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Lieber zu hohe Werte oder vor dem Heimweg Dextro zu mir nehmen?

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    Mitglied seit: 05.06.2020
    am 13.07.2021 18:52:42 | IP (Hash): 282309249
    Hallo zusammen,

    ich würde gern euch kurz meine heutigen Messwerte (Typ 1) zeigen und fragen wie ihr handeln würdet:

    heute hatte ich Im Büro zur Mittagspause eine Unterzuckerung von 65 mg/dl.
    Für meine 4 Vollkorntoasts mit je 10,5 kh, mit Käse, etwas Remulade und 2 Gewürzgürken, roundabout 45 kh gesamt, hab ich wegen der Unterzuckerung 3 Einheiten gespritzt. (ich rechne 1 Einheit = 10 kh)
    3 Stunden später zum Feierabend lag der Blutzucker noch bei 170. Nach dem Heimweg lag er jetzt bei 91.

    Heute lag somit mein Blutzucker lange Zeit viel zu hoch, hier im Forum lese ich häufig, dass der Blutzucker nach 2h unter 140 liegen sollte.

    Ich hatte schon einige andere Tage wo ich Mittags noch spazieren ging, wodurch ich 2h später auch bei 130 mal lag. Jedoch hatte ich an solchen Tagen regelmäßig wenn ich Abends heimkam einen Wert von 55 bis 70.

    Ums zusammenzufassen: Sollte ich lieber auch 3h nach dem Mittag bei 170 bleiben, um auf den Heimweg keine starke Unterzuckerung zu erleiden. oder sollte ich um Spätfolgen zu vermeiden, lieber mehr spritzen/ mich mehr Bewegen in der Mittagspause und dann vor dem Heimweg Dextro-Energie zu mir nehmen?

    Mein Heimweg sind 20 Minuten Fußweg und Treppe bis ins 3te Obergeschoss, mit Rücksack für Notfallcola, Brotdose, etz ca. 6 kg Gewicht.

    Danke für eure Einschätzungen
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    Mitglied seit: 26.10.2015
    am 13.07.2021 19:10:18 | IP (Hash): 1363126012
    Ich kann dir nicht sagen, was du machen sollst. Aber schon, was ich machen würde...

    Die 170mg/dl nach 2 Stunden sind etwas zu hoch, aber auch kein Drama. Da würde ich mit mehr SEA oder mehr Insulin reagieren.

    Ein Wert zwischen 55 und 70 ist jetzt ja noch keine schwere Unterzuckerung - es sei denn, du brauchst da schon Fremdhilfe - von daher würde ich einfach loslaufen und evtl. auf dem Weg Traubenzucker einwerfen, wenn ich unter 60 kommen. Fahren - besonders mit dem Auto - ist da was anderes. Da würde ich versuchen mit ein bisschen Essen auf ca.100 beim Start zu kommen...

    Mit 'nem Wert von um die 70 komme ich fast jeden Tag im Büro an und auch wieder nach Hause - mit dem Fahrrad.
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    am 13.07.2021 21:23:43 | IP (Hash): 660437080
    Bateriemann schrieb:
    Heute lag somit mein Blutzucker lange Zeit viel zu hoch, hier im Forum lese ich häufig, dass der Blutzucker nach 2h unter 140 liegen sollte.


    Bitte zwischen Typ 1 und Typ 2 deutlich unterscheiden:
    Bei Typ 1 nimmt die Glukoseausgabe aus der Leber mit steigendem BZ recht stetig=proportional zu, bei Typ 2 dagegen immer mehr zunehmend=überproportional.
    UND
    Den meisten mit Typ 1 geht es um die alltäglich möglichst einfach umsetzbare Behandlung im DDG-guten Rahmen mit nüchtern 100-140, während es vielen mit Typ 2 (vor allem den Neudiagnostizierten) hier darum geht, ihren Diabetes wieder so weit wie möglich zurückzudrehen, so dass sie wenig bis keine Medis mehr brauchen, und dafür sind 2-Stunden-Werte mit max 140 mg/dl ein guter Anfang.

