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Psyche mit langjährigem Typ1.....

  • Claudia_H

    Rang: Gast
    am 02.08.2008 00:57:13
    Hallo alle miteinander,
    ich will jetzt mal eine Frage in den Raum werfen, die mir unterschwellig schon länger aber aufgrund Verdrängung (glaube ich) jetzt erst so langsam hochkommt: habe meinen Diabetes seit jetzt 25 Jahren - habe damit immer "funktioniert", inzwischen seit 2,5 Jahren auch mit Pumpe. Meine Umwelt hat meine chronische ERkrankung also nie so wirklich wahrgenommen - und ich glaube, ich selbst habe sie viell. auch eher verdrängt...wie gehts euch so damit? Kann jemand meine Gedanken nachvollziehen?
    Gruß claudia von Claudia_H
  • Nicole

    Rang: Gast
    am 04.08.2008 12:55:16
    Hallo Claudia,

    ich habe gerade deinen Eintrag gelesen und kann dies sehr gut nachvollziehen, da es mir lange genauso ging und teilweise immer noch so geht. Ich bin seit 16 Jahren Diabetikerin und seit ca. 1,5 Jahren habe ich die Pumpe. Ich versuche gerade meine Pumpe nicht mehr zu verstecken und die Reaktionen der Leute sind sehr unterschiedlich aber teilweise auch viel positiver als ich dachte. Ich denke dass viel damit zusammenhängt dass als mein Diabetes "ausgebrochen" ist ich null psychologische Betreuung hatte im Krankenhaus bei der Einstellung, ich voll ins "kalte Wasser"geworfen worden bin, sozusagen Spritze in die Hand und jetzt mach mal und leider zu alt war für die Kinderstation... ich versuche gerade meinen Diabetes und damit mich selbst mehr zu akzeptieren.Ich gehe auch zum Psychologen um dies aufzuarbeiten. Diesen Tip kann ich dir nur geben...

    LG Nicole
  • Claudia_H

    Rang: Gast
    am 04.08.2008 16:08:01
    Ja, bin auch bei einer Psychologin - dies Thema hatten wir bis vor kurzem total ignoriert, mein Hausarzt hat ihr das dann mal ggesteckt - jetzt wird es langsam hochgezogen. Mir ist noch gar nciht richtig klar ,wie ich da dran gehen soll. Da spielt sowie auch "keiner mag mich wie ich bin" eine Rolle und meine Anstrengung die ganzen Jahre, dies nicht auch noch so präsent zu machen eine große Rolle. Da markierst du dann jahrelang den starken Max und wenn dann alles zusammenbricht (kräftemäßig), wirds richtig schwierig...wie gehst du das an? von Claudia_H
  • Marie

    Rang: Gast
    am 07.08.2008 13:35:13
    Entschuldigung bitte, aber sehr Ihr Diabetes auch ab und zu in Relation zu anderen wirklich schlimmen Krankheiten?
    Kann es sein, dass die psychische Belastung auch OHNE den DM da wäre?
    DM ist doch relativ gut steuerbar, die Hardware, so wie Messgeräte, Nadeln, Spritzen oder Medikamente sind ständig in Weiterentwicklung und Ihr habt die Möglichkeit, eigenverantwortlich am Zustand Eures DM mitzuwirken. DAS ist bei vielen Krankheiten leider nicht der Fall. Ich glaube, etwas Bescheidenheit und Gelassenheit und ein sorgfältiger Blick auf andere Diagnosen täte ab und zu gut. von Marie
  • Thorsten

    Rang: Gast
    am 07.08.2008 19:06:25
    Hallo Marie,

    Du hast sicher Recht: Diabetes ist durch entsprechende Eigeninitiative recht gut steuerbar. Trotzdem ist und bleibt es eine chronische Stoffwechselstörung, die halt auch enstprechende Einschränkungen mit sich bringt. Ich habe selber auch keine großen Probleme mit dem Diabetes, aber wenn es anderen anders geht, sollte man das schon akzeptieren. Und gerade für Kinder und Jugendliche ist es bestimmt eine große Belastung.

