Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Diabetes Typ 1 / Ernährung / Sport / Angstsörung

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 31.10.2021
    am 31.10.2021 22:38:29 | IP (Hash): 1354814635
    Mein Name ist Dima,

    Ich bin 30 Jahre alt bin, und Ende August 2021 wurde bei mir Diabetes Typ 1 festgestellt HbA1c 11,7
    Insulin Therapie Abasaglar Morgens 14 Einheiten
    Schnell Wirkendes Insulin Novorapid Faktor 1,5 - 0,5 - 1,0
    Einige Termine beim Diabetolgen hatte ich bis jetzt auch schon gehabt. Die KH Berechnung bekomme ich gut hin. Ich habe mich immer gerne Bewegt, seit dem einen Tag als mein BZ 180 nach nur einer kurzen Zeit Bewegung normales laufen ca 15 Minuten plötzlich auf 80 gefallen ist und laut den FreeStyle Libre 3 Tendenz " rasch fällt " angezeigt wurde. Ich bekam Panik und nahm gleich Traubenzucker 5 Plättchen mein BZ lag nach ca 45 um die 250.
    Seit diesen Vorfall habe ich totale Angst vor einer Unterzuckerung bzw. das der BZ schnell von hoch auf tief sinkt. Ich habe Angst spazieren zu gehen und kontrolliere sehr oft meinen BZ mit dem FreeStyle Libre. Ich muss dazu sagen das ich seit 2012 an einer Angstörung leide und dadurch noch größere Angst habe. Leider hatte ich bis jetzt keine Schulung wie ich Insulin spritzen soll wenn ich mich anschließend bewegen möchte. Hat jemand einige Tipps dazu für mich ?? Ich wäre sehr dankbar 😊

    Noch eine Frage hätte ich, im Moment esse ich alle 5 Stunden und jeden Tag zur gleichen Zeit. Wie mache ich das wenn ich mal ausgehe oder mich mit Freunden treffe und dann zu einer anderen als gewohnten Zeit esse. Ich mache mir deswegen Sorgen und Gedanken weil ich gelesen habe das Novorapid bis zu 5 Stunden lang wirkt. Nehmen wir mal an ich frühstücke um 9 und möchte dann aber um 12 schon Mittagessen mit Freunden, und dann nach BE Berechnung wieder Spritze, wirkt sich das Insulin von morgens mit dem dann mittags gespritzen Insulin stärker aus ?? Da ja quasi noch ca 2 Stunden Wirkung des Insulin das ich für das Frühstück gespritzt habe noch wirkt !?!? Ich hoffe ich konnte mich einigermaßen gut ausdrücken und diesen Text formulieren.

    Meinen nächsten Termin beim Diabetologen habe ich leider erst am 11.11
    Und ich hoffe das ich schnellstmöglich eine Gruppenschulung bekomme.

    Vielen Dank im Voraus !

    Und bleibt Gesund
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 943
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 31.10.2021 23:23:51 | IP (Hash): 1107150118
    Hallo Dima,

    Mit dem Libre bist du ja schon gut ausgestattet. Damit kannst du lernen, wie dein Blutzucker auf bestimmte Lebensmittel, Bewegung, etc. reagiert.

    Grundsätzlich brauchst du bei Sport i.d.R. zusätzliche Kohlenhydrate oder weniger Insulin vorab. Ich persönlich brauche für leichte Tätigkeiten ca. 1,5 KE extra pro 30min. Andere brauchen bspw. 1 KE oder 2 KE. Das ist unterschiedlich. Das musst du vorsichtig austesten. Isst du 1,5 KE und kommst zu hoch, war es vermutlich zu viel. Unterzuckerst du dennoch, war es zu wenig. Ich schaue auch, dass ich die zusätzlichen KE min. 30min vor der Bewegung esse, damit der Körper das gut aufnehmen kann.

    Weißt du denn wie viel du grundsätzlich für eine Hypo an KEs benötigst? Auch dass muss man für sich herausfinden. Standard in der Schulung sind 2 KE erstmal. Aber auch das ist dann individuell. 2 KE wären 4 Traubenzucker-Plättchen von Dextro oder 200ml Saft oder Cola. Flüssigkeiten sollte man bei Hypos beim Sport bevorzugen, da sie besser wirken. Auch hier ist es ein Rantasten, ist der Blutzucker später zu hoch, war es zu viel. Ist der Blutzucker weiter niedrig, war es zu wenig.

    Übrigens auch Stress/Schreck/Angst, was du in dieser Situation hattest, kann den Blutzucker ordentlich in die Höhe treiben.

    Zwecks Essen, ich persönlich habe geringe Insulinmengen und eine Wirkdauer von 3 Std. Mit Pumpe ist das ein wenig leichter zu handhaben. Ich persönlich mache es nach folgender Regel, die bei mir funktioniert, aber auch das musst du vorsichtig ausprobieren:
    - ohne aktives Insulin: Mahlzeiten- und Korrekturinsulin normal
    - mit aktiven Insulin und Blutzucker erhöht: nur Mahlzeiteninsulin, keine Korrektur (außer der Blutzucker ist über 200, dann Korrektur nach Bolusrechner und keine Mahlzeit)
    - mit aktiven Insulin und Blutzucker im niedrigen Normalbereich: Mahlzeiteninsulin etwas verringern

    Mir hilft der Bolusrechner sehr, um auch mit aktiven Insulin korrigieren zu können. Mittlerweile ist mein Bolusrechner in der Pumpe, davor hatte ich die Handy-App MySugr. Verbindet man diese mit einem Accu Chek Guide Messgerät (Gerät gibt es kostenlos vom Hersteller, Teststreifen können dir verschrieben werden) und misst alle paar Tage einmal blutig, dann schaltet man kostenlos die Premiumversion von MySugr inkl. Bolusrechner frei. Hin und wieder blutig messen muss man trotz Libre ja dennoch, das passt dann gut.

