Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Welcher BZ-Anstieg ist langfristig schädlich?
-
am 20.09.2022 18:49:01 | IP (Hash): 705993429
Hallo zusammen.
Meine Frage besteht eigentlich aus mehreren Teilfragen zum langfristig schädigenden BZ-Anstieg...
1. Der Nüchternblutzucker (natürlich neben dem HbA1c) zum Beispiel öfter mal über 110 mg/dl liefert zumeist erste Anhaltspunkte auf das Vorliegen einer Diabeteserkrankung. Soweit so schlecht...
Wurde aber nun u. a. anhand des erhöhten Nüchtern-BZ ein Diabetes diagnostiziert und es setzt die Behandlung ein, sind die eventuell auch weiterhin anliegenden 110 - 130 im Grunde doch nicht langfristig schädigend, oder liege ich da falsch?
2. Blutzuckerspitzen bis 180 mg/dl, langfristig schädigend oder erst darüber?
3. Blutzucker-Tagesverlauf ohne größere Schwankungen so um die 120 mg/dl... langfristig schädigend, oder nicht?
Danke vorab.
______________________________________________________________________________________________
Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 21.09.2022 17:57:53 | IP (Hash): 818745449
Unser Organismus lebt in einer unvorstellbaren Dynamik in einer unendlichen Vielzahl von biologischen Prozessen. In dem Zusammenhang lassen sich Deine Fragen nicht nur nicht beantworten, sondern praktisch überhaupt nicht erst verstehen.
Deine Frage passt nur in ein einfaches technisches Wenn-Dann-Schema. Darauf hat die Medizin bislang ihre Erkenntnisse zu all den vielen Prozessen reduziert. Also bis zu einer definierten Größe gesund, und darüber krank. Bei Unterschreiten der Schwellen- oder Schalter-Größe mit der passenden Medikation wieder praktisch gesund.
Und jetzt kommen in der Medizin mit zunehmend mehr systematischen Beobachtungen und Daten auch immer mehr neue Deutungen und Interpretationen.
So spricht z.B. immer mehr dafür, dass die Begrenzung des Schwankungsbereichs beim BZ gesünder sein kann, als ein offener Schwankungsbereich mit insgesamt niedrigerem Durchschnitt.
Wie große Schwankungen wie stark belasten oder gar langfristig schädigen können, wird zunehmend schon aus dem Bereich gefragt, der fachologisch als völlig gesund gilt. Was es dazu aktuell vor allem auch an Untersuchungen gibt, findest Du im Glukose Trick super zusammengetragen und aufbereitet.
Miese Ergebnisse gibt es vor allem bei Typ 2 schon aus dem prädiabetischen Bereich, wo die Betroffenen viele Jahre noch keinen Diabetes haben, aber durchaus der eine oder die andere schon z.B. ne diabetische Retinopathie. Auf der anderen Seite gibt es Betrofffene, die nach 10 Jahren HbA1c 8 und mehr noch nix haben.
Wo alle Ergebnisse über einen weiten Bereich streuen, kann nur jeder von uns seinen eigenen Weg selbst bestimmen.
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 22.09.2022 06:29:19 | IP (Hash): 96674216
Genau deine erste Frage interessiert mich auch Thomas. Ich messe meinen NBZ etwa 1 mal pro Woche. Obwohl der Langzeitwert mittlerweile unter 6 ist, bleibt der NBZ um die 110. Das verstehe ich nicht. Und ich frage mich auch, so wie du, ob das Auswirkungen hat.
In einer eingeben Frage hier im Forum wurde mir die Wichtigkeit des NBZ nur bei der Diagnosestellung genannt. Aber seltsam finde ich es auch, dass mein Wert nicht genau heruntergeht, wie auch der Langzeitwert,
Ich werde es beim nächsten Arztbesuch auf jeden Fall ansprechen und ihm meine Messungen zeigen. Danach kann ich die Frage vielleicht beantworten
Viele Grüße, Nosweets -
am 22.09.2022 07:33:30 | IP (Hash): 1041928251
Dem schließe ich mich an.
Auch ich finde es merkwürdig, dass mein HBA1c Wert bei 5,6 liegt, mein NBZ aber teilweise über 120. Demnach "vermute" ich, daß meine Werte eine große Schwankungsbreite haben, im Ø aber "gut" sind. Aber sicher bin ich mir deswegen nicht, ob das dann später doch zu Langzeitschäden führen könnte. -
am 23.09.2022 14:50:31 | IP (Hash): 2072399183
Bei Diabetes Typ 2 produziert die Leber aufgrund der Insulinresistenz mehr oder weniger unkontrolliert Zucker. Die Rückkopplung zu dem bereits im Blut vorhandenen Zucker fehlt. Daher der hohe Nüchternblutzucker. Der einzige Weg aus dem Teufelskreis ist die Insulinsensitivität zu verbessern, mittels Sport und Ernährung. Wenn das nicht geht, hilft Metformin die Zuckerproduktion in der Leber zu unterbinden. Ich hatte mal gelesen, dass die Leber hauptverantwortlich für den Nüchtern-BZ ist, während die Bauchspeicheldrüse und das Insulin den BZ nach dem Essen regulieren. -
am 25.09.2022 16:14:02 | IP (Hash): 705993429
Ich ahnte bereits, dass man diese Fragen wohl nicht beantworten kann, zeigt aber auch, dass man mit dem ein oder anderen BZ-Wert oder HbA1c nicht zwangsläufig auf der frühen "Todesliste" stehen muss.
Das macht Hoffnung und nimmt einwenig unangenehme die Bedenken, wenn man mit seinem HbA1c vielleicht nicht gleich nicht unter 6 kommen kann...
______________________________________________________________________________________________
Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!