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Langzeitwert seltsam
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am 27.07.2021 22:59:41 | IP (Hash): 772661072
Mit der Quelle ist es einfach: jedes Schulbuch für Mathematik, das auch einen Statistik-Teil enthält.
Sobald ich den Referenzbereich eines Laborwertes kenne, kann ich und wahrscheinlich jeder von uns, die genannten Werte-Verteilungen der HBA1c-Intervalle selbst berechnen - mit Hilfe der leicht abrufbaren Tabellen zur Standardabweichung kann man dies sogar ohne Taschenrechner bewerkstelligen.
Beispiel: Wenn von einem Labor ein Referenzbereich von 4-6% für den HBA1c angegeben wird (meist ist das so oder aber mit geringen Abweichungen), sagt mir dies, dass der arithmetische Mittelwert in der Mitte des Intervalls liegt, also bei 5,0%. Der Referenzbereich umfasst das Intervall von Mittelwert minus zweifacher Standardabweichung bis Mittelwert plus zweifacher Standardabweichung. In diesem Intervall liegen 95,45% der Werte der Gesunden. Das gilt für alle Laborwerte mit geschlossenem Referenzintervall. In unserem 4-6%-Intervall: etwa 8% der Gesunden haben exakt einen HBA1c von 5,0, ca. 46% einen HBA1c von unter 5, und 46% einen HBA1c von über 5%. Etwa 2,9% (1 aus 35) der Gesunden haben einen HBA1c von 6,0 oder mehr (ebenso viele haben einen HBA1c von 4% oder weniger).
Innerhalb des Referenzintervalls gibt es keinen Hinweis, dass ein HBA1c von 4,5% besser als einer von 5,5% sei. Es scheint eher so, dass sportliche Menschen mit gesundem Lebensstil einen etwa 0,5% höheren HBA1c haben als Couch Potatoes, das diesbezügliche Datenmaterial (Quelle) ist aber dürftig.
LG Geri
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am 28.07.2021 08:09:41 | IP (Hash): 72970431
Erst einmal Danke, dass Du Dir die Mühe machst, uns die wundervolle Welt der Mathematik anhand dieses Beispiels näher zu bringen ;-)
Meine Frage bezog sich darauf, ob es verlässliche medizinische Quellen bzw. Studien zu Deiner Aussage "Nur etwa ein Drittel der Gesunden haben einen HBA1c von 5,0-5,5%. Die Hälfte aller Gesunden haben einen HBA1c von 5,0 oder weniger." gibt. Aus der von Dir kalkulierten Wahrscheinlichkeitsrechnung kann man bestenfalls ableiten, dass in diesem Referenzbereich lediglich statistisch gesehen mehr als die Hälfte der Gesunden einen Hba1c-Wert von 5% oder mehr haben *müsste*. Das Vorliegen wissenschaftlicher Erkenntnisse aus diesbezüglichen Studien wären ein Clou, andernfalls verbuche ich ein solches Statement wie Deines in meinem grauen Logbuch als "unbegründete Behauptung ;-)
Geri schrieb:
Es scheint eher so, dass sportliche Menschen mit gesundem Lebensstil einen etwa 0,5% höheren HBA1c haben als Couch Potatoes, das diesbezügliche Datenmaterial (Quelle) ist aber dürftig.
Kannst Du für diese Aussage eine, und zwar wirklich auch nur eine, seriöse Quelle nennen? :-)
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am 21.08.2021 12:00:42 | IP (Hash): 890917685
Vielleicht sollten wir zuerst erörtern, wie ein Referenzbereich zustande kommt. Wir benötigen ihn ja nicht nur für den HBA1c, auch für alle anderen Laborwerte, sofern die Referenzwerte ein geschlossenes, nach oben und unten begrenztes Intervall aufweisen.
Es werden Zehntausende/Hunderttausende HBA1c-Werte von Gesunden erfasst. Aus dieser riesigen Datenmenge wird der Mittelwert und die Standardabweichung errechnet. Damit weiß ich, wie die Datenmenge aussieht und wie sie verteilt ist. Der Referenzbereich lässt sich erst nach Verarbeitung der konkreten HBA1c-Werte erstellen. Aus Mittelwert und Standardabweichung kann jeder Maturant/Abiturient die Verteilung der tatsächlichen Daten zurückverfolgen. Bei derart großen Datenmengen ist die Abweichung zur Wirklichkeit praktisch null. Die von mir genannten Verteilungen halten jeder wissenschaftlichen Überprüfung stand. Interpretiert habe ich diese Verteilungen nicht, das sollen andere machen.
