Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Keto-Diät als Typ2 Diabetiker?
-
am 11.06.2022 16:43:02 | IP (Hash): 1273851159
Hallo zusammen!
Ich bin neu hier und eher zufällig auf dieses Forum gestoßen. Da ich mal wieder meine Ernährung umstelle, wollte ich wissen ob sich hier jemand mit dem Thema KETO auskennt? Ich bin da auf ein gratis Buch gestoßen, was ich auf den ersten Blick gut gefunden habe und auch erste erfolge waren zu sehen. Jedoch steht/schwankt das Gewicht seit 2-3 Wochen und ich bin mir nicht sicher ob die Diät für Diabetiker geeignet ist. Hier der link zum Buch: https://bit.ly/3NHhm1t
Danke schonmal im Voraus -
am 11.06.2022 16:47:28 | IP (Hash): 1248232202
Ja, eine ketogen Ernährung ist für Typ2-Diabetiker hervorragend geeignet.
Bei bestimmten Medikamenten (Insuline, Sulfunylharnstoffe) muss die Dosis nach unten angepasst werden. Wenn du solche Diabetesmedikamente nimmst und zur selbständigen Anpassung nicht in der Lage bist, dann lass dich von deinem Arzt unterstützen. Ohne solche Medikamente brauchst du nichts weiter zu beachten.
Meine Empfehlung gilt allerdings nicht unbedingt für das verlinkte Buch. Ein Buch, bei dem auf der Titelseite nicht einmal ein Autor steht, wäre mir etwas suspekt. Die Erklärung auf der abgebildeten Rückseite des Buches klingt auch ziemlich laienhaft. Trotzdem könnte natürlich die Anleitung für die ketogene Ernährung im Buch gut und richtig sein. Ob du diesem Angebot vertraust, musst du für dich alleine entscheiden.
Alles Gute, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 11.06.2022 18:01:30. Grund: BBCodes -
am 11.06.2022 21:49:55 | IP (Hash): 980570203
Die Keto-Diät ist eines von zahlreichen kohlenhydratarmen Diäten, die im Prinzip alle für Diabetiker eher günstig sind. Insgesamt sind sie natürlich ein alter Hut, mit die erste ihrer Art war die Atkins-Diät.
Hier sind die einzelnen Low-Carb-Diäten eigentlich recht gut beschrieben: https://de.wikipedia.org/wiki/Low-Carb
Lg
Hape -
am 12.06.2022 06:06:16 | IP (Hash): 2088722310
ich muss Rainer zustimmen, irgend etwas kommt mir komisch vor.
Viele Bewertungen mit vollen Namen und Passbild.
Eine uralte Warnung sagt; gebe nie deine Adresse an wenn es nicht unbedingt erforderlich ist, wie zum Beispiel bei einen Versandhändler.
Hier kann jemand Adressen sammeln und an Agenturen verkaufen, die dann jede Menge Werbung verschicken.
Seit also vorsichtig, und der Schreiber kann auch jemand sein der euch auf diese Seite locken will.
-
am 12.06.2022 14:18:19 | IP (Hash): 1596631168
Hallo! Die Bewertungen zu dem Keto-Buch scheinen mir Fakes zu sein. ALLE mit vollem (Fantasie?)Namen und ALLE mit Passbild. Nur überschwängliche Kommentare, alle im gleichen Stil. Verdächtig ist auch, dass Datumsangaben fehlen. So erscheinen die Bewertungen jederzeit aktuell. Und es gibt offenbar überhaupt keine Möglichkeit, selbst eine Bewertung abzugeben. LG Zuckerhut
Bearbeitet von User am 12.06.2022 14:19:08. Grund: Ergänzung -
am 12.06.2022 15:19:35 | IP (Hash): 863314325
Die meiste Info hab ich bis jetzt im forum.lchf.de gefunden. Da auch den Grund, weswegen meine Abnahme in der Zeit damit auch zeitweise nicht so einfach gelaufen ist, wie ich das erwartet hatte: Ich hab auch damit noch gern zuviel gefressen ;)
Mit dem Einverleiben nicht erst bei satt aufhören, sondern schon bei unhungrig, war auch für mich die passende Lösung :)
Wo son Buch ja Geld kostet, die Bücher einstweilen aber für Umme versandt werden, frag ich mich, wie die Rechnung für den Matthias aufgehen kann?
----------------------------------------------
Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 12.06.2022 15:20:34. Grund: . -
am 12.06.2022 18:30:32 | IP (Hash): 940799145
Dass Dein Gewicht steht / schwankt, ist vollkommen normal. Dein Körper ist keine Maschine, bei der Du den wöchentlichen Gewichtsverlust auf der Waage exakt vorhersagen kannst. Einige Dinge Du die bedenken solltest, bevor Du ins Verzweifeln gerätst: Wie viele Kalorien nimmst Du zu Dir? Sind die alle einberechnet in Deiner Statistik (sofern Du Kalorien zählst) oder hast Du Dich verschätzt? Treibst Du Sport? Dann könnte es auch ein Zuwachs an Musklemasse sein. Darminhalt, Wasser/-Glykogeneinlagerungen in den Muskeln und auch der weibliche Zyklus kommen in Frage. Ich rate Dir sowieso eher dazu in regelmäßigen Abständen das Maßband um die Taille zu legen (sofern da das Zuviel liegt) und den Waagen-Wert zu vergessen (gilt vor allem wenn Du Sport treibst / Muskelaufbau betreibst).
Nicht verzweifeln, das wird schon 🙂
Bearbeitet von User am 12.06.2022 18:34:49. Grund: Pop -
am 12.06.2022 18:35:58 | IP (Hash): 940799145
Helmuth schrieb:
ich muss Rainer zustimmen, irgend etwas kommt mir komisch vor.
Viele Bewertungen mit vollen Namen und Passbild.
Eine uralte Warnung sagt; gebe nie deine Adresse an wenn es nicht unbedingt erforderlich ist, wie zum Beispiel bei einen Versandhändler.
Hier kann jemand Adressen sammeln und an Agenturen verkaufen, die dann jede Menge Werbung verschicken.
Seit also vorsichtig, und der Schreiber kann auch jemand sein der euch auf diese Seite locken will.
