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Deutliche Verschlechterung nach Corona Impfung bei Lada

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    Mitglied seit: 19.03.2022
    am 19.03.2022 09:10:41 | IP (Hash): 1615738383
    Hallo,

    ich habe seit ca. 2 Jahren die Diagnose Diabetes (seit einem halben Jahr Typ Lada).
    Durch Ernährung und Bewegung bin ich runter von einem HBA1C 7.5 auf 6.5 und beim Nüchternzucker morgens von ca. 135 auf um die 100.

    Nun ist mir leider aufgefallen, daß es zumindest einen zeitlichen Zusammenhang zwischen meinen beiden Corona-Impfungen und einer erneuten, leider anhaltenden Verschlechterung meiner Werte von morgens ca. 130-140, generell beim Nüchternzucker und auch nach den Mahlzeiten gekommen ist.

    Der HBA1C ist aber merkwürdigerweise nur auf 6.7 gestiegen.

    Ich frage mich, ob hier noch andere die gleiche Erfahrung mit anhaltend gestiegenen Werten nach den Impfungen gemacht haben, oder ob dies einfach nur Zufall ist...



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    am 19.03.2022 09:57:51 | IP (Hash): 1671175030
    Die gewünschte Reaktion auf die Impfe ist, dass der Organismus sich wie bei ner entsprechenden Krankheit verhält und Abwehr aufbaut. Der Prozess verläuft bei der einen weniger auffällig als bei dem anderen, wie halt bei jedem Infekt. Und zu den Auffälligkeiten gehört, dass wir bei Infekten häufig einen erhöhten Insulinbedarf beobachten. Das ist völlig normal.

    Wenn die eigene Insulinausgabe den zusätzlichen Bedarf nur unzureichend abdecken kann, kann das die unzureichende Ausgabe vorübergehend oder auch dauerhaft verschlechtern. Dabei kann durchaus sein, dass die sich mit wenigen KHs wieder ausreichend einstellt, wenn man den BZ systematisch mit Insulin aus dem Pen wieder in den gesunden Bereich absenkt.

    Aber genauso gut kann man die Situation - könnte genauso jeder grippale oder sonstige Infekt sein - mit LADA, wie Du sie bei Dir beschreibst, auch zum Übergang zur vollen ICT zu nutzen.

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 19.03.2022 09:57:51 | IP (Hash): 1671175030
    Die gewünschte Reaktion auf die Impfe ist, dass der Organismus sich wie bei ner entsprechenden Krankheit verhält und Abwehr aufbaut. Der Prozess verläuft bei der einen weniger auffällig als bei dem anderen, wie halt bei jedem Infekt. Und zu den Auffälligkeiten gehört, dass wir bei Infekten häufig einen erhöhten Insulinbedarf beobachten. Das ist völlig normal.

    Wenn die eigene Insulinausgabe den zusätzlichen Bedarf nur unzureichend abdecken kann, kann das die unzureichende Ausgabe vorübergehend oder auch dauerhaft verschlechtern. Dabei kann durchaus sein, dass die sich mit wenigen KHs wieder ausreichend einstellt, wenn man den BZ systematisch mit Insulin aus dem Pen wieder in den gesunden Bereich absenkt.

    Aber genauso gut kann man die Situation - könnte genauso jeder grippale oder sonstige Infekt sein - mit LADA, wie Du sie bei Dir beschreibst, auch zum Übergang zur vollen ICT zu nutzen.

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    am 19.03.2022 10:34:44 | IP (Hash): 1615738383
    Hallo Jürgen,

    danke für Deine Antwort.
    Ich ringe vor diesem Hintergrund schon seit Wochen mit mir, die Boosterimpfung durchführen zu lassen und damit ggf. mein Immunsystem noch mehr gegen die Betazellen zu triggern oder mich mit dem geringeren Schutz vor einem evtl. schwereren Covid-Verlauf zu arrangieren...
    Ein bisher noch nicht genutzter Lantus-Pen, den ich mir bereits in "Eigeninitiative" bei meinem Hausarzt besorgt habe, liegt hier bereits seit Wochen auf dem Küchentisch. Mein Diabetologe hält Insulin nicht für nötig.

