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Diabetes Typ2 ganz frische Diagnose, bin überfordert
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am 18.12.2022 16:56:56 | IP (Hash): 1061910387
Hallo liebe Community,
ich bin weiblich, 52 Jahre alt, übergewichtig und habe im Rahmen des Check Ups plötzlich die Diagnose Diabetes Typ 2 bekommen. Ich habe keine Beschwerden, mir geht’s ganz normal wie immer. Ohne die Blutuntersuchung, die zum Check Up gehört, hätte ich nix bemerkt.
Mein HA hat mir lediglich gesagt meine Zuckerwerte sind zu hoch, ich hätte Diabetes, hat mir Metformin aufgeschrieben und fertig. Termin beim Diabetologen habe ich erst am 06.01.
Ich habe absolut keinen Plan wie man mit der Diagnose umgeht. Wie kontrolliert man denn den Zuckerwert? Wie stellt man am besten die Ernährung um? Es gibt 1000 Fragen und ich hoffe ich finde hier Antworten.
Ach so, das Metformin habe ich noch nicht genommen. Ich möchte keine Medikamente nehmen. Also generell.
Vielen Dank
Tena
Bearbeitet von User am 18.12.2022 16:58:51. Grund: Etwas hinzugefügt -
am 18.12.2022 17:08:38 | IP (Hash): 599700501
Tena70 schrieb:
Termin beim Diabetologen habe ich erst am 06.01.
Hallo Tena,
das sollte heißen: "... schon am 6.1.".
Deinen Diabetes hast du bestimmt schon etliche Monate oder sogar schon Jahre. Die paar Tage machen nun auch nichts mehr aus. Der Diabetologe wird dich bei dem Termin bestimmt etwas schlauer machen und/oder dir eine Schulung anbieten.
Bis dahin kannst du ja, falls du schon etwas tun möchtest, vorsichtig mit Zucker, Weißmehlprodukten, Kartoffeln, Reis, ... umgehen und einfach davon etwas weniger essen als bisher. Mehr Eiweiß und Fett sind, unter Beachtung der Gesamtkalorien, durchaus erlaubt.
Mitdem Metformin kannst du auch noch bis zum 6.1. warten. Ich vermute aber, dass der Diabetologe dir bei Typ2-Diabetes auch dazu rät. Metformin sollte möglichst langsam eingeschlichen werden, damit du es besser verträgst.
Alles Gute, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 18.12.2022 17:15:02. Grund: BBCodes -
am 18.12.2022 17:18:59 | IP (Hash): 1061910387
Hallo Rainer,
danke für deine Antwort.
Ich habe schon mal einiges im Internet gelesen. Daher habe ich meine Ernährung schon etwas umgestellt. Nur noch Vollkornprodukte bzw Haferbrot mit Saaten (komplett ohne Mehl), Wurst weggelassen. Als Belag esse ich oft Frischkäse und Gemüse (Gurke, Tomate), keine Zwischenmahlzeiten/Snacks mehr. Keinen Süßkram. Keinen Zucker im Tee. Usw. Kein Essen nach 18 Uhr.
Aber hält man das ein Leben lang durch? Es beeinträchtigt schon massiv die Lebensqualität muss ich sagen.
Aber Tabletten will ich halt auch nicht nehmen müssen.
Seufz. -
am 18.12.2022 18:31:16 | IP (Hash): 599700501
Tena70 schrieb:
Aber hält man das ein Leben lang durch? Es beeinträchtigt schon massiv die Lebensqualität muss ich sagen.
Aber Tabletten will ich halt auch nicht nehmen müssen.
Seufz.
Hallo Tena,
ja, das kann man ein Leben lang durchhalten, wenn man die Ernährung findet, die für einen gut passt. Die Suche nach dem, was am besten für dich passt und gut bei deinem Diabetes ist, dauert vielleicht eine Weile und die Umstellung wird vielleicht nicht ganz einfach sein. Aber wenn du es geschafft hast, dann bleibt nur noch relativ wenig "Verzicht" übrig. Ich gebe aber zu, dass der Anfang für die meisten von uns nicht einfach war. Hier im Forum kannst du übrigens mehrere Erfahrungsberichte finden und auch feststellen, dass es unterschiedliche Wege gibt, um das Ziel zu erreichen.