    Ich halte generell gar nichts davon, Krankheiten gegeneinander aufzuwiegen. Nach dem Motto: Rheuma ist schlimmer als Diabetes und Krebs ist schlimmer als Rheuma... Es ist immer eine Frage des Umgangs mit der Erkrankung. Und wenn es jemandem schwer fällt, mit dem Diabetes klarzukommen, warum sollte er/sie sich dann keine Hilfe holen - wenn auch nur temporär.

    Gruß
    Thorsten
  • Marie

    Rang: Gast
    am 08.08.2008 11:04:26
    Lieber Thorsten,

    du hast sicher Recht, und es geht mir auch nicht um vergleichen von Diagnosen.
    Aber, es gehört zu JEDER Diagnose auch eine Portion Selbstdizsiplinierung, egal, wi sie lautet, und die kann man erlernen.
    Mich stört nur, dass man vielleicht gerade bei DM vergisst, wie schwer die Patienten den Alltag zu handlen hatten, weil sie Spritzen und Kanülen auskochen mussten, weil es kein Internet gab, wo man sich austauschen kann, so mal schnell. Ich weiß gar nicht, wie lange es überhaupt schon Messgeräte gibt oder ob man früher nur in den Praxen gemessen hat.
    Meine Meinung zu egal, welchen Diagnosen ist:
    Solange ich nicht von anderen Personen abhängig bin, mich noch frei bewegen kann, auch nicht ständig unter Schmerzen leiden muss, UND auch den Verlauf der Therapie mit beeinflussen kann, kann man DM akzeptieren.
    Man kann nicht alles auf DM schieben. Und vielleicht, ich sage vielleicht wäre die psychische Grund-Verfassung des Erstposters diesselbe -auch ohne DM-. Dann würde man vielleicht eine andere Ursache suchen oder benennen. Möglicherweise gibt es für die jetzigen Problem eganz andere Ursachen, aber nicht dem DM. Ein guter Psychologe ist sicher was Feines, aber für einen großen Teil muss man doch an sich selbst arbeiten.
    Nicht böse sein, wirklich, aber man muss doch -auch mit up und down auf dem Teppich bleiben, oder?
    Es ist nur meine persönliche Meinung. von Marie
  • Thorsten

    Rang: Gast
    am 08.08.2008 17:50:42
    Hallo Marie,

    Du hast da sicherlich Recht. So, wie Du jetzt in deinem zweiten Beitrag geschrieben hast, wird mir auch viel deutlicher, wie Du es eigentlich gemeint hast.

    Ich wollte dich auch nicht angreifen - sorry, wenn das so rübergekommen sein sollte. Schließlich hat jeder das Recht auf eine eigene Meinung.

    Was das Leben mit Diabetes heute und vor 20 Jahren angeht, kann man das ganz bestimmt nicht mehr vergleichen. Da ist doch fast alles einfacher geworden - zumindest was die Behandlung (also Insulininjektion, BZ-Messung, etc.) angeht.

    Ist natürlich immer schwer zu sagen, ob man ohne den Diabetes in einer anderen psychischen Verfassung wäre. Das ist so eine zwar interessante, aber nicht zu beantwortende Was-wäre-wenn-Frage.

    Viele Grüße
    Thorsten
  • Helmut

    Rang: Gast
    am 09.08.2008 10:33:30
    Hallo zusammen,
    Claudia hat anscheinend mit ihrem Beitrag in ein Wespennest gestochen, so wie die Beiträge hier aussehen. Möchte gerne meine Meinung zu der Sache auch noch kundtun.
    Selber bin ich seit 1975 Diabetiker, seit 1999 Pumpenträger. Gebe allen hier Recht, daß vor 20,30 Jahren die Diabeteswelt noch anders aussah. Es gab aber immer schon Diabetiker, die in Selbstmitleid zerflossen sind, welche, die sich benachteiligt gegenüber der restlichen Gesellschaft fühlten und welche, die einfach unter den neuen Lebensumständen weotergelebt haben. Ich stimme Euch zu, wenn es darum geht, daß jemand immer negativ über seinen Diabetes denkt, daß der- oder diejenige Hilfe braucht, aber meiner Meinung nach ist Diabetes halt da. Wenn man sich damit abgefunden hat, lebt man doch ganz normal. Muss man damit hausieren gehen, das man Diabetiker ist? Macht man doch bei erhöhtem Cholesterinspiegel auch nicht.
    Ich selber treibe viel Sport laufe auch schon mal einen Marathon. Davor muss ich natürlich einige Sachen bedenken, aber das muss jeder andere auch. Bei mir sind es halt andere Sachen.

