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Blutzucker steigt nach dem Aufstehen ohne Essen?

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    am 26.07.2022 11:09:19 | IP (Hash): 705993429
    Hallo zusammen.

    Bei mir läufts soweit ganz gut mit den derzeit 20 IE Langzeit-Insulin Toujeo, morgens gg. 08.00 Uhr gespritzt.
    Ich habe derzeit einen Glukose-Durchschnittswert von 135 mg/dl, was gemäß einer Tabelle aus dem Netz einem HbA1c von unter 6,5 % entsprechen würde und das klingt schon erstmal anders, als 11,1...

    Mein kleines Sorgenkind ist aber die Werteentwicklung kurz nach dem Aufstehen. Ein erster Blick auf Handy beschert mir zumeist einen NBZ von 120 - 135, allerdings steigt mein BZ sobald ich aufstehe und erste Verrichtungen mache sofort und auch vergleichsweise steil an.
    Da kommen dann ganz rasch Werte von 140, 160 und heute sogar knapp 200 zusammen, ohne das ich was zu mir genommen habe. Es fällt dann zwar auch wieder bis gg. Mittag, aber diese Spitze bzw. manchmal auch dieses Hoch-Platteau müsste doch vielleicht eigentlich nicht unbedingt sein?.

    Hat jemand 'ne Idee, was man da machen kann, oder kann ich's auch so belassen, weil... is halt so?
    (Ich möchte meinen Umgang mit dem BZ auch nicht zu krampfig machen...)

    Gedankenansatz zu dem Problem von mir... Meine Leber will mich für den morgendlichen Start in den Tag erstversorgen und meinem Toujeo geht aber da so langsam die Puste aus?.

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    Diagnose: LADA Typ I, noch im Test mit dem Langzeitinsulin Toujeo.
    Bearbeitet von User am 26.07.2022 11:16:35. Grund: Ergänzung
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    am 26.07.2022 14:26:39 | IP (Hash): 109098196
    da hilft einigen von uns ein kleiner Happen praktisch mit dem Aufstehen. wobei dei einen auf KH schwören und andere auf Eiweiß - also ausprobieren :)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 26.07.2022 19:20:35 | IP (Hash): 705993429
    Ah ja, Danke Jürgen.
    Könnte ich mit einem NBZ von +/- 120 langfristig leben, oder MUSS der unter 100 oder gar 90 in Bezug auf Folgeschäden?

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    am 26.07.2022 20:18:50 | IP (Hash): 1844708005
    Ist bei mir genauso, ich muss praktisch frühstücken wenn ich nicht mit meinem Pen "manuelle Pumpe" für die ersten 3 Stunden nach dem Aufstehen spielen möchte.
    Wenn morgens nichts reinkommt setzt meine Leber wohl als "Frühstücksersatz" den gespeicherten Zucker frei.
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    am 26.07.2022 20:41:10 | IP (Hash): 109098196
    Für’s sogenannte Einstellen würde ich’s erstmal so lassen, wenn der BZ vor Mittag- und Abendessen unter 100 ist und im tiefsten Tal in der Nacht um 70. Und dann würde ich als super Grundlage für Deine eigene weitere Entscheidungsfindung dringend empfehlen, “Tassaros Buch” zu lesen empehlen.

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    am 27.07.2022 10:36:15 | IP (Hash): 705993429
    Lieber Jürgen, könntest Du mir nicht bitte die "groben Eckpunkte" dieser Tassaro-Methodik hier benennen?!
    Mit dem Bücherlesen hab' ich's nicht so...
    Und ja, ich belaß' es grundsätzlich erstmal so, werde aber doch noch alle 3 Tage (gemäß em ursprünglichen Programm auch noch möglich...) um 1 Einheit Toujeo erhöhen, weil ich ja auch "erst" bei 20 IE's bin und meine mit 2-4 Einheiten mehr beim NBZ noch stetig unter 120 und vor den Mahlzeiten in den Bereich 80-100 kommen zu können.
    Das würde mir erstmal ausreichen, ohne gleich Mahlzeiten-Insulin hinzuzunehmen. Das wäre dann vermutlich ein HbA1c von 6-6,5%, damit könnte ich reinen Gewissens auch langfristig leben.
    Eine Jagd auf 5% tu' ich mir nicht an!

