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Sensor libre3... Lückenlose BZ-Überwachung vs. negativer Streß/Druck

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    am 15.12.2022 14:30:43 | IP (Hash): 2106299763
    Ich denke, es ist so wie bei allen Dingen im Leben... Nix übertreiben, schön Maß halten und das Gift liegt in der Dosis...

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    LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
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    am 15.12.2022 15:00:17 | IP (Hash): 945216713
    Gerade bei Typ 1 Diabetikern ist auf Grund der dauerhaften Belastung die Anzahl an depressiven Menschen auch deutlich erhöht. Es gibt eben keine Auszeit, auch wenn man gut damit leben kann.
    Das kann atemberaubend ermüdend sein zu manchen Zeiten.

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    am 15.12.2022 16:21:41 | IP (Hash): 1854525653
    Aus meiner Sicht machen wir uns das Leben hektisch, wenn wir auf angezeigte Werte direkt reagieren.

    Denn über den Daumen liegt beim Fingerpieks die Aktion, die den angezeigten Wert begründet, schon wenigstens um ne halbe und meistens eher um ne Stunde und noch länger zurück. Und beim Scan kann da noch mal ne halbe Stunde dazu kommen. Wenn mir der angezeigte Wert nicht zusagt, verfolge ich den im Protokoll zurück zum zeitlich wahrscheinlich passenden Input und merke mir den für die nächste Wiederholung zur entsprechenden Veränderung und Beobachtung vor.

    Ziel aller meiner Inputs ist folglich der BZ, den ich damit nach dem Auswirken der jeweiligen Aktion 2-3 Stunden weiter bewirke.

    Klar muss ich auf ne akute Hypo mit Zittern und Schweißausbruch und… sofort reagieren und Glukose einverleiben. Aber doch nur so viel oder vielmehr so wenig, wie zum Ausgleichen bis zu meinem normalen BZ ausreicht.
    Klar weiß ich die Menge nicht beim ersten mal und nehme die mit Sicherheit auch zu groß. Wie viel zu groß zeigt mir die Spitze ne Stunde weiter, die ich ja nicht haben will und entsprechend runterspritzen will, und… Die berüchtigte Achterbahn.

    Und auch hier hilft das Protokoll. Wenn das beim besten Willen keinen Ansatz für die Hypo hergibt, setzt es doch den Erinnerungsapparat in Bewegung. Oft mit dem Ergebnis, dass ich da zwischendurch mal einen Eintrag ausgelassen hab und mir die Hypo damit dann recht plausibel erklären kann. Auch die fehlende Glukosemenge, die sich ja dann auch mit dem Achterbahn-Protokoll deckt und mir deutlich sagt, dass ich BZ-wichtige Aktionen immer SOFORT eintragen muss. Und dass ich bei der dann im Wiederholungsfall besser weniger Insulin nehme.

    Also auch hier wieder aus der Rekonstruktion des Vergangenen das Moment des immer zutreffenderen Vorausschauens und Vorhersagens des BZ-Verlaufs bis zum Auswirken des jeweils letzten Inputs.
    Hier noch eine super anschauliche Erklärung vom Zeitunterschied zwischen Pieks und Scan https://www.blood-sugar-lounge.de/coaching/zwischen-blutglukose-und-sensorglukosewerten-sind-cgm-systeme-ungenau/

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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 15.12.2022 20:15:32 | IP (Hash): 2106299763
    @wisthler... Du sagst es! Als Lebensretter übrigens dürfte ein Sensor eh weniger taugen, weil er halt mindestens 30 Min. hinter dem tatsächlichen Ereignisverlauf hinterherhinkt... Also mir fehlt doch so ein bisschen das Muss bei dem Sensor...

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    am 15.12.2022 20:51:04 | IP (Hash): 989324002
    ThomaS1968 schrieb:
    weil er halt mindestens 30 Min. hinter dem tatsächlichen Ereignisverlauf hinterherhinkt...



    Jetzt mal nicht übertreiben... schon beim Abbott Navigator, beim Dexcom G5 und beim Medtronic Enlite waren es ca. 15 Minuten hinter dem Wert im Blut. Und beim Dexcom G6 hat sich da auch nichts zum negativen geändert. Beim Libre 2 (habe nur einen mal getestet) habe ich auch keine anderen Beobachtungen gemacht.