Helmuth hat absolut recht. Ich wäre bei Shortener-URLs sowieso immer vorsichtig. -
am 28.08.2022 20:32:34 | IP (Hash): 832227783
Lieber Rainer, liebe Community,
der Vollständigkeit halber möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass eine Keto-Diät zwar gut geeignet ist, um die Symptome von Typ-2 Diabetes (Intoleranz ggü. Kohlenhydraten) zu behandeln, aber keinesfalls eine gute Methode ist, um Diabetes an der Wurzel zu "packen". Schlimmer noch, eine Keto-Diät erhöht die Intoleranz ggü. Kohlenhydraten und den daraus resultierenden hohen Blutzucker noch. Dies konnte in anerkannten Studien wie dieser hier eindrucksvoll bewiesen werden: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28112681/
Eine optimale Ernährung wäre eine vollwertige, pflanzenbasierte (vegan) Ernährung, die aus vielen Ballaststoffen (Vollkorn), Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten und Samen besteht. (Nachzulesen unter anderem hier: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20425575/ )
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Einen schönen Abend in die Runde! -
am 28.08.2022 21:33:54 | IP (Hash): 1410834155
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
Schlimmer noch, eine Keto-Diät erhöht die Intoleranz ggü. Kohlenhydraten und den daraus resultierenden hohen Blutzucker noch.
Und wozu brauchen wir KHs?
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 28.08.2022 21:48:45 | IP (Hash): 832227783
Der Mensch braucht keine Kohlenhydrate per-se (da nicht essentiell). An dem Konsum von Kohlenhydrate hängen aber auch viele wichtige und gesunde Ballaststoffe, die für die allgemeine Gesundheit des Menschen (Stichwort Mikrobiom) nicht zu unterschätzen sind.
Eine Keto-Diät ist sehr erfolgreich bei Typ 2 Diabetes, WENN man sie ein Leben lang durchziehen kann und auch so lange auf all die kohlenhydrat-haltigen Lebensmittel verzichten kann/will. Sie heilt aber eben nicht die eigentliche Ursache der Diabetes und somit besteht die große Gefahr, dass bei dem Abbruch der Keto-Diät die Insulinresistenz noch stärker ausgeprägt ist als vorher.
Und da es eine Alternative gibt (vollwertige, pflanzenbasierte und fettreduzierten Ernährung), die am Kern des Problems ansetzt, halte ich persönlich die Keto-Diät als nicht empfehlenswert. Wissenschaftliche Studien scheinen dies zu bestätigen. (siehe bspw. hier: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18481955/ ) -
am 28.08.2022 22:08:18 | IP (Hash): 1410834155
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
Sie heilt aber eben nicht die eigentliche Ursache der Diabetes
Und was ist die eigentliche Ursache, und wie heilt Deine Vorzugsernährung die?
Nachfrage:
Und was passiert, wenn der Mensch mit Typ 2 Deine Vorzugsernährung verlässt?
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 28.08.2022 22:17:08. Grund: Nachfrage -
am 29.08.2022 07:06:54 | IP (Hash): 929424554
Ich halte eine Diät, welche auch immer und bes. die Keto für Unsinn, da habe ich mich schon schwer gestritten mit Rrainer (du kennst mich als Elfe).
Bei Hauptmahlzeiten sind die Sättigungsbeilagen die Kohlenhydratträger, ich selber komme mit 4 ganz gut hin. Daß man Nascherreien bleiben lässt, versteht sich von selbst. Ich mag überhaupt nix süßes mehr, viel zu süß, lieber herhaft.
Bearbeitet von User am 29.08.2022 07:08:00. Grund: Korrektur -
am 29.08.2022 08:10:03 | IP (Hash): 832227783
Lieber Jürgen,
ich würde mich sehr über einen kontroversen und fakten-basierten Austausch freuen.
Bisher lese ich leider nur sehr schnippische, kurze Fragen, die ich aber trotzdem gerne beantworten möchte:
Die Ursache von Diabetes bzw. einem zu hohem Blutzucker ist Insulinresistenz. Die Insulinresistenz ist hervorgerufen durch Fettakkumulation.
Wie würden man dieser Ursache nun begegnen? Mit einer fettreduzierten oder einer vor Fett strotzenden Diät? Ich glaube Du kannst Dir die Antwort selbst herleiten und auch die Wissenschaft belegt das:
"Insulin resistance is caused by lipid accumulation within muscle and liver cells that typically begins many years before the diagnosis of type 2 diabetes. This lipid accumulation is highly responsive to diet changes. High-fat diets downregulate the genes required for mitochondrial oxidative phosphorylation in skeletal muscle (25). High-fat diets also appear to disrupt the normal intestinal barrier to bacterial endotoxins that, entering the bloodstream, may disrupt glucose oxidation processes (26). The effects of changes in fat intake on glycemic control can be observed, not only after long-term interventions, but after single meals; high-fat meals can cause postprandial elevations in plasma glucose that can remain high for a long period of time (27)."
und weiter
"These findings suggest that low-fat, plant-based (especially vegan) diets improve glycemic control because of their ability to reduce lipid accumulation in muscle and liver, in addition to their effects on body weight."
(https://academic.oup.com/advances/article/12/6/2045/6296092?login=false)
Um Deine zweite Frage noch zu beantworten:
Wenn man die vollwertige, fettreduzierte und pflanzenbasierte Ernährung verlässt und sich wieder "schlecht" ernährt, wird die Insulinresistenz zurückgekommen. Allerdings langsam und schleichend und nicht mit dem Hammer und schlimmer als vorher, wie dies bei der Keto-Diät der Fall wäre.
In Richtung Sabine:
Dass eine Diät helfen kann Diabetes Typ 2 zu behandeln und sogar zu heilen ist wissenschaftlich mittlerweile unumstritten und mehrfach belegt. Hier muss also jeder selbst entscheiden, ob er lieber täglich Medikamente zu sich nehmen möchte oder über eine gut geplante Diät seine Krankheit in den Griff bekommen möchte.
-
am 29.08.2022 09:50:07 | IP (Hash): 1994271761
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
Lieber Jürgen,
ich würde mich sehr über einen kontroversen und fakten-basierten Austausch freuen.
Bisher lese ich leider nur sehr schnippische, kurze Fragen, die ich aber trotzdem gerne beantworten möchte:
Die Ursache von Diabetes bzw. einem zu hohem Blutzucker ist Insulinresistenz. Die Insulinresistenz ist hervorgerufen durch Fettakkumulation.
