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BZ 212 automatisch Diabetes?

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    am 12.09.2021 15:45:42 | IP (Hash): 1673596168
    Hallo zusammen,

    ich hatte gestern Abend nach einer zugegebenermaßen üppigen Mahlzeit (Hähnchenbrüste mit Panade und Bratkartoffeln, ca 50g KH), nach knapp 2h einen Wert von 212. Trotz 8 IE Novorapid. Hatte nach 40min schon 2IE nachgespritzt und nach 90min nochmal 4IE. So hoch war mein Blutzucker noch nie in meinem Leben. Das Maximum bisher war nach vielen schnellen KH 180. Ist das nicht die eindeutige Diagnose Diabetes Typ 2? Oder kann so ein hoher Wert mal vorkommen?

    Ich habe aufgrund meiner Schwangerschaft vor 2 Wochen Metformin komplett ausgeschlichen. Habe es vorher wegen „milder“ IR genommen. Ich bin allerdings erst in der 14. Woche. Der hohe Wert kann doch noch nicht durch die Schwangerschaft kommen, oder? Ich darf mich aufgrund von Komplikationen leider nicht bewegen (vorher 5-6 Stunden strammes Wandern die Woche). Das kommt leider grade dazu.

    Die IR wurde vor 2 Jahren diagnostiziert. Seitdem habe ich 25 Kilo abgenommen und meine Ernährung und mein Leben komplett umgestellt. Kann sich in der Zwischenzeit trotzdem der Diabetes entwickelt haben und wurde durch das Metformin und die Low-Carb Ernährung „verschleiert“? Mein Hba1c liegt immer zwischen 4,7 und 4,9.

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    am 12.09.2021 17:18:58 | IP (Hash): 197846107
    Hab meinen T2 seit gut 30 Jahren und verschleiere den mit Apidra und Lantus und für HBA1c 4.8-5,3 - letzte Messung 5,0 - und nem BZ im Rahmen von meistens 60-70 mg/dl Minimum und 140-160 Maximum nach den Mahlzeiten ;)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 12.09.2021 17:19:43. Grund: Ergänzung
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    am 12.09.2021 17:47:01 | IP (Hash): 1673596168
    Ja so in etwa schätze ich ist das wohl bei mir auch. :(
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    am 12.09.2021 18:03:41 | IP (Hash): 197846107
    Was daran stört Dich? Unsere BZ-Automatik funktioniert nicht so richtig bis gar nicht. Aber mit Insulin und dem persönlich passenden Spritzen je nach Essen und Bewegen können wir unseren BZ 24/7 gesund steuern. Wir können den Defekt mit etwas Hirnschmalz und Einüben ausgleichen :)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 12.09.2021 18:21:12 | IP (Hash): 1673596168
    Ich hab halt panische Angst um mein Baby zur Zeit. Ich lese immer wieder Hyperglykämien können zu Fehl- und Totgeburten führen. Ich weiß nur nicht ob das auch für eine einmalige Hyperglykämie gilt. Und 212 is schon heftig. Mich kotzt es ausserdem an, dass ich das Metformin absetzen musste, damit wäre das denke ich nicht passiert. Ich komm mit dem Insulin garnicht klar. Für mich ist die Insulindosis wie Lotto spielen. Und gestern lag ich scheinbar komplett daneben. Ich kann mir aber leider aufgrund der Schwangerschaft keine Patzer oder langes Rumprobieren mit Blutzuckerspitzen erlauben. Und mich kotzt es an, dass die ganzen Anstrengungen der letzten 2 Jahre mit Ernährungsumstellung, Abnehmen usw. scheinbar garnichts gebracht haben. Ich hab Angst dass ich nicht besonders alt werde wenn ich mit 38 schon einen manifesten Diabetes habe und natürlich habe ich Angst vor den ganzen Folgeerscheinungen, die scheinbar zumindest teilweise auch auftreten können, wenn der BZ gut eingestellt ist. Angst. Angst ist glaube ich das richtige Wort für meinen Zustand momentan von morgens bis abends.
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    am 12.09.2021 18:56:52 | IP (Hash): 2140105154
    Ich würde an die gesamte Sache anders herangehen.

    Fakt ist, du hast eine Störung der Blutzuckerregulierung, ob jetzt Insulinresistenz, Prädiabetes oder Diabetes genannt wird, ist erstmal egal.
    Du hast momentan die Diagnose SchwangerschaftsDIABETES, also deine Frage, ob du jetzt Diabetes hast, momentan ja. Aber niemand wird dir sagen können, inwieweit sich deine Störung der Blutzuckerregulierung nach der Geburt und Stillzeit und wieder andere Kost, Bewegung, ggf. Metformin, entwickeln wird.
    Zum jetzigen Zeitpunkt der Schwangerschaft, ist es tatsächlich egal, ob du bereits Diabetes vorher hättest oder jetzt erst in der Schwangerschaft Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hättest. Die Behandlung wäre in jedem Fall entweder diätisch und wenn es nicht hilft Insulin.

    Das zuallerest.