    Helmut
  • Claudia_H

    Rang: Gast
    am 10.08.2008 15:32:38
    Lieber Helmut und auch alle anderen,
    es freut mich grundsätzlich erstmal, Reaktionen bekommen zu haben und die Unterschiedlichkeit der Antworten zeigt, das dies Thema offensichtlich wirklich eines ist.
    Eines möchte ich hier mal klarstellen (und das geht vor allem an Marie..): ich habe meinen DM seit jetzt 25 Jahren, bin auch angefangen mit Spritzen, unterschiedlichen Insulinen und realisiere schon, das das Leben Als Diabetiker huete (vor allem mit Pumpe) und intens. Insulintherapie ein wesentlich komfortableres ist als damals. Auch ist mir durchaus klar und bewusst, das es weitaus schlimmere Krankheiten gibt ich habe mich auch lange, eigentlich bis heute, dagegen gesträubt mich als krank zu bezeichnen. Bin siet 14 Jahren geschieden, ziehe meinen 16j. Sohn daher (komplett) allein auf, bin voll berufstätig und leider seit vielen Jahren Partner-Los. Nie jemanden zu haben, der dann auch mal Verständnis hat, einen anlehnen lässt und an allen Fronten immer stark und da zu sein kostet reichlich Kraft. Es ist schwer genug für mich, einzugestehen das eine solche chronische Erkrankung neben den anderen Belastungen ein gewisses Gewicht auf den Schultern ausmacht. Ich gebe dir recht, Marie, das da evtl. auch andere Dinge eine Rolle spielen. Aber ich verwehre mich dagegen, quasi wie ein hyperempfindlicher Jammerlappen hingestellt zu werden. Jeder hat seine Geschichte und auch das REcht zu sagen: ich fühle mich damit (und mit damit meine ich dann die Summe aller Dinge!) jetzt allmählich (nach 25 Jahren) stark gefordert.
    Gruß Claudia von Claudia_H
  • Mareen

    Rang: Gast
    am 10.08.2008 17:24:00
    Ich versteh dich!!!! von Mareen
  • Marie

    Rang: Gast
    am 11.08.2008 12:56:01
    Liebe Claudia, keiner stellt dich mit deinem posting als übersensiblen Jammerlappen hin.
    Ich habe in deinem letzten posting was Anderes gefunden, und ich denke, HIER genau ist der Knackpunkt: Zitat: Nie jemanden zu haben, der dann auch mal Verständnis hat, einen anlehnen lässt und an allen Fronten immer stark und da zu sein kostet reichlich Kraft.Zitatende.

    Lassen wir mal den Diabetes kurz beisete, OK? Alleinerziehend, einen Sohn, der voll in der Pubertät ist. Du willst an ALLEN Fronten stark und ständig präsent sein, richtig? Ich habe auch zwei Kinder allein großgezogen, wei also, wovon du sprichst. Denn diese ständige Präsenz ist, als läufst du wie ein Hamster im Rad, und das ständig.
    Ein Partner, mit dem du die Präsenz teilen könntest, steht zur Zeit nicht zur Verfügung. oder bereits längere Jahre nicht.
    Weißt du, welche die erste Frage wäre, die dir ein Psycholge stellen würde?
    1. Wann nehmen Sie sich am Tag mindestens 30-60 min Zeit NUR für sich. 60 min, die bei deinem Sohn bekannt sind als Auszeit, die er akzeptiert.
    (Bitte sei mir wirklich nicht böse, ich will dir nichts Böses, dich nicht angreifen,nur versuchen, es für dich etwas aufzudröseln...)