Liebe Evidenzasierte_Ernährung.
ich hatte einfache, kurze Fragen zur Sache gestellt. Sorry, wenn das als schnippisch rübergekommen ist.
Du hast keinen Diabetes, nehme ich an. Der theoretischen Evidenz, die Du zitierst, setze ich meine konkrete praktische Erfahrung mit Diabetes Typ 2 entgegen:
Ich habe vor 8 Jahren meine Leber entfettet nach Taylor. Nach 1 Woche im Programm und noch keinem nennenswerten Gewichtsverlust hat sich mein Basal-Bedarf an Insulin von einem Tag auf den anderen von 40 auf 10 Einheiten pro Tag verringert.
Da sich weder die Menge noch die Qualität meiner Fettzellen in den paar Tagen geändert hat, aber meine Insulinempfindlichkeit um ein erhebliches Vielfaches gewaltig gesteigert, muss die alte Theorie einen gewaltigen Haken haben. Und dazu noch einen zweiten!
Denn ich habe dann noch ein paar Wochen in dem Programm weitergemacht und 25 kg abgeschmolzen. Mehr als ein Viertel meines Ausgangsgewichts - und keine Einheit weniger Insulin pro Tag gebraucht, als nach der schlagartigen Verringerung des Basal-Bedarfs am Anfang der zweiten Woche.
Wo war die immens gesteigerte Insulinempfindlichkeit geblieben, die nach der alten Theorie, die Du für evident hältst, direkt an das Gewicht gekoppelt ist?
Ich habe zu Anfang meiner Diabetes Karriere in 91 auch mal viel abgenommen und gleichzeitig eine gewaltige Verbesserung meines BZ bis zur völligen Normalisierung erlebt.
Diese erste Erfahrung hatte damals für mich den kausalen Zusammenhang von Gewicht und Insulinempfindlichkeit voll bestätigt. Auf die Idee, dass es sich dabei um wissenschaftlich aufbereitete Koinzidenz handeln könnte, bin ich erst später gekommen.
Jetzt finde ich, dass die plötzlichen BZ-Normalisierungen 1 Woche nach bariatrischen OPs und nach den unblutigen nach Taylor so wie meine ganz gut dazu passen.
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 29.08.2022 11:07:41 | IP (Hash): 832227783
Besten Dank für den Beitrag. Damit kann man doch arbeiten.
Zunächst muss man natürlich auch sagen, dass Ernährung und Diabetes ein hoch-komplexes und auch individuelles Thema ist. Deine persönliche, praktische Erfahrung mag für Dich natürlich höchst-relevant sein, ist aber für die breite Masse überhaupt nicht aussagekräftig. Dafür braucht es einfach randomisierte, klinische Studien mit Kontrollgruppe (auf die ich mich bei meinen Aussagen beziehe).
Nun zu einigen Details:
(1) Mit Deiner Leberentfettung nach Taýlor bestätigst Du doch gerade meine Aussagen. Denn Insulinresistenz durch zu fetthaltige Ernährung macht sich bereits nach der ersten Mahlzeit positiv/negativ bemerkbar. Es freut mich also, dass Du damit so gute Ergebnisse erzielt hast.
(2) Du musst mich missverstanden haben in Bezug auf meine empfohlene Diät. Auch wenn mit einer solchen Diät sicherlich ein Gewichtsverlust und andere gesundheitlich positive Faktoren zusammenkommen, so ist der positive Effekt auf die Insulinresistenz unabhängig vom Gewichtsverlust.
Wie Du hier sehen kannst, ist ein positiver Effekt einer vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung sogar bei gleichbleibendem Körpergewicht zu erkennen: https://academic.oup.com/ajcn/article-abstract/32/11/2312/4692116?login=false
Was heißt das für die Praxis? Es bedeutet in erster Linie, dass man nicht Kalorien zählen muss oder seine Mahlzeiten reduzieren muss, sofern man sich an gesunde und vollwertige, pflanzenbasierte Lebensmittel hält. Man kann sich praktisch den Bauch vollschlagen. Einigen Studienteilnehmer ist es nicht gelungen genug zu essen, um das Körpergewicht zu halten.
Fazit: Bei einer Ernährungsumstellung spielen viele Faktoren zusammen und es mag zu individuell unterschiedlichen Ergebnissen führen. In Summe sagt die Studienlage aber aus, dass eine vollwertige, pflanzenbasierte, fettreduzierte Diät die größte Aussicht auf Erfolg hat.
-
am 29.08.2022 13:00:07 | IP (Hash): 1994271761
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
praktische Erfahrung mag für Dich natürlich höchst-relevant sein, ist aber für die breite Masse überhaupt nicht aussagekräftig. Dafür braucht es einfach randomisierte, klinische Studien mit Kontrollgruppe (auf die ich mich bei meinen Aussagen beziehe).
Wo einfache praktische Erfahrung - und die zusammen mit den bariatrischen OPs weltweit zunehmend millionenfach - diametral den aus "Deinen" Studien abgeleiteten Schlüssen widerspricht, wär’s vielleicht mal an der Zeit das Design der Studien zu überprüfen?
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
(1) Mit Deiner Leberentfettung nach Taýlor bestätigst Du doch gerade meine Aussagen. Denn Insulinresistenz durch zu fetthaltige Ernährung macht sich bereits nach der ersten Mahlzeit positiv/negativ bemerkbar. Es freut mich also, dass Du damit so gute Ergebnisse erzielt hast.
VLCD war mein Rezept für die Leberentfettung, also VLCD = Very Low Caloric/e Diet = 600-800 kcal pro Tag, bei mir mit völlig normalem Essen in 3 Micro-Portionen auf den Tag verteilt.
Nach wenigen Wochen bin ich dann immer mehr zu Keto übergegangen und für die folgenden fast 3 Jahre bei völlig gleichbleibend niedrigem Insulinbedarf dabei geblieben.
Nach Deiner Theorie hätte ich damit die Entfettung sofort wieder zunichte gemacht, also sofort wieder mehr Insulin brauchen müssen. Warum hab ich nicht?
Und Du weißt schon, dass Fetteinlagerungen in der Leber, die dort ja generell nicht hingehören, sondern in die Schwimmhilfen, in aller Regel aus Glukose kommen und am liebsten aus Fruktose?
