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Unangenehme Fragen
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Milka
Rang: Gastam 13.09.2022 10:50:28 | IP (Hash): 594184234
Hallo Zusammen,
ich habe ja 17 Kilo abgenommen, und werde nun oft in der Arbeit zum Beispiel angesprochen.
Was hast du denn für eine tolle Diät gemacht, oder auch bist so schwer krank geworden? Ich muss dazu sagen das ich nicht so gerne über die Krankheit spreche, zu mir doch eigentlich fremden Personen.
Beliebt ist auch bei einigen der Tipp doch nicht so viel zu naschen(Ich lach mich tot).
Meistens drehe ich mich heraus indem ich ein Witzchen mache, ich denke das Fremde doch meine Erkrankung nichts angeht.
Wie seht ihr das, seid ihr auch schon mal in solche Situationen gekommen, und wie reagiert ihr dann?
Liebe Grüße Milka -
am 13.09.2022 11:15:47 | IP (Hash): 945216713
In meiner Kindheit und jugendliche Phase, die ja schon eine ganze Weile her ist, habe ich es ähnlich gemacht. Entweder mit Spass mich rausgeredet oder wütend reagiert.
Je länger man aber eine Krankheit hat, desto mehr erkennt man dass das der falsche Weg ist.
Jeder der mich spritzen sieht, frägt was das Ding an meinem Arm ist oder einen PEN von mir sieht, bekommt zu hören ich bin Diabetiker. Warum auch nicht? Grundsätzlich "nerve" ich meine engeren Kollegen ja sowieso dauernd mit meinem 5 Tagen Zusatzurlaub und Steuererleichterungen. :D
Mittlerweile sind mir, sollten Sie noch vorkommen (was selten ist) auch Unterzuckerungen und mein merkwürdiges Verhalten in der Phase, egal ob beruflich oder privat, relativ egal und ich mache Spass darüber. Für was soll ich mich schämen? ;) -
Milka
Rang: Gastam 13.09.2022 11:26:07 | IP (Hash): 594184234
Hallo,
schämen muss sich keiner von uns, schließlich haben wir uns die Diabetes nicht im Quelle Katalog ausgesucht. Ich bin eben diskret mit meinen Krankheiten, gerade wenn ich Leute nicht so gut kenne. Hier unter Betroffenen ist das natürlich etwas anderes.
Im Kreise der mir nahe stehenden Personen gehe ich natürlich offen damit um. -
am 13.09.2022 11:50:38 | IP (Hash): 772279824
Ich bin seit Jahren nur noch im Rollstuhl mobil. Klar ist das meine ganz persönliche Sache und geht außer mir und meinen Angehörigen niemanden wirklich was an, wenn ich keine Hilfe brauche.
Trotzdem fände ich es total abartig, wenn ich jeden, der mich darauf anspricht, auf unseren munter zunehmenden Anspruch auf immer mehr Privatheit hinweisen und damit abweisen würde.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 13.09.2022 12:15:11 | IP (Hash): 72970431
Hallo Milka!
Auch wenn es sich seltsam liest: Das Thema betreffend mein (ehemaliges) Gewicht ist etwas, das mich auch heute noch tagtäglich begleitet.
Ich, ohne Diabetes, habe mich mit über 40 Prozent Gewichtsverlust (von 145 kg auf 78 binnen 1,5...2 Jahren) beinahe halbiert. Da ich durch meine proteinarme Ernährung einige KGs Muskelmasse eingebüßt habe, war mein Gewichtsverlust, nun ja, nicht unbedingt durchgehend von Erfolg gekrönt. Rückblickend würde ich mit meinem heutigen Wissen, Gewissen und allgemein noch einmal verbesserten Körpergefühl und Selbstbewusstsein definitiv einige Aspekte anders anpacken. Nun, nach gut einem Jahr Krafttraining wiege ich angesichts des Wiedergutmachens meines Fauxpass einige (gesunde) Kilos mehr.
Während meiner Abschmelzphase wurde ich genau wie Du immer wieder gefragt, was ich denn so großartig anders gemacht hätte im Vergleich zu vorher, welche Diät ich gemacht habe, ob mein Gewichtsverlust denn bewusst herbeigeführt wurde und ob er auf eine ärztliche Empfehlung zurückgeht. Meine saloppe Antwort war und ist dann stets jene geblieben, welche mich dank den simplen Tipps im Netz zu meinem Erfolg brachte: Weniger essen, mehr Obst und Gemüse und dazu Sport. Meist beendete das bereits etwaige Nachfragen. Du solltest Dich auf keinen Fall gezwungen fühlen, anderen (fremden) Personen zu erklären, warum und wie Du abgenommen hast. Falls Du es selbst tun möchtest, wirst Du das auch tun, wie ich annehme?
Auch heute noch in Zeiten, in welchen nach wie vor viel Unklarheit herrscht und jede Menge hartnäckige Mythen bezüglich Ernährung und Fitness kursieren und ich als "Best Practice" nach meiner Erfahrung mit dem Thema Gewichtsverlust gefragt werde, weise ich explizit immer darauf hin, dass die Energiebilanz die alles entscheidende Variable für den Erfolg darstellt. Dies tue ich schon deswegen, weil es doch immer wieder allgemeine Verunsicherung gibt, was der Abnehmwillige denn essen "darf" und was nicht, welche Diät/Ernährungsumstellung denn am besten sei und was zusätzlich dazu sonst noch zu beachten ist. Zweckdienliche und faktisch richtige Informationen in den Weiten des WWW zu finden, scheint für den Laien am Anfang seiner Abschmelzkarriere wie das Auffinden der berühmten sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen gleichzukommen.
Allerdings bin ich beileibe nicht gewillt, ständig jedem, der mich danach fragt, wie ich abgenommen habe meinen Lösungsweg detailliert zu erklären. Mir geht es dabei weniger um den Privatsphäre-Aspekt als viel mehr darum, die selben Fragen permanent neu erklären zu müssen.
Bearbeitet von User am 13.09.2022 12:20:50. Grund: . -
am 13.09.2022 13:19:17 | IP (Hash): 945216713
Mitglied schrieb:
Allerdings bin ich beileibe nicht gewillt, ständig jedem, der mich danach fragt, wie ich abgenommen habe meinen Lösungsweg detailliert zu erklären. Mir geht es dabei weniger um den Privatsphäre-Aspekt als viel mehr darum, die selben Fragen permanent neu erklären zu müssen.
Dann mach es kurz und sag direkt und offen:
"Krankheit"
Die wenigstens fragen dann noch weiter nach und werde dich in den meisten Fällen auch nicht mehr fragen. Weil wir in den wenigsten Fällen von "fremden" Menschen unangenehme Dinge wirklich wissen wollen. Bei engeren Kontakten sieht dass natürlich anders aus, nur gibt es hier ja auch keinen Grund nicht offen darüber zu reden.
Bearbeitet von User am 13.09.2022 13:19:39. Grund: doppeltes Wort -
am 13.09.2022 14:03:17 | IP (Hash): 249596444
Allein schon für Notfälle ist es doch gut, wenn viele Kolleg*innen und Bekannte wissen, dass man Diabetiker*in ist.
Was die Fragerei angeht. Es gibt so viel Halbwissen über Diabetes. Dass man zu bestimmten Zeiten essen MUSS, man keine Süßigkeiten essen und keinen Alkohol trinken DARF. Verübeln kann man es aber keinem. Warum sollte sich auch ein nicht Betroffener damit beschäftigen, dass es z. B. verschiedene Typen von DM gibt.