    Die zweite oder dritte Frage, die dir der Psychologe stellen könnte, wäre diese: Was haben SIE selbst unternommen, um einen Partner kennenzulernen? Haben Sie aktiv etwas dafür getan? Es wird Niemand an deiner Tür klingeln, liebe Claudia und sagen. Da bin ich, dein neuer Kerl und ab heute teilen wir die tägliche Last.
    Und man muss sicher ne Menge Frösche kennenlernen, um EINEN Prinzen zu finden.
    Was ich dir ganz persönlich empfehlen möchte mit diesem posting:
    1. Kräfte einteilen, das heißt, Auszeiten, nur für dich.
    2. Versuche, die Fronten zu entlasten. Entspannungspausen schaffen. Du bist nicht im Krieg. Überlege, wer dich entlasten könnte: Freunde, Eltern, Großeltern.
    3. Du bist KEIN Hamster im Rad, du müsstest es nur ansprechen und vor allem ZULASSEN, dass man dir hilft. (Ich weiß, das ist manchmal schwer, Jemanden auch um Hilfe und Unterstützung zu bitten.)
    4. Suche dir einen Ausgleich zur "Front". Suche in deinem nahen Umkreis nach einer Gruppe (Sport oder Malen), die deine Interessen teilen.
    5. Kinder sind manchmal in der Versuchung, einen "zu verheizen", auch Freunde oder Bekannte, die DICH ständig um Hilfe bitten. Sprich auch mit deinem Sohn über deine Hamsterradempfindung. Entwickle eine gewisse Portion gesunden Egoismus, sage eindeutig NEIN zu den Dingen, die NICHT möchtest. Und eindeutig zu den anderen JA.
    Ich wünsch dir alles Liebe und Gute. von Marie
  • Claudia_H

    Rang: Gast
    am 11.08.2008 16:25:44
    Liebe Marie,
    da geht mir jetzt wirklich die Hutschnur hoch und ich könnte da einiges zu sagen - aber das geht mir auf diesem öffentlichen Level zu weit...
    Diese ganzen Vorhaltungen hätten auch von meiner Mutter kommen können - wirklich hilfreich sind sie nicht
    Ich bin diszipliniert, ich bin stark und ich schaffe auch alles - was du mir da alles um die Ohren haust, ist weder das was ich hören wollte noch was mir wirklich hilft!

    Wenn du magst, können wir uns gern noch mal per Mail austauschen
    Gruß Claudia von Claudia_H
  • Hilke

    Rang: Gast
    am 11.08.2008 18:03:08
    Hallo zusammen!

    Ich denke jeder von euch hat recht mit dem was er da schreibt. Dem einen geht es so und dem anderen so.
    JEDER von uns hat das recht sich so oder so zu verhalten!
    Der eine kommt sehr gut mit seinem DM zurecht, der andere weniger!
    Aber hat nicht jeder von uns das recht mal traurig, niedergeschlagen, unmotiviert, überlastet und gereizt zu sein?!??
    Hat nicht jeder das recht von uns sich "Sau wohl", glücklich, zufrieden, verstanden und gut zu fühlen?!??
    Ich denke schon!
    JEDER hat das recht so zu sein wie er ist!
    ABER, jeder von uns MUSS seinen DM akzeptieren und lernen damit zu leben!, denn; wer das nicht kann oder tut, der wird sein Leben lang niemals Glücklich werden!

    Liebe Marie,
    das sind Deine Erfahrungen die DU gemacht hast! Sicherlich meinst du es nur gut mit Claudia. Ganz bestimmt! Aber, Claudia muss jetzt Ihre eigenen Erfahrungen machen und lernen damit um zu gehen!
    Vielleicht ist es hilfreicher wenn Ihr beide Euch mal per Mail austauscht und euch gegenseitig Eure Erfahrungen und Erlebnisse mit dem DM im Umgang mit Eurem Leben berichtet!
    Lieben Gruß

    Liebe Claudia,
    fühl Dich nicht verletzt durch den Bericht von Marie. Es sind nur Erfahrungen die Sie dir mitteilt.
    Du musst deine eigenen machen!
    Aber höre dir trotz allem an was dir andere DM´ler für Erfahrungen berichten können. Vielleicht hilft es dir ja. Ich wünsche es Dir!
    Lieben Gruß auch an Dich!

