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Verunsichert wegen familiärer Vorbelastung
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am 27.08.2021 08:53:21 | IP (Hash): 1267351023
Hallo,
ich bin 31 Jahre alt, eher untergewichtig und betreibe mäßigen Ausdauersport (joggen, 3x pro Woche).
Bei meinem Großvater väterlicherseits (85 Jahre alt) wurde vor einiger Zeit Diabetes Typ 2 festgestellt - er ist stark übergewichtig. Nun wurde auch bei meinem Onkel müttlerlicherseits (bald 60 Jahre alt) ein zu hoher Nüchternblutzucker gefunden.
Ich mache mir nun Gedanken wegen der genetischen Komponente und habe meine Blutbilder der letzten Jahre angesehen. Auf Grund eines Eisenmangels habe ich das Blut regelmäßig kontrollieren lassen. Nachdem mein Blutdruck sehr niedrig ist, habe ich allerdings circa eine halbe Stunde vor der Blutabnahme immer ein halbes Stück Dextro Traubenzucker gegessen (nachdem ich davor 8 Stunden nüchtern war). Ich habe das in der Annahme getan, dass es mir ja hauptsächlich um die Eisenwerte geht und ich deshalb nicht komplett nüchtern sein muss.
Die Werte waren folgende:
2018: 85 mg/dl
2019: 86 mg/dl
2020: 88 mg/dl
2021: 86 mg/dl
Am 26.5.2021 war ich nach einer allergischen Reaktion auf einen Wespenstich im Krankenhaus, dort wurden 95 mg/dl gemessen (hatte circa zwei Stunden davor ein Zuckerkipferl gegessen).
2019 war ich für ein geplante Operation im Krankenhaus, dort wurden komplett nüchtern 72 und 75 mg/dl gemessen.
2013 war ich in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation (starker Schwindel, der sich dann als gutartiger Lagerungsschwindel herausgestellt hat) im Krankenhaus, soweit ich mich erinnere, hatte ich circa 2-3 Stunden davor eine Kleinigkeit gefrühstückt (Naturjoghurt mit Müsli und eine Banane). Dort wurden in der akuten Stresssituation 125 mg/dl gemessen. Ich weiß nicht, inwiefern aktuer Stress bei gesunden Menschen den Blutzuckerwert verändert.
Mich verunsichert vor allem dieser letzte Wert. Ich habe diese Studie gefunden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4399288/. Es wird davon geschrieben, dass ein Gelegenheitswert von über 100 bereits auf einen Diabetes hinweisen kann.
Außerdem habe ich einige Quellen gefunden, die davon schreiben, dass der Nüchternblutzucker zumindest unter 85, besser noch unter 80 sein sollte. Ich bin mir bewusst, dass ich allerdings keine echten Nüchternglukosewerte habe, außer der einmalige Wert aus dem Krankenhaus.
Leider verunsichern mich die unterschiedlichen Angaben hinsichtlich der Referenzwerte. Es ist beim Eisenmangel ähnlich. Laut dem Referenzwert des Labors war ich dann irgendwann im Referenzbereich, der Gynäkologe sagt allerdings, man sollte weit darüber hinaus kommen, weil die Referenzwerte viel zu niedrig angesetzt sind. Irgendwann weiß ich dann nicht mehr, worauf ich mich verlassen kann.
Ich sorge mich, dass die Blutzuckerwerte, die ich habe, zu schnell ansteigen für die Menge, die ich davor gegessen habe.
Was meint ihr bezüglich der Werte?
Was wären die nächsten Schritte? Soll der Hausarzt eine Überweisung zur Bestimmung des "echten" Nüchternzuckers schreiben oder soll ich gleich zu einem Spezialisten gehen?
Danke für eine Rückmeldung
Regina
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am 27.08.2021 09:01:52 | IP (Hash): 34683627
Regina145 schrieb:
Hallo,
ich bin 31 Jahre alt, eher untergewichtig und betreibe mäßigen Ausdauersport (joggen, 3x pro Woche).
Bei meinem Großvater väterlicherseits (85 Jahre alt) wurde vor einiger Zeit Diabetes Typ 2 festgestellt - er ist stark übergewichtig. Nun wurde auch bei meinem Onkel müttlerlicherseits (bald 60 Jahre alt) ein zu hoher Nüchternblutzucker gefunden.
