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Frage zu BZ-Werten

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    am 29.07.2021 16:35:49 | IP (Hash): 417292777
    Hallo zusammen,
    Ich hatte mich schon vor drei Jahren einmal ihr gemeldet, sehe hier:

    https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/13934/Der-Anti-Diabetiker-stellt-sich-vor

    Ich bin damals nicht weitergekommen, aber seit ein paar Tagen habe ich einen FreeStyle Libre Sensor. Das ist für mich enorm hilfreich, denn so kann ich die Lebensmittel identifizieren, die bei mir starke Schwankungen hervorrufen. Dementsprechend werde ich mich dann in Zukunft ernähren. Vermutlich ist das ohnehin die einzige Möglichkeit, die ich habe. Dennoch möchte ich natürlich gerne verstehen, was das eigentliche Problem ist.

    Vor zwei Tagen habe ich zwei weiße Brötchen mit Honig gegessen. Da ist mein Wert innerhalb von 25 Minuten von 100 auf 245 hochgeschossen. Da blieb er für zehn Minuten dann ist er innerhalb von 20 Minuten von 245 auf 50 runtergekracht. Da ist der Sensor dann ausgestiegen und ich musste ein großes Glas Cola trinken. Einen nahezu so extremen Fall hatte ich auch mit einem frisch gepressten Fruchtsaft.
    Mich würde jetzt interessieren, wie die Werte bei einem Typ 1 - Diabetiker aussehen würden, der kein Insulin gespritzt hat. Würde der Zucker wird dann auch so schnell ansteigen? Würde er noch über 250 hinausgehen?

    Ich habe auf der Webseite von einem Diabetes Arzt gelesen, dass bei einem Menschen mit einer gesunden Bauchspeicheldrüse der Wert nach einer Mahlzeit 140 nicht übersteigen sollte. Ist das ein allgemein anerkannter Fakt oder nur seine persönliche Erfahrung?

    Vielen Dank
    Frank
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    am 29.07.2021 16:48:26 | IP (Hash): 43802864
    Hallo,
    ich bin Typ1 und zwei weiße Brötchen mit Honig ohne Insulin würden mich eher in Richtung 400mg/dl und mehr katapultieren und das ziemlich schnell.
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    am 29.07.2021 17:12:46 | IP (Hash): 2076481651
    Ein Typ1er hätte Werte von 400+ und käme ohne dann doch Insulin zu spritzen, nicht mehr runter.

    Zudem würde ein klassisches Typ1er ohne Behandlung (also ohne Insulin) unabhängig vom Essen sehr hohe Blutzuckerwerte und auch eine Ketoazidose haben. Die Ketoazidose endet unbehandelt tödlich. Daher kann man bei dir Typ1 sicher ausschließen.

    Deine Beispiele zeigen, dass deine Bauchspeicheldrüse noch mehr als genügend Insulin hat. Es aber verspätet (deshalb erst die Spitze) und dann übermäßig ausschüttet, so dass du dann in eine Hypo kommst. Das ist das klassische Bild für eine reaktive/alimentäre Hypo. Du kannst ja mit dem Libre rausfinden, welche Dinge deinen BZ weniger ausmachen. Das Cola, Säfte und weiße Brötchen mit Honig den BLutzucker sehr schnell ansteigen lässt, ist bekannt. An deiner Stelle würde ich solche Lebensmittel definitiv meiden. Ein Vollkornbrot mit Käse/Wurst wird bspw. vermutlich weniger starke Spitzen auslösen.
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    am 29.07.2021 18:30:28 | IP (Hash): 417292777
    Hatte ganz herzlichen Dank für Eure Beiträge. Ich frage mich nur, ob bei mir zu Beginn gar kein Insulin ausgeschüttet wird, oder ob mir eine partielle Insulinresistenz vorliegt, so dass geringe Insulinmengen gar keinen Effekt haben, sondern nur sehr hohe Mengen. Aber wahrscheinlich würde der Spiegel dann nicht so schlagartig runterfallen. Aber das wird sich wohl letztlich nie klären.

    Wenn ich morgens nur fetten Käse, Eier oder Landjäger zu mir nehme, dann steigt mein Pegel kein bisschen an und bleibt für 6 bis 8 Stunden wie festgenagelt bei 90 bis 100 stehen. Wäre das bei Diabetikern auch der Fall?

    Liebe Grüße
    Frank
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    am 29.07.2021 19:45:12 | IP (Hash): 220553996
    Frank183 schrieb:
    Wenn ich morgens nur fetten Käse, Eier oder Landjäger zu mir nehme, dann steigt mein Pegel kein bisschen an und bleibt für 6 bis 8 Stunden wie festgenagelt bei 90 bis 100 stehen. Wäre das bei Diabetikern auch der Fall?


    Bei vielen Menschen mit Diabetes war/ist das so. Wer dann mit zusätzlichen KHs immer höhere Spitzen nach dem Essen und so mit der Zeit generell immer höhere Verläufe provoziert, findet sich meistens nach mehr oder weniger vielen Jahren und beim selben Input bei 150-170 und gerne auch mehr wieder.
    Diabetes "ist" eigentlich nicht so sehr das Überschreiten eines bestimmten Wertes, sondern der bei ganz normal gesundem Essen danach immer höher ausfliegende und in der Folge insgesamt immer höher verlaufende BZ.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 29.07.2021 19:48:10. Grund: Ergänzung
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    am 29.07.2021 20:01:09 | IP (Hash): 1158644259
    Auch gesunde kommen mal über 140 wenn sie sehr viele leicht umsetzbare KH wie eben Zucker zu sich nehmen.
    Honig und weiße Brötchen sind da auch solche Kandidaten.