Der Referenzbereich ist nun der sogenannte 95%-Wert, dh. in diesem Intervall befinden sich 95% der Werte der Gesunden. Dazu ist es notwendig das Intervall derart zu definieren, dass die Untergrenze Mittelwert minus 1,96 mal Standardabweichung beträgt, die Obergrenze Mittelwert plus 1,96 mal Standardabweichung. Warum das so ist, kann ich zwar erklären, das würde aber schon recht aufwendig werden.
Es gibt verschiedene Labormethoden zur Bestimmung des HBA1c, deshalb auch geringfügig verschiedene Referenzbereiche. Die Unterschiede sind aber so gering, dass sich das Verteilungsbild nicht wirklich ändert.
Bezüglich meiner Behauptung, höherer HBA1c bei Sportlern, habe ich bereits geschrieben, dass das Datenmaterial dürftig ist. Es gibt zwar jede Menge Case Reports, die alle in die gleiche Richtung deuten, es wurde das vorhandene Datenmaterial aber noch zu keiner wissenschaftlichen Studie genutzt. Das heißt, die von mir behauptete Bemerkung bzgl. Sportlern fußt auf sehr spärlichem Datenmaterial, das zu keiner wissenschaftlichen Aussage berechtigt.
LG Geri -
am 02.09.2021 12:39:58 | IP (Hash): 1592642904
Also.
Es wurde nochmalig versucht ein HBA1c zu nehmen. Wieder mal Auswertung v Labor nicht möglich. So werd ich dann mal wieder vom Doc entlassen. Davor hatte ich ja mal den 3,8 Wert, der ja nicjt sein kann meiner Meinung nach
Gestern hab ich nach dem Essen allerdings, nen Wert von 208 mit dem Handmesser messen können. Ist der nicht viel zu hoch? Werte nach dem Essen sollten 140 nicht überschreiten hab ich mal gelesen, egal zu welchem Zeitpunkt.
Was mach ich nun? Bitte Einschätzung, danke🍀
Gruß Frank -
am 02.09.2021 15:58:19 | IP (Hash): 1157145209
Hallo Frank,
die 208mg/dl nach dem Essen deuten definitv auf eine Störung hin. Es könnte allerdings auch eine Fehlmessung gewesen sein. Wenn du mehrfach nach dem Essen solche hohen Werte angezeigt bekommst, dann kannst du Fehlmessungen als Ursache ausschließen und musst nur noch die Toleranz von bis zu +/-15% berücksichtigen..
Ich würde an deiner Stelle einen oGTT mit dem Handmessgerät nachbauen und diese Werte, falls sie bedenklich sind, meinem Arzt vorlegen. Mit den selbst gemessenen Werten bekommst du zwar keine Diagnose, du kannst aber vielleicht deinen Arzt (oder auch einen anderen Arzt) dazu bringen, dass er einen echten oGTT veranlasst.
Für den Test brauchst du 75g Traubenzucker, Haushaltszucker geht nicht. Den löst du in einem Glas Wasser auf und trinkst das zügig aus. Deinen BZ misst du davor und nach 1 und 2 Stunden. Wenn der 2-Stunden-Wert über 200 liegt, dann wäre das mit einer Labormessung Diabetes.
Beste Grüße, Rainer -
am 02.09.2021 22:22:28 | IP (Hash): 1500161483
FrankMu schrieb:
Also.
Es wurde nochmalig versucht ein HBA1c zu nehmen. Wieder mal Auswertung v Labor nicht möglich. So werd ich dann mal wieder vom Doc entlassen. Davor hatte ich ja mal den 3,8 Wert, der ja nicjt sein kann meiner Meinung nach
Gestern hab ich nach dem Essen allerdings, nen Wert von 208 mit dem Handmesser messen können. Ist der nicht viel zu hoch? Werte nach dem Essen sollten 140 nicht überschreiten hab ich mal gelesen, egal zu welchem Zeitpunkt.
Was mach ich nun? Bitte Einschätzung, danke🍀
Gruß Frank
Wie wir dir bereits auf der ersten Seite geschrieben haben, ist bei dir - warum auch immer - der HbA1c nicht aussagekräftig. Daher müssen dann bei dir die anderen Diagnosemöglichkeiten (Nüchtern-BZ und OGTT) für eine (Prä-)Diabetes-Diagnose verwendet werden.