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 593
    Mitglied seit: 14.04.2015
    am 01.11.2021 07:38:58 | IP (Hash): 874316653
    Moin Dima,

    zum Thema Zucker will ich mich nicht äußern, da es in diesem Forum Teilnehmer gibt, die dazu besser geeignet sind.

    Lass Dir Dein Leben nicht durch Angststörungen kaputt machen. Bitte nimm mit den Schön Kliniken Kontakt auf. Einen Link stelle ich Dir ein. Diese Kliniken sind absolute Spitze. Dort kannst Du herausfinden, welche Klinik für Dich in Betracht kommt.

    https://www.schoen-klinik.de/


    Liebe Grüße
    Rolf












    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 6039
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 01.11.2021 11:24:51 | IP (Hash): 1368237845
    Dein Libre zeigt Dir in ner Kurve fortlaufend, wie Dein BZ wann verlaufen ist. Deine Eingabe für einen beliebigen Punkt auf der Kurve liegt ne halbe bis 3 oder sogar noch mehr Stunden zurück.

    Z.B. sehe ich etwa 20-30 Minuten nach der Eingabe von Traubenzucker, dass mein BZ anzusteigen beginnt, oder 30-40 Minuten nach dem Essen.
    Z.B. sehe ich meinen BZ 30-60 Minuten nach der Eingabe von Insulin wie Novorapid zu sinken beginnen. In der ersten Stunde nach dem Spritzen verstärken schon 20-30 Minuten Eingabe von intensiverer Bewegung diese Wirkung so, als hätte ich 30-50% mehr gespritzt. Und mit dem zeitlichen Abstand zum Spritzen verringert sich diese Verstärkung.

    Ziel ist, mit dieser Art Beobachtung der Einfluss-Zusammenhänge von der Nach-Schau zur immer treffenderen Vor-Schau zu kommen. Dumm nur, dass wir die meisten Eingaben außer Medis recht spontan (ohne Zeit) und ohne Bewertung der Zusammensetzung (Essen) oder Intensität (Bewegen) machen. Damit fällt in den ersten Wochen vom INSULINER-Leben schon schwer, überhaupt alles, was wichtig sein könnte, fortlaufend zu protokollieren. Aber nur mit nem einigermaßen vollständigen Protokoll kann Nach-Schau funktionieren und sich nach und nach zur treffenden Vorschau entwickeln und mögliche Anlässe für Angst von vornherein minimieren bis vielleicht sogar weitgehend ausschließen. Daumendrück :)

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 31.10.2021
    am 01.11.2021 16:10:18 | IP (Hash): 50177498
    Vielen lieben Dank leute, für die Zahlreichen Antworten und Tipps, habt Ihr auch das Problem das an einigen Tagen das gleiche Essen den BZ deutlich höher und länger ansteigen lässt ?

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 6039
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 01.11.2021 16:32:54 | IP (Hash): 1368237845
    Klar, messen die meisten von uns (Ergänzung) solche Abweichungen. Deswegen richten wir uns beim Anpassen unserer Spritzmengen ja auch nicht nach der ersten besten Nach-Sicht, sondern nach dem Durchschnitt von wenigstens 3 und besser noch mehr.
    Und manchmal kann sich dann auch aus dem Vergleich einer längeren Reihe von Nach-Sichten ein Grund für die deutlich höheren und länger hohen Verläufe ergeben.

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 01.11.2021 17:46:34. Grund: Ergänzung
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 114
    Mitglied seit: 01.10.2020
    am 01.11.2021 17:35:56 | IP (Hash): 140278454
    Ich bin zwar Typ 2
    aber ich habe alle meine Speisen sehr oft gemessen
    was Kohlenhydrate und den Zucker nach dem Verzehr anbelangt.
    Daher kann ich dir zu fast allem was ICH normal esse die Durchschnittswerte sagen.
    Gut, das bringt dir jetzt nichts, aber wenn ich mal anfangen muß zu spritzen bin ich vorbereitet.

    Der Speiseplan wiederholt sich ja nach einer gewissen Zeit - oder man hat seine Lieblingsgerichte. Daher ist es wichtig das du dein Essen und die Werte DAVOR und DANACH lückenlos dokumentierst. Am Anfang viel Arbeit, aber es wiederholt sich ja mit der Zeit und dann weißt du was du spritzen mußt bei dem und dem Gericht oder der und der Menge an Kohlenhydrate.

    Das sich Werte manchmal nicht nach dem Schnitt richten liegt auch daran
    was und wann habe ich vorher gegessen. Da gibt es manchmal schon starke Abweichungen. Aber auch das hast du mit guter Dokumentierung dann im Griff.

    Nachtrag
    Und wenn du jetzt denkst „das ist viel Arbeit“
    denke auch daran - es geht um deine Gesundheit und dein Leben.


    Gruß
    Peter


    ______________
    —————————————-
    Typ 2 - Medikation: Siofor 1x1000 - LZW zZ 6,3 Stand 09/21 (ich arbeite weiter daran)
    Bearbeitet von User am 01.11.2021 18:18:12. Grund: .