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Langzeitzucker wie oft
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am 24.08.2021 15:10:01 | IP (Hash): 965735604
Liebe Finchen,
ach du würdest es nicht glauben! Aber ich habe schon vor längerer Zeit deine Geschichte gelesen! Ich wollte dir sogar eine private Nachricht schicken bzw. habe ich im Internet nach Finchen85 nachgeschaut, ich wollte Erfahrungen austauschen. Bloß dann dachte ich nicht dass ich dein Leben damit störe. Vielleicht bist du mittlerweile das Problem schon losgeworden. Außerdem gibt es mehrere Finchen auf Intragram usw.:)
Jetzt zum richtigen Thema: zum Stillen und Blutzucker habe ich tatsächlich auf deutschen Seiten wenig gefunden. Aber auf den Seiten von dem Land wo ich herkomme haben sehr viele Mamas davon berichtet. Tatsächlich ist es da wiederum individuell unterschiedlich! Bei manchen verbessern sich die Werten erheblich nach dem Abstillen bei manchen anderen wiederum schlechter. Aber alle sagen es lohnt sich erst etwa drei Monate nach dem Abstillen erneut zu messen oder OGTT zu wiederholen.
Darf ich fragen ob du momentan welche Medikamente nimmst bzw. wie sieht’s mit dem Gewicht aus? -
am 24.08.2021 20:04:03 | IP (Hash): 1087914173
Ja, in deutschsprachigen Foren findet man tatsächlich nur sehr wenige Einträge dazu. Mich wundert das sehr, denn es muss doch viel mehr betroffene Frauen geben. Mein aktueller Diabetologe meinte jedoch, dass er den OGTT erst nach dem Abstillen wiederholt hätte. Das hat mir natürlich Hoffnung gemacht, denn er ist auf jeden Fall sehr erfahren in seinem Gebiet und ein toller Arzt, der sich ein ganzheitliches Bild von seinen Patienten und Patientinnen macht.
Ich nehme momentan eine Tablette Metformin 500 am Tag. Die Dosis wurde nach der letzten HBA1c-Kontrolle (5,5) von zwei auf eine Tablette reduziert, um zu schauen, wie sich der Wert verändern wird. Mein Wert wird alle drei Monate bestimmt. Wie bereits geschrieben, messe ich momentan nicht selbst. So lange der Langzeitwert in Ordnung ist, werde ich das auch erstmal nicht tun. Bei mir ist die Gefahr der Messsucht und eine daraus resultierende ungesunde, zwanghafte Anpassung des Essverhaltens zu hoch.
Ich mache seit einigen Monaten eine Verhaltenstherapie. In dieser arbeite ich daran, die Krankheit zu akzeptieren und einen Lebensstil zu finden, mit dem ich gut die nächsten Jahre leben kann. Dafür gehört für mich auch, langfristig eine geeignete Balance aus Ernährung, Bewegung und Medikamenten zu finden. Ich möchte nicht, dass die Gedanken ums Essen und meine Werte meinen Alltag dominieren. Darin werde ich schrittweise besser, auch wenn noch viel Arbeit vor mir liegt.
Gewicht habe ich zugelegt. Mir fehlen tatsächlich nur noch gute 3 kg, damit ich mein Ausgangsgewicht wieder und ein stabiles Normalgewicht erreicht habe.
Für mich kann ich nur sagen, dass es mir nach dem Abstillen insgesamt sehr viel besser geht. Ich kann viel besser schlafen, habe keinen Nachtschweiß mehr, bin psychisch stabiler und ausgeglichener, habe wieder mehr Energie und Lebensfreude und schaue positiver in die Zukunft. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich mich der Diabetesfrage irgendwann stellen muss. Aber momentan bin ich einfach nur froh, dass es mir so viel besser geht. -
am 24.08.2021 20:45:20 | IP (Hash): 965735604
Liebe Finchen,
irgendwie habe ich das Gefühl dass wir uns in unserem Wesen sehr ähnlich sind:) zuerst habe ich auch von vielen Mamis mit SS-Diabetes gehört dass sie erst nach Abstillen zu OGTT sollten. Und ich meinte gewesen zu haben dass eine Mama tatsächlich bessere bzw. normale Werte wieder hatte, wo sie abgestillt hat. Sie hat bei einer Studie mitgemacht und in der Stillzeit hat sie mehrfach einen OGTT gemacht mit schlechteren Ergebnissen. Ich wünsche uns beiden in diesem Sinne schon mal viel Glück!
Bei mir ist es auch so. Wenn 50 Stück Teststreifen angekommen sind, mache ich die gar nicht auf! Weil wenn ich die aufmache, sind sie innerhalb von Tagen verbraucht und ich zweifle wieder daran was ich wohl noch nicht so gut mache bzw. schaue ich im Internet nach ähnlichen Erfahrungen. Die Tage zuvor zum Beispiel fand ich sehr komisch dass ich 3 Stunden nach dem Essen noch 116 hatte. Obwohl 2 Stunden nach dem Essen 110 gemessen wurde. Also so was macht mich richtig verrückt.
