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Diagnose Typ 2! Was an Erst-Info?

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    am 27.12.2022 11:41:00 | IP (Hash): 1962594411
    gdmircea schrieb:
    Ich hatte Anfang 2021 einen LZW von 6,0, anschließend oraler GTT mit den Werten 95-191-114. Meine Hausärztin, gleichzeitig Diabetologin, hat sinngemäß gesagt "Wert nach 1 Stunde etwas hoch, aber sonst passt alles".
    Im Nachhinein - hätte mich meine erste Hausärztin drastischer über mein Prädiabetes aufgeklärt ("Es ist 5 vor 12, Sie müssen grundlegend was ändern"), hätte ich den Diabetes vlt. nicht bekommen.

    Hallo gdmircea,

    dir ist aber klar, dass deine Ärztin bei diesen Werten überhaupt keinen Prädiabetes feststellen konnte. Sowohl mit deinem Nüchternwert von 95 als auch mit deinem 2-Stunden-oGTT-Wert von 114 liegst du unter den Bereichen, die von der DDG als IFG (gestörte Nüchtenglukose: 100 ... 125mg/dl) bzw. IGT (gestörte Glukosetoleranz: 140 ... 199mg/dl), den beiden Arten von Prädiabetes bezeichenet werden.

    Dass sie sich bei ihrer Beurteilung an die Leitlinien der DDG gehalten hat, kannst du ihr nu wirklich nicht anlasten.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 27.12.2022 11:43:06. Grund: BBCodes
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    am 27.12.2022 15:41:09 | IP (Hash): 72970431
    hat dir die ärztin erklärt warum 2021 prädiabetes diagnostiziert wurde? ich nehme an wegen des hba1c von 6 % und vielleich tnoch in zusammenhalt mit dem 1-stunden wert? nun der 1-stunde-wert besitzt bei gesamtbeurteilung weniger relevanz. wichtiger dagegen ist der wert nach 2 stunden. der ogtt war ja normal? von prädiabetes nix zu sehen. auch was den vergleich orange vs schokolade angeht stimme ich nicht zu. orangen enthalten zwar weniger zucker dafür aber verfügen sie über eine bessere nährstoffzusammensetzung, sprich reichlich vitamine und machen zumindest mich satter.

    5,2 % ist nicht zu niedrig sondern sogar wünschenswert. man kann aber auch mit etwas mehr gut leben. jürgens rezept das er häufig postet kennen wir ja bereits.
    Bearbeitet von User am 27.12.2022 15:42:28. Grund: ausgebessert
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    am 27.12.2022 18:49:38 | IP (Hash): 815166353
    Bitte bei der ganzen Diskussion nicht vergessen:

    Hier im Forum trudeln sich nur engagierte Diabetiker, die sich auch wirklich mit ihrer Krankheit auseinander setzen. Das ist aber nur ein kleiner Bruchteil aller Diabetiker. Ich habe in Reha, Diabetesklinik und Umfeld einige Diabetiker kennengelernt, die auf keinen Fall auf ihr bekanntes Essen verzichten wollen. Oder auch sowas wie "okay, dann esse ich halt nur 2 Brötchen zum Frühstück als 3. Oder nur jeden zweiten Tag Kuchen und nicht jeden Tag", ... "auf meinen Kuchen zum Kaffee kann ich definitiv nicht verzichten"...
    "Lieber nehme ich eine Tablette (oder zwei oder drei), bevor ich meine Ernährung umstelle."
    "Ich spritze doch Insulin, dann gehen auch 3 Brötchen mit Marmelade und O-Saft jeden Tag zum Frühstück."

    Wenn jetzt der Hausarzt daher kommt mit, du hast Diabetes und musst jetzt Kohlenhydrate drastisch reduzieren, kein Kuchen, auch Nudeln, Brot, ... nur noch in geringen Mengen, stattdessen viel Gemüse...
    Du solltest deinen Blutzucker messen, aber die Teststreifen werden nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern musst du selbst zahlen, weil die Krankenkasse den Notwendigkeit des Messens nicht anerkennt. Damit erreichst du wieder diesen kleinen Bruchteil an Menschen, den Rest aber wieder nicht. Die machen dicht und kommen am Ende im schlimmsten Fall gar nicht mehr zur Kontrolle. Dann geht das komplett in die falsche Richtung.

