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Ernährungsumstellung
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am 24.12.2021 09:13:40 | IP (Hash): 1246434971
Hallo Rudi,
so eine Diagnose ist erstmal ein Schock. Aber wie Jürgen gern zu schreiben pflegt, kann daraus dein bester Gesundheits-Coach werden.
In meinem Fall hatte ich panisch und augenblicklich jeden Krümel von meinen ca. 130 Gramm Zucker pro Tag weggelassen. Das hilft ganz unmittelbar, dass sich sofort die BZ-Werte erholen, aber auch der Allgemeinzustand und die verkorksten Geschmacksgewohnheiten.
Mit der Diagnose hatte ich mir voller Verunsicherung, was ich denn noch essen darf, geschworen dem Diabetes den Kampf anzusagen und mich auf eine radikale Unstellung meiner Lebensgewohnheiten eingestellt. Inzwischen würde ich sagen, das waren kleine hilfreiche Anpassungen, die aus einem neuen Grundverständnis von Ernährung resultieren.
Und die positiven Ergebnisse kamen sofort. Fitness, Ausdauer, viele andere Gesundheitsbaustellen gleich mitgelölst, Gewichtsreduktion innerhalb 1/4 Jahr Normalgewicht, richtig geiles Körpergefühl, nach 1/2 Jahr vollständige Normalisierung der BZ-Werte.
Was ich gemacht habe: mich ohne eine 'gefährliche' Übertreibung einfach nur gesund ernährt, wie es auch jede*r nicht Diabetes-Erkrankte tun sollte.
Ich such gleich mal ältere Posts von mir raus, was mir da wirklich geholfen hat...
torsten1973 schrieb:
Was nützt das ganze Mutmachen ohne konkrete Wissensvermittlung.
Kleiner Service von mir: ich habe aus meinem Thread der vergangenen 3 Jahre die wesentlichen Erkenntnisse rausgezogen.
Voila, - das sind sie:
Nichts hat mein Leben so umgekrempelt wie diese Diagnose.
Hab mir ganz viel Ernährungswissen angeeignet.
Hab ein paar "Kleinigkeiten" bei der Ernährung geändert und es geht mir so gut wie nie im Leben.
Mit Ernährung hab ich eine gute Routine gefunden. Die deutlichsten Unterschiede zu früher:
- viel mehr Gemüse. Zu Beginn jeder Mahlzeit.
- keine Angst vor Essig und Öl und vor Nüssen.
- mein liebgewordenes Müsli aus Haferflocken, Mandeln, Zimt, Joghurt und viel Obst.
- ich kann Vollkornbrot von Körnerbrot unterscheiden.
- Nie wieder gesüßte Getränke.
- nach jedem Essen eine kleine Bewegungseinheit (1000 Schritte sind gerade mal 600 Meter)
Nach monatelangem durchsuchen des Internet bin ich nun auf eine wirklich gute Site gekommen, die viel grundlegende Bildung zum Thema Ernährung vermittelt.
https://workshopernaehrung.de/ernaehrungskurs/
Mein Speiseplan seit kurz nach Diagnose, nochmal frisch überarbeitet:
morgens.