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
(2) Du musst mich missverstanden haben in Bezug auf meine empfohlene Diät. Auch wenn mit einer solchen Diät sicherlich ein Gewichtsverlust und andere gesundheitlich positive Faktoren zusammenkommen, so ist der positive Effekt auf die Insulinresistenz unabhängig vom Gewichtsverlust.
Wie Du hier sehen kannst, ist ein positiver Effekt einer vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung sogar bei gleichbleibendem Körpergewicht zu erkennen: https://academic.oup.com/ajcn/article-abstract/32/11/2312/4692116?login=false
Was heißt das für die Praxis? Es bedeutet in erster Linie, dass man nicht Kalorien zählen muss oder seine Mahlzeiten reduzieren muss, sofern man sich an gesunde und vollwertige, pflanzenbasierte Lebensmittel hält. Man kann sich praktisch den Bauch vollschlagen. Einigen Studienteilnehmer ist es nicht gelungen genug zu essen, um das Körpergewicht zu halten.
Kern der weit überwiegenden Mehrzahl aller Studien zur Verbesserung der IR bei Typ 2 ist die erhebliche Gewichtsverringerung. Denn IR ist fachoffiziell als Folge von zuviel Fetteinlagerungen nicht nur in der Leber definiert, sondern überall im Organismus.
Bitte nicht missverstehen: Ich will Dir Dein Futter nicht madig machen und auch nicht Deinen Glauben daran für Deine Gesundheit. Mein Widerspruch richtet sich lediglich gegen Dein Rezept als Mittel zur Heilung von Typ 2
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 29.08.2022 16:19:12 | IP (Hash): 832227783
hjt_Jürgen schrieb:
Wo einfache praktische Erfahrung - und die zusammen mit den bariatrischen OPs weltweit zunehmend millionenfach - diametral den aus "Deinen" Studien abgeleiteten Schlüssen widerspricht, wär’s vielleicht mal an der Zeit das Design der Studien zu überprüfen?
Ich bleibe dabei meine Aussagen idealerweise auf qualitativ hochwertige Studien zu beziehen. Solange Du mir nicht eine Studie lieferst, die meinen Aussagen widerspricht bzw. Deine Aussagen unterstützt, brauche ich an der Stelle nicht weiter diskutieren. Dann drehen wir uns nämlich im Kreis und befinden uns bei "Tratsch und Klatsch".
hjt_Jürgen schrieb:
VLCD war mein Rezept für die Leberentfettung, also VLCD = Very Low Caloric/e Diet = 600-800 kcal pro Tag, bei mir mit völlig normalem Essen in 3 Micro-Portionen auf den Tag verteilt.
Nach wenigen Wochen bin ich dann immer mehr zu Keto übergegangen und für die folgenden fast 3 Jahre bei völlig gleichbleibend niedrigem Insulinbedarf dabei geblieben.
Nach Deiner Theorie hätte ich damit die Entfettung sofort wieder zunichte gemacht, also sofort wieder mehr Insulin brauchen müssen. Warum hab ich nicht?
Na weil Du keine Kohlenhydrate zu Dir genommen hast. Habe ja bereits geschrieben, dass die Keto-Diät prinzipiell Erfolg hat aber eben nur oberflächlich indem die Auslöser (Kohlenhydrate) vermieden werden und nicht in dem die Kernursache (Insulinresistenz) behandelt wird.
hjt_Jürgen schrieb:
Und Du weißt schon, dass Fetteinlagerungen in der Leber, die dort ja generell nicht hingehören, sondern in die Schwimmhilfen, in aller Regel aus Glukose kommen und am liebsten aus Fruktose?
Ja, und? Was tut dies in der aktuellen Situation zur Sache? Fetthaltige Lebensmittel wirken sich direkt und mittelbar auf die Insulinresistenz des Körpers aus.
hjt_Jürgen schrieb:
Kern der weit überwiegenden Mehrzahl aller Studien zur Verbesserung der IR bei Typ 2 ist die erhebliche Gewichtsverringerung. Denn IR ist fachoffiziell als Folge von zuviel Fetteinlagerungen nicht nur in der Leber definiert, sondern überall im Organismus.
Wie gesagt, es gibt neben dem Gewicht einige weitere Faktoren die eine Rolle spielen. Aber Gewichtsabnahme kann sicherlich nur helfen.
-
am 29.08.2022 17:56:07 | IP (Hash): 1994271761
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
Ich bleibe dabei meine Aussagen idealerweise auf qualitativ hochwertige Studien zu beziehen. Solange Du mir nicht eine Studie lieferst, die meinen Aussagen widerspricht bzw. Deine Aussagen unterstützt, brauche ich an der Stelle nicht weiter diskutieren. Dann drehen wir uns nämlich im Kreis und befinden uns bei "Tratsch und Klatsch".
Jede bariatrische OP widerlegt mit der Normalisierung des BZ 1 Woche danach alle Deine Studien!
Denn alle Deine Studien gehen von der Grundannahme aus, dass sich eine IR mit der Zeit als Eigenschaft aller Zellen des Organismus aufbaut. Und ebenso kann sie auch nur mit der Zeit wieder abgebaut werden. Für von einem Tag auf den anderen komplett ausschalten gibt es da überhaupt keine Möglichkeit.
Wenn man jetzt konservativ die IR als gewachsene Zelleigenschaft weiter durchhalten will, haben wir wenigstens seit Kellyanne Conway die weltweit anerkannte Möglichkeit, die zuverlässig "im Wochentakt" nach den OPs eintretenden Normalisierungen als alternative Fakten zu sehen und uns davon aber in unserem gewohnten Umgang mit Studien nicht stören zu lassen ;)
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 01.09.2022 13:46:56 | IP (Hash): 72970431
Danke @evidenzbasierte Ernährung!
die insulinresistenz wird vor allem von zu viel körperfett ausgelöst oder at least begünstigt. viel körperfett = viele fettsäuren im blut. An dieser STelle übernimmt jetzt der Fettstoffwechsel den Dominanten Part, weil ja der Körper jetzt beständig damit Beschäftigt ist, die aus den Fettzellen ins blut gespuckten fettsäuren abzutransportieren. dadurch verschlechtert sich die wirksamkeit von insulin, weil der kohlenhydratstoffwechsel im umkehrschluss unterdrückt wird, also: fettstoffwechsel auf hochtouren = schlapper Kohlenyhdratstoffwechsel. wenn der bz-spiegel also letztendlich ein permanentes hoch erlebt, kann eine Low-carb-ernährung helfen, erst einmal die ganzen fettsäuren zu verbrennen. wenn wir dann aber abnehmen, die sensivität ggü insulin also sich verbessert, und bei low-carb bleiben und uns fettreich ernähren, haben wir Ja aber genau das gleiche Problem nämlich dieses, dass der körper wieder bevorzugt fettsäuren und keine kohlenhydrate verbrennt also das pendel kh-stoffwechsel - fett-stoffwechsel wieder aus den Fugen gerät. das ergebnis nennt sich physiologische ir.