    Klugscheißermodus an
    Und er hinkt nicht hinter dem Ereigisverlauf hinterher, er misst die Glukose (eigentlich die Leitfähigkeit) im Zwischenzellwasser und nicht im Blut - In Echtzeit, aber einfach einen anderen Wert.
    Klugscheißermodus aus

    Wenn die Alarme richtig gesetzt sind (also nicht der erste Alarm bei 55mg/dl), kann ein Sensor schon vor schweren Hypos bewahren, besonders wenn die Hypo- Wahrnehmung nicht mehr funktioniert. Lebensretter ist aber sicher übertrieben...

    Also ich gebe meine Sensoren bestimmt nicht mehr her und ich habe sie einige Jahre aus eigener Tasche bezahlt. Ich starre nicht rund um die Uhr auf den Wert, sondern nur vor dem Essen, wenn mir was komisch vorkommt oder bei einem Alarm.

    Ich kann durchaus verstehen, dass häufige Alarme sehr belasten können. Dann sollte man die Alarmgrenzen eventuell etwas verschieben. Bei mir hat die Verschiebung meines ersten Hoch-Alarms vom 150mg/dl auf 160mg/dl zum Beispiel für viel mehr Ruhe gesorgt, ohne das sich die Werte insgesamt verschlechtert hätten. Und mein erster Niedrig-Alarm kommt erst bei 70mg/dl statt bei 80mg/dl, was nicht zu mehr Hypos geführt hat.
    Bearbeitet von User am 15.12.2022 21:17:07. Grund: Interpunktion
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    am 15.12.2022 21:28:55 | IP (Hash): 1854525653
    Hinterherhinken nur auf die mögliche Anzeigedifferenz zwischen Blut- und Gewebezucker beziehen, fasst die Situation zu kurz. Denn dazu gehört direkt auch der Input, mit dem der jeweilige Wert produziert worden ist.

    Wg des Hinterherhinkens ist ja auch seit einigen Jahren die Hypo statt bei 50 mg/dl, wie ich noch gelernt hab, bei 70 angesetzt, obwohl Menschen ohne Diabetes mit HbA1c 4,5 als völlig gesund gelten und damit einen durschnittlichen BZ von 85 mg/dl haben, für den wenigstens 60 für einige von 24 Stunden noch völlig normal sein muss.

    Was bei der Sensorgeschichte nervt, ist die andauernde Präsenz im Vordergrund der Aufmerksamkeit, für die ich allerdings als Nutzer selbst voll verantwortlich bin. Wie für die beständige Aufmerksamkeit für die Benachrichtigungen an Smartphone und Smartwatch. Seit ich beide auf "still" gesetzt habe und die Benachrichtigungen lese, wann sie mir(!) am besten passen, fühle ich mich sehr viel ruhiger und damit sehr viel wohler :)

    Wenn ich die Libre Chemie vertragen hätte, würde ich wahrscheinlich so gut wie gar nicht mehr Finger pieksen - und ganz bestimmt mehr als 1-3 (Nachtrag: heute 2) mal am Tag nach meinem BZ schauen - ähnlich wie nach der Uhr, der ja auch häufig genug vorzukommen pflegt, ohne dass man die angezeigte Zeit bewusst wahrnimmt ;)

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    Bearbeitet von User am 15.12.2022 21:32:26. Grund: Nachtrag
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    am 16.12.2022 00:14:40 | IP (Hash): 2106299763
    HeikeOV schrieb:
    ThomaS1968 schrieb:
    weil er halt mindestens 30 Min. hinter dem tatsächlichen Ereignisverlauf hinterherhinkt...



    Jetzt mal nicht übertreiben... schon beim Abbott Navigator, beim Dexcom G5 und beim Medtronic Enlite waren es ca. 15 Minuten hinter dem Wert im Blut. Und beim Dexcom G6 hat sich da auch nichts zum negativen geändert. Beim Libre 2 (habe nur einen mal getestet) habe ich auch keine anderen Beobachtungen gemacht.

    Klugscheißermodus an
    Und er hinkt nicht hinter dem Ereigisverlauf hinterher, er misst die Glukose (eigentlich die Leitfähigkeit) im Zwischenzellwasser und nicht im Blut - In Echtzeit, aber einfach einen anderen Wert.
    Klugscheißermodus aus

    Wenn die Alarme richtig gesetzt sind (also nicht der erste Alarm bei 55mg/dl), kann ein Sensor schon vor schweren Hypos bewahren, besonders wenn die Hypo- Wahrnehmung nicht mehr funktioniert. Lebensretter ist aber sicher übertrieben...

    Also ich gebe meine Sensoren bestimmt nicht mehr her und ich habe sie einige Jahre aus eigener Tasche bezahlt. Ich starre nicht rund um die Uhr auf den Wert, sondern nur vor dem Essen, wenn mir was komisch vorkommt oder bei einem Alarm.

