55:23
Hallo
Warum die Profis das nicht können/wollen?
Weil es Arbeit verursacht, die nicht bezahlt wird....die Ratschläge recht unpopulär wären...die "Klienten" tausende "Wenn´s und Aber´s" als Einwände hätten....
Eigentlich alles "beim Alten" bleiben sollte, könnte, müßte....
Mir fielen noch X-Dinge dazu ein.....ich laß´ es lieber.....
Viele Grüße Ojima -
Hallo,
Rang: Gastam 01.10.2008 17:16:07
Hallo,
danke für eure Antworten.
Momentan muss ich noch keine Mittelchen einnehmen oder spritzen, weil mein Zucker noch ganz am Anfang ist. der Arzt hat einen Langzeitwert von 5,9 festgestellt und im Gluckosetoleranztest ging mein Wert über 200.
Trotzdem hat mich mein Arzt in ein Programm von der Krankenkasse aufgenommen und ich habe für Dezember schon den nächsten Termin. Außerdem soll ich meine Augen untersuchen lassen.
Ich persönlich finde, dass außer die Krankenkasse (die schön alle meine persönlichen Daten sammelt), nicht so viel von so einem Programm habe, da ich bis dato meine Werte garnicht überprüfen kann. Sehe ich das falsch? Was habe ich denn von so einem Programm?
LG
Manuela