Das Erklärt auch, warum veganer und Vegetarier oft eine sehr viel Bessere Sensitivität betreffend insulin haben. Trotz vielen Khs in der Nahrung.
Bearbeitet von User am 01.09.2022 13:51:28. Grund: ausgebessert -
am 01.09.2022 17:03:32 | IP (Hash): 997249249
Leia_Cake schrieb:
die insulinresistenz wird vor allem von zu viel körperfett ausgelöst oder at least begünstigt. viel körperfett = viele fettsäuren im blut. An dieser STelle übernimmt jetzt der Fettstoffwechsel den Dominanten Part, weil ja der Körper jetzt beständig damit Beschäftigt ist, die aus den Fettzellen ins blut gespuckten fettsäuren abzutransportieren. dadurch verschlechtert sich die wirksamkeit von insulin, weil der kohlenhydratstoffwechsel im umkehrschluss unterdrückt wird,
Dann kannst Du mir ja vielleicht meine Frage beantworten, wie die Normalisierung des Nüchternzuckers von 1 Tag auf den anderen 1 Woche nach bariatrischer OP oder VLCD kommt, wenn vom Körperfett praktisch noch NICHTS verringert ist?
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 02.09.2022 09:14:57. Grund: . -
am 02.09.2022 08:30:43 | IP (Hash): 72970431
Unter Bedachtnahme, dass eine bariatrische OP Teil der chirurgischen Intervention im Sinne der Adipositas-Therapie ist, würde ICH von folgendem Sachverhalt ausgehen: Die schwer(st)gewichtigen Patienten verbrennen angesichts ihres hohen Körpergewichtes schon in Ruhe, also ohne jegliche Bewegung, im Schnitt zwischen 2.700 und 3.500 Kalorien verbrennen. Nach der OP ist der Magen ja entsprechend kleiner. Dementsprechend ist die Menge an Nahrungszufuhr sehr viel gemäßigter als zuvor mit 200 oder 250 kg (oder sogar noch etwas mehr). Daher spazieren letzlich auch nicht so viele Kalorien in die, wie Du einst so schön sagtest, Futterluke herein. Selbiges gilt selbstverständlich auch für VLCD.
Gehen wir davon aus, dass sich die Patienten nach ihrer OP und - angenommen! - auch der andere Patient mit VLCD kaum bewegen kann bzw. bewegt, jedoch im Schnitt z.B. 800 Kalorien aufnimmt, haben wir ein kcal-Defizit von um 2.000 aufwärts. Über eine Woche aufsummiert, sind das etwa 13.000 Kalorien und damit zwischen 1,5 und 3 kg Körperfett das da verloren ging. Nun hat sich da tatsächlich noch nicht viel verändert. ABER, und das ist meine Annahme, würde ich davon ausgehen, dass das Fett an den inneren Organen, wobei vor allem die Leber von Interesse ist, geschmolzen ist. Dies auch unter Bedachtnahme der gängigen Behauptung, dass intraabdominelles Körperfett gleich zu Beginn der individuellen Lebensstiländerung oder diätetischen Intervention bevorzugt verbrannt wird.
Bearbeitet von User am 02.09.2022 08:39:22. Grund: . -
am 02.09.2022 09:18:51 | IP (Hash): 1499616628
Wie schon im anderen Fred geschrieben:
Die Typ 2 Fehlsteuerung der Leber nimmt nicht mit dem Grad der Verfettung zu, sondern ist davon unabhängig: Bei den einen schon bei 20%, hat Taylor gemessen, und bei den anderen erst bei 80. Und auch bei denen bei 80 reicht wie bei denen mit 20% 1 Woche VLCD (unblutige bariatrische OP) zum Normalisieren des morgendlichen Nüchternzuckers:
So kurzfristig und plötzlich von einem Tag auf den anderen geht nix zu verringern, das sich über Jahre ein- und ausgewachsen hat.
Ergänzung:
Dazu kommt, dass nicht alimentäres Fett den bevorzugten Ansatz zu Leberfett macht, sondern Glukose, wie ja am Beispiel Alkohol mehr als deutlich ist!
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 02.09.2022 09:22:07. Grund: Ergänzung -
am 02.09.2022 09:52:21 | IP (Hash): 395436417
Lieber Jürgen,
ich habe zwar immernoch keine Fakten und Quellen Deinerseits gesehen oder bekommen, die Deine Aussagen belegen, aber möchte Dir zumindest auf den Effekt der Bypass-OP antworten. Es wird vermutet, dass die OP einen hohen Einfluss auf das Inkretin-System (Hormone) hat, das sich positiv auf Diabetes auswirkt. Neben dem hohen Gewichtsverlust ist also diese hormonelle Umstellung der größte Hebel einer Bypass-OP. Nachzulesen bspw. hier: https://academic.oup.com/jcem/article/93/7/2479/2598409?login=false
Was diese ganze Diskussion jetzt aber damit zu tun hat, dass eine vollwertige, pflanzenbasierte und fettreduzierte Ernährung die beste (nicht die einzige!) Diät für den Menschen und insb. für Diabetiker ist, erschließt sich mir nicht.
Ich für meinen Teil ernähre mich lieber gesund als eine Bypass-OP durchführen zu lassen.
Beste Grüße! -
am 02.09.2022 10:23:24 | IP (Hash): 72970431
Liebe Evidenzbasierte_Ernährung,
zuerst einmal: Wie darf man Dich mit Namen nennen? ;)
Zweitens: Woher weißt Du so viel über das Thema? Hast Du studiert?
