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Insulineinstellung - Fragen
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am 13.01.2022 10:37:31 | IP (Hash): 33627131
Wenn Du wirklich die 40 gehabt hättest, wärst Du wahrscheinlich mit nem Gefühl wie nem dicken Kater aufgewacht.
Mir haben Libre 1 und 2 wenigstens jede 2. Nacht ne schöne waagerechte Linie für unter 40 ausgewiesen, wo gepiekst kein Wert unter 70. Bei manchem 1-Sensor ging das sogar schon bei 120 los. Lag nicht am Sensor, denn ich hatte dafür ne Fremd-App, die ich jeden Tag kalibrieren konnte, und mit dem die Sensorwerte dann auch mit der Verlaufsanzeige am Handy super zum Pieks gepasst haben.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 13.01.2022 13:24:33 | IP (Hash): 1219188843
hjt_Jürgen schrieb:
Wenn Du wirklich die 40 gehabt hättest, wärst Du wahrscheinlich mit nem Gefühl wie nem dicken Kater aufgewacht.
Mir haben Libre 1 und 2 wenigstens jede 2. Nacht ne schöne waagerechte Linie für unter 40 ausgewiesen, wo gepiekst kein Wert unter 70. Bei manchem 1-Sensor ging das sogar schon bei 120 los. Lag nicht am Sensor, denn ich hatte dafür ne Fremd-App, die ich jeden Tag kalibrieren konnte, und mit dem die Sensorwerte dann auch mit der Verlaufsanzeige am Handy super zum Pieks gepasst haben.
Nein, also dicken Kater hatte ich heute früh nicht. Dann schieb ich das Verschlafen mal meine Kopf- und Halsschmerzen von gestern, die aber heute wieder weg sind.
Heißt das, dass das Problem die App ist und ich mir auch eine Fremdapp zulegen sollte? Ich habe jedoch zu dem Libre keine Teststreifen dazubekommen, Die Kontrollmessungen nach dem Anbringen des neuen Sensos führe ich noch mit meinem Contour Next durch, da ich die Teststreifen dafür noch habe.
Viele Grüße
Laurana -
am 13.01.2022 15:36:22 | IP (Hash): 33627131
Ob es heute ne passende Fremdapp für's aktuelle Libre gibt, weiß ich nicht. Bei der Umstellung von 1 zu 2 hatte Abbott einfach gemauert und dem App-Entwickler die entsprechenden Daten verweigert. Und weil ich immer wenigstens 4 Libre-Setzstellen fühlen und sehen konnte, bin ich damals komplett zurück zum Fingerpieks. Wo ich damit auf meine Art (messe meistens nur noch 1-2mal pro Tag) bestens zurecht komme, hab ich für mich auch jedes Interesse an den Sensoren verloren.
Der Fingerpieksteil von Deinem Lesegerät ist vom Sensorteil des Apparates völlig getrennt. Für's Pieksen ist er also ein Streifenleser genauso wie Dein Contour und wird davon auch nur im üblichen Rahmen von plusminus 10 mg/dl bei 100 abweichen.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 13.01.2022 17:08:00 | IP (Hash): 852881336
Laurana schrieb:
Hallo Community,
ich befinde mich nach wie vor noch in der Insulineinstellung, da mich meine Werte ab und an doch zum Nachdenken anregen.
Derzeit bin ich so eingestellt, dass ich direkt vor der Mahlzeit meinen BZ messe und dann entsprechende Einheiten vom Mahlzeiteninsulin spritze. Von Wert X bis Wert Y z. B. 7 Einheiten, vom Wert z - Wert a z. B. 8 Einheiten usw.
Mir ist aufgefallen, dass dies ja nur den momentanen Zuckerwert berücksichtigt, aber nicht die KH, die ich zu den Mahlzeiten zu mir nehme. Um 2 Stunden nach der Mahlzeit noch im Rahmen zu bleiben mit den BZ-Werten, ist eigentlich momentan nur eine Gemüsesuppe drin. Gibt der Chef aber nach einer 16 Stunden Schicht am Wochenende eine Pizza zur Stärkung aus, wäre ich ja selbst Schuld, wenn ich dann mein verdorrtes Gemüse aus der Brotdose esse.
Allerdings sind die BZ-Spitzen dann auch nicht mal mehr mit zusammengekniffenen Augen zu übersehen, die daraus folgende Mattigkeit, Müdigkeit und die Wüste im Mund, läßt sich dann auch nicht ignorieren.
Wie bekomme ich das meiner Diabetologin beigebracht, dass sich mein KH-Gehalt in den Mahlzeiten mal stark unterscheiden kann, die sich dann mit dieser Spritztechnik nur zur nächsten Low-Carb-Mahlzeit ausgleichen läßt, dazwischen aber für zum Teil sehr hohe Werte sorgt?
Mahlzeiteninsulin ist Actrapid und Langzeitinslulin zur Nacht ist Lantus (12 Einheiten), wobei ich dort auch schon mal selbst korrigiere. Ist der gemessene Wert sehr hoch (bei 200) spritze ich 12 Einheiten, alles drunter 10 Einheiten, um nicht den nächsten Morgen in den Unterzucker zu fallen.
