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Gestiationsdiabetes und einige Fragen..
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am 08.12.2022 18:10:29 | IP (Hash): 1852426828
Hallo,
Vor guten 3 Wochen hatte ich in der 28 SSW einen OGTT. Nüchternwert :105
1h : 165
2h: 131
Aufgrund des Nüchternwerts wurde mir dann die Diagnose gestellt. Das Baby ist Zeitgerecht entwickelt und alles liegt genau in der Norm.
Dennoch bin ich einfach extrem verwirrt und verunsichert.
Ich musste die ersten 7 Tage täglich 7x meinen Blutzucker messen.
Meine Nüchternwerte schwanken so zwischen 89 und 100. Mir fiel vorallem auf, dass meine Nüchternwerte deutlich besser wurden als ich anfing Abends vor dem Schlafen etwas zu Essen.
Dennoch wurde ich jetzt zu 4 IE Levemir am Abend verdonnert. Seitdem ich mir das Langzeitinsulin Spitze sind meine Nüchternwerte DEUTLICH schlechter als davor. Zum Teil bis zu 114.
Ich habe das Gefühl umso mehr ich spritze umso höher werden sie... Rutsche ich nachts eventuell zu niedrig ? (Die Diabetologin bestreitet dies und will mir noch mehr Insulin verabreichen).
Desweiteren ist mir aufgefallen das ich zb. Bei Vollkornnudeln mit Thunfisch nach 1h einen Wert von 120 habe nach 2h von ungefähr 140 und dann auch bis zu 4 Stunden nach der Mahlzeit auf einem konstanten Blutzucker von 125 bleibe. Erst dann sinke ich wieder ab. Ist das normal? Liegt es an der Kombi von Vollkorn und Eiweiß? Muss ich mir sorgen machen das mir jetzt eventuell auch noch kurzzeitinsulin bevorsteht..
Ich bin wirklich mehr als gestresst und habe das Gefühl es schadet mir und meinem Kind mehr als hätte ich es nicht gewusst.
Ein paar Meinungen würden mir sehr weiterhelfen... Danke:)
Bearbeitet von User am 08.12.2022 18:21:49. Grund: Falsche Formulierung -
am 08.12.2022 21:57:21 | IP (Hash): 1775035091
Wenn alles, was vom Baby jetzt zu sehen ist, völlig in Ordnung ist, kann vor dem Hintergrund Deiner unbehandelten Werte und der paar Wochen, die Ihr noch bis zum Stapellauf habt, nix mehr schiefgehen. Lästerhaft würde ich meiner Tochter in Deiner Situation jetzt sagen: Was Du da jetzt machen sollst, machst Du eigentlich ausschließlich für das ernsthafte Aussehen auf dem Papier. Und für Dich zum Verrücktmachen. Und natürlich würde ich meiner Tochter auch sagen, dass sie das bitte nicht so an die Menschen weitergeben soll, die für ihre Behandlung zuständig sind.
Wichtig für Dich zu wissen: bis vor gut 20 Jahren galt eine werdende Mutter mit Diabetes Typ 1 als super gesund eingestellt, wenn ihr Morgenurin zuckerfrei war. Zucker im Urin beginnt mit BZ über 170-180, und davon bist Du mit Deinem BZ um Welten besser. Und ich kenne aus 30 Jahren aktiver Selbsthilfe keine einzige Studie, die gegenüber dem zuckerfreien Urin der damaligen Zeit deutlich weniger Auffälligkeiten bei Babys nach dem seither neuen kleinstkarierten Umgang mit dem Blutzucker ausweisen würde.
Wichtig für Dich zu wissen: Egal was für und wieviel Insulin Du zur Beruhigung Deiner Behandler-innen spritzt, davon kommt NICHTS bei Deinem Baby an. Denn von der Mutter zum Kind gilt eine weitestgehende Hormonschwelle.
Eine Situation wie Deine inklusive glücklicher Auflösung finde ich aktuell super dargestellt im Buch "der Glukosetrick". Das würde ich mir an Deiner Stelle gleich noch auf meinen Kindle o.ä. (geht ja auch online im Browser) packen und über’s WE reinziehen. Und Ruuuhe bewahren, und Ruuuhe bewahren, und Ru…. und weiter gutes Gelingen :)
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 08.12.2022 22:21:05 | IP (Hash): 389568788
Fiona1406 schrieb:
Ich habe das Gefühl umso mehr ich spritze umso höher werden sie... Rutsche ich nachts eventuell zu niedrig ? (Die Diabetologin bestreitet dies und will mir noch mehr Insulin verabreichen).
Hallo Fiona,
es ist durchaus denkbar, dass sich dein SS-Diabetes untedessen verschärft hat und deine Nüchternwerte deshalb trotz Levimir höher werden. Dann hätte dein Diabetologin recht mit der Erhöhung der Dosis. Es kann aber auch sein, dass du mit deiner Vermutung richtig liegst. Spritze doch einfach mal nur 2IE und beobachte, ob der Nüchternwert damit besser oder schlechter wird.
Wenn er wirklich besser wird, dann probiere es noch ein zweites mal, um sicher zu gehen, dass es nicht nur ein Zufall war. Danach kannst du probieren, was ohne Levimir passiert. Falls der Nüchternwert allerdings mit der Reduzierung schlechter wird, dann kannst du deiner Diabetologin glauben.
