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HbA1C wieder zu hoch/Insulinmenge dauerhaft anders

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 08.10.2021
    am 08.10.2021 12:51:39 | IP (Hash): 1082991062
    Ich versuch mich kurz zu fassen ;)


    Alter: 24
    Gewicht : 75kg
    Körperfett: ca 14%
    3x die Woche Kraftsport
    Typ 1 seit 2012, Libre 2 & Pens (Novorapid & Lantus)


    Von 2016-2020 war ich mit 12E. Lantus unter der Woche und 18E. Am Wochenende gut eingestellt (körperliche Arbeit unter der Woche).
    Dann bin ich schrittweise (gewichtsverlust) immer weiter runter bis ich mit 12E. Pro Tag gut eingestellt war.

    Nach einer Diät diesen Sommer von 78kg auf 74kg bin ich wegen andauernden Unterzuckerungen nachts auf 4-6 E. Lantus runtergegangen.
    In dieser Zeit hatte ich gute Nüchternwerte was allgemein sehr selten ist.
    Seit ich wieder normal esse, komme ich nachts Punkt 3Uhr auf Werte zwischen 250 und 450. Das macht sowohl den Schlaf als auch den HbA1c völlig kaputt.
    Tagsüber immer wieder steile Anstiege ohne Grund Bis auf 300.
    Bin jetzt von Montag an von 6 E. Auf 10E. Hoch aber es hat sich absolut nichts geändert. Teilweise korrigiere ich auch Werte mit 3 oder 4 Einheiten Novorapid ohne dass etwas passiert.


    Hat irgendjemand eine Idee wie ich des alles wieder auf passable Werte bekomme? Weil wegen 1kg Gewichtszunahme kann ja nicht alles so extrem durcheinanderkommen?
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    am 08.10.2021 17:37:32 | IP (Hash): 224428134
    Hatte mit dem Libre so absonderlich steile Anstiege, dass ich (einer der Gründe) drauf verzichtet habe. Die Anstiege waren mit teilweise über 100 mg/dl mehr als mit dem Fingerpieks und die Abstürze im Bereich von 50-100. Also wäre MEINE erste Maßnahme in einer Situation wie Deiner die Überprüfung der Libre-Ausgabe(n)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 08.10.2021 18:21:26 | IP (Hash): 1121801260
    Ich könnte mir folgendes vorstellen.

    (Zwischen den einzelnen Stichpunkten müsste eigentlich ein Folgepfeil stehen. Das kann aber die Formensoftware nicht..)

    Diät
    weniger KH
    weniger gespritztes Mahlzeiteninsulin
    Rezeptor-Up Regulierung
    bessere Insulinsensibilität
    Noch weniger benötigte Tagesinsulindosis

    Mehr Kohlenhydrate
    mehr gespritztes Mahlzeiteninsulin
    Rezeptor Down Reguliering
    schlechtere Insulinsensibilität bis zur Resistenz
    deutlich mehr Insulin wird benötigt um die Resistenz wieder zu durchbrechen

    Da du auch gerade erst reagiert hast und deine Basaldosis vorsichtig erhöht hast, kann durch den Basalmangel eine zusätzliche Resistenz entstehen. Und bei hohen Blutzuckerwerten wirkt auch das Insulin deutlich schlechter..
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    am 08.10.2021 19:25:54 | IP (Hash): 690814754
    Danke schonmal für die zwei Antworten :)


    Des Libre als Fehler kann ich ausschließen da ich a) oft blutig gegenmesse und b) der HbA1c gestern laut Doc bei 7,7% lag...

    In der Diät hatte ich auch Tage mit 300-350g Kohlehydraten mit entsprechend hohen Insulindosen.
    Die Bolus Werte haben sich auch nie groß geändert.
    Auch in der Diät hatte ich Nächte mit ausgeprägtem Dawn Phänomen, alllerdings deutlich seltener als jetzt.

    Kann ich Lantus wirklich jeden Tag erhöhen(in 2er Schritten)? Heute wären es dann 12 Einheiten was im Vergleich zu Montag 6 Einheiten doch bisschen viel scheint :O


    Laut Arzt kann ich mich entweder auf eine Pumpe einstellen oder darauf dass ich jede Nacht um 4 Uhr nen wecker stellen muss zum korrigieren was für mich beides keine Option ist.

