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Typ 1 Gewichtszunahme
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am 22.11.2022 20:10:29 | IP (Hash): 1472185145
Hallo
Bei mir wurde im Juni Diabetes Typ 1 festgestellt. Zuvor hatte ich einen Gewichtsverlust von ca. 25 kg in 6 Monaten; ständig Durst und einen Langzeitzucker von 14.8.
In den letzten 5 Monaten habe ich 16 kg zugenommen, obwohl ich die Ernährung verändert habe. Ich esse viel mehr Balaststoffe und Abends nur Brot und wenig Fett.
Ausserdem mache ich regelmäßig Sport. Gehe 2-3 in der Woche joggen.
Kann mir jemand Tipps geben wie ich mein Gewicht halten kann bzw. Leicht abnehmen kann ?
Ist das der Jojo Effekt? Oder muss ich davon ausgehen das ich wieder auf mein Gewicht vor meiner Erkrankung komme?
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am 22.11.2022 21:25:50 | IP (Hash): 350238385
Patrick_Z. schrieb:
Kann mir jemand Tipps geben wie ich mein Gewicht halten kann bzw. Leicht abnehmen kann ?
Wie alle anderen INSULINER auch: Mit weniger Insulin = weniger KHs. Denn z.B. das meiste von dem Brot, das Du abends isst, wird mit Hilfe vom Insulin, das Du dafür spritzt, in Deiner Leber in Speicherfett umgewandelt und in die Schwimmhilfen gepackt und bis zur nächsten Lipolyse sicher darin verwart.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 22.11.2022 21:26:52. Grund: . -
am 22.11.2022 21:59:17 | IP (Hash): 1472185145
Wurde es Sinn machen abends KH weg zulassen?
Kann es wirklich sein das pro Monat 2.5 zu nehme nur wegen dem Insulin? -
am 22.11.2022 22:02:05 | IP (Hash): 1907306888
[quote=Patrick Z.;120738]Hallo
Bei mir wurde im Juni Diabetes Typ 1 festgestellt. Zuvor hatte ich einen Gewichtsverlust von ca. 25 kg in 6 Monaten; ständig Durst und einen Langzeitzucker von 14.8.
In den letzten 5 Monaten habe ich 16 kg zugenommen, obwohl ich die Ernährung verändert habe. Ich esse viel mehr Balaststoffe und Abends nur Brot und wenig Fett.
Ausserdem mache ich regelmäßig Sport. Gehe 2-3 in der Woche joggen.
Kann mir jemand Tipps geben wie ich mein Gewicht halten kann bzw. Leicht abnehmen kann ?
Ist das der Jojo Effekt? Oder muss ich davon ausgehen das ich wieder auf mein Gewicht vor meiner Erkrankung komme?
[/quote]
Woher hast die die Information, dass Brot, ein Kohlenhydratprodukt, für Diabetiker günstig ist?
Wieviel Insulin brauchst Du am Tag und welches?
Lg
Hape -
am 22.11.2022 22:15:38 | IP (Hash): 350238385
Patrick_Z. schrieb:
Wurde es Sinn machen abends KH weg zulassen?
Kann es wirklich sein das pro Monat 2.5 zu nehme nur wegen dem Insulin?
Die erste Aufgabe von Insulin ist die Umformung von KHs in Triglyzeride und deren Einlagerung in Fettzellen.
Das betrifft schon das eigene Insulin bei Menschen ohne Diabetes. Höhere Insulinspitzen infolge von höheren KH-Einverleibungen machen bei gleicher Kalorienmenge mehr Gewicht.
Und das betrifft dann halt auch INSULINER, die normal lernen, dass sie den hohen Blutzucker "abspritzen" und nicht anspritzen :(
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 22.11.2022 23:03:23 | IP (Hash): 1472185145
Ich meine Brot ist gesünder wie viele andere Sachen Pizza, Burger etc. Am Abend
Momentan brauch ich insgesamt 45 Einheiten (Basal/Bolus)
Zu Beginn waren es ca. 30 Einheiten am Tag.
Zurzeit esse ich ca. 200 g KH am Tag
Früher waren es ca. 300g KH und habe meine Gewicht gehalten.