- kaffee
- mind. eine handvoll gemüse vorweg
- müsli aus haferflocken, haferkleie, nüssen, 2 stück obst, zimt, abwechselnd fettarmer oder normaler joghurt
ich habe keine angst vor rosinen oder bananen, aber höchstens jeden 2. tag
mittag
- alles, was ich gern esse, aber mit kleiner oder keiner portion kohlehydrate
- bei nudeln (sehr gewöhnungsbedürftig) oder reis immer vollkornprodukte
- hülsenfrüchte (linsensuppe, schwarze oder rote bohnen im salat)
- auch wenn es gekochtes gemüse gibt:
dazu noch rohkost, öfter blattgemüse, gerne mit z.B. orangen, nüssen zum süßen, gute öle (raps, olive, leinsamen, walnuss)
essenspause von mind. 5 stunden
nachmitrags
- gar nix, bei bedarf nüsse, ne möhre, apfel
- irgendwann will ich zum 5-uhr-tee zurückkehren (mit 1 einzigen keks)
abends
- 1...2 scheiben vollkornbrot,
(manchmal selbst gebacken, gepimpt mit buchweizen, haferkleie, leinsamen, kürbiskernen, kurkuma, kreuzkümmel, koriander)
- vegetarischer aufstrich (gern selbstgemacht), käse, manchmal fisch
- salat von mittag oder rohes gemüse
- apfel oder orange als nachtisch
essenspause von mind. 13 stunden
den ganzen tag immer genügend wasser in reichweite.
hätte ich früher auf einen menschen geblickt, der sich verhält und ernährt, wie ich es mir im letzten jahr angewöhnt habe, so hätte ich das als extrem oder gar gefährlich empfunden.
denn ich meinte ja, mich moderat und ausgeglichen zu ernähren.
Für mich war das Denken um Ernährung vorrangig von der Frage nach ausreichender Nährstoff- (gemeint war Energie-)Versorgung geprägt. Und ich hielt es für das richtige Maß, dabei auf den Körper zu hören.
Essen nur um sich satt zu fühlen mit vorwiegend Ballaststoffen war für mich ein wahrscheinlich sehr ungesunder Trick, dass Hungergefühl zu täuschen und sich wichtige Nahrung vorzuenthalten.
So falsch kann man liegen.
Die Fehler von früher:
Von dem Wissen, das ich heute befolge war mir
1/8
bis dahin völlig unbekannt
(Insulinresistenz, dass nicht jedes Körnerbrötchen Vollkorn ist)
1/4
sowohl die Regel wie auch die Warnung davor und die gegensätzliche Behauptung begegnet.
(ob Butter gesünder ist oder Margarine, dass Zimt und Mandel regelmäßig verzehrt nicht giftig sind,
dass Nüsse nicht viel zu fett sind)
1/4
als pseudowissenschaftlicher Unsinn begegnet.
(Kampfbegriffe wie Industriezucker, leere Kalorien)
eine Anekdote: die vokabel "vollwertkost" hatte ich so interpretiert, dass damit ideologisch aufgeladen weiß gemacht werden soll, dass dieses zeugs doch den gleichen wert habe wie richtiges essen.
1/8
durchaus bekannt, habs aber falsch verstanden und entsprechend falsch umgesetzt.
(dass selbstzubereitetes möglichst weniger Zucker enthält,
dass Mittelmeerdiät nix mit großen Portionen Nudeln zu tun hat,
dass Apfelschorle nicht besser ist als Cola)
1/8
wohl gewusst, aber nicht die finanziellen mittel zur Umsetzung gehabt
(Beerenobst, Vollkornmehl, hab viele Sachen als Schatz gehütet anstatt sie zu futtern)
was ich heute esse, wäre früher der absolute luxus gewesen.
1/8
was ich tatsächlich richtig gemacht habe...
(no Fast Food, no Alk, beginne Mahlzeiten mit Gemüse, jeden tag etliche kilometer mit dem fahrrad)
die wenigen erkenntnisse, die übriggeblieben sind:
- ernährung bringt ca. 80...90%, bewegung 10...20% des erfolges,
- vollkorn ist zwar absolut richtig, aber die gewohnheit an brot und nudeln an sich ist falsch.
- die nordamerikanischen ernährungsempfehlungen mit dem bild von 50% gemüse auf dem teller habens gebracht.
- der mensch braucht bei weitem nicht so viel energiehaltige nahrung, als wie es viele von zu hause aus gelernt haben, weglassen ist nicht gefährlich, sondern gesund.
Bearbeitet von User am 28.12.2021 18:03:37. Grund: rechtschreipunk