    Zweiter Punkt, Hausärzte haben je nach Terminmanagement der Praxis max. 10-15min Zeit pro Patient. So viel Zeit für umfassende Schulung gibt es dort also nicht. Und wo fängt man an, was ist Diabetes, was sollte ich ändern, was lässt überhaupt den Blutzucker steigen, ... Wer damit noch überhaupt keine Erfahrungen gemacht hat, ist damit haltlos überfordert und da reichen 10min nie und nimmer.

    Wichtiger fände ich es, wenn es nach Diabetes-Diagnose eine Gruppenschulung für die Grundlagen gibt. Durchgeführt von einer Diabetesberaterin, wohin der Hausarzt überweist. Aber auch hier Grundlagen vermitteln ohne, dass gleich die meisten der TN dichtmachen. Eine komplette radikale Umstellung der Lebensgewohnheiten schaffen die wenigsten, für mache ist die Diabetesdiagnose ein Anreiz und die kümmern sich. Aber für eine Vielzahl trifft das leider nicht zu.
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    am 28.12.2022 02:05:14 | IP (Hash): 2027792864
    Rainer schrieb:
    gdmircea schrieb:


    dir ist aber klar, dass deine Ärztin bei diesen Werten überhaupt keinen Prädiabetes feststellen konnte. Sowohl mit deinem Nüchternwert von 95 als auch mit deinem 2-Stunden-oGTT-Wert von 114 liegst du unter den Bereichen, die von der DDG als IFG (gestörte Nüchtenglukose: 100 ... 125mg/dl) bzw. IGT (gestörte Glukosetoleranz: 140 ... 199mg/dl), den beiden Arten von Prädiabetes bezeichenet werden.

    Dass sie sich bei ihrer Beurteilung an die Leitlinien der DDG gehalten hat, kannst du ihr nu wirklich nicht anlasten.
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    Wenn ich hier schaue, ist ein Hba1c von 6,0 sehr wohl Prädiabetes: https://www.diabetes-news.de/wissen/was-ist-diabetes/diagnose-wer-ist-zuckerkrank. Auch ein Blutzucker von über 200 zu einem beliebigen Tageszeitpunkt ist fast erreicht, mit 191. Mit geht es nicht um ein Fehlverhalten der Ärztin oder dass sie in einem Spannungsfeld zwischen verschiedenen Patientenreaktionen steht, für mich persönlich sind solche Werte heutzutage einfach nicht mehr akzeptabel.

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    am 28.12.2022 12:06:00 | IP (Hash): 993612818
    July95 schrieb:
    Eine komplette radikale Umstellung der Lebensgewohnheiten schaffen die wenigsten, für mache ist die Diabetesdiagnose ein Anreiz und die kümmern sich. Aber für eine Vielzahl trifft das leider nicht zu.


    Deine Einwände kenne ich alle aus vielen Jahren in der Selbsthilfe. Und von denen, die jeden Tag schwerer an alledem schleppen müssen, was sie sich einfach einverleiben MÜSSEN, weil sie in ihren Köpfen nicht ohne können, wird die Remission niemanden erreichen. Auch dann nicht, wenn sie fachoffiziell als Alternative zur standardmäßigen Typ 2 Behandlung angeboten würde.
    Die Herausforderung der besonderen Art ist allerdings, dass es so ein alternatives Angebot bei uns in D fachoffiziell überhaupt nicht gibt.

    Und wenn nur 5 oder 4 von 100 die Remission annehmen würden, wäre sie schon ein guter Erfolg - wie all die vielen Medis, die mit NNT 20-25 als sehr brauchbar bewertet und jeden Tag verschrieben werden.

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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.