    Mein Blutzuckerverlauf mit KH-Reduzierung/Bewegung nach dem Essen sieht in etwa so aus:
    Morgens nüchtern zwischen 125-140 (meist 130)
    Morgens nach dem Essen 150-170 (3x halbe Schnitte Brot mit Käse im stundenabstand)
    Mittags nach dem Essen 140-185
    Abends nach dem Essen 140-185
    Nüchternwerte sehe ich auch nach Bewegung nicht mehr unter 118


    Bearbeitet von User am 19.03.2022 10:35:58. Grund: orth.
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    am 19.03.2022 11:16:47 | IP (Hash): 1671175030
    Die restlichen Betas laufen ab etwa 140 absolute volle Pulle und geben damit auch immer mehr intaktes Proinsulin aus. Das ist das Produktions-Molekül, von dem die Betas normal auch speichern, wenn sie nicht so unter Druck stehen. Ohne Druck wird das vor der Ausgabe in den Blutkreislauf in C-Peptid und Insulin geteilt, und so abgetrennt hat das Insulin auch seine volle BZ-Wirkung. Mit zunehmendem Druck wird das Trennen immer häufiger "vergessen", und von den ungetrennten braucht es 5-10 solcher Teile für dieselbe BZ-Wirkung wie von 1 ordentlich abgetrenntem Teil Insulin. Dazu ist auch wichtig zu berücksichtigen, dass Insulin, auch das körpereigene, im Blutkreislauf eine Halbwertzeit von knapp 5 Minuten hat. Erforderliche Mehrausgabe steigt also nicht linear, sondern Richtung exponentiell zunehmend stärker. Der Druck verstärkt sich mithin selbst und ist am geringsten im völlig gesunden Nüchternbereich bei 70-90 mg/dl.

    Viele Diabetologen pflegen diese Situation bei LADA durch möglichst frühzeitige Unterstützung aus dem Pen gesund zu verlängern. Also mit passend Insulin aus dem Pen den BZ möglichst viele von 24 Stunden im gesunden Bereich halten. Damit wird dann auch wieder mehr vom eigenen Insulin wirksam geteilt und die körpereigene BZ-Regulierung super unterstützt. Meistens bleiben so auch die zwar immer weniger restlichen Betas länger funktionsfähig erhalten.
    Praktische Ärzte, die diese möglichst lange gesund erhaltende Strategie auf dem Schirm haben, pflegen dafür normal direkt zur Diabetologie zu überweisen.

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    am 19.03.2022 11:45:30 | IP (Hash): 1615738383
    Sehr interessante und hilfreiche Infos.

    Wie geschrieben, möchte der (wohl in Köln bekannteste) Diabetologe aber tatsächlich, trotz ausdrücklicher Nachfrage meinerseits, kein Insulin verschreiben, da bleibende Schäden ja erst bei HBA1C = 7.5 losgingen.
    Allerdings finde ich Deine Argumentation deutlich überzeugender.
    Da dieser nun in Ruhestand gegangen ist, habe ich Anfang April nun einen Termit bei einer anderen Ärztin in derselben Praxis. Mal sehen was sie sagt...

    Da ich die Dosis sukkzessive von einer Einheit steigern würde, habe ich weniger Angst vor Unterzuckerung als vor dem im Beipackzettel erwähnten, allergischen Schock und schiebe die 1. Injektion daher schon seit Wochen vor mir her...
    Bearbeitet von User am 19.03.2022 11:47:59. Grund: orth.
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    am 19.03.2022 13:23:57 | IP (Hash): 315440231
    eRick schrieb:
    Da ich die Dosis sukkzessive von einer Einheit steigern würde, habe ich weniger Angst vor Unterzuckerung als vor dem im Beipackzettel erwähnten, allergischen Schock und schiebe die 1. Injektion daher schon seit Wochen vor mir her...

    Sei bitte nicht albern.

    Ein allergischer Schock wird als "seltene Nebenwirkung" aufgeführt. Lies dir mal andere Beipackzettel durch. Wenn du dich vor jeder aufgeführten seltenen Nebenwirkungen fürchten würdest, dann dürftest du überhaupt kein Medikament mehr nehmen.