Zurzeit habe ich einen Time in Range von 82%
Bearbeitet von User am 22.11.2022 23:10:59. Grund: Ergänzung -
am 23.11.2022 08:33:02 | IP (Hash): 1739559351
Hallo,
erstmal grundsätzlich: Wieviel Insulin ein Mensch braucht ist sehr individuell, ein generelles Zuviel oder Zuwenig gibt es nicht! Und auch nicht das falsche oder richtige Insulin, es muss individuell geeignet sein.
Das mehr an Insulin kommt eventuell vom Nachlassen der Remission aber sicherlich auch vom zusätzlichen Gewicht.
Ich brauche zum Beispiel im Schnitt 80IE/Tag.
Brauche ich für mehrere Tage deutlich mehr, wird mein Gewicht wahrscheinlich auch mehr, brauche ich deutlich wenige, wird auch mein Gewicht weniger - bei vergleichbaren Werten aber nicht nur abhängig von der KH-Menge.
200g KH ist schon ganz schön viel, aber natürlich auch abhängig von deinen Grundumsatz und davon was noch an Fett und Eiweiß dazukommt (sind ja alles Kalorien). Ich komme auf 100-150g pro Tag als reine Schreibtischtäterin.
Brot ist übrigens auch mein Hauptnahrungsmittel und für Typ1er auch überhaupt kein Problem!
Bearbeitet von User am 23.11.2022 10:15:33. Grund: Ergänzung -
am 23.11.2022 10:03:53 | IP (Hash): 1834197939
Ganz vorne an steht natürlich die Menge der Kalorien, die Du dir alltäglich einverleibst. Und wo Du zunimmst, ist die nun mal größer, als was Du zum Gewichthalten oder gar leichten Abnehmen brauchen würdest.
Wie viel wir am Tag so essen, ist in aller Regel Gewohnheitssache, und die Gewohnheit ist bei Dir im Zeitrahmen des letzten Jahres ganz schön durcheinander gekommen.
So hast Du während der unbehandelten Anfangsphase Deines Diabetes zunehmend mehr essen und damit trotzdem immer mehr abnehmen können. Denn immer mehr von den einverleibten Kalorien hast Du damit unverbraucht direkt ins Klo entsorgt.
Mit der gesunden Behandlung mit Insulin geht da praktisch nix mehr ins Klo, und Du müsstest eigentlich auf den Anteil gleich verzichtet haben, wenn du die 25 abgenommenen Kilos hättest abgenommen halten wollen.
Also praktisch Hausnummer nur noch die Hälfte von den Mengen essen, die Du bis dahin gegessen hattest.
Wie viel weniger genau, zeigt natürlich erst systematisches Ausprobieren. Und beim Ausprobieren von weniger Essen ist Low Carb in aller Regel sehr hilfreich, weil Fett und Protein in aller Regel besser sättigen, als die gleiche Menge Kalorien in Form von KHs.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 24.11.2022 08:21:02 | IP (Hash): 1462022719
[quote=Patrick Z.;120738]Hallo
Bei mir wurde im Juni Diabetes Typ 1 festgestellt. Zuvor hatte ich einen Gewichtsverlust von ca. 25 kg in 6 Monaten; ständig Durst und einen Langzeitzucker von 14.8.
In den letzten 5 Monaten habe ich 16 kg zugenommen, obwohl ich die Ernährung verändert habe. Ich esse viel mehr Balaststoffe und Abends nur Brot und wenig Fett.
Ausserdem mache ich regelmäßig Sport. Gehe 2-3 in der Woche joggen.
Kann mir jemand Tipps geben wie ich mein Gewicht halten kann bzw. Leicht abnehmen kann ?
Ist das der Jojo Effekt? Oder muss ich davon ausgehen das ich wieder auf mein Gewicht vor meiner Erkrankung komme?
[/quote]
Die Gewichtsabnahme ist bei unerkannten Typ1 Diabetes sehr typisch. Aufgrund des Insulinmangels kann der Körper die Energie in der Nahrung nicht mehr gut verarbeiten und daher nimmt man so stark ab.
Jetzt mit Insulin kann der Körper die Nahrung wieder normal verdauen. Die Gewichtszunahme nach einer Typ1 Manifestation mit vorangegangender Abnahme ist total normal. Bei den allermeisten normalisiert es sich mit der Zeit auf dem Gewicht vor der diabetesbedingten Gewichtsabnahme.
