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Wer hat denn nun Recht? Ärztin vs Ernährungsberaterin

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 5079
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 07.05.2022 21:55:59 | IP (Hash): 362997889
    Hallo Struwwelliese,

    wenn du deinen BZ gelgentlich selbst misst, dann kannst du ganz einfach herausfinden, welche Speisen für dich geeignet sind. Du kannst das essen, was deine BZ am wenigsten ansteigen lässt. Miss dazu am besten den BZ in einer Stunde nach Beginn der Mahlzeit und sieh dir besonders diese BZ-Werte an. Langfristig solltest du dahin kommen, dass diser Wert möglichst unter 160mg/dl kommt, aber jetzt am Anfang musst du dich erst mal mit höhrern Zielwerten zufrieden geben.

    Die Empfehlungen, die du schon bekommen hast, kannst du alle dazu ausprobieren. Am Ende klappt aber bei jedem etwas anderes gut und schmecken soll es dir ja auch noch. Die Empfehlung zu vielen kleine Mahlzeiten ist allerdings nur geeignet, wenn du kein Übergewicht befürchten musst. Falls doch, dann sind und 3 oder weniger Hauptmahlzeiten besser, weil dein Körper die Stoffwechselpausen benötigt

    Das was deine Ernähungsberaterin sagt, geht schon in die richtige Richtung. Allerdings sollte auch dir als Diabetikerin nichts verboten sein. Von diesen Sachen kannst du nur kleine Mengen essen und die nach Möglichkeit in einer geeigneten Kombination. Karotten sind zwar wirklich Gemüse mit relativ vielen KH, aber sie deshalb zu verbietnn, halte ich für stark übertrieben. Probiere alles aus, dein BZ-Messgerät sagt dir, was für dich gut ist und was nicht. Das kann durchaus auch mal von den allgemeinen Empfehlungen etwas abweichen. Nimm dir Zeit, alles auszuprobieren und fürchte dich nicht vor gelegentlich zu hohen hohen BZ-Werten - lerne einfach nur daraus.

    Viel Erfolg beim möglichst entspannten Rumprobieren, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 08.05.2022 08:23:12. Grund: BBCodes
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    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 08.05.2022 09:07:14 | IP (Hash): 1631522177
    Hallo Struwwelliese,

    zunächst zu Deinem Wert von 7,0.
    Wenn den Dir Deine Hausärztin nach 1...2 Tagen als Laborergebnis mitgeteilt hat, dann war es der HbA1c – Langzeitzuckerwert in Prozent
    Wenn Du den frühmorgens nüchtern direkt bei der Messung mitgeteilt bekommen hast, dann war es der Nüchternblutzucker in mmol/l.
    Beides spricht für einen noch nicht sonderlich weit entwickelten Diabetes.
    Mit einer langfristig durchhaltbaren Ernährungsumstellung kannst Du den Diabetes hin zu gesunden Werten zurückdrehen. Hab ich auch geschafft.

    Die Ratschläge Deiner Ärztin sind gut zusammengefasst die beste Strategie. Dazu kommt noch der Rat, das Essen auf ca. 3 Mahlzeiten am Tag zu verteilen, und möglichst lange über Nacht eine Essenspause einzulegen. Ein weiterer oft falsch verstandener Rat: es geht nicht darum, viel Vollkorn zu essen, sondern möglichst wenig Kohlenhydrate, aber wenn, dann Vollkorn.
    Anstatt der in Deutschland üblichen Ernährungspyramide hat mir der Blick über den großen Teich geholfen, dort gibt es den gesunden Teller.
    https://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/healthy-eating-plate/

    Mir ist das alles übrigens gelungen, indem ich nun täglich Haferflocken mit Joghurt und Obst und dazu ne rohe Möhre esse...

    Sicher kannst du dir aus der Ernährungsberatung einige Kniffe mitnehmen. Aber über die Verbote gesunder Lebensmittel bin ich entsetzt. Gesunde Ernährung ist unbedingt auch abwechslungsreich.
    Das eine gesunde tendenziell auch mal gegen das vermeintlich noch gesündere zu tauschen, könnte genau diese abwechslung bringen.
    Ich hatte nach der Diagnose das Essen echt nochmal komplett neu gelernt. Dabei hat mir das geholfen:
    https://workshopernaehrung.de/ernaehrungskurs/

    Die Diagnose löst bei allen, die sie ernst nehmen erstmal Verunsicherung aus.
    Wichtig ist, den Kurs für eine durchhaltbare Veränderung zu finden.
    Dafür hast Du genügend Zeit, um nicht panisch handeln zu müssen.
    Messen hilft, die persönlich geeignete Lebensmittelzusammenstellung zu finden.
    Einen neuen inneren Kompass für gesund und schmackhaft zu finden.
    Zu neuen Überzeugungen und Gewohngeiten zu gelangen, was Ernährung und Bewegung angeht.
    In einigen Wochen mit erfreulichen messbaren Ergebnissen.
    Du schaffst das.

    LG Torsten
    Bearbeitet von User am 08.05.2022 09:22:57. Grund: rechtschreipunk
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    Mitglied seit: 01.10.2020
    am 08.05.2022 11:38:41 | IP (Hash): 1652373182
    Hallo Struwwelliese,

    Viele gute Hinweise und nützliche Tipps bisher.

    Hier mal meine Vorgehensweise
    Ich habe mir eine Grenze von 100 KH (Kohlenhydrate) pro Tag gesetzt. Diese möchte ich nicht überschreiten.
    Des Weiteren darf eine einzelne Mahlzeit die 50 KH nicht überschreiten. Süßes 40 KH.
    Darüber steigen bei mir die Meßwerte zu hoch.