    Wenn Du hier im Forum die 140 öfter im Sinne von ner Art Grenzwert findest, dann meistens im Typ 2 Zusammenhang.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 13.07.2021 21:40:31 | IP (Hash): 282309249
    Danke für die Klarstellung, dass diese Werte für Typ 2 gilt.

    Was genau besagt der DDG Rahmen? Mir wurde bisher beigebracht, dass ich morgens nüchtern um die 100 haben soll und tagsüber nicht unter 70 zu fallen.

    Was für Auswirkungen hat die Proportionalität auf mein Leben, worauf muss ich genau achten?
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    am 13.07.2021 22:54:34 | IP (Hash): 660437080
    Alle Werte gelten für's alltägliche Leben immer ungefähr. Für nen HBA1c um 7 bis 8 passt nüchtern/vor den Mahlzeiten 100-140 mg/dl und keine Begrenzung der Spitze nach dem Essen, also locker auch mal 300 und mehr. Als scharfe Einstellung gilt 80-120 und die Begrenzung der Spitze nach dem Essen auf maximal 200 für eher unter 7 beim HBA1c. Und schließlich noch TIR (Time In Range) vornehmlich bei Leuten mit kontinuierlicher BZ-Messung mit minimal 70 und maximal 170. Dabei wird in % die Zeit angegeben, die der BZ jeweils in der TIR verlaufen ist. Und schließlich hier noch ne völlig gesunde Kurve mit ihrer Schwankungsbreite https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar und nem HBa1c von 5,5 und besser.

    INSULINER findest Du in allen BZ-Bereichen, auch weit über HBA1c 10. Je höher, desto höher die direkte Belastung, so ab 8 häufig z.B. durch erhöhten Wasserumsatz und zunehmende Trägheit, und das zunehmende Risiko an Folgekrankheiten. Aber die stellen sich erst mit den Jahren ein. Du brauchst also nicht von jetzt auf gleich Deinen perfekten alltäglichen BZ-Verlauf. Wichtig ist, dass Du ersteinmal systematisch beobachtest, was Deinen BZ zu welcher Tageszeit wie beeinflusst und dass Du mit den Wochen und Monaten auf diese Weise dazu kommst, ihn immer ein bisschen mehr in Deinem Sinne zu steuern. Daumendrück!

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 15.07.2021 23:22:46 | IP (Hash): 1510428125
    Ich persönlich mache es so, dass ich unnötige IEs und KE versuche zu meiden.
    Das heißt, ich persönlich spritze bei einer Hypo oder vor Bewegung weniger, als zusätzlich etwas zu essen.

    Grundsätzlich versuche ich persönlich alle Werte unter 80 zu meiden.

    Wie würde ich in so einer Situation wie bei dir vorgehen.
    Bei deiner Hypo würde ich persönlich die negative Korrekturregel anwenden. Also die Einheiten Insulin, die ich für den Anstieg um 35mg/dl (von 65 auf 100) bräuchte, vom Essensinsulin abziehen. Das ist die gleiche Menge Insulin, die du für eine Korrektur um 35mg/dl bräuchtest. Deshalb negative Korrekturregel.
    Hast du einen Pen mit 0,5 Schritten? Damit könntest du deutlich besser dosieren.

    Vor dem Heimweg wäre für mich sehr interessant, ob noch aktives Insulin vorhanden ist. Das sehe ich an meinem Bolusrechner. Ohne aktives Insulin kann ich persönlich leichte Bewegung (Fußweg, Radfahren, etc.) ohne zusätzliche Kohlenhydrate machen. Mit aktiven Insulin brauche ich persönlich für 30min leichte Bewegung ca. 1,5 KE. Das habe ich systematisch ausgetestet. Dazu hilft es tatsächlich eine Tabelle anzufangen, dort Dauer der Tätigkeit und Blutzucker vorher und nachher, sowie aktives Insulin und gegessene Kohlenhydrate einzutragen. Das ist erstmal etwas Arbeit, aber so findest du heraus, wie Bewegung bei dir den Blutzucker beeinflusst und wie du dagegen reagieren kannst. Genauso habe ich die Essensfaktoren und Korrekturfaktoren systematisch ausgetestet.