Dir schreiben hier außer Heike und mir übrigens nur Typ2er. Wie hier bei dir merkt man aber, dass sich Typ1 und Typ2 in einigen Punkten deutlich unterscheiden. Brot ist bspw. bei Typ1 kein Problem. Bei Typ2 ist bei vielen hier im Forum eine LowCarb Ernährung die persönlich richtige Methode, um ihren Diabetes (ohne Medikamente) gut einstellen zu können. Bei Typ1 Diabetes hat LowCarb Ernährung einen anderen Stellenwert. Klar gibt es auch hier welche, die mit LowCarb Ernährung super Werte erreichen, andere erreichen dies durch einen Loop oder andere Möglichkeiten. LowCarb ist daher nicht zwingend erforderlich.
Du kannst dir mal unser reines Typ1 Forum insulinclub.de anschauen. Dort wirst du mit deinen Fragen vermutlich besser aufgehoben sein. -
am 24.11.2022 09:56:53 | IP (Hash): 72970431
hjt_Jürgen schrieb:
Und beim Ausprobieren von weniger Essen ist Low Carb in aller Regel sehr hilfreich, weil Fett und Protein in aller Regel besser sättigen, als die gleiche Menge Kalorien in Form von KHs.
Die meisten Diabetiker kommen nach einer gegebenenfalls kleineren oder größeren persönlichen Umgewöhnung auf mehr Pflanzenkost und weniger Getreide zugunsten von fett- und proteinreichen Lebensmitteln sehr gut damit zurecht - vor allem was die Sättigung und Verbrennung von Fettsäuren als primäre Energiequelle angeht. Trifft aber nicht nur auf Diabetiker, sondern auch auf Personen mit Insulinresistenz und/oder Prädiabetes zu, also Personen, deren Körper schlecht mit der Verwertung von KH als effektive Energiequelle umgehen können. Wer mit Kohlenhydraten gut zurecht kommt, sprich einen niedrigen KFA hat, regelmäßig (Kraft/Ausdauer)Sport treibt und gesunde BZ-Werte hat, wird sich vermutlich mit einer moderaten bis höheren KH-Zufuhr wohler fühlen, was den Sättigungseffekt angeht. Das nur am Rande und für Patrick grundsätzlich irrelevant ;) -
am 24.11.2022 09:57:32 | IP (Hash): 967144701
July95 schrieb:
Dir schreiben hier außer Heike und mir übrigens nur Typ2er. Wie hier bei dir merkt man aber, dass sich Typ1 und Typ2 in einigen Punkten deutlich unterscheiden. Brot ist bspw. bei Typ1 kein Problem. Bei Typ2 ist bei vielen hier im Forum eine LowCarb Ernährung die persönlich richtige Methode, um ihren Diabetes (ohne Medikamente) gut einstellen zu können. Bei Typ1 Diabetes hat LowCarb Ernährung einen anderen Stellenwert.
Widerspruch, Euer Ehren:
Der erste veröffentlichte LoCarber war Doc Bernstein, eindeutig mit Typ 1.
LC macht weniger hohe postprandiale Spitzen. Die sind gut für alle Diabetestypen und auch für Nichtdiabetiker. Und LC macht weniger Insulinumsatz insgesamt, und auch das ist gut für alle mit und ohne Diabetes.
Den anderen Stellenwert hat das LC nur, wenn Du ausschließlich auf den BZ schaust und den auch mit Brot u.ä. super steuern kannst.
Dass Menschen mit Typ 2 damit wenigstens in den ersten Jahren mit ihrem Diabetes ohne Medis auskommen können, ist eine gern genommene Nebenwirkung.