    Denke dass auch der Umstieg von körperlicher Arbeit zu langem Urlaub zu jetzt wieder Vollzeit Schule schuld ist?
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    am 08.10.2021 19:39:38 | IP (Hash): 1121801260
    Die Umstellung von viel Arbeit/Bewegung auf Urlaub/Schule ist sehr vermutlich der Hauptauslöser. Ich merke immer wieder, wie regelmäßige Bewegung meine Blutzuckerwerte senken und ich an solchen Tagen weniger Insulin brauche.

    Ich würde tatsächlich Lantus langsamer erhöhen, vielleicht alle 3 Tage. Damit du nicht dich plötzlich überdosierst.

    Hast du dich denn mal ausführlicher mit der Pumpentherapie beschäftigt? Es gibt Schlauchpumpen, aber auch schlauchlose Patch-Pumpen. Ich hatte anfangs zwecks Schlauchpumpe auch Bedenken, aber sie stört mich null. Und ich gebe meine Pumpe freiwillig sowieso nie wieder her (außer mein Diabetes wäre geheilt..)

    Neben immer zu dieser Zeit Wecker stellen und Pumpe gäbe es natürlich noch die Möglichkeit das Basalinsulin zu wechseln. Einige Typ1er bekommen komischerweise trotz sehr geraden Wirkprofil von Toujeo oder Tresiba ihr Dawn-Phänomen damit gut in den Griff. Andere Möglichkeit wäre Levemir, was einen deutlichen Wirkhügel hat, den man mit Glück genau zum Zeitpunkt des Dawn-Anstiegs legen könnte (da muss man dann mit Dosis und Spritzzeitpunkt variieren).
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    am 08.10.2021 20:21:30 | IP (Hash): 224428134
    MoritzG schrieb:
    Seit ich wieder normal esse, komme ich nachts Punkt 3Uhr auf Werte zwischen 250 und 450. Das macht sowohl den Schlaf als auch den HbA1c völlig kaputt.


    Sorry, aber was bedeutet normal essen bei Dir konkret? Also was und wann zum Abend? Und wie verläuft der BZ anschließend, bis er um 3 plötzlich zum großen Höhenflug aufbricht?

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    am 08.10.2021 22:22:45 | IP (Hash): 1139811726
    Über die Omnipod hab ich mich vor paar Jahren mal informiert kann mich aber allgemein nicht mit einer Pumpentherapie anfreunden mich würde das nerven noch was an mir dranzuhaben haha


    Denk ich geh erstmal den Weg mit alle paar Tage Lantus erhöhen und die Werte beobachten. Anderes Langzeitinsulin hab ich mir auch schonmal überlegt falls ich mit Lantus nichts erreiche.


    Essen tu ich zwischen 17 und 19 Uhr manchmal nochmal danach eine Mahlzeit. Macht allerdings keinen Unterschied was ich esse (KH/Eiweiß/Fett arm oder reich) das Dawn Phänomen hat irgendwie keine klaren Ursachen bzw. hab ich noch keine gefunden
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    am 08.10.2021 22:55:43 | IP (Hash): 224428134
    Wir Typ 2 fressen uns unser Dawn Phänomen in aller Regel wohl mit in der Leber gespeichertem Fett an.
    So jedenfalls der Umkehrschluss von Prof Taylor, Newcastle, der nachgewiesen und nachgemessen hat, dass auch das Dawn Phänomen bei Typ 2 mit weniger Leberfett verschwindet.

    Das mit dem Leberfett machen wir wie bei der Gänsestopfleber mit mehr KHs, als wir direkt verbrauchen. Denn alle nicht direkt verbrauchte Glukose wird in der Leber eingelagert, entweder als Glykogen oder in Fett umgewandelt, wenn der Speicher gerade voll ist und eigentlich in die Schwimmhilfen ausgelagert werden müsste, aber wohl bei zu großem Angebot nicht sofort kann und dann eben in der Leber verbleibt.

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