Deine Vorbehalte gegen Medikamente kann ich verstehen, die sind aber nicht richtig. Du solltest versuchen, mit deinem Lebensstil (Ernährung, Bewegung) deinen Diabetes so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Wenn das aber nicht ausreicht, musst du dir medikamentöse Unterstützung gefallen lassen. Metformin bietet übrigens eine sehr wertvolle Unterstützung ohne dass du, wenn du es gut verträgst, versteckte Nebenwirkungen befürchten musst. Für eine gute Verträglichkeit ist das langsame Einschleichen sehr wichtig.
Viel Erfolg, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 18.12.2022 21:12:51. Grund: BBCodes -
am 18.12.2022 19:51:22 | IP (Hash): 712033563
Ich kann mich Rainer nur anschließen.
Meine pers. Geschichte sah so aus:
Hb1Ac 11 nüchtern 350
Heute nach 12 Jahren sieht es so aus:
Hb1Ac 5,8 nüchtern unter 100 (im Grunde stelle ich das mit dem Insulin ein.)
Ich nehme täglich 2000mg Metformin und spritze 15E Langzeitinsulin
und zu den Malzeiten über den Tag ca. 20Einheiten kurzwirkendes Insulin.
Essen kann ich alles, nur die Mengen dürfen nicht zu hoch sein.
Eben nur so viel wie der Körper braucht, nicht so viel wie ich möchte. ;-)
Einzig Pizza gibt es bei mir nicht, da ist der glyc. Index einfach zu hoch
bzw. das Mehl zu fein gemahlen.
Bei Kuchen hilft es verzichten zu können bzw. kleine Stückchen zu essen.
Viele Erfolg, Albrecht. -
am 19.12.2022 00:54:56 | IP (Hash): 1077021155
Albrecht schrieb:
Ich kann mich Rainer nur anschließen.
Meine pers. Geschichte sah so aus:
Hb1Ac 11 nüchtern 350
Heute nach 12 Jahren sieht es so aus:
Hb1Ac 5,8 nüchtern unter 100 (im Grunde stelle ich das mit dem Insulin ein.)
Ich nehme täglich 2000mg Metformin und spritze 15E Langzeitinsulin
und zu den Malzeiten über den Tag ca. 20Einheiten kurzwirkendes Insulin.
Essen kann ich alles, nur die Mengen dürfen nicht zu hoch sein.
Eben nur so viel wie der Körper braucht, nicht so viel wie ich möchte. ;-)
Einzig Pizza gibt es bei mir nicht, da ist der glyc. Index einfach zu hoch
bzw. das Mehl zu fein gemahlen.
Bei Kuchen hilft es verzichten zu können bzw. kleine Stückchen zu essen.
Viele Erfolg, Albrecht.
Klassische ICT plus Metformin ist schon eine interessante Kombination. Der Erfolg mit 5,8 gibt dem natürlich recht :-)
Hast du damit eigentlich größere Probleme mit Unterzuckerungen? -
am 19.12.2022 10:22:03 | IP (Hash): 712033563
Martin115 schrieb:
Albrecht schrieb:
Ich kann mich Rainer nur anschließen.
Meine pers. Geschichte sah so aus:
Hb1Ac 11 nüchtern 350
Heute nach 12 Jahren sieht es so aus:
Hb1Ac 5,8 nüchtern unter 100 (im Grunde stelle ich das mit dem Insulin ein.)
Ich nehme täglich 2000mg Metformin und spritze 15E Langzeitinsulin
und zu den Malzeiten über den Tag ca. 20Einheiten kurzwirkendes Insulin.
Essen kann ich alles, nur die Mengen dürfen nicht zu hoch sein.
Eben nur so viel wie der Körper braucht, nicht so viel wie ich möchte. ;-)
Einzig Pizza gibt es bei mir nicht, da ist der glyc. Index einfach zu hoch
bzw. das Mehl zu fein gemahlen.
Bei Kuchen hilft es verzichten zu können bzw. kleine Stückchen zu essen.
Viele Erfolg, Albrecht.