Und nicht vergessen, dass ich hier als Typ2-seit-1998-INSULINER mitspiele ;)
Nachtrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_K._Bernstein
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 24.11.2022 10:02:58. Grund: Nachtrag -
am 24.11.2022 10:04:36 | IP (Hash): 72970431
Deine Energiebilanz ist ausschlaggebend, wie viel Du auf die Waage bringst. Das grundsätzlich auch unabhängig davon, ob das "Mehr" - allgemein gesprochen/geschrieben - auf Muskel- oder Fettzuwachs zurückzuführen ist. Offenbar ist Deine Energiebilanz in den letzten Monaten ins Ungleichgewicht geraten. Was den Jojo-Effekt angeht, so wird viel Unsinn darüber verbreitet. In der Regel sind weder die diversen, mitunter kuriosen und suboptimalen Diäten an der Wiederzunahme schuld - wie gerne als Halbwahrheit von Glossy-Magazinen zum besten gegeben wird - sondern insbesondere das ungesunde, persönlich altbekannte Verhalten danach. Vielleicht achtest zusätzlich zu den bisher abgegebenen Diabetes-spezifischen Tipps einfach zusätzlich wie viele Kalorien rein- und rausgehen. Kalorienzählen hat mir bei meiner Abnahme von doch immerhin 50 - 65 Kilo sehr geholfen. -
am 24.11.2022 10:07:05 | IP (Hash): 72970431
hjt_Jürgen schrieb:
July95 schrieb:
Dir schreiben hier außer Heike und mir übrigens nur Typ2er. Wie hier bei dir merkt man aber, dass sich Typ1 und Typ2 in einigen Punkten deutlich unterscheiden. Brot ist bspw. bei Typ1 kein Problem. Bei Typ2 ist bei vielen hier im Forum eine LowCarb Ernährung die persönlich richtige Methode, um ihren Diabetes (ohne Medikamente) gut einstellen zu können. Bei Typ1 Diabetes hat LowCarb Ernährung einen anderen Stellenwert.
Widerspruch, Euer Ehren:
Der erste veröffentlichte LoCarber war Doc Bernstein, eindeutig mit Typ 1.
LC macht weniger hohe postprandiale Spitzen. Die sind gut für alle Diabetestypen und auch für Nichtdiabetiker. Und LC macht weniger Insulinumsatz insgesamt, und auch das ist gut für alle mit und ohne Diabetes.
Den anderen Stellenwert hat das LC nur, wenn Du ausschließlich auf den BZ schaust und den auch mit Brot u.ä. super steuern kannst.
Dass Menschen mit Typ 2 damit wenigstens in den ersten Jahren mit ihrem Diabetes ohne Medis auskommen können, ist eine gern genommene Nebenwirkung.
Und nicht vergessen, dass ich hier als Typ2-seit-1998-INSULINER mitspiele ;)
Nachtrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_K._Bernstein
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
...was aber nicht bedeutet das es sinn macht, dass sich jeder bis ans ende der zeit nur low carb zu ernähren. warum haben ich und evidenzb. enrährung ja schon öfter geschrieben.
jürgen, nur für dich, herr kollege: https://edubily.de/blogs/ratgeber/blutzucker-und-insulin-senken
Zitat: "Das grundsätzliche Credo der Low- to No-Carb-Ernährung lautet in etwa: Wir essen keinen Zucker, der Blutzuckerspiegel bleibt flach – und wir können den Zucker im Blut besonders niedrig halten, und beim Sport sogar noch weiter senken.
Da haben wir sie mal wieder, die vermeintliche Wunderlösung. Die Pille für alle unsere Probleme.
Hier liegt der Fokus auf dem Kohlenhydratstoffwechsel. Der Gedanke ist: Lege ich dem lahm, indem ich keine Glukose esse, muss der Blutzuckerspiegel besonders niedrig sein – und mein Insulin entsprechend auch....
Das ist wie so oft leider nur die halbe Wahrheit – oder besser gesagt: die verkehrte Wahrheit."
weitere ausführungen im artikel.
Bearbeitet von User am 24.11.2022 10:10:13. Grund: ausgebessert -
am 24.11.2022 12:23:23 | IP (Hash): 967144701
Leia_Cake schrieb:
jürgen, nur für dich, herr kollege: https://edubily.de/blogs/ratgeber/blutzucker-und-insulin-senken....
Klar, jeder nimmt an Belegen für seine Darstellungen, was er passend an als wissenschaftlich geltenden Aussagen findet.
Mir passt in dem Link als erstes schon die Aussage nicht, dass der Glycogenspeicher in der Leber morgens vor dem Frühstück leer sein soll. Denn die Glukoneogenese ist ein 24/7 Prozess, in dem in Leber und Nieren Glukose vorwiegend aus Protein hergestellt wird. Aus 2 Teilen Protein 1 Teil Glukose und 1 Teil Wärme - super zuverlässig fortlaufender Beitrag zu unserer Körperwärme. Davon ist bei Herrn Randle nicht mit einem Wort die Schreibe.