Veganer und Vegetarier machen aus Stoffwechselsicht einiges richtig. Typischerweise sind sie trotz - oder gerade wegen - ihrer High-Carb-Ernährung auch insulinsensitiver als überwiegend Carnivor lebende Zeitgenossen, die sich überdies zusätzlich dank anderer Lebensmitteln fettreich ernähren. Siehe hier: https://edubily.de/blogs/ratgeber/kohlenhydratstoffwechsel-einfach-erklart
https://edubily.de/blogs/ratgeber/keto-diat-was-gegen-eine-ketogene-diat-spricht -
am 02.09.2022 10:44:35 | IP (Hash): 1499616628
Gleich zu Anfang Deines Links kannst Du schön sehen, wie die Profis sich um die Frage drücken, die die Normalisierung des morgendlichen Blutzuckers von einem Tag auf den anderen NACH EINER WOCHE stellt: Wie passt das zur populistischen Fettresistenz?
Ganz einfach: Statt da gleich zu messen, warte man einfach weitere 3 Wochen, in denen dann auch messbare Kilos abgeschmolzen sind. Und dann kann man selbstverständlich auch die Veränderungen nachweisen, die man dann nachweisen will, damit es in das gute alte Erklärschema passt :)
Die Diskussion hast Du mit der sachlich unzutreffenden (s.o.) Begründung Deiner Ernährungs-Bewertung ausgelöst. Und mit der Bewertung, dass Deine die beste sei, denn beste geht halt nur einzig. Es mag viele gute geben, aber es kann nur eine beste geben: Der Superlativ markiert nun mal die Spitze und kein Hochplateau.
Und wer auf ketogen steht, und damit erwiesen gesund und munter lebt und auf diese Weise gut mit seinem Diabetes auskommt, hätte aus meiner Sicht einem Deinem gleichwertigen Anspruch auf die beste Ernährung ;)
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 15.03.2023 11:34:15 | IP (Hash): 238684236
Ist schon eine Weile her dieser Fred,
aber falls der evidenzbasierte User noch da ist:
Was sagst Du zu den evidenzbasierten Darstellungen von:
Dr. Jason Fung,
Dr. David Unwin,
Dr. Benjamin Bikman
?
Die meisten Infos sind kostenfrei per YouTube erhältlich. Dr. Fung hat 3 Bücher geschrieben, Dr. Bikman eines. Die müsstest Du halt kaufen. Alle sind gut zu lesen und jede einzelne Aussage in den Büchern ist mit Studien und Metastudien belegt.
Alle 3 sind anerkannte und weltweit geachtete Experten zum Thema Diabetes Typ2 und ernährungsbedingter Revision desselben.
In den Büchern von Fung und Bikman werden all die Mythen zum Thema fettreduziert und weg vom Fleisch widerlegt. Dr. Unwin behandelt T2D seit 2012 mit LC und empfiehlt Fett anstatt es zu verteufeln.
Dr. Bikman ist Professor und sieht eine vegane Ernährung im Zusammenhang mit Diabetes Typ 2 sogar grundsätzlich als sehr schädlich Entwicklung an. Die pflanzlichen Fette sieht er sogar als eine zu meidende Ernährungskomponente.
Einem trockenen Alkoholiker empfiehlt man auch nicht, er könne jetzt wieder trinken, er sei ja trocken. Ebensowenig kann man einem T2D empfehlen, er solle jetzt wieder in sein altes kohlenhydratreiches Leben zurück kehren, seine Werte seien ja gerade so gut. Was passiert belegen die Langzeitdaten von Dr. Unwin. Der T2D kommt wieder, wenn die KH hochgefahren werden. -
am 15.03.2023 23:01:35 | IP (Hash): 288206772
Mitglied schrieb:
Nun hat sich da tatsächlich noch nicht viel verändert. ABER, und das ist meine Annahme, würde ich davon ausgehen, dass das Fett an den inneren Organen, wobei vor allem die Leber von Interesse ist, geschmolzen ist. Dies auch unter Bedachtnahme der gängigen Behauptung, dass intraabdominelles Körperfett gleich zu Beginn der individuellen Lebensstiländerung oder diätetischen Intervention bevorzugt verbrannt wird.
Genau das ist der von Prof Taylor nachgemessene "Trick": Mit dem Abschmelzen vom Leberfett infolge VLCD mit oder ohne bariatrische OP verringert sich das Leberfett individuell genau um die Menge, mit der der Prozess der Ausgabe aus der Leber von Glukose und Insulin wieder zurück in den gesunden Rahmen kippt. Das betrifft nach 1 Woche ausschließlich den Basal-Verlauf. Übrigens mit weniger Insulin als vorher mit dem zu hohen BZ! Für den sind keine Inkretine zuständig.
Inkretine sind Darmhormone, die Insulin bestellen, wenn neue Glukose die Dünndarmwand auf dem kurzen Weg in die Leber passieren. Die kommen 5-6 oder auch 7 Wochen weiter zum Zug. Denn dann ist auch der Pankreas so weit entfettet, dass er auf die Inkretin-Anforderung wieder passend rausgibt. Auch weniger, als vorher für den zu hohen BZ!
Wichtig für’s Zurückkippen in den gesunden Rgelprozess ist offenbar nicht ein allgemeiner Verfettungsgrad, bei der einen um 20% und beim anderen mehr als 80%, und die meisten mit Fettlebern haben und entwickeln auch überhaupt keine IR oder Diabetes.
Wichtig für’s Zurückkippen scheint offenbar die plötzliche Aktion, mit der dem Typ 2, wer auch immer das konkret ist, keine Möglichkeit bleibt, das Kaloriendefizit aus weiter entfernteren Speichern auszugleichen.