    Alles liebe für Euch alle!!
    Hilke
  • Claudia_H

    Rang: Gast
    am 11.08.2008 18:22:22
    Nochmal zum Verständnis für alle, die sich an dieser Diskussion beteiligen: ich habe meinen DM seit 25 Jahren, habe inzw. meine Pumpe, über die ich sehr froh bin und die mir das Leben auch sehr erleichtert! Ich weiß das zu schätzen, ich lebe diszipliniert, kontrolliert und habe auch alles im Griff - darf man nach der Zeit nicht mal sagen: ich bin es soo leid - gibt es niemanden der auch mal zugibt: ich hab zwar die ganze Zeit funktioniert und jetzt fällt es mir langsam schwer, aber niemand das z.K..?
    Genau aus diesem Grund (so wie Marie jetzt reagiert) hab ich mich die ganzen Jahre von solchen Plattformen fern gehalten - aus Angst vor Super-DM's die nie Schwäche zeigen, alles ganz super finden und deren gesames Leben aus nichts anderem besteht.....und die nie sagen: es kotzt mich an... von Claudia_H
  • Hilke

    Rang: Gast
    am 11.08.2008 21:53:02
    Liebe Claudia,

    ich kann dir aus meiner Erfahrung heraus nur sagen, dass jeder DM T1 irgendwan mal diese Phase durchmacht, wo er absolut keine Lust mehr hat und einfach nicht mehr will!

    Ich habe diese Zeit jetzt Gott sei Dank hinter mich gebracht!

    LG Hilke
  • Marie

    Rang: Gast
    am 12.08.2008 12:56:20
    Zitat: Nie jemanden zu haben, der dann auch mal Verständnis hat, einen anlehnen lässt und an allen Fronten immer stark und da zu sein kostet reichlich Kraft.Zitatende.
    ----------
    DAS waren DEINE Worte und sorry, das klingt für mich danach, dass du eben immer nur für Andere da bist, immer perfekt sein willst, immer funktionierst, aber DICH dabei vergisst. Keiner, egal ob mit oder ohne Diabetes, kann das auf die Dauer, liebe Claudia. Deine mum kennt dich sicher am Besten...das sind von ihrer Seite sicher keine Vorhaltungen, vielleicht emfpindest du sie nur als persönlichen Angriff. (Vielleicht hat sie ja ein wenig Recht?)
    Ich vermutete aus deinem posting, dass du vielleicht viel zu selten an dich denkst, was dir mal gut tut. Du bist sicher eine Powerfrau, aber leider vergessen, Powerfrauen, dass sie auch Pausen und relaxing brauchen und ab einem bestimmten Alter auch Kräfte einteilen müssen. Man hat nicht immer die Power wie mit 20. ..und das kann sehr fix im burn out syndrom enden, ich wollte dir nicht zu nahe trete. Am Besten vergisst du, was ich dir geschrieben habe. Ich wünsche dir alles Gute. von Marie
  • Kurt

    Rang: Gast
    am 12.08.2008 12:58:32
    Hi Claudia,
    ich versteh nicht, wieso du dich persönlich angepisst fühlst, Marie hat doch recht, mit dem, was sie schreibt. Du hast doch selbst geschrieben, dass du keine Kraft hast. Und deine Mutter sieht das sicher ebenso. von Kurt
  • jumpi