Ich mache mir nun Gedanken wegen der genetischen Komponente und habe meine Blutbilder der letzten Jahre angesehen. Auf Grund eines Eisenmangels habe ich das Blut regelmäßig kontrollieren lassen. Nachdem mein Blutdruck sehr niedrig ist, habe ich allerdings circa eine halbe Stunde vor der Blutabnahme immer ein halbes Stück Dextro Traubenzucker gegessen (nachdem ich davor 8 Stunden nüchtern war). Ich habe das in der Annahme getan, dass es mir ja hauptsächlich um die Eisenwerte geht und ich deshalb nicht komplett nüchtern sein muss.
Die Werte waren folgende:
2018: 85 mg/dl
2019: 86 mg/dl
2020: 88 mg/dl
2021: 86 mg/dl
Am 26.5.2021 war ich nach einer allergischen Reaktion auf einen Wespenstich im Krankenhaus, dort wurden 95 mg/dl gemessen (hatte circa zwei Stunden davor ein Zuckerkipferl gegessen).
2019 war ich für ein geplante Operation im Krankenhaus, dort wurden komplett nüchtern 72 und 75 mg/dl gemessen.
2013 war ich in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation (starker Schwindel, der sich dann als gutartiger Lagerungsschwindel herausgestellt hat) im Krankenhaus, soweit ich mich erinnere, hatte ich circa 2-3 Stunden davor eine Kleinigkeit gefrühstückt (Naturjoghurt mit Müsli und eine Banane). Dort wurden in der akuten Stresssituation 125 mg/dl gemessen. Ich weiß nicht, inwiefern aktuer Stress bei gesunden Menschen den Blutzuckerwert verändert.
Mich verunsichert vor allem dieser letzte Wert. Ich habe diese Studie gefunden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4399288/. Es wird davon geschrieben, dass ein Gelegenheitswert von über 100 bereits auf einen Diabetes hinweisen kann.
Außerdem habe ich einige Quellen gefunden, die davon schreiben, dass der Nüchternblutzucker zumindest unter 85, besser noch unter 80 sein sollte. Ich bin mir bewusst, dass ich allerdings keine echten Nüchternglukosewerte habe, außer der einmalige Wert aus dem Krankenhaus.
Leider verunsichern mich die unterschiedlichen Angaben hinsichtlich der Referenzwerte. Es ist beim Eisenmangel ähnlich. Laut dem Referenzwert des Labors war ich dann irgendwann im Referenzbereich, der Gynäkologe sagt allerdings, man sollte weit darüber hinaus kommen, weil die Referenzwerte viel zu niedrig angesetzt sind. Irgendwann weiß ich dann nicht mehr, worauf ich mich verlassen kann.
Ich sorge mich, dass die Blutzuckerwerte, die ich habe, zu schnell ansteigen für die Menge, die ich davor gegessen habe.
Was meint ihr bezüglich der Werte?
Was wären die nächsten Schritte? Soll der Hausarzt eine Überweisung zur Bestimmung des "echten" Nüchternzuckers schreiben oder soll ich gleich zu einem Spezialisten gehen?
Danke für eine Rückmeldung
Regina
Hi, ich selber habe zwar kein Diabetes aber du musst dir bei deinen Werten absolut keine Sorgen machen.
Die sind völlig normal.
Meine Werte sind teilweise höher und dennoch weit von Diabetes entfernt.
Sorgen musst du dir erst machen wenn dein tatsächlicher NBZ bei 120mmg/dl oder höher ist.
1 Stunde nach dem Essen über 180mm/dl (laut Diagnosewerten, und meinen kommen gelegentlich auf bis auf 177mmg/dl)
2 Stunden nach dem Essen über 140mmg/dl auch da sind meine teilweise leicht drüber aber kein Diabetes.
Deine Werte sind absolut top, 2 Stunden nach dem Essen bei 98mm/dl ist völlig gesund.
Lg1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.08.2021 22:00:50 | IP (Hash): 1799255014
Deine Werte sind total unauffällig.