Diese Möglichkeit lassen in aller Regel Fung & Kollegen. Das will nicht sagen, dass der gesündere BZ-Verlauf, den man mit Hilfe ihrer Empfehlungen erreicht, kein Gewinn wäre. Nur lassen sie und ihr deutscher Kollege Riedel die Möglichkeit der kompletten Remission halt allenfalls zufällig erreichen :(
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. -
am 21.03.2023 11:01:06 | IP (Hash): 72970431
@keineAhnung: Die Frage, ob Low Carb/High Fat oder High Carb/Low Fat zu empfehlen ist, ist abhängig vom Kontext, sprich individuell. Wer z.B. übergewichtig ist, kommt ja tendenziell eher aus dem Lager mit geringer Insulinsensitivität, weil der Körper beständig damit beschäftigt ist, die Fettsäuren, die aus den Fettzellen gespuckt werden (sog. Spill over) aus dem Blut abzutransportieren. Das macht einen aktiven Fettstoffwechsel, welcher dann die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten unterdrückt. Ergebnis: Insulinresistenz. Was können wir dagegen tun? Fett verlieren. Dabei ist erst einmal zweitrangig, WIE das geschieht.
Vor ein paar Jahren hieß es dazu plötzlich mal in einem Beitrag, eine niedrigkalorische Reisdiät könne Diabetes heilen. Ursächlich für die grundlegende Verbesserung des BZ dieser Probanden war aber natürlich nicht der Reis, sondern die geringe Anzahl an zugeführten Kalorien, die dann über einen gewissen Zeitraum zu einem Fettverlust geführt hat. Wer aber nichts gegen das zu viel an Schwimmhilfen tut oder die Fettzellen nicht zumindest fit hält, ist erst einmal gut damit beraten, weniger Kohlenhydrate zu verzehren und auf eine fleischbasierte Ernährung umzusteigen.
Wer aber einen normalen KFA hat und sich regelmäßig bewegt, braucht vor Kohlenhydraten erst einmal keine Angst haben. Mehr noch macht dann eine fettreduzierte, ballaststoffreiche und kh-betonte Ernährung mit viel Omega 3 Sinn. Bei Diabetes ist das ganze natürlich schwerer, weil die BZ-Werte 24/7 so weit wie möglich im gesunden Rahmen gehalten werden sollten. Das geht mit LC bei vielen natürlich sehr viel besser als mit Brot, Nudeln und Reis.
Es gibt aber durchaus Ärzte, die auch bei Diabetes zwecks Verbesserung von Insulinsensitivität und BZ-Werten eine kh-betonte, fettreduzierte Ernährung empfehlen. EIn eher diffiziles Thema also.
Bearbeitet von User am 21.03.2023 11:03:25. Grund: . -
am 21.03.2023 11:09:30 | IP (Hash): 72970431
hjt_Jürgen schrieb:
Genau das ist der von Prof Taylor nachgemessene "Trick": Mit dem Abschmelzen vom Leberfett infolge VLCD mit oder ohne bariatrische OP verringert sich das Leberfett individuell genau um die Menge, mit der der Prozess der Ausgabe aus der Leber von Glukose und Insulin wieder zurück in den gesunden Rahmen kippt. Das betrifft nach 1 Woche ausschließlich den Basal-Verlauf. Übrigens mit weniger Insulin als vorher mit dem zu hohen BZ! Für den sind keine Inkretine zuständig.
Inkretine sind Darmhormone, die Insulin bestellen, wenn neue Glukose die Dünndarmwand auf dem kurzen Weg in die Leber passieren. Die kommen 5-6 oder auch 7 Wochen weiter zum Zug. Denn dann ist auch der Pankreas so weit entfettet, dass er auf die Inkretin-Anforderung wieder passend rausgibt. Auch weniger, als vorher für den zu hohen BZ!
Wichtig für’s Zurückkippen in den gesunden Rgelprozess ist offenbar nicht ein allgemeiner Verfettungsgrad, bei der einen um 20% und beim anderen mehr als 80%, und die meisten mit Fettlebern haben und entwickeln auch überhaupt keine IR oder Diabetes.
Wichtig für’s Zurückkippen scheint offenbar die plötzliche Aktion, mit der dem Typ 2, wer auch immer das konkret ist, keine Möglichkeit bleibt, das Kaloriendefizit aus weiter entfernteren Speichern auszugleichen.
Diese Möglichkeit lassen in aller Regel Fung & Kollegen. Das will nicht sagen, dass der gesündere BZ-Verlauf, den man mit Hilfe ihrer Empfehlungen erreicht, kein Gewinn wäre. Nur lassen sie und ihr deutscher Kollege Riedel die Möglichkeit der kompletten Remission halt allenfalls zufällig erreichen :(
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass IR und Fettleber in der Regel miteiander assoziiert sind und IR dazu führt, dass die Leber und auch andere Organe verfetten. Deswegen ist bei einer verfetteten Leber ein Fettverlust durch kalorienreduzierte Ernährung der wichtigste Eckpfeiler wenn es darum geht, dass die Leber (und andere Organe) wieder ihren normalen Dienst aufnehmen können sollen. Deswegen werde ich nicht müde, das immer und immer wieder zu erwähnen.
Bearbeitet von User am 21.03.2023 11:10:02. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 21.03.2023 22:16:50 | IP (Hash): 1128509157
Mitglied schrieb:
...dass die Leber und auch andere Organe verfetten. Deswegen ist bei einer verfetteten Leber ein Fettverlust durch kalorienreduzierte Ernährung der wichtigste Eckpfeiler wenn es darum geht, dass die Leber (und andere Organe) wieder ihren normalen Dienst aufnehmen können sollen. Deswegen werde ich nicht müde, das immer und immer wieder zu erwähnen.
Da sagen wir doch beide praktisch dasselbe, oder?
Und damit noch mal zurück zum Eingangs-Thema "ketogene Ernährung". Nach meiner erstaunlich erfolgreichen Leberentfettung und dem anschließenden Abschmelzen von 25 kg hab ich ja mehrere Jahre ketogen gelebt, dann zum Ausprobieren mehrere Monate High Carb Low Fat nach Dr. Barnard und seitdem Low Carb, weil sich’s für mich am einfachsten erweist.
Mit allen 3 Formen hab ich mein Gewicht (+-2kg), meinen alltäglichen BZ-Verlauf im weitestgehend völlig gesunden Bereich und logisch entsprechend auch den HbA1c weitgehend gleich gehalten - und ebenso meinen alltäglichen Insulin-Bedarf.
Schlüssel für mein Gelingen ist aus meiner Sicht der BZ im gesunden Bereich. Wenn ich den - selten - aus welchen Gründen auch immer 3 oder 4 Tage nach den Mahlzeiten an 200 und höher ausfliegen lasse, brauche ich wenigstens ne Woche und bis zu 50% mehr Insulin täglich, um ihn da wieder einzufangen.
