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Doppeldiabetes und Victoza oder Ozempic

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    Mitglied seit: 21.02.2022
    am 21.02.2022 11:00:03 | IP (Hash): 287242122
    Hallo Forum,
    ich bin ein 42 jähriger Mann, mit aktuell ca. 100 kg Körpergewicht, 1,80m Größe. Ich spritze aktuell 40 Einheiten Toujeo und ca. 75 Einheiten Humalog am Tag.

    Den Typ 1 Diabetes habe ich seit mehr als 30 Jahren. Schon seit Jahren versuche ich mein Gewicht über Diäten und Bewegung zu reduzieren was zwischenzeitlich halbwegs funktioniert hat. Aktuell aber nicht mehr. An zusätzlichen Komplikationen habe ich nur eine Niere (angeboren), Bluthochdruck und eine Reizleitungsstörung am Herzen mit einer niedrigen, aber noch normalen Herzleistung.

    Um mein Gewicht dauerzhaft zu reduzieren und Herz/Niere etwas gutes zu tun möchte ich, dass mir mein Arzt Victoza verschreibt. Bisher war eine Verordnung wegen Übergewicht geplant, bei der ich das Medikament selber hätte zahlen müssen (ca. 300 Euro / Monat).

    Jetzt habe ich aber von Doppeldiabetes gelesen, bzw. von dem Fakt, dass viele neben Typ 1 Diabetes auch an Typ 2 Diabetes erkranken. Meiner Meinung nach spricht mein hoher Insulinverbrauch dafür. Auch meine Estimated Glucose Disposal Rate (siehe https://www.diabetes-news.de/wissen/therapie-typ-1/doppeldiabetes-ein-zwilling) spricht dafür.

    Jetzt zu meiner Frage:
    Wenn mein Arzt einen Doppeldiabetes diagnostiziert, kann er mir dann mit den Hinweis auf den (auch) vorliegenden Typ 2 Victoza so verschreiben, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt? Oder - was sogar noch besser wäre - Ozempic ?

    Gruß,
    Holger


    Bearbeitet von User am 21.02.2022 11:04:49. Grund: Egänzung
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    am 21.02.2022 12:50:28 | IP (Hash): 463102601
    Willkommen im Club ;)
    Sorry, zu Deiner kranken Kassenfrage weiß ich keine Antwort.

    Bei Doppeldiabetes und den genannten Medis gibt’s ein grundsätzliches Missverständnis:

    Die Hauptwirkung der Typ 2 Medis verstärkt die Ausgabe vom eigenen Insulin bei Typ 2. Beim Typ 1 geht da nix zum Verstärken.
    Als Nebenwirkung wird damit öfter bis vielleicht meistens auch eine mehr oder weniger große Gewichtsverringerung beobachtet, aber bislang meines Wissens nicht in dem Maße, dass man die Mittel gezielt zum Abnehmen einsetzen könnte.

    Wo ich selbst auch nur eine Niere habe, kann ich Deine Sorge direkt nachvollziehen. Mich hat sie seit meiner Diagnose von meinem Typ 2 Anfang 91 dazu getrieben, meinen BZ im guten Behandlungsbereich und seit um die 20 Jahren praktisch im völlig gesunden zu halten. Seit 98 mit ICT.

    Nach meiner Einstellung mit 12-14 BE/Tag hatte ich für HbA1c um 7 um die 140 Einheiten Insulin insgesamt gebraucht. Um 3 Jahre weiter hab ich meinen alltäglichen BZ-Verlauf dann in den Bereich von TIR 90% und HbA1c 5,5 und besser gesenkt und dafür bei gleichem Ess- und Bewegungsverhalten nur noch 80-90 IE gesamt pro Tag gebraucht.
    Und auch die habe ich seit einigen Jahren noch mal halbiert - auch weil ich immer mehr Hinweise darauf sehen zu können glaube(!), dass viel von den Folgen, die wir bislang einfach so dem hohen Blutzucker und seinen großen Schwankungen anlasten, wenigstens zu einem guten Teil von dem vielen Insulin kommen.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 21.02.2022 12:52:46. Grund: .
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    am 21.02.2022 14:37:53 | IP (Hash): 287242122
    Hi,
    Danke für Deine Antwort! Wie hast Du es ohne Änderungen beim Essen und Bewegen geschafft Deinen Insulinverbrauch so stark zu senken? Nimmst Du eines der genannten Medikamente ?