Dass mit weniger Stärke-KHs=Low Carb nichts lebenswichtiges fehlen kann, belegt schon die noch immer recht gute Gesundheit von Doc Bernstein, immerhin Baujahr 34, seit 46 mit Typ 1 und seit Mitte der 70er Jahre eben LC. Und das beim BZ im unteren nichtdiabetischen Bereich mit mehr als 100% TIR und HbA1c unter 5,0!
Die Idee, den KH-Stoffwechsel lahm zu legen, finde ich besonders sinnbefreit. Denn die roten Blutkörperchen und einige Hirnzellen brauchen unbedingt Glukose, weil sie sich ausschließlich aus Glukose mit Energie versorgen können. Lahmlegen geht mithin gar nicht.
Viel sinnhafter ist wenigstens aus meiner Sicht doch, dass unser Stoffwechsel sowohl mit Fett, wie auch mit KHs und Protein als Energiequellen gut zurechtkommt. Und dass er dafür keine festen Verhältnisse der Nahrungsanteile zueinander braucht, sondern gleich gut mit allen Kombinationsmöglichkeiten leben kann. Denn das war vor der Zeit der Supermärkte die Grundvoraussetzung für die Möglichkeit zu leben und diese Möglichkeit weiterzugeben :)
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 24.11.2022 13:57:28 | IP (Hash): 527468602
hjt_Jürgen schrieb:
Dass mit weniger Stärke-KHs=Low Carb nichts lebenswichtiges fehlen kann, belegt schon die noch immer recht gute Gesundheit von Doc Bernstein, immerhin Baujahr 34, seit 46 mit Typ 1 und seit Mitte der 70er Jahre eben LC.
So mal grundsätzlich: Ein Beispiel ist ein Beispiel und belegt niemals eine Aussage!
Lediglich ein Gegenbeispiel widerlegt sicher eine solche ;)
hjt_Jürgen schrieb:
mehr als 100% TIR
Ernsthaft?!
Wobei nach dieser Studie Low-Carb auch nicht so ganz gesund zu sein scheint (genauso wie High-Carb):
https://www.thelancet.com/journals/lanpub/article/PIIS2468-2667(18)30135-X/fulltext#seccestitle10
Hier geht es aber eigentlich nicht um LowCarb, sondern um Gewichtszunahme bei Typ1 nach der Diagnose/unter Behandlung, die erstmal völlig normal ist, wie July schon schrieb. Und wenn diese nicht erwünscht ist, muss die Kalorienmenge runter, egal woher die Kalorien kommen... dabei helfen auch weniger Kohlenhydrate.
Bearbeitet von User am 24.11.2022 16:28:21. Grund: Korrektur -
am 24.11.2022 20:37:30 | IP (Hash): 967144701
HeikeOV schrieb:
hjt_Jürgen schrieb:
mehr als 100% TIR
Ernsthaft?!
Klar geht nicht mehr als 100% TIR ;)
Aber TIR geht bis 170-180 mg/dl, und der alte Doc macht in den postprandialen Spitzen am liebsten unter 100 mg/dl Schluss. D.h. am liebsten hat er allenfalls einen flachen kleinen Hügel im Verlauf mit nicht mehr als 10 mg/dl an Erhebung. Also um Welten weniger BZ-Bewegung, als gemeinhin ohne Diabetes als normal angesehen wird.
Dein Link ist von 2018, und die dafür verwendeten Studien sind z.T. noch erheblich älter. Auf der Basis neuerer Studien haben die Diabetologischen Fachgesellschaften LC inzwischen als gleichwertige Ernährungsmöglichkeit ohne megatiefe Folgen anerkannt.
Ähnliches gilt meines Wissens auch für tierische und pflanzliche Fette u.ä.
Soviel nur, wenn das Gewicht beim Themenstarter die Wunschmarke überschreiten will. Dann ist weniger Kalorien einverleiben angesagt und fällt mit LC generell leichter, als mit sogenannt ausgewogener Kost.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 25.11.2022 13:26:36 | IP (Hash): 72970431
hjt_Jürgen schrieb:
Soviel nur, wenn das Gewicht beim Themenstarter die Wunschmarke überschreiten will. Dann ist weniger Kalorien einverleiben angesagt und fällt mit LC generell leichter, als mit sogenannt ausgewogener Kost.