    Rang: Gast
    am 19.08.2008 23:38:33
    hi claudia, hab meinen DM seit fast 30 Jahren, klar gibt es Hochs und Tiefs, wer was anderes erzählt, hat entweder ne verdammt gute Verdrängungstaktik oder lügt sich einfacch was in die Tasche!
    Tausch dich mal mit gleichgesinnten live in ner Gruppe aus, das hilft manchmal. Dieses anonyme auf diesen Seiten ist nur erste Hilfe, wenn überhaupt! (Kritik kann man hier auch etwas schlechter verarbeiten, sind halt nur Worte, kein Tonfall dabei, da gibts Missverständnisse)
    Leute mit heiligem DM find ich auch zum K....
    " Mein DM parriert aufs Wort! Ich hab immer HbA1c von 5! Ich kann essen was ich will!- BLA BLA BLA!"
    Funktionieren kann man nicht immer, ist auch nicht gut.
    Kontrollieren kannste schonmal GAR NÜSCHTS! Gerade als Frau, Hallo HORRORmone!
    Halt nicht hinterm Berg mit deinem DM!
    Geh offen mit deinem DM um, es ist ein Teil von Dir! Du brauchst deine Umwelt nicht vor dieser ekeligen Krankheit zu schützen.
    Wenn du mies drauf bist, weil dein Wert spinnt, mach dir auch mal Luft!
    Oder heul ne Runde! Nicht runterschlucken! Das macht kranker!
    Sei du selbst, nicht nur der positive, lustige, starke Teil, DU BIST auch wütend, machtlos, schutzsuchend.
    Mach es doch mal wie die Kleinen Babys, denk nicht erst drüber nach, ob du Mami (bzw. die Leute) stören könntest, schrei einfach mal, wenn du was brauchst!
    Nur du weißt am besten, was dir fehlt!
    Dann fühlst du dich nachher auch besser!
    Probier doch mal!
    von jumpi
  • Claudia_H

    Rang: Gast
    am 20.08.2008 12:33:30
    Hi Jumpi,
    danke für deine aufmunternden Worte - das hat mir geholfen und ich merke, du weisst was ich meinte! Mein erster Schritt in die Richtung war ja auch der Gang in diese Öffetnlichkeit um mich auszutauschen und nach den ERfahrungen anderer DM's zu fragen. Im herbst mach ich eine Reha in einer klinik die DIABETES & MEHR als Schwerpunkt hat - damit begbe ich mich quasi in die Höhle des Löwen und "le mich dieser zielgruppe", lach wenn du weisst was ich meine..;.-))
    Wenn du magst könnenw ir uns auch gern weiter austauschen
    lg claudia von Claudia_H
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 06.09.2008 00:07:02
    Ich denke mal, das hat alles was mit der persönlichen Psyche zu tun - wat dem een sin Uhl,
    is dem annern sin Nachtigal. Und Menschen, die keine Depression kennen bzw. erlebt haben,
    können betroffene Menschen auch nicht
    verstehen. Da kann einem die Hutschnur
    hochgehen, wie sie will. Ein Ur-Diabetologe hat
    mal gesagt: "Der Diabetiker ist nicht krank, er ist
    bedingt gesund!" - Mal d'rüber nachdenken!
    Wenn du wie ich vor 45 Jahren 'nen Typ1 bekommen hättest, als die Medizin und deren Technik beiweiten noch nicht so weit waren,
    hättest du echt Probleme gehabt. Mich hat mein
    DM nie gejuckt - ich habe ihn geführt, wie ich
    glaubte, ihn händeln zu müssen, um wenigstens
    40 Jahre zu werden. Jetzt bin ich 50 und habe
    bis auf kleinere Spätschäden keine Probleme.
    Aber - ich bin nicht der Nabel der Welt !
    Lebe mit deinem Diabetes - nicht für ihn!
    Ich glaube übrigens auch nicht, dass sich
    durch ein besseres Verständnis dafür bei
    Nichtbetroffenen der BZ oder die Spätschäden
    ändern. Hilfe, wenn überhaupt, nur durch
    andere DMler oDer Diabetologen. Drum:
    Halt die Ohren steif und durch - es gibt wahrlich
    Schlimmeres. Und immer Fragen stellen,
    da werden sie geholfen.
    Gruss Hammy
  • jumpi

    Rang: Gast
    am 22.09.2008 18:32:48
    Dat mit der Eule war gut hammy ;0)
    Recht haste!-

    Alles eine Frage der Perspektive!
    Und wenn du was nicht ändern kannst, dann kannste immer noch deine Sichtweise ändern!