    Und in diesem Rahmen bewege ich mich und esse ALLES (fast).

    In der Regel esse ich zum Frühstück und Mittag zusammen 30-35 KH.
    65-70 KH bleiben für den Rest des Tages.
    Ist das Abendessen (immer warm) mit wenigen KH geplant kann ich mir Mittags auch mal „was gönnen“.
    Und da kommt es einfach auf die Größe an. Ein Magnum mini oder ein kleines Küchlein sind da schon möglich.
    DIE MENGE MACHTS!
    Wie bei Biggi sind nach dem Abendessen auch ein Protein-Pudding oder ein selbst gemachter Fruchtquark eigentlich immer möglich.

    Letztes Quartal habe ich so 80 KH im Schnitt pro Tag gegessen. Dieses Quartal sind es zZ 83 KH.
    Dabei habe ich je 1x die 100 KH überschritten. 1x an meinem Geburtstag und 1x ein Fress-Anfall.
    Das ist aber kein Beinbruch und die Welt geht dadurch für mich nicht unter.

    Kommt Zeit kommt Erfahrung. Alles spielt sich ein und wird dadurch leichter.

    Gruß
    Peter


    ______________
    —————————————-
    Typ 2 - Medikation: Siofor 1x1000 - HbA1c: zZ 6,1 Stand 04/22 (ich arbeite weiter daran)
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    am 08.05.2022 15:44:18 | IP (Hash): 980570203
    Struwwelliese schrieb:

    Erlaubt sind:
    - Gemüse (außer Möhren),
    - Fleisch, Eier(soviel ich will)
    - Quark (aber kein Joghurt)
    - Süßstoff
    - sowie sämtliche Fette (aber davon nicht zu viel),

    Ab und zu erlaubt:
    - Obst, (nur Beeren, auf keinen Fall Bananen, Ananas oder Birnen,)
    - Eis (aber nur das aus der Eisdiele und ohne Waffel)
    - Vollkornnudeln oder Vollkornreis

    Verboten:
    - alles, was Industriezucker enthält
    - alle Teigwaren, die nicht auf Vollkornmehl basieren
    - Kartoffeln
    - Alkohol
    - Sirup, Honig



    Auch noch etwas vom mir.
    Leider ist es so, dass nicht zur Naheliegendes wie Süßigkeiten und süße Getränke Kohlenhydrate enthalten, sondern auch die drei Hauptnahrungsmittel Brot, Nudeln und Kartoffeln.
    Ich empfehle einen Blick auf diese Liste: https://gesunderezepte.me/wp-content/uploads/2015/11/grosse-kohlenhydrate-tabelle.pdf

    Zu Deiner Liste:
    Erlaubt sind:
    - Gemüse (außer Möhren), Meinung: Möhren und Karotten halte ich für unbedenklich, Mais hat hingegen viel Kohlenhydrate
    - Fleisch, Eier (soviel ich will) Meinung: Daneben sind noch Fisch, Wurst und Käse zu nennen.
    - Quark (aber kein Joghurt) Meinung: Kann man so generell nicht sagen, kommt auf den Zuckergehalt an.
    - Süßstoff Meinung: Schadet bei Diabetes nicht, machen aber hungrig
    - sowie sämtliche Fette (aber davon nicht zu viel), Meinung: diabetisch unbedenklich, haben nur viel Kalorien

    Ab und zu erlaubt:
    - Obst, (nur Beeren, auf keinen Fall Bananen, Ananas oder Birnen,) Meinung: Schau Dir den Kohlenhydratgehalt in der Tabelle an.
    - Eis (aber nur das aus der Eisdiele und ohne Waffel) Meinung: Kommt auf das Eis an, nicht vom Ort des Kaufs
    - Vollkornnudeln oder Vollkornreis Meinung: Auch Vollkornprodukte enthalten viel Kohlenhydrate, sind also nicht unproblematisch. Nur die Resorption erfolgt langsamer.

    Verboten:
    - alles, was Industriezucker enthält
    - alle Teigwaren, die nicht auf Vollkornmehl basieren Meinung: Auch Vollkorn ist nicht unproblematisch, da kohlenhydratreich, kohlenhydratärmer ist Eiweißbrot.
    - Kartoffeln
    - Alkohol Meinung: Likör sollte komplett gemieden werden. Ein Whisky mit Cola light enthält keine Kohlenhydrate ist Diabetes-technisch unproblematisch. Auch ein! Glas trockener! Wein ist nicht schlimm. Alkohol enthält aber Kalorien und macht natürlich im Übermaß süchtig und schädigt die Leber.
    - Sirup, Honig Meinung: Ist halt der reine Zucker

    Und zum Schluß: Natürlich ist Bewegung bei Diabetes die beste Medizin. Zu Sport zählt für Ältere und Übergewichtige bereits ein täglicher Spaziergang, am besten nach dem (Abend)-Essen. Bei Übergewichtigen ist natürlich jedes Kilo Gewichtabnahme sinnvoll und senkt die Insulinresistenz.

    Lg
    Hape


    Bearbeitet von User am 08.05.2022 15:48:32. Grund: Ergänzung
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    am 08.05.2022 20:10:38 | IP (Hash): 442065111
    Hallo Hape,

    Deiner Verboten-Liste muss ich in einem Punkt widersprechen: Eiweißbrot! Das wird sogar von jeder Diabetesberatung empfohlen. Besser schmecken allerdings Eiweißbrötchen, und die lassen den BZ genau um 0 ansteigen.

    Gruß,
    Biggi
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    am 08.05.2022 23:06:21 | IP (Hash): 980570203
    Hallo Biggi,

    ich habe doch Eiweißbrot empfohlen und gesagt es sei besser als Vollkornbrot.
    Lg
    Hape