Das kommt auf den individuellen Fall, hier wie gesagt auch auf die persönliche gesundheitliche Situation und das Zurechtkommen mit der jeweiligen Ernährungsform, hier LC, an. Denn wenn ich eine nicht zu empfehlende niedrigkalorische Suppendiät absolvieren soll, mir dabei 2 - 3 Mal täglich Suppenvariationen aller Art zuführe, aber Suppe nicht leiden kann, ist das Vorhaben zum scheitern verurteilt.
Grundsätzlich kann man aber sagen, das eine am LC-Prinzip orientierte Kost insgesamt eher weniger Kalorien als andere Ernährungsmethoden/Diäten bei einer guten Sättigung verspricht. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass sich das umkehren kann, wenn sich das Gewicht, genauer gesagt der Körperfettanteil, auf "Normal" einpendelt. Wie es dann mit dem Hungergefühl unter Berücksichtigung der individuellen diabetischen Situation (unter IR, Insulinmangel,...) aussieht, kann ich aber nicht beurteilen.
Man darf auch nicht unterschätzen, dass Fett eine höhere Energiedichte (9 kcal/g) als die anderen beiden Makros KH und Protein hat (jeweils 4 kcal/g). Und die Kalorien sind und bleiben nun einmal der "Big Player" betreffend Ab- und Zunahme - das mal unabhängig von anderen wichtigen Faktoren wie oben angesprochener "Adherence", etc.
Bearbeitet von User am 25.11.2022 13:37:23. Grund: . -
am 25.11.2022 13:45:09 | IP (Hash): 72970431
hjt_Jürgen schrieb:
Und das beim BZ im unteren nichtdiabetischen Bereich mit mehr als 100% TIR und HbA1c unter 5,0!
Die Idee, den KH-Stoffwechsel lahm zu legen, finde ich besonders sinnbefreit. Denn die roten Blutkörperchen und einige Hirnzellen brauchen unbedingt Glukose, weil sie sich ausschließlich aus Glukose mit Energie versorgen können. Lahmlegen geht mithin gar nicht.
Viel sinnhafter ist wenigstens aus meiner Sicht doch, dass unser Stoffwechsel sowohl mit Fett, wie auch mit KHs und Protein als Energiequellen gut zurechtkommt. Und dass er dafür keine festen Verhältnisse der Nahrungsanteile zueinander braucht, sondern gleich gut mit allen Kombinationsmöglichkeiten leben kann. Denn das war vor der Zeit der Supermärkte die Grundvoraussetzung für die Möglichkeit zu leben und diese Möglichkeit weiterzugeben :)
In diesem oder einem anderen Artikel dieses Blogs wird beschrieben, dass Low Carber häufig die gleichen oder schlechteren HbA1c-Werte aufweisen.
Wie ich das sehe, bezog sich das "lahmlegen des KH-Stoffwechsels" auf eine Ernährung mit einer (sehr) hohen Fettzufuhr bei gleichzeitiger Vermeidung jeglicher Kohlenhydrate als Energiequelle, was sodann zur physiologischen, umkehrbaren Insulinresistenz führt. -
am 25.11.2022 13:53:34 | IP (Hash): 72970431
jürgen, es geht immer darum ob high fat oder high carb. beides zusammen ist machbar aber definitiv mehr schädlich als nützlich. ich wiederhole mich gern nochmals: high fat mit wenig khs macht sinn, wenn körperfett verbrannt werden soll, zum bleistift bei diäten. dann wird der kh- stofwechsel bewusst ausgeknipst und es werden fettsären statt kh verbrant. nach erschlankung bei normalem fettanteil werden khs besser vertragen und dann brauchen wir einen dominanten kh- verbrenungsmotor. der läuft dann wen wir viel kh und weniger fet zuführen. wenn wir das nicht tun brauchen wir uns über höhere nüchternwerrte nicht wundern.. -
am 25.11.2022 14:05:45 | IP (Hash): 72970431
[quote=Leia Cake;120767]jürgen, es geht immer darum ob high fat oder high carb. beides zusammen ist machbar aber definitiv mehr schädlich als nützlich. ich wiederhole mich gern nochmals: high fat mit wenig khs macht sinn, wenn körperfett verbrannt werden soll, zum bleistift bei diäten. dann wird der kh- stofwechsel bewusst ausgeknipst und es werden fettsären statt kh verbrant. nach erschlankung bei normalem fettanteil werden khs besser vertragen und dann brauchen wir einen dominanten kh- verbrenungsmotor. der läuft dann wen wir viel kh und weniger fet zuführen. wenn wir das nicht tun brauchen wir uns über höhere nüchternwerrte nicht wundern..[/quote]
Und was sagst DU dazu, dass Fetteinlagerungen in der Leber vor allem aus unverbrauchten KH stammt? -
am 25.11.2022 16:41:23 | IP (Hash): 913406796
Mitglied schrieb:
In diesem oder einem anderen Artikel dieses Blogs wird beschrieben, dass Low Carber häufig die gleichen oder schlechteren HbA1c-Werte aufweisen.