Ich kann verstehen, dass du Angst wegen einer möglichen familiären Veranlagung hast. Ob du irgendwann mal im Laufe deines Lebens dadurch Diabetes entwickeln wirst, kann dir keiner momentan sagen. Diabetes bedeutet auch nur der zu hohe Blutzucker als Ende, die krankhafte Blutzuckerautomatik besteht dabei aber schon viel früher. Behandelt lässt sich aber nur der zu hohe Blutzucker. Da deine Blutzuckerwerte momentan total normal sind, kannst du erstmal sowieso nur abwarten.
Du kennst das familiäre Risiko ja und deshalb kannst du weiterhin schauen, dass du sportlich bleibst, dich gesund ernährst und Normalgewicht behälst. Das hilft vor einem möglichen Diabetes und schadet auch sonst nicht.
Zudem kannst du ja weiterhin wie bisher alle paar Jahre den Blutzucker mitkontrollieren zu lassen. Vielleicht dann auch ohne Traubenzucker vorher, wobei dieses nur minimal den Blutzucker erhöht haben wird. Solltest du dann im Vergleich irgendwann mal merken, dass deine Werte irgendwann von jetzt 7x-8x mg/dl zu Werten ab 100mg/dl sich erhöhen, solltest du nochmal weiterschauen. Ob das irgendwann passieren wird oder nicht, kann dir aber niemand sagen. Deshalb hilft es jetzt nichts, sich verrückt zu machen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 28.08.2021 07:44:01 | IP (Hash): 315433695
Hallo Regina,
erst muss man mal ganz deutlich feststellen, dass Typ2-Diabetes ist keine Erbkrankheit ist. Trotzdem spielt eine erbliche Komponente mit rein und zwar in folgender Form:
Bei manchen Menschen entwickelt sich aus einer Insulinresistenz, oft hervorgerufen durch eine nichtalkoholische Fettleber ()NAFL), mit der Zeit ein Diabetes, während bei anderen einfach mehr Betazellen nachwachsen und die BZ-Automatik weiter gut funktioniert. Zu welcher Gruppe du gehörst, ist vermutlich erblich festgelegt. Wenn du jetzt so lebst, dass du eine NAFL entwickelst, dann kannst du mit deinen Genen wahrscheinlich damit rechnen, dass du langfristig auf einen Typ2-Diabetes zusteuerst. Wenn du dich mit Ernährung und Bewegung so verhältst, dass du keine NAFL und keine Insulinresistenz entwickelst, dann können dir deine Erbanlagen in Bezug auf diese Form von Diabetes egal sein.
Zu Deiner Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4399288/) muss man sagen, dass du dich durch die reißerische Überschrift nicht auf die falsche Fährte locken lassen darfst. Die Autoren haben lediglich vorgeschlagen und mit ihren Studienergebnissen untermauert, dass bei einem Gelegenheitswert über 100 eventuell Diabetes oder Prädiabetes vorliegen könnte und dass dann der Diabetesstatus ermittelt werden sollte. Selbstverständlich treten auch bei Stoffwechselgesunden BZ-Werte über 100 auf, nur eben viel seltener, weshalb die auch nur selten einen Gelegenheitswert über 100 haben. Deine anderen Werte zeigen allerdings deutlich, dass bei dir kein Diabetes zu erwarten ist. Auch Gesunde können übrigens in einer Stresssituation einen erhöhten BZ haben, weil die Stresshormone dafür sorgen, dass durch die Leber Glukose ausgeschüttet wird.
Wegen deinem Eisenmangel wird dein HbA1c übrigens sehr wahrscheinlich verfälscht sein und keine Aussagekraft besitzen. Wenn ein Arzt bei dir das HbA1c ermittelt, weise ihn unbedingt auf deine Eisenprobleme hin. Wenn dein Diabetesstatus mal genauer bestimmt werden soll, (bis jetzt gibt es dafür keinen Anlass,) dann muss das bei dir mit einem oGTT gemacht werden.
Alles Gute, Rainer
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 28.08.2021 11:37:59. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 28.08.2021 08:30:35 | IP (Hash): 292234841
Guten morgen ihr drei,
ich möchte mich ganz herzlich für die Rückmeldungen und Einblicke bedanken.
Vor allem für die Erklärung, inwieweit die Vererbung wirklich funktioniert! Ich sehe also, dass ich durch eine gesunde Lebensweise gut gegensteuern kann.
Ich habe wahrscheinlich zu wenig recherchiert und zu oberflächlich gelesen.
Wünsche ein schönes Wochenende!
Regina