    Daher wird ja immer vor so einseitiger Ernährung gewarnt. Das sorgt eben auch bei gesunden für relativ hoch BZ Werte eine entsprechende Reaktion der Bauchspeicheldrüse und wenn der BZ dann stark sinkt bekommt man wieder Hunger.
    Einer der Gründe warum man sagt das z. B. Fast Food nicht satt macht trotz der vielen Kalorien.

    Wenn du jetzt schon heraus gefunden hast das du so extrem reagierst, wäre es auf jeden Fall zu empfehlen etwas darauf zu achten.

    Das heißt nicht zwangsläufig totaler Verzicht. Es kann z. B. sein das die Reaktion auf solche KH am Abend deutlich geringer ausfällt als am Morgen. Oder eben vor dem Honigbrötchen ein Stück Käse das kann die Aufnahme der KH auch verlangsamen.

    Gruß Tobias
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    am 29.07.2021 20:45:38 | IP (Hash): 385273895
    Wie wäre es denn mit einem (1!) Vollkornbrötchen z. B. mit wenig Marmelade und dafür vorher ein kleines Obststückchen? Honig ist voller Zucker, die weißen Brötchen = Weizenmehl sollten total vermieden werden.

    Gruß,
    Biggi
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    am 29.07.2021 21:51:13 | IP (Hash): 220553996
    Turbotobi schrieb:
    Auch gesunde kommen mal über 140 wenn sie sehr viele leicht umsetzbare KH wie eben Zucker zu sich nehmen.


    Auch gesunde Menschen kommen mal über 140 aaaber praktisch nie über die Nierenschwelle bei 160-180. Darüber wird nämlich von der guten Glukose einfach ausgepinkelt, und das widerspricht der Entwicklungsgeschichte unseres Stoffwechsels: Zu unserem Überleben als biologische Art gehört zwingend, dass unser Organismus ALLES behält und nutzt, was von unseren Einverleibungen irgend zu nutzen geht.

    240 mg/dl liegen also weit oberhalb jedes gesunden Verlaufs. Und wer die schon mal hat messen müssen, tut gut daran, den engen gesunden Rahmen zu nutzen und nur selten mal sehr ausnahmsweise zu überschreiten, wenn er den länger genießen will. Denn dass sein BZ höhere Ausflüge mag, hat er ja längst bewiesen.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 29.07.2021 21:53:26. Grund: Ergänzung
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    am 29.07.2021 22:25:55 | IP (Hash): 417292777
    1000 Dank für Eure Antworten!!! Es ist echt super für mich, hier mal endlich brauchbare Antworten zu bekommen.

    Ich sollte dazu sagen, dass ich Honigbrötchen gar nicht mag und auch sonst eher nicht ein "Süsser" bin, aber ich wollte wissen, was passiert. Das es so extrem wird, hätte ich auch nicht gedacht.

    Ich habe ein Rezept für 2 Sensoren bekommen und in diesen 4 Wochen teste ich jetzt mal die ganze Speisekarte durch. Neben den Honigbrötchen habe ich bislang als Übeltäter frisch gepressten Fruchtsaft, Pringles und Pommes mit ähnlich starken Schwankungen entlarvt.

    Weisse Brötchen mit gut Butter, Wurst und Käse geben einen moderaten langsamen Verlauf bis 140-150 und zurück, so wie auch andere gemischte Gerichte mit Fleisch, Gemüse und Nudeln oder Kartoffeln. Allerdings fällt eine Weile danach der Pegel ganz langsam aber kontinuierlich über 3-4 Stunden auf 70 runter. Müsste da nicht die Fettverbrennung einsetzten und den Pegel stabil halten? Oder gibt es da noch so ein "Nachdieseln" vom Insulin?

    Was Getränke betrifft, Bier gibt einen gemäßigten Verlauf, Rotwein und Wodka erzeugen überhaupt keinen Ausschlag nach oben , ist das normal?
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    am 29.07.2021 23:15:13 | IP (Hash): 1158644259
    Man weiß leider nie wie genau die gemessenen Werte sind, da können tiels erhebliche Abweichungen drin sein.

    Wobei auch 70.noch nicht als Unterzucker gilt, viele spüren dann schon was aber für andere ist 70 noch ein völlig normaler BZ wenn die letzte Mahlzeit einige Stunden vorbei ist.

    Dir Reaktion auf Nahrungsmittel ist ebenfalls sehr individuell, aber so im großen und ganzen passen die gängigen Regeln bei dir.

    Fett verzögert z. B. Die Aufnahme von KH daher ist dir Wurstsemmel in der Beziehung unkritischer als das pure Brötchen womöglich noch mit Honig.

    Pommes oder chips sind ja auch fettig, aber trotzdem beeinflussen die den BZ oft sehr stark.

    Fructose ist ebenfalls als BZ Treiber bekannt daher aufpassen mit Obst und erst recht Säften wo man Zucker und Fructose fast konzentriert aufnimmt ohne die sonstigen nützlichen Bestandteile einer ganzen Frucht.