    Wie es früher war, ist im Prinzip ja auch egal!
    Besser? Schlechter?? Nonsens!
    Anders- ja.
    Es ist vorbei und heute nicht mehr relevant!
    Alles Ansichtssache!
    Der Eine kriegt n Krampf beim Gedanken an Spritzen (egal wie groß/klein oder oft ausgekocht!), und der Andere haut sich die Nadeln im Schlaf rein.
    SO WHAT?
    Die "starke" Fraktion hier hat doch nur Angst davor, selber mal schwach zu werden, sonst kämen diese teilweise recht dummen Bemerkungen doch gar nicht zustande.
    Deine Mutter war vielleicht auch noch vom alten Schlag, wenn dich gewisse Bemerkungen an sie erinnern.
    Hat deine Mutter DM??
    Und wenn schon, ihr seid immer noch zwei verschiedene Typen!
    Die Probleme der Anderen sind immer einfacher, weil man nicht selber drinsteckt.

    Es ist nicht alles nur Logik, Berechnung und Kontrolle! Es gibt noch Herz und Seele!

    Nicht nur durchhalten, LEBEN nicht vergessen!

    von jumpi
  • Werner Spielmann

    Rang: Gast
    am 24.11.2008 18:33:10
    Hallo alle zusammen,

    hab seit 50 Jahren DM, leide noch immer darunter - habe schon einige Psychiater beschäftigt, bin froh dass ich das alles bis heute sehr gut überstanden habe, auch wenn ich mit der Krankheit nie zufrieden war.
    Nach jedem Unterzucker bekam/bekomme ich Vorwürfe, zu hohe Werte stören meine Familie nicht und trotzdem freue ich mich und bin dankbar, dass ich eine Familie habe. Wenn ich zurück schaue, haben mir meine Reha-s sehr viel geholfen, weil ich mich da sehr gut mit anderen austauschen konnte. Ich wünsche allen Lesern immer einen Ansprechpartner mit dem nötigen Verständnis.
  • Pitti

    Rang: Gast
    am 25.11.2008 14:43:41
    Nach jedem Unterzucker?
    Und zu hohe Werte stören nicht?
    Das klingt aber nicht nach gutem Spritzmanagement. Egal, ob es Jemanden stört oder nicht, in erster Linie ist es DEIN DM und DU bist dafür verantwortlich.
    Und ehrlich gesagt, ich würde auch meckern, wenn meine Partnerin öfter in sich zusammensinkt, nur, weil sie wieder mal vielzuviel Insulin in sich reingeknallt hat, anstatt es ordentlich zu berechnen. Denn das wäre für mich jedes Mal ein Riesenschock! von Pitti
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 02.12.2008 17:29:26
    Hallo,

    und dennoch hat Marie recht. Ich selbst habe meinen D. seit fast 15 Jahren, genau so lange bin ich Pumpenträger.

    Ehrlich, ich habe NIE schlechte Erfahrungen bei anderen Leuten gemacht, ganz im Gegenteil. Neugierde und Interresse waren da eher zu beobachten.

    Am Anfang haben mir Leute gesagt, dass sich mein Leben nun ändern würde. Lachhaft. 97% meines Lebens sind wie vorher. Sehen, rechnen, spritzen - und ab und zu mal messen /korrigieren. Das wars.

    Das einzige, was mir manchmal abgeht, das ist diese ständige Konsequen des Vor- oder Nachmessens. Meine Einstellung ist dann zeitweise auch nicht mehr gut, sondern "mäßig". Aber richtig mies war es auch nicht.

    Muss ich mich jetzt schämen, weil es bei mir verhältnismäßig gut läuft?

    Ein guter Freund von mir hat MS, der war schon mit Mitte 30 im Pflegeheim und kann jetzt noch seine Augen bewegen. Ein anderer Freun starb mit Ende 20 an einem Motorradunfall und eine Bekannte sitzt öfter mal suizidgefährdet in der Geschlossenen. Und tagtäglich sterben weltweit 28.000 Kinder an Hunger und Armut.

    Fuchs