Oder letzte Woche habe ich mein Hba1c-Wert abgeholt und es war 5,6 (5,3 davor). Ach ich wusste gar nicht wie ich mit den beiden kleinen nach Hause gelaufen bin. Ich war wieder mal verunsichert, ich mache Sport und ernähre mich mit wenig KH, ich dachte ich kann nichts mehr tun. Und so was ist halt wirklich schrecklich in dieser Zeit. Ich meine ich brauche doch die Energie für meine Kinder?!
Ich bin mit meinem 57/58 bei 165 cm eigentlich noch normalgewichtig. Zumal ich aus Asien komme und vor den Schwangerschaften hatte ich 53 Kilo. Aber ich möchte auch nicht noch viel abnehmen. Wieviel Kohlenhydrate isst du nun am Tag wenn ich fragen darf? Bei mir sind alles zusammen (Brot plus Gemüse plus Obst plus Milchprodukte) etwa 120-130 Gramm pro Tag schätze ich.
Anders wie du habe ich in der Familie mehrere Diabetiker, und ich muss sagen dass ich früher wirklich kiloweise süßes gegessen habe und ich war faul, trotz dass ich eher schlank war.
Ich würde vielleicht vorschlagen dass du erstmals nicht mehr hier reinschaust weil’s dir momentan so gut geht. Und ich teste auch absichtlich nur einmal intensiv (für paar Tage) alle 4-6 Wochen weil ich mich nicht verrückt machen möchte. Wenn du irgendwann mal wieder einen OGTT machst freue ich mich von dir zu hören und wünsche dir bis dahin alles gute! -
am 24.08.2021 20:48:02 | IP (Hash): 965735604
Übrigens wie du geschrieben hast finde ich eine Balance zwischen Bewegung, Ernährung sehr wichtig. Momentan versuche ich herauszufinden wann ich am besten Sport treiben sollte. -
am 25.08.2021 10:42:19 | IP (Hash): 1128729705
Ja, wir scheinen uns in einigen Punkten wirklich sehr zu ähneln. Ich muss für mich lernen, dass meine Zufriedenheit nicht vom Blutzucker abhängt bzw der HBA1c-Wert kein Kontrollparameter für mein Lebensglück ist. Lange Zeit waren mein Alltag und auch mein Befinden von den Werten und den Fragen rund ums Essen bestimmt. Ich konnte die Zeit mit meiner Familie nicht mehr richtig genießen, war ständig gestresst. Die Diabetes hat sozusagen unser Familienleben bestimmt. Ich habe für mich gemerkt, dass ich das nicht möchte. Ich möchte die Zeit mit meinen Kindern genießen können. Deswegen versuche ich jeden Tag es lockerer angehen zu lassen, mich auf meine Kinder einzulassen, nicht zu hart zu mir selbst zu sein. Nicht alles in ein starres Korsett zu quetschen, sondern mich den Gegenzeiten anzupassen. Ich achte zwar im Zuge dessen auf die Menge der Kohlenhydrate, also, dass es nicht zu viel wird, aber ich zähle sie nicht mehr. -
am 25.08.2021 10:45:49 | IP (Hash): 1128729705
Ich weiß gar nicht, ob ich nochmal einen OGTT machen lassen würde. Wenn ich es schaffe, mit einer gesunden und für mich glücklichen Lebensweise es schaffe, den Langzeitwert im Rahmen zu halten, macht für mich eine Wiederholung keinen Sinn. Ob mit oder ohne offizielle Diagnose für mich bleibt der Weg der gleiche. -
am 25.08.2021 11:38:19 | IP (Hash): 965735604
Weiter so liebe Finchen und das ist auch mein Ziel, dass der Blutzucker nicht ständig meine Laune bzw. mein Leben beeinflußt! Ich wünsche uns beiden gutes Gelingen! -
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am 26.08.2021 18:59:26 | IP (Hash): 1218454110
Finchen_85 schrieb:
Ich weiß gar nicht, ob ich nochmal einen OGTT machen lassen würde. Wenn ich es schaffe, mit einer gesunden und für mich glücklichen Lebensweise es schaffe, den Langzeitwert im Rahmen zu halten, macht für mich eine Wiederholung keinen Sinn. Ob mit oder ohne offizielle Diagnose für mich bleibt der Weg der gleiche.
Ich finde dieses Vorgehen total super. Man kann viel untersuchen, diagnostizieren, etc. Wer viel untersucht, bekommt zwangsläufig irgendwo eine Auffälligkeit zu sehen.
Wichtig ist aber immer, was hat die Diagnose überhaupt für eine Konsequenz. Und je nachdem, ob die Diagnose für einen persönlich eine Konsequenz hat oder nicht, würde ich persönlich entscheiden, ob ich eine Untersuchung machen möchte oder nicht.