KH-Karenz macht nur im Anfang der Entwicklung eines Typ 2 nahezu automatisch wieder einen gesunden BZ. Wer mit seinem Diabetes über das Stadium hinaus ist, muss für einen besseren BZ-Verlauf seine Portionierung eben seinem BZ anpassen. Und weit genug fortgeschritten bewahrt beim Typ 2 auch ketogen=extrem low carb nicht mehr vor immer höheren BZ-Verläufen.
Wer mit Typ 1 LC isst, sollte nicht nur auf die KEs schauen, sondern auch die FPEs berücksichtigen. Muss also auch für Fett und Protein spritzen, nach möglichkeit ebenso passend wie für Carbs. Zum Berücksichtigen von FPEs wird meines Wissens noch immer sehr zurückhaltend angeleitet. Und es soll noch immer INSULINER-Schulungen geben, in denen nicht mal der Begriff vorkommt.
Mitglied schrieb:
Wie ich das sehe, bezog sich das "lahmlegen des KH-Stoffwechsels" auf eine Ernährung mit einer (sehr) hohen Fettzufuhr bei gleichzeitiger Vermeidung jeglicher Kohlenhydrate als Energiequelle, was sodann zur physiologischen, umkehrbaren Insulinresistenz führt.
Und noch einmal: es gibt keinen lahmgelegten Glukose-Stoffwechsel! Denn alle die Zellen, die sich allein aus Glukose mit Energie versorgen können, brauchen und bekommen weiter Glukose, auch wenn KEINE gegessen wird. Die brauchen übrigens zur Glukose-Aufnahme kein Insulin!
Insulin zur Aufnahme von Glukose brauchen nur alle die Zellen, die sich wenigstens genauso gut aus Fett mit Energie versorgen können. Und wenn nun das, was physiologische Insulinresistenz genannt wird, tatsächlich dafür da wäre, diesen Zellen den Zugriff auf die begrenzte Menge Glukose zu erschweren, wäre für den Organismus sehr viel einfacher, die Insulin-Ausgabe schlicht weit genug runter zu fahren.
Warum stattdessen rauf?
Weil die Hauptaufgabe vom Insulin in der Regulierung der Fettwirtschaft besteht, also im Einlagern und in der kontrollierten Ausgabe von Fett. Weil die Insulinausgabe abhängig vom Stand der Glukoseaufnahme ist, läuft die bei der sogenannt ausgewogenen Ernährung praktisch parallel zur Glukoseaufnahme und ist ein bisschen zu klein, wenn auf die Aufnahme von Glukose weitestgehend verzichtet wird. Deswegen wird mit der sogenannten physiologischen IR die Insulinausgabe passend zum Fettumsatz geregelt.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 27.11.2022 13:57:40 | IP (Hash): 551938604
Seit ein paar Tagen essen ich zum Frühstück immer Porridge und ca. 20 Mandeln. Seit dem ist mein nüchtern Zucker viel besser und auch tagsüber kommt es kaum zu Schwankungen. -
am 27.11.2022 17:04:55 | IP (Hash): 1669883284
SUPER, dass Du eine machbare Verbesserung für Dich gefunden hast :)
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.