Ein Hausarzt kennt sich übrigens nur sehr grob mit Diabetes aus. Er muss halt viele Krankheiten behandeln, u.a. auch Diabetes. Daher wird er solche seltenen Fällen wie zu niedriger HbA1c etc. einfach nicht kennen. Da wäre ein Diabetologe oder Endokrinologe besser. Bei manchen Praxen braucht man auch keine Überweisung, sollte der Hausarzt sich weigern, eine Überweisung auszustellen. War bei mir damals genauso. Wobei bei mir die Ausgangssituation doch nochmal etwas anderes war.
208 nach dem Essen ist auf den ersten Blick ein wenig hoch. Allerdings wird in Schulungen immer wieder erwähnt, dass auch Stoffwechselgesunde manchmal kurzfristige Spitzen bis 160-180 mg/dl haben können. Da die Handmessgeräte auch noch ein wenig Toleranz haben, könnte es auch noch normal sein. Hast du dir denn vor dem Messen die Hände gewaschen? Spuren von Nahrungsreste an den Fingern können den Blutzucker deutlich nach oben treiben. Hast du die letzten Tage ggf. auffällig kohlenhydratarm ernährt und jetzt viele Kohlenhydrate? Das könnte auch mal den Blutzucker stark ansteigen lassen. -
am 04.10.2021 15:48:29 | IP (Hash): 2116472342
Nun, ich bins nochmal.
Also. Ich war jetzt bei einer Diabetologin. Hab ihr kurz erzählt, das es mir seltsam vorkam, das der Hba1c erst 3x nicht messbar war und dann beim 4. Mal 3,8 Betrug.
Sie fand das auch komisch und schüttelte den Kopf. Sie hat ihn dann nochmal bestimmt.
Nun kam 4,6 heraus, meiner Meinung nach immer noch zu niedrig und nicht passend, aber die Diabetologin hat das abgetan und mich mit den Worten "super Wert" entlassen. Nun wollt ich ihr auch nicht widersprechen, aber was mach ich nun damit?
So stehen lassen? Ich finds ja nach wie vor merkwürdig
Hinter dem Wert auf dem Laborblatt steht noch "immun-turbidimetrie" und Referenz eben alles unter 5,7 ist grüner Bereich.
Wie schätzt ihr das ein?
Danke u lg
Frank
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am 05.10.2021 15:59:14 | IP (Hash): 847365710
Hallo Frank,
was erwartest du eigentlich von den Ärzten? Mit den von dir berichteten BZ-Werten wird es sehr wahrscheinlich auch mit allen anderen Diagnosekriterien nicht zum Diabetes reichen, allenfalls vielleicht zu Prädiabetes. Um einen Prädiabetes kümmert sich aber, zumindest bei uns gesetzlich versicherten, kein Arzt. Du kannst dir dann allenfalls ein paar allgemeine Ratschläge zur Ernährung und Bewegung abholen, die du dir alleine bestimmt besser erarbeiten kannst.
Pack es an und hilf dir selbst. Solange deine BZ-Werte nur leicht erhöht sind, kannst du viel dagegen machen.
Viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 05.10.2021 15:59:35. Grund: BBCodes -
am 06.10.2021 13:25:38 | IP (Hash): 757869632
Hi Rainer?
Was ich von den Ärzten erwarte?
Zumindest keine Diabetes Diagnose.
Das weiss ich auch.
Aber ich erwarte, daß sie mir sagen können warum dieser Wert erst 3x nicht messbar und dann 2x falsch negativ, da viel zu niedrig, ausgefallen ist.
Vielleicht hat das nen Grund? Ich mein, das muss ja irgne Ursache haben.
Vielleicht ist es DER Grund warum ich mich so bescheiden fühle? Vielleicht wäre es ein Ansatz dem ich nachgehen könnte?
Vielleicht, vielleicht...
Gruß -
am 06.10.2021 13:45:55 | IP (Hash): 506489455
An Deiner Stelle würde ich den Ärzten keine so einfache Vorlage liefern und meine miese Befindlichkeit ohne Hinweis auf irgendwelche BZ Werte zur Diskussion stellen. Wenn Du was von Zucker sagst, messen die keinen Diabetes und schließen daraus, dass Du spinnst.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.