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    am 27.07.2022 11:10:12 | IP (Hash): 592156173
    Hallo Thomas,

    hier eine längere Leseprobe von dem Buch:

    https://www.penguinrandomhouse.de/leseprobe/Der-Glukose-Trick/leseprobe_9783453605992.pdf

    Viele Grüße


    Chris
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    am 27.07.2022 16:46:25 | IP (Hash): 316432998
    ich habe die Leseprobe angesehen und gelesen.
    Tatsächlich werden dort mehr über die eigenen Beschwerden berichtet wie der Unfall mit der Wirbelsäule und wie das geheilt wurde. Direkte Einblicke in den Glukose-Trick, oder Hinweise was man machen sollte konnte ich nicht finden. Das wird wohl erst im Buch erklärt.
    Mir hat das nicht weiter geholfen.
    Aber danke für den Link.
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    am 27.07.2022 21:15:02 | IP (Hash): 105091383
    ThomaS1968 schrieb:
    Lieber Jürgen, könntest Du mir nicht bitte die "groben Eckpunkte" dieser Tassaro-Methodik hier benennen?!
    Mit dem Bücherlesen hab' ich's nicht so...


    Dann direkt zum "Eckpunkt".
    In dem Buch geht’s wesentlich um den alltäglichen Insulinverlauf und dessen Schwankungen bei diabetologisch völlig gesunden Menschen.
    Der Blutzuckerverlauf am Libre & Co (kriegen die dafür natürlich angepappt) ist hier nur der für uns einfach messbare Indikator für den recht parallelen Insulinverlauf, der nur im Labor gemessen werden kann.

    Zudem können wir den Insulinverlauf in dem Maße steuern, in dem wir auch unseren Blutzucker steuern können.
    Und hier geht es darum, wie Nichtdiabetiker:innen dafür ihren BZverlauf optimal so steuern, dass die allermeisten aller Schwankungen zwischen Tief vor und Hoch nach dem Essen 24/7 im Bereich von ganzen 30 mg/dl liegen. Das ist der Bereich mit dem geringsten Insulinumsatz.
    Der steigt mit größeren Schwankungen zunehmend, und damit nimmt z.B. die Zahl der Probanden zunehmend zu, die Heißhunger-Attacken beklagen.
    Und wenn dann wieder niedrigere Spitzen eingehalten werden, nehmen auch die Heißhunger-Attacken wieder ab.

    Im Gegensatz zu Heißhunger haben wir keine Chance, auffällige Fettwerte im Blut zu merken. Einfach wie BZ messen geht das ja nicht. Und Insulin hat nun mal eine zentrale Rolle in der Fettanlage und vor allem in der Umwandlung von Glukose in Triglyzeride (BZ-Senkung!) in der Leber und deren Speicherung (z.T. auch als Leberfett!). Und je mehr Insulin in Umlauf ist, desto sicherer werden diese Speicher selbst dann eher zögerlich angegriffen, wenn Energiebedarf besteht und die Futterluke gerade mal nicht liefert.
    Für das Abnehmen und schon für das Nichtansetzen sind also niedrige und flache Insulinverläufe wichtig.

    Bei diesen systematischen Beobachtungen gelten Schwankungshöhen von 60 mg/dl schon als sehr hoch und praktisch allgemein schon sehr ungesund. Und manche der Probanden hatten auch auf die eine oder andere Testeinverleibung mit einem BZ von 200 oder sogar darüber reagiert, also mit ner Spitze weit über 100 mg/dl - aus der Sicht also extrem ungesund.
    Aus der Sicht von Menschen mit Diabetes, die gern möglichst hohe BZ-Werte noch als gesund sehen wollen, sind das dagegen die Beweise, dass auch so hohe BZs völlig unproblematisch seien, weil ja auch gesunde Menschen nach extremem Input so hohe BZ- und damit auch Insulinspitzen liefern.

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    am 27.07.2022 23:04:51 | IP (Hash): 705993429

    Vielen Dank Jürgen für den ausführlichen Beitrag, aber ich hab' nicht ansatzweise verstanden, worum es geht.
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