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Bin verzweifelt. Wie alles umsetzen? Typ II
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karla
Rang: Gastam 30.06.2008 02:14:22
Hallo,
bin zwar schon seit ca. 2 Jahren im DMP, zuvor war mein Diabetes lange unerkannt, trotz vieler Ärztekontakte. Am Anfang von DMP bei einem Diabetologen Schwerpunktpraxis war 1 Schulung. Ich stand und stehe immer noch unter dem Schock der Diagnose, da ich noch mit anderen chron. Erkrankungen zu kämpfen habe. Die Schulung wurde herunter gerasselt und hatte mit meiner Lebenssituation/Rhythmus nichts zu tun. Bei den vierteljährlichen Untersuchungen wird alles routinemäßig abgefragt und geprüft. Das Arztgespräch ca. 5 Min. nach 1 Std. Wartezeit bringt immer wieder in kleinen Häppchen neue Erkenntnisse und Beseitigung der Fehlinterpretationen meinerseits. So vergeht viel Zeit mit Fehlern.
Ich muß 1 x pro Tag Metformin 850 nehmen und 4 x pro Tag spritzen, und zwar Actrapid 10-14-38 und Protaphan 34. Da das Stechen in die Fingerbeere sehr schmerzhaft ist, konnte ich mich nur 1 x pro Tag überwinden, zumal die Spritz-Menge ja vom Arzt vorgegeben wurde.
Ich weiß nicht, ob ich kurz vor dem Spritzen messen muß oder ob ich einige Stunden später spritzen kann, wenn ich später esse ?
Wenn ich mal 1 Mahlzeit nicht zu mir nahm, spritzte ich nicht aus Angst vor Unterzuckerung. Das wäre falsch, sagte der Arzt, ich muß auch dann spritzen, wenn ich nicht esse.
Bald muß ich erneut zum Arzt, allerdings mit 4 x stechen pro Tag nach 1 Woche. Ggf. wird er die Menge korrigieren, denn mein Hba1 war wieder gestiegen, zuletzt 7,3.
Alle Vierteljahre ein Arztkontakt. Ich fühle mich mit der täglichen Umsetzung total allein gelassen und der Diabetes versetzt mich in Angst und Schrecken. Ich habe einen gestörten Tag- und Nachtrhythmus und wache mal nachmittags auf. Frühstücke ich dann oder was? Sport schaffe ich wegen der starken Erschöpfung nicht, sondern gerade mal die alltäglichen Verpflichtungen.
Es gibt hier keine richtige Selbsthilfegruppe, nur 2 Treffen, die von Leuten geleitet werden, die an Diabetesprodukten verdienen und nicht selber betroffen sind.
Wäre dankbar für Eure Hilfe. -
Marie
Rang: Gastam 30.06.2008 02:29:25
hallo, leider kann ich dir auch nicht so gut helfen weil ich selber neu bin aber ich würde mich mal nach einem anderen diabetologen umschauen der sich zeit nimmt und dir alles erklärt, auch öfter als einmal im quartal. dass du bescheid weisst ist eine der grundsäulen der therapie.
und zum pieksen: welche stechhilfe hast du denn? ich habe schon ein paar ausprobiert und finde am besten die softclix oder die multiclix von roche (akku chek), die tut überhaupt nicht weh. bei anderen stechern hat mir ewig lang der finger weh getan!! ruf doch mal bei akku chek an, die haben eine hotline und frag ob du so ein stechding gratis bekommen kannst!
http://www.accu-chek.de/produkte/de/kontakt/kontakt.html
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klausdn
Rang: Gastam 30.06.2008 11:02:54
hallo anonym,
da alle angaben sehr vage sind einiges grundsätzliches.
1. das picken tut nur weh wenn man es falsch macht, da es dr anscheinend keiner gezeigt hat.
es wird nie in die fingerbeere gepickt sondern immer an beiden seiten(innen außen)
es wird nur an mittel, ring und kleinen finger gepickt
(und das abwechselnd)
so hast du zweimal sechs stellen zur verfügung,
und dort bis zum ersten fingergelenk.
laß dir von abbot schicken -richtig blutzucker messen-
tel-0800 5199519-
nutze ein gerät mit geringem blutbedarf.-.dann nicht so tief picken(s. vorposter)
accu chek-tel0180 2000165- beim aviva ist der multiclix dabei.