Und da zeigt die Waage noch lange keine Zunahme. Wenn die eine deutliche Zunahme zeigen würde, würde meine Diabetologin mir wahrscheinlich bei unserem nächsten Routinetreffen in 3 Wochen zum endlich mal wieder vernünftigen HbA1c an 6 gratulieren. Klar, sie versteht sich auf’s Fördern von Typ 2, wie alle Facholog:innen, die den Typ 2 einzig am Gewicht aufhängen, weil der Typ 2 ja seinen BZ ja gar nicht messen und schon gar nicht im völlig gesunden Rahmen anstreben soll.
Aber wenigstens dann, wenn man schon mal im Diabetes drin ist, steigt erst der BZ und dann das Gewicht. Und ebenso geht das Abschmelzen umso weniger anstrengend, je gesünder man sich den BZ dazu macht.
Weil das aber fachoffiziell überhaupt nicht angesagt ist, und weil Zunehmen zu Anfang überhaupt nicht auffällt und Abnehmen mit höherem BZ gefühlt wenigstens doppelt so schwer wie mit gesundem ist, bleiben zu den wenigen Langzeitgelingern nach bariatrischer OP wahrscheinlich ähnlich wenige Gelinger in der Folge von DiRECT in GB. Das ist die Studie, die randomisiert den normalen Behandlungsanfang nach Diagnose Typ 2 und den mit Remission nach Taylor vergleicht:
Unterm Strich 10 Jahre weiter praktisch NULL Erfolg :(
Jetzt schon Nachtrag: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/die-diaet-ist-das-erfolgsgeheimnis-119727/
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. -
am 26.06.2023 12:19:41 | IP (Hash): 1993191564
Evidenzbasierte_Ernährung schrieb:
Lieber Jürgen,
ich würde mich sehr über einen kontroversen und fakten-basierten Austausch freuen.
Bisher lese ich leider nur sehr schnippische, kurze Fragen, die ich aber trotzdem gerne beantworten möchte:
Die Ursache von Diabetes bzw. einem zu hohem Blutzucker ist Insulinresistenz. Die Insulinresistenz ist hervorgerufen durch Fettakkumulation.
Wie würden man dieser Ursache nun begegnen? Mit einer fettreduzierten oder einer vor Fett strotzenden Diät? Ich glaube Du kannst Dir die Antwort selbst herleiten und auch die Wissenschaft belegt das:
Bei soviel Unsinn sollte man schon fast den "Melden" Button drücken 🤔
Die Videos von Dr. Sten Ekberg erklären sehr verständlich und logisch nachvollziehbar alles Zusammenhänge.
Kurz zusammengefasst, sind Kohlehydrate das Problem für quasi alles.
"Die Fettakumulation" entsteht durch Umwandlung der Glukose in Fett in der Leber, wenn man mehr Kohlehydrate zu sich nimmt, als man in dem jeweiligen Zeitpunkt benötigt.
Dadurch steigt dann auch die Insulin-Resistenz.
Erster Schritt sollte sein, die Leber zu entfetten - daür ist Keto wunderbar geeignet.
Bearbeitet von User am 26.06.2023 12:22:12. Grund: x -
am 26.06.2023 16:32:46 | IP (Hash): 72970431
Da hast Du aber etwas missverstanden. Was mich aber auch nicht wundert, da dieser Herr - ebenso wie Kollege Dr. Berg - alles zu oberflächlich behandeln, dabei wichtige zusammenhängende Aspekte einfach auslassen; abgesehen davon, dass beide überzeugte Low Carber sind und daher sowieso alle KH-lastigen Lebensmittel verteufeln. Ganz so einfach ist das aber nicht.
Kohlenhydrate sind NICHT das Problem; schon gar nicht das Problem für alles. Das Problem ist vor zuviel Nahrungsenergie (positive Energiebilanz) die dann zur Fettakkumulation führt. Mit der Zeit lagert der Körper das Fett - zusätzlich unterstützt von der Insulinresistenz, die entsteht, wenn der pers. "Fat Threshold" überschritten wurde - dann eben auch in der Leber ein. Meist fehlt auch sportliche Betätigung, die dazu führen würde, dass sich die Glukosepeicher wieder leeren und wieder KHs "nachgetankt" werden können. Dann steigt das Risiko für eine diabetische Erkrankung und sonstige damit assoziierte (Folge)Erkrankungen.
Ist die Leber fett und das Gewebe insulinresistent, lohnt es sich wirklich, erst einmal keine Kohlenhydrate zu essen und das überschüssige Fett loszuwerden (= Low-Carb-Ansatz). ABER: Isst Du nach Deiner Abnehmkur immer noch fettreich, wird ja wieder der Kohlenhydratstoffwechsel ausgeknippst (IR kommt vor allem durch zu viel Fett - zu viel Fett im Blut - hoher Fettstoffwechsel - niedrige Verwertung von KHs - Insulinresistenz). Dabei ist es dem Körper egal, ob das Fett aus dem Hüftspeck kommt oder aus der Nahrung.
Ich sage nicht, dass man sich mit Kohlenhydraten mästen soll, wenn bereits Diabetes besteht und das Ziel ist, den BZ möglichst flach zu halten!
Lies mal hier: https://edubily.de/blogs/ratgeber/kohlenhydratstoffwechsel-einfach-erklart
https://optimisingnutrition.com/what-is-insulin-resistance/ -
am 26.06.2023 16:50:42 | IP (Hash): 1636311476
Super! Da lese ich: As you will learn, insulin resistance isn’t an on/off switch. Instead, it’s a gradient from optimal metabolic health to extreme Type 2 diabetes.
Bedeutet schlicht und einfach, dass die Normalisierung des Nüchternzuckers pünktlich ne Woche nach bariatrischer OP mit Skalpell oder VLCD von einem Tag auf den anderen NICHTS mit IR zu tun haben können, oder?
Nachtrag:
Und noch interessanter hat IR demnach wenigstens primär GARNIX mit Glucose und ALLES mit Fett zu tun und steht für den zunehmenden Insulinbedarf für’s Füllen und Erhalten zunehmender Fettspeicher!
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
Bearbeitet von User am 26.06.2023 20:12:22. Grund: Nachtrag