    Zum Missverständnis:
    Ok, die Insulinausschüttung zu verstärken geht bei mir wirklich nicht mehr. Aber was ist mit den anderen Wirkmechanismen? Ich denke da an die verzögerte Magenentleerung, die Verbesserung der Insulinsensitivität und die Appetitzügelung...

    Liraglutid ist neben der Behandlung von Typ-2 auch zur Gewichtsabnahme alleine zugelassen. Und bei Semaglutid ist so eine Zulassung meines Wissens in Arbeit....


    Gruß,
    Holger

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    am 21.02.2022 15:19:38 | IP (Hash): 1471297720
    impact79 schrieb:
    Liraglutid ist neben der Behandlung von Typ-2 auch zur Gewichtsabnahme alleine zugelassen. Und bei Semaglutid ist so eine Zulassung meines Wissens in Arbeit....

    Zugelassen ja. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es von den KK übernommen wird,

    Meines Wissens übernimmt die KK es nur in Ausnahmefällen bei starker Adipositas. Du kannst ja mal deinen Arzt fragen, ob er es dir verschreibt und bei deiner KK, ob sie die Kosten übernimmt. Mit viel Glück klappt es vielleicht. Die Begründung "Doppeldiabetes" hilft dir dabei allerdings wegen dem komplett fehlenden Eigeninsulin nicht weiter.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 21.02.2022 15:20:30. Grund: BBCodes
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    am 21.02.2022 15:42:24 | IP (Hash): 1992849839
    Hallo Holger,

    Der Doppeldiabetes tritt sehr häufig auf, besonders bei Langzeit-Typ1ern in fortgeschrittenem Alter. Es wird nicht viel darüber berichtet, da sich an der Therapie für die "Doppeldiabetiker" nicht viel ändert außer gegebenenfalls eine Anpassung der Basalmenge und der BE-Faktoren.
    Eine chinesische Studie hat nun nachgewiesen, dass eine Kombination von Insulintherapie und Metformin zu einer Verringerung des Insulinbedarfs und auch des Gewichts führt.
    Da ich auch nicht mit meinem Gewicht zufrieden bin und auch leichte Resistenzen bei der Insulinaufnahme bemerke, habe ich vor einem Monat mit 500mg Metformin abends zusätzlich zur üblichen Insulintherapie begonnen. Bisher konnte ich noch keine Erfolge erkennen, ich mache aber weiter und warte ab.
    Metformin ist billig und sollte leicht zu verschreiben sein.

    LG Geri
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    am 21.02.2022 16:13:04 | IP (Hash): 1830575219
    impact79 schrieb:
    Wie hast Du es ohne Änderungen beim Essen und Bewegen geschafft Deinen Insulinverbrauch so stark zu senken? Nimmst Du eines der genannten Medikamente ?


    Ich nehme demnächst nur wieder was für Heuschnupfen, ansonsten nehme ich an Medi nur Insulin.

    Für den niedrigeren GesaMTVerlauf vom BZ hatte ich einen super Typ 1 Lehrmeister. Der hat mir nämlich davon abgeraten, für gegen höhere Spitzen mehr zu spritzen. Auf die Weise hatte ich mir da nämlich schon jede Menge Hypos produziert.
    Die Spritzmenge passt ja zur jeweiligen Futterportion, wenn im Wirkauslauf vom Bolus nach 3-4 Stunden wieder der BZ von vor dem Essen erreicht wird.
    Für weniger Spitze nach 1 Stunde sollte ich einfach eine Hälfte sofort und die zweite Hälfte ne Stunde später essen.
    Die zweite Möglichkeit für weniger Spitze und auch weniger Insulin war einfach, das tägliche Bewegungspensum wieder gezielt auf die Zeiten direkt nach den Mahlzeiten zu verteilen.
    Und mit deutlich verringerten postprandialen Spitzen sinkt in aller Regel auch der BZ zwischen den Mahlzeiten, und mit weniger BZ wird auch weniger Insulin gebraucht.

    Dass Insulin der Antrieb von immer mehr Hunger und Gewichtszunahme auch unter völlig gesunden Menschen sein könnte, die sich eigentlich gesund sehr KH-reich ernähren, scheinen immer mehr Beobachtungen aus der Ernährungs-Beobachtung und -Forschung zu belegen.
    Vor dem Hintergrund ist Low Carb ein weiterer interessanter Schritt.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 21.02.2022 16:14:52. Grund: .