    Dann erhöht nicht nur Essen den Blutzucker, sondern auch Stress, Panik, etc. Ich kann mir gut vorstellen, wie es dir ging, als der Blutzucker höher als sonst war und dann durch diesen Schreck ist der Blutzucker noch vermutlich deutlich weitergestiegen... Kenne ich genauso.
    Bist du dir denn sicher, dass du beim letzten Abendessen korrekt Insulin abgeben hast? Also bei neuen Pen unbedingt entlüften (einige Einheiten in die Luft spritzen), aber auch bei bereits angebrochenen Pens hilft 1-2 IE vorher in die Luft zu geben, um zu kontrollieren, ob die Nadel wirklich frei ist. Mir ist es in meiner ICT Zeit passiert, dass ich mehrmals beim Aufstecken der Pennadel die Rückseite der Nadel, die in die Patrone sticht, umgebogen habe und somit dann kein Insulin kam.

    Spritzt du eigentlich noch festen Einheiten oder nach KE/BE-Faktor? Bei ersteren musst du dich nicht wundern, dass bei größeren Mahlzeiten bzw. mehr KE dein Blutzucker stärker ansteigt, weil dann einfach die Insulinmenge zu gering war. Daher ist der KE-/BE-Faktor deutlich besser.
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    am 12.09.2021 19:05:30 | IP (Hash): 2140105154
    Erin schrieb:
    Ich hab halt panische Angst um mein Baby zur Zeit. Ich lese immer wieder Hyperglykämien können zu Fehl- und Totgeburten führen. Ich weiß nur nicht ob das auch für eine einmalige Hyperglykämie gilt. Und 212 is schon heftig. Mich kotzt es ausserdem an, dass ich das Metformin absetzen musste, damit wäre das denke ich nicht passiert. Ich komm mit dem Insulin garnicht klar. Für mich ist die Insulindosis wie Lotto spielen. Und gestern lag ich scheinbar komplett daneben. Ich kann mir aber leider aufgrund der Schwangerschaft keine Patzer oder langes Rumprobieren mit Blutzuckerspitzen erlauben. Und mich kotzt es an, dass die ganzen Anstrengungen der letzten 2 Jahre mit Ernährungsumstellung, Abnehmen usw. scheinbar garnichts gebracht haben. Ich hab Angst dass ich nicht besonders alt werde wenn ich mit 38 schon einen manifesten Diabetes habe und natürlich habe ich Angst vor den ganzen Folgeerscheinungen, die scheinbar zumindest teilweise auch auftreten können, wenn der BZ gut eingestellt ist. Angst. Angst ist glaube ich das richtige Wort für meinen Zustand momentan von morgens bis abends.



    Ich kenne jemanden, der genauso wie ich Typ3c Diabetes, also komplett insulinpflichtig wie Typ1 ist, und bei ihr war die Schwangerschaft auch schwierig. Sie hatte sich super angestrengt und sehr gute Werte. Plötzlich hieß es, dass Kind sei zu klein, sie solle doch bitte das Blutzuckerniveau wieder ein wenig anheben.
    Ich vermute stark, dass der ganze Stress, den du dir machst, viel schädlicher ist für dein Baby, als einmalig einen Wert über 200.

    Weil du schreibst bereits mit 38 Diabetes, ich habe meinen Diabetes schon seit ich 23 Jahre alt bin, viele Typ1er erkranken als Kinder oder sogar im Säuglingsalter. Dennoch werden auch sie alt. Zumal sich auch die Technik immer weiter fortentwickelt.
    Das Risiko für Folgeschäden steigt je schlechter die Blutzuckereinstellung ist. Mit einem HbA1C von 4,9 brauchst du dir da nur sehr sehr wenige Sorgen machen. Man muss auch sagen, dass alle angeblich "diabetesbedingten" Folgeschäden auch bei Stoffwechselgesunden auftreten können, daher ist es dann schwer zu sagen, ob wirklich im Einzelfall der Diabetes schuld ist.
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    am 12.09.2021 19:37:46 | IP (Hash): 197846107
    Dann mal auch von mir ein bisschen "Entpanikisierung": Die Unterzuckergrenze bei Neugeborenen ist auf 35 mg/dl festgelegt, also weit unter den 50 oder 60 oder gar 70 mg/dl, die INSULINERn dafür von ärztlich bis zeitschriftenmäßig "verkauft" werden https://flexikon.doccheck.com/de/Neonatale_Hypoglyk%C3%A4mie#:~:text=Man%20spricht%20von%20einer%20neonatalen,unter%2035mg%2Fdl%20abgesunken%20ist.

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    am 13.09.2021 10:21:14 | IP (Hash): 1673596168
    Vielen Dank für deine Tipps! Das mit dem Entlüften ist tatsächlich das erste was ich höre… direkt gemacht. Ich hab heute Termin beim Diabetologen. Da werd ich nochmal den KE-Faktor ansprechen. Bis jetzt hat er mich immer damit vertröstet das sei zu kompliziert für einen Schwangerschaftsdiabetes. Aber das geht ja so nicht weiter. Ich ess mal ne Suppe mit 10g Kohlenhydraten und mal einen Gemüse-Kartoffel-Auflauf mit 40g. Da kann ich ja nicht das gleiche spritzen immer. Und jeden Tag die gleichen KH zu jeder Mahlzeit ist ja überhaupt nicht realistisch…. Dank dir auf jeden Fall sehr!
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    am 13.09.2021 10:21:37 | IP (Hash): 1673596168
    Vielen Dank Jürgen!