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BE und FPE - wie spritzen
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am 24.06.2022 10:31:09 | IP (Hash): 1360890688
Moin Community,
bin neu hier im Forum und stelle mich kurz vor und hätte dann direkt einmal eine Frage an Euch.
Heisse Peter, bin 59 Jahre alt und insulinpflichtiger Diabetiker Typ 2.
Berechne meine Mahlzeiten in BE, aber es gilt ja auch die FPE zu berücksichtigen und damit habe ich so meine Schwierigkeiten. Wie FPE berechnet werden bei einer Mahlzeit ist mit bekannt.
Zum Beispiel mein heutiges Frühstück hatte 3,7 BE und 2,8 FPE. Muss ich nun dafür 6,5 Einheiten Insulin spritzen (Spritzfaktor mal nicht berücksichtigt) oder nicht?
Müssen nach der Berechnung generell die BE und FPE addiert werden und zu wissen wieviele Einheiten Insulin man spritzt?
LG
Belphigor1 -
am 24.06.2022 21:58:53 | IP (Hash): 1831871773
Warum denkst du, dass du FPEs berechnen musst? Steigt denn Stunden nach dem Essen der Blutzucker stark an?
Die FPE Berechnung ist sehr komplex und sehr viel muss man tatsächlich ganz vorsichtig austesten und immer die Sensorkurven im Blick haben.
Ich persönlich nutze sie nur bei wirklich fettigen Produkten oder LowCarb Mahlzeiten wie Grillen.
FPEs sind nicht wie BEs und müssen komplett anders berechnet werden, deshalb darf man beides auch nicht einfach zusammenrechnen. FPEs lassen den Blutzucker erst deutlich verzögert ansteigen und dürfen deshalb nicht sofort beim Essen gespritzt werden.
Mit Pumpe würde man in deinem Beispiel die fast 3 FPEs über 5 Stunden verzögern. Mit Pen ist das deutlich schwieriger und damit habe ich auch keine Erfahrung, ggf. wäre ein zusätzlich langsameres Bolusinsulin (Altinsulin wie Actrapid) für FPEs sinnvoll, ggf. sollte mit normalen Analoginsulin das FPE-Insulin erst nach 2-3 Stunden gespritzt werden.
Zudem darf man die FPEs nicht mit den BE-Faktor abdecken. Ich kenne es so, dass man die BEs normal berechnet, ggf. halt zeitlich splittet oder bei Pumpe dort schon mit dualen Bolus arbeitet, da durch das Fett ja auch die BEs langsamer verdaut werden. Für die FPEs muss man dann die Insulinmenge, wie bereits geschrieben deutlich verzögern. Je mehr FPEs umso mehr Verzögerung. Um die benötigte Insulinmenge für die FPEs zu berechnen, gibt es zwei mir bekannte Wege. Entweder 1 IE pro FPE (also ohne BE-Faktor), wobei ich diese Methode erst ab einem normalen BE-Faktor von 2 IE pro BE empfehlen würde. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit pro FPE den halben BE-Faktor zu nehmen. Ich benötige bspw. morgens 0,5 IE pro BE, somit 0,25 IE pro FPE. -
am 24.06.2022 22:26:55 | IP (Hash): 633918105
Solange ich nach BEs und FPEs zu rechnen versucht hab, hat’s bei mir selten auch nur annähernd gepasst. Vielleicht weil mir Rechnen schon in der Schule schwer gefallen ist?
Sehr viel besser wurde mein Spiel mit dem Überprüfen am Wirkende vom Bolus so um die 3 Stunden nach dem Essen. Wenn ich da wieder in meinem Zielbereich bin, hat meine Schätzung vom Insulin für’s Essen gepasst.
Dafür hab ich mir immer häufiger das Messen vor dem Essen geschenkt.
Wo ich ein Gewohnheitstier bin und mit wenigen verschiedenen Mahlzeiten in aller Regel auskomme, die sich alle paar Tage wiederholen, war das Eingewöhnen ins immer passendere Schätzen in den Zielauslauf erstaunlich einfach.
Seit das gut funktioniert, geht bei mir auch Schätzen von Ausnahmen meistens erstaunlich passend :)
Eine Verzögerung durch Fett, wie auch July schreibt, hab ich bei mir nie messen können. Und ebenso auch nie einen über 5 und mehr Stunden verzögert plötzlich einsetzenden Anstieg.
Systematisch durchprobiert übrigens mit High Carb Low Fat bis Low Carb High Fat und TIR 99% - also bei durchgehend gleichem BZ-Ergebnis.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.