Klassische ICT plus Metformin ist schon eine interessante Kombination. Der Erfolg mit 5,8 gibt dem natürlich recht :-)
Hast du damit eigentlich größere Probleme mit Unterzuckerungen?
Hallo Martin,
Du sprichst einen wunden Punkt an. Die Unterzuckerung. Im Grunde beherrsche ich die BZ-Lage schon
nur Nachts liege ich schon mal durchgehend bei um 70 mg/dl. (Libre 2) Schreib mir doch mal was Du an meiner Theraie unplausibel bzw. kritisch findest.
Vielen Dank
Albrecht -
am 19.12.2022 10:42:24 | IP (Hash): 961817814
@Tena70
Willkommen im Club ;) Schon klar, dass Du da nicht bewusst rein gewollt hast. Aber irgendwie hast Du alle Bedingungen erfüllt - wofür? Dafür, dass Dein Blutzucker alltäglich über den Größen verläuft, die für die Diagnose definiert sind. Seitdem heißt der nicht mehr "zu hoher Blutzucker", sondern eben Diabetes Typ 2. Will sagen, es gibt keinen organischen Schaden, der den mit der Zeit immer höheren Blutzucker-Verlauf macht, sondern das ist wohl eine Störung des Prozesses, der die Menge von Glukose im Blut regelt.
Die Menge wird mit den Jahren unbehandelt meistens immer mehr. Deswegen bezeichnet man den Typ 2 auch als progredient, also voranschreitend. Und das Voranschreiten macht der Blutzucker meistens auch mit der ganz normalen diabetologischen Behandlung, die in aller Regel mit einer kleinen Dosis Metformin startet. Damit kann der Blutzucker wieder unter der Grenze verlaufen, die der Arzt als Schwelle zur Verstärkung der Medikation sieht. Und wenn die kleine Dosis nicht mehr für unter dieser Schwelle ausreicht, wird die größere verordnet oder/und ein weiteres Medikament usw. usw. bis schließlich Insulin die letzte Änderung ist, und auch davon häufig mit der Zeit immer mehr.
Aus der Selbsthilfe weiß ich von vielen Betroffenen, denen es so abschreckend gegangen ist. Dazu von wenigen Ausnahmen, bei denen der Blutzucker schon auf der nächsten Stufe mit einem zusätzlichen Medikament zu Metformin wenigstens über inzwischen 20 Jahre nicht mehr weiter angestiegen ist.
Und ich weiß von immer mehr Betroffenen, die sich aktiv um ihren möglichst gesunden Blutzucker-Verlauf kümmern. Einige davon halten ihren Blutzucker sogar schon Jahre allein mit der individuell passenden Auswahl und Portionierung und mit gezielt eingesetzter intensiverer Bewegung im völlig gesunden Bereich.
Und der gesunde Bereich hat etwas geradezu Magisches. Denn wenn jemand, der sich da seit dem Sommer drin hält, heute einen Lebkuchen isst, dann macht der heute bei diesem selben Menschen einen sehr viel geringeren Blutzucker-Anstieg, als noch vor einem Jahr, als eben dieser Mensch noch einen zwar mit Mdikamenten gut behandelten, aber diabetischen Blutzucker pflegte.
Dieser magische Bereich heißt auf Medizinsprech Remission.
Deswegen würde ich an Deiner Stelle beim Termin beim Diabetologen die Tage direkt mal danach fragen.
Generell zum Thema Blutzucker und wie schon Menschen ohne Diabetes davon betroffen sein und dafür sorgen können, dass der weniger stark schwankt und damit weniger Belastungen und Beschwerden macht, ist super dargestellt im Buch "der Glukosetrick". Die Version im Cloud Reader ist nicht nur günstiger, sondern lässt die häufig sehr interessanten Quellenangaben direkt aus dem Text aufrufen.