    Trau dich und wenn du wirklich Angst hast, dass dich diese seltene Nebenwirkung trifft, dann bitte jemanden, bei der ersten Spritze in der Nähe zu bleiben.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

    Bearbeitet von User am 19.03.2022 13:24:46. Grund: BBCodes
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    am 19.03.2022 16:01:13 | IP (Hash): 1671175030
    Wenn man mal Grafiken mit dem Auftreten von Folgen in Abhängigkeit vom HbA1c sieht, nehmen die Richtung 7-7,5 deutlich zu, und diese Zunahme rechtfertigt aus alter Sicht den Behandlungsaufwand dafür, dass man eben nicht noch sehr viel schneller zu denen mit ein-zwei-drei und mehr Folgen zählt.

    Seit an die 20 Jahren gibt es "gesünder unter 7", eine Initiative von Pharma und DDG, und wo die Behandlungsmöglichkeiten immer besser geworden sind, gilt bei vielen längst "unter 6,5".
    Weil sich aus zahlenmäßig immer größeren Beobachtungsmengen recht deutlich ablesen lässt, dass größere BZ-Schwankungen - gesund schwankt der BZ zwischen nüchtern und Spitze um max 50 mg/dl - so um an die 100 mg/dl und mehr ein eigenständiges Herz-Kreislauf-Risiko begründen und seit immer mehr CGMs, hat TIR statt HbA1c deutlichen Zulauf. Time In Range, und Range reicht dabei bis 170 mg/dl.

    Wichtig bei all diesen Überlegungen:
    Du kannst vom Arzt verlangen, dass er Dir Insuline und Teststreigen verschreibt.
    Aber auf besser als HbA1c 7-7,5 stellt Dich kein Arzt mit seinen Vorgaben für Dein Essen und Deine Spritzmengen ein.
    Was Du besser willst, musst Du dir systematisch nach und nach selbst erarbeiten.
    Und für den anaphylaktischen Schock hat Rainer Dir schon geschrieben ;)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 19.03.2022 16:02:29. Grund: .
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    am 20.03.2022 08:06:25 | IP (Hash): 939321182
    Rainer schrieb:
    Sei bitte nicht albern.
    Ein allergischer Schock wird als "seltene Nebenwirkung" aufgeführt. Lies dir mal andere Beipackzettel durch. Wenn du dich vor jeder aufgeführten seltenen Nebenwirkungen fürchten würdest, dann dürftest du überhaupt kein Medikament mehr nehmen.

    Trau dich und wenn du wirklich Angst hast, dass dich diese seltene Nebenwirkung trifft, dann bitte jemanden, bei der ersten Spritze in der Nähe zu bleiben.



    Hallo Rainer,

    danke für deine Antwort. Eine Angst-/Panikstörung, die in den letzten Monaten durch Stress und Isolation im Homeoffice wieder verstärkt ausgebrochen ist, führt leider tatsächlich zu albernem Verhalten und ausgeprägtem Nocebo-Effekt. ^^
    Bearbeitet von User am 20.03.2022 08:09:19. Grund: quote
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    am 20.03.2022 08:26:42 | IP (Hash): 939321182
    hjt_Jürgen schrieb:

    Wichtig bei all diesen Überlegungen:
    Du kannst vom Arzt verlangen, dass er Dir Insuline und Teststreigen verschreibt.
    Aber auf besser als HbA1c 7-7,5 stellt Dich kein Arzt mit seinen Vorgaben für Dein Essen und Deine Spritzmengen ein.
    Was Du besser willst, musst Du dir systematisch nach und nach selbst erarbeiten.
    Und für den anaphylaktischen Schock hat Rainer Dir schon geschrieben ;)



    Das ist der Plan.
    Teststreifen und Langzeitinsulin unterstützt derzeit nur der Hausarzt.
    Weitergehende Expertise und Verlaufskontrolle vom Diabetologen.
    Danke auch Dir wieder für Deinen ausführlichen Beitrag.
    Deine Infos gehen weit über das hinaus was man, nach meinen bisherigen Erfahrungen, leider von Diabetologen erwarten darf...