Viele Grüße
Laurana
Im Grunde gibt es eigentlich zwei mögliche Vorgehensweisen:
Entweder du spritzt nach Plan, musst dann aber immer das gleiche an Kohlenhydraten essen pro Mahlzeit
oder du lernst die ICT mit BE-Faktoren.
Ich denke, so wie ich herauslese, würdest du gerne nach BE-Faktoren spritzen.
Im Grunde geht es so, als allererstes musst du immer die Kohlenhydratmenge in deinem Essen bestimmen. Dafür benötigst du eine Kohlenhydratliste (Handyapp, Kalorien Mundgerecht, bei Diabetespraxis, ...) und eine Waage. Zur Einfachheit wird häufig in KE (10gr Kohlenhydrate=1 KE), früher in BE (12gr Kohlenhydrate=1 BE) gerechnet.
Die Mahlzeitenfaktoren bzw. KE-Faktoren sagen aus, wie viel du für Insulin pro gegessene 10gr Kohlenhydrate benötigst. Meist braucht man früh am meisten Insulin, mittag am wenigsten und abends dazwischen. Das Verhältnis ist in etwa 3-1-2. Ich würde vermutlich eher sehr vorsichtig anfangen und wenn es nicht passt langsam erhöhen. Bspw. als Einstiegsschema 1-0,5-0,75.
Das würde bedeuten, isst du Morgens 10gr Kohlenhydrate (1 KE) spritzt du 1 Einheit Insulin, isst du 20gr Kohlehydrate (2 KE) spritzt du 2 Einheiten Insulin, ... Mittags 10gr Kohlenhydrate 0,5 Einheiten Insulin, 20gr Kohlenhydrate 1 Einheit Insulin, ...
Um zuverlässig feststellen zu können, ob die Dosis gepasst hat, solltest du bei der Überprüfung der jeweiligen Dosis folgendes beachten:
- Blutzucker vor der Mahlzeit im Zielbereich (übern Zielbereich kommt immer noch Korrekturinsulin dazu und da kann theoretisch ja auch die Menge nicht passen)
- beim Austesten der Faktoren während der Insulinwirkzeit keine Bewegung/Sport
- Test nicht bei Krankheit, nach Unterzuckerungen oder lange deutlich zu hohen Werten, am besten auch nicht bei Frauen in zyklusschwierigen Phasen
Die Dosis passt, wenn nach der Wirkzeit des Insulin der Blutzucker wieder im Zielbereich gelandet ist. Actrapid als Altinsulin wirkt halt sehr langsam und deshalb würde ich mind. 5 Stunden als Wirkzeit ansetzen. Bei den neueren Analoginsulinen (Humalog, Novorapid, Lisprolog, Apidra) setzt man meist 3 Stunden an. Ich würde unbedingt fragen, ob du ein schnelleres Insulin bekommen kannst. Bei Atrapid ist zudem zu beachten, dass du dort einen zeitlichen Abstand zwischen Spritzen und Essen einhalten musst, sonst steigt der Blutzucker am Anfang sehr stark an. Dieser sog. SEA ist bei Analoginsulinen deutlich kürzer und zum Teil auch gar nicht nötig.
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am 13.01.2022 17:19:05 | IP (Hash): 852881336
Laurana schrieb:
D
Btw. bin ich heute wieder etwas ratlos. Ich bin gestern Abend mit 160 ins Bett (normaler Wert um diese Uhrzeit), hatte zur Nacht noch mein Lantus gespritzt und bin heute früh durch nichts wach geworden. Erst gg. 8 Uhr (haushoch verschlafen), wollte ich dann messen und seh den roten Ausschlag nach unten (gg. 6 Uhr BZ von 40).
Mit dem Libre hatte ich aber schon 2 Fehlalarme, gerade über Nacht, die ich allerdings da gehört hatte und entsprechend Gegenmessen konnte, was sich dann als falsch herausstellte.
Heute hab ich nichts gehört, aber auch meinen Wecker nicht, der eigentlich 6 Uhr klingelt. Somit weiß jetzt nicht, ob das ein echter Unterzucker war oder wieder nur ein falscher Alarm.
Um 8 wo ich wach geworden bin, lag der BZ bei 119.
Liegt man in der Nacht auf den Sensor kann es zu Fehlalarmen sogenannten "Kompensations-Lows" kommen, da die Gewebeflüssigkeit verdrängt wird und weniger Gewebeflüssigkeit heißt somit auch weniger Gewebezucker an der Stelle.
Wenn ich im Nachtverlauf rote "Ausschläge" nach unten feststelle, kann ich recht gut erkennen, ob es so ein Kompensations-Low war oder eine echte Hypo. Kompensationslow, der Blutzucker rauscht ab, steigt dann von allein aber wieder ungefähr auf das gleiche Level wie vor dem Abfall.
Richtige Hypo: beim Aufwachen ist der Blutzucker weiterhin im niedrigen Bereich oder der Blutzucker steigt nach der Hypo Anzeige stark an, und zwar deutlich über den Wert vor der Hypo. Das macht die sog. Gegenregulierung des eigenen Körpers, wenn man selbst die Hypo nicht bekämpft.
Fremdapps wie xdrip mit patched Libre App oder mit der etwas neueren OOP2-Funktion bei xdrip oder Diabox, etc. haben auch alle das Problem mit Kompensations-Lows. Das liegt nicht an der Software, sondern am Sensor selbst.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.