@Albrecht und Martin
das Thema ist interessant, aber lasst uns dafür doch bitte einen eigenen Thread aufmachen und diesen nicht kapern, in dem es um den Typ 2 Einstieg geht
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 19.12.2022 10:48:26 | IP (Hash): 712033563
@Albrecht und Martin
das Thema ist interessant, aber lasst uns dafür doch bitte einen eigenen Thread aufmachen und diesen nicht kapern, in dem es um den Typ 2 Einstieg geht
Gerne, schon erledigt "Nächtliche Unterzuckerungen"
Bearbeitet von User am 19.12.2022 10:49:50. Grund: Schreibfehler -
am 19.12.2022 13:44:41 | IP (Hash): 160582365
Hallo Tena,
wie waren deine Werte? Du kannst erstmal mit einer Ernährungsumstellung und sportlicher Aktivität anfangen und die Werte nach 3 Monaten checken lassen. Diese 2 Dinge sind die Basis, bevor man mit einer medikamentöser Therapie anfängt. Sollten sie nicht ausreichen, kannst du nach 3 Monaten immer noch mit Metformin anfangen (musst du dann auch wohl, es wäre das geringere Übel - ein unbehandelter Diabetes kann schlimme Langzeitfolgen haben, die kannst du googeln).
Ernährung: auf jeden Fall abnehmen bis hin zu einem normalen BMI - viel Gemüse ist die Basis. Kohlenhydrate limitieren und durch Proteine / Fette ersetzen. Keine Süßigkeiten, Pasta, Reis, etc., sondern mehr Fisch (Lachs), Fleisch, Eier, Nüsse, Käse, Obst in Maßen. Keine Angst vor Fett - es wurde jahrzehntelang zu Unrecht verteufelt, solange du nicht täglich kiloweise Butter und Fleisch zu dir nimmst ist Fett unproblematisch. Gemüse kannst du essen soviel zu willst, ab und an auch gute Kohlenhydrate wie Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen). Brot sehe ich auch in der Vollkornvariante kritisch, da immer noch sehr viele Kohlenhydrate drin sind - besser sind Eiweißbrote (findest du auch im Supermarkt), oder radikalere Varianten die du googeln kannst (low carb Brot, keto Brot)- diese haben m.E. immer noch einen akzeptablen Geschmack.
Ich würde erstmal ein paar Wochen das Essen auch generell reduzieren, weil du abnehmen musst, dann kannst du irgendwann wieder auch mehr essen (Proteine und Fette). Gemüse kannst du jederzeit in unbegrenzter Menge konsumieren.
Sport: du musst unbedingt jeden Tag was einbauen: Joggen, Treppen laufen, Schwimmen, mehr zu Fuß gehen. Auch Krafttraining 1-2 mal die Woche ist wichtig, du kannst dich im Fitnessstudio informieren. Bei Diabetes ist Sport enorm wichtig, weil du damit die Kalorienbilanz positiv beeinflussen und gleichzeitig die Insulinsensitivität deiner Zellen verbessern kannst.
Bezüglich Ernährung wird dir die Ernährungsberatung beim Diabetologen was anderes erzählen (Kohlenhydrate immer noch 50%-60% der täglichen Energiezufuhr), ich habe dir oben meine Erfahrungen geschrieben mit denen ich meine Werte drastisch verbessert habe, ohne Medikamente. Diabetes Typ 2 ist in erster Linie eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, daher ist es logisch dort auch anzusetzen. Fette und Proteine beeinflussen dein Blutzuckerspiegel deutlich weniger. Das Gute ist - wenn du erstmal deine Werte verbesserst - kannst du ab und an auch zu einem normalen Brot, einem Stück Kuchen, Pasta, etc. greifen, ohne dass sich die Werte plötzlich wieder verschlechtern (übrigens gibt es auch Süßigkeiten mit Zuckeralternativen - diese würde ich erst dann nach der Gewichtsabnahme konsumieren, sind also eher längerfristig eine Option).
Ich sage nicht, dass das die einzig wahre Lösung ist, ich weiß auch nicht wie lange meine Remission anhalten wird, es sind nur meine ganz persönlichen Erfahrungen die ich weitergeben möchte, ohne zu wissen ob sie bei anderen auch funktionieren (es hängt auch davon ab wie alt man ist und seit wann der Diabetes unbehandelt besteht). Der Weg der offiziellen kohlenhydratlastigen Ernährungsberatung führt aber aus meiner Sicht immer zu Metformin - mehr Metformin - zusätzlichen Medikamenten - mehr zusätzlichen Medikamenten - Insulin - mehr Insulin.