    Ich kann durchaus verstehen, dass häufige Alarme sehr belasten können. Dann sollte man die Alarmgrenzen eventuell etwas verschieben. Bei mir hat die Verschiebung meines ersten Hoch-Alarms vom 150mg/dl auf 160mg/dl zum Beispiel für viel mehr Ruhe gesorgt, ohne das sich die Werte insgesamt verschlechtert hätten. Und mein erster Niedrig-Alarm kommt erst bei 70mg/dl statt bei 80mg/dl, was nicht zu mehr Hypos geführt hat.



    Alles richtig! Ich geb' den Sensor sicherlich auch nicht mehr her, aber bis ins neue Jahr gehts bei mir auch mal noch ohne... Und was soll ich sagen, gute Werte und gute Vibs.
    Hab' als LADA ja auch erstmal "nur" 2x13 IE Basal.
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    Bearbeitet von User am 16.12.2022 00:15:56. Grund: Ergänzung
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    am 16.12.2022 20:25:30 | IP (Hash): 1837965674
    Heute stehen uns immer häufiger technische Hilfsmittel zur Verfügung, die eine lückenlose Beobachtung unserer Gesundheitsdaten ermöglichen. Wenn wir allerdings diese Hilfsmittel dazu verwenden, dauernd ängstlich unseren Körper zu beobachten und unser Dasein an die Verläufe einer Blutzuckerkurve anpassen, dann ist das sicher kontraproduktiv. Der damit verbundene Stress und die möglicherweise aus Angst vor unerwünschten BZ-Verläufen unterlassenen Aktivitäten ist sicher schädlicher als der gesamte Diabetes. Nicht das Hilfsmittel ist schädlich, sondern diese Art der Verwendung.
    Heute ist Diabetes sicher keine Krankheit mehr, die Panik und Schrecken verbreiten muss. Seit knapp 40 Jahren gibt es ICT und eigenständige Blutzuckermessung und damit ist es möglich, ein Leben zu führen, das den Diabetes fast vergessen lässt. 10 Minuten täglich reichen aus (Spritzen, Messen und gedankliche Beschäftigung), um den Diabetes auf einen wünschenswerten Level zu halten. Es gibt keinen Grund mehr, auf irgendein Essen, Getränk, Party, Reise oder Sport zu verzichten, ein Leben vollkommen gleich den Gesunden, wenn man von den 10 Minuten absieht.
    Ich lebe nun seit 39 Jahren mit der blutigen Messung und fahre gut damit. Ich habe auch immer darauf geachtet, dass mein Körpergefühl erhalten bleibt und ich Werte unter 70 und über 250 verlässlich auch ohne Messgerät fühle. So kann ich im Notfall auch mehrere Tage ohne Messgerät auskommen, im längsten Fall waren es 4 Wochen. Seit einigen Jahren verwende ich den Libre (ich bin bewusst beim Libre 1 geblieben) und bin sehr zufrieden damit. Ich sehe die BZ-Verläufe der letzten Stunden und muss nicht stechen. Ich bleibe aber auch bewusst dabei, dass ich nicht öfter als 5-6mal pro Tag auf das Lesegerät schaue. Jürgen hat völlig recht, wenn er sagt, dass man nur zu einigen strategisch wichtigen Zeitpunkten des Tages seinen BZ kennen muss, um zu reagieren. Wenn ich außer Haus gehe oder Sport treibe, lasse ich das Lesegerät zu Hause. Da ich jetzt schon in Pension bin, bin ich ca. 6 Monate pro Jahr als Rucksackreisender irgendwo in der Welt unterwegs. Während dieser Reisen steige ich wieder auf die blutige Messung um und bin glücklich damit. Der Libre hätte unter Reisebedingungen mehr Nach- als Vorteile.
    Ich denke, dass man sehr entspannt mit dem Diabetes leben kann, wenn man die verschiedene Hilfsmittel flexibel so einsetzt, dass man seine Lebensziele und Lebensträume optimal realisieren kann, mal Libre, mal Körpergefühl, mal blutige Messung, mal sehr schnell wirksames Insulin, dann wieder etwas langsameres Insulin, immer abhängig, was man gerade erleben will. Eine gute Schulung (10 Tage full time und jährliche 2-tägige Updates) hat mir sehr für die Flexibilität geholfen.

    LG Geri
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    am 16.12.2022 22:12:59 | IP (Hash): 2106299763
    Vielen Dank Geri für deinen ausführlichen und höchst interessanten Beitrag. Hilft mir sehr...!

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