Bei deinem BZ-Verlauf ist aus meiner Sicht das wichtigste, dass die Spitzen nicht über 140 hinaus gehen. Dass der BZ danach nur langsam absinkt, liegt bestimmt an dem Vollkorn und Eiweiß. Ich würde darin aber kein Problem sehen.
Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 09.12.2022 11:53:28. Grund: BBCodes -
am 09.12.2022 08:34:47 | IP (Hash): 1852426828
Ehrlich gesagt bin ich selber nicht der Überzeugteste Befürworter der Diagnose. Allerdings bin ich auch Krankenpflegerin und kenne mich deshalb zumindest mit Typ 2 Diabetes einigermaßen gut aus.
Deshalb beunruhigt mich es dann doch etwas. Es ist so ein Mischmasch aus "ok,garkein Problem" und "oh Gott, hoffentlich bleibt er mir nicht ").
Bin wirklich ziemlich unter Strom seit ich selber messen muss.
Danke für den Buchtipp!! Ich werde es mir mal runterladen und durchlesen.
Liebe Grüße
Fiona -
am 09.12.2022 08:42:24 | IP (Hash): 1852426828
Hallo :)
Ich habe tatsächlich heute Nacht mein Insulindosis um 1 IE verringert (ja nicht viel aber bekomme ja auch nur eine kleine dosis). Mein Wert war heute früh zumindest wieder bei 100.
Ich muss sagen ich finde es irgendwie erschreckend das mir bei meinem Arzt diesbezüglich so wenig zugehört wird.
Ich habe heute einen Termin um mir noch eine zweitmeinung einzuholen. Ich hatte mit 16 die Diagnose insulinresistenz die allerdings über die Jahre (jetzt bin ich 25) verschwunden ist. Dies wurde regelmäßig anhand meines Hba1c kontrolliert. ( und noch anhand meiner Hormonwerte glaube ich .. da kenne ich mich aber leider nicht aus ).
Jetzt ist natürlich eher fraglich ob die insulinresistenz aufgrund der Schwangerschaft wieder aufgetreten ist.
Mein Hausarzt meinte zu mir er denkt Metformin könnte für mich eine besser Lösung sein als Insulin. (Metformin ist ja jetzt seit März 22 in der Schwangerschaft zugelassen). Eventuell bespreche ich dies heute mal mit dem Arzt.
Danke aufjedenfall für die Antwort :)
Liebe Grüße
Fiona -
am 09.12.2022 19:32:10 | IP (Hash): 932228905
Fiona1406 schrieb:
Ehrlich gesagt bin ich selber nicht der Überzeugteste Befürworter der Diagnose.
Diabetes Typ 2 ist kein irgendwie organisches Ding mit einer Schwelle von gesund zu krank. Sondern Diabetes Typ 2 ist einfach hoher Blutzucker ab dem Überschreiten der Zahlen, die für die Benennung als Diabetes und damit für die Diagnose definiert=gesetzt sind. Das ist reine Definition. Da ist 50 mg/dl darüber organisch alles ebenso unauffällig wie 50 mg/dl darunter.
Und genauso hat man für den Schwangerschafts-Diabetes die Grenzwerte für die Benennung einfach nur ein bisschen niedriger definiert=gesetzt.
Weil seit Jahren immer deutlicher wird, dass auch in dem als prediabetisch bezeichneten Bereich unter dem als diabetisch definierten häufig diabetische Folgen auftreten, ist aus meiner Sicht aus der engagierten Selbsthilfe der BZ 24/7 im völlig gesunden Bereich generell empfehlenswert, und zwar unabhängig von jeder Diagnose.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 10.12.2022 19:17:12 | IP (Hash): 7648106
hjt_Jürgen schrieb:
Da ist 50 mg/dl darüber organisch alles ebenso unauffällig wie 50 mg/dl darunter.
das ist jetzt für mich nicht schlüssig, Jürgen?!? das liest sich so als wären 150 mg pro dl genauso gesund nicht diabetisch wie 60 mg/dl? -
am 10.12.2022 20:47:23 | IP (Hash): 1684150444
Leia_Cake schrieb:
das ist jetzt für mich nicht schlüssig, Jürgen?!? das liest sich so als wären 150 mg pro dl genauso gesund nicht diabetisch wie 60 mg/dl?
Wenn man meine Schreibe so verstehen kann, als wären praktisch alle BZ-Höhen gleich gesund, hab ich da natürlich einen Fehler gemacht, sorry.
Ich will mit meiner Schreibe lediglich darauf hinweisen, dass mit keinem der BZ-Grenzwerte für die Diagnose Diabetes eine Veränderung außer am Blutzucker selbst erkennbar ist. Gleiches gilt auch für den Schwangerschaftsdiabetes.
Es ist ja noch nicht einmal so, dass die Diagnosegrenzwerte Stellen im zunehmend immer höheren BZ-Verlauf markieren, unter denen keine diabetischen Folgen auftreten https://ddz.de/praediabetes-gefaehrlicher-als-angenommen/#:~:text=%E2%80%9EDie%20Ergebnisse%20zeigen%2C%20dass%20der,mit%20einer%20h%C3%B6heren%20Sterblichkeitsrate%20zusammenh%C3%A4n
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 10.12.2022 20:47:57. Grund: .