2. sorry aber völlig ohne tageseinteilung kann eine ct konventionelle therapie (die machst du, auch wenn du die insuline für ict benutzt) absolut nicht klappen.
3. suche dir einen diabetologen der dir eine ict schulung bietet.
4. versuche mal selber aktiv zu werden, rufe alle gerätehersteller, alle insulinhersteller und pillendreher an und arbeite deren infomaterial durch. da werden fragen übrig bleiben, aber einiges grundsätzliche kann geklärt werden.
mfg. klaus von klausdn -
thomas2002
Rang: Gastam 30.06.2008 16:39:07
klaus hat dir ja schon einiges geraten.
für die zwischenzeit gilt: es gibt ein insulin für die grundversorgung und eins für das essen. das insulin für die grundversorgung mußt du tatsächlich immer regelmäßig spritzen. das insulin für das essen wirklich nur zum essen und in der abhänigkeit des aufgenommenen. von thomas2002 -
waldi
Rang: Gastam 30.06.2008 20:48:18
hallo, wenn sie in der schwerpunktpraxis nicht kompetent behandelt und beraten werden, dann lohnt sich ein arztwechsel. treten sie aus dem dmp-programm aus, dann können sie zum arzt wann sie wollen und nicht wenn der arzt sie ruft. kann das metformin nicht abgesetz werden? spritzen sie am tag wirklich 62 I.E. actrapid? u. wieviel broteinheiten werden gegessen? u. wie sieht es mit dem unterzucker aus? das Protaphan ist ein langzeitinsulin, das actrapid senkt den blutzucker innerhalb weniger stunden und sollte nur gespritzt werden, wenn man be's isst. auf jeden fall muss man vorher den bz messen, um zu wissen, wie hoch/niedrig der bz ist. wenn sie nichts essen, dann sollten sie auch kein actrapid spritzen (wegen unterzuckerung), aber vorher den bz messen u.evtl. korrigieren. auch vor dem schlafen gehen sollte der bz gemessen werden. ein hba1c von 7,3 ist gar nicht so schlecht. sie können mir auch ihre email-adresse mitteilen. gruß waldi -
klausdn
Rang: Gastam 30.06.2008 21:32:29
naja, es ist ja nicht nur der doc,
nicht der doc sagt nicht messen unser proband mißt nicht.
wer nicht mißt und nach plan spritzt, dem kann man keine tips geben zum spritzen, das verschlimmert das chaos.
was hat das zum doc gehen mit dem dmp zu tun?
gute diadocs haben wartezeiten, für gkk patienten, völlig egal ob mit oder ohne dmp.
"grundsätzlich"--> kein doc wird für auskünfte, gespräche, privatschulungen bezahlt, jedenfalls nicht von der gkk. dafür sind schulungen die bezahlt werden da.
und da hat wer im dmp ist alle zwei jahre anrecht drauf.
was völlig fehlt ist eine insulinschulung daher auch der große dunkelsektor.
60ie actrapid sind für einen t2 nicht besonders vie,l vor allem da wir nicht wissen was er ißt.
das a+o ist weiter nichts als know how, und das kann er sich zt. anlesen, eine gute ict schulung besuchen, und dann hier fragen.
und wenn der doc diese schulung nicht bald anbietet , ist der wechsel absolut nötig, auch das ist im dmp möglich und vorgesehen.
mfg. klaus von klausdn -
Anonym
Rang: Gastam 06.07.2008 14:55:53
Hallo,
danke für den Tipp mit anderen Stechhilfen, werde das prüfen. Damals bekam ich das Gerät vom Arzt. von Anonym -
Knusperchen
Rang: Gastam 06.07.2008 15:39:01
Hallo Klaus,
danke für Deine ausführliche Antwort. Ob mir das Stechen jemand anfangs gezeigt hat, weiß ich nicht mehr. Damals war es eine Fülle an Infos. Lediglich die Stellen für das Insulinspritzen hat man ausführlich gezeigt.
Schwierig ist es, wenn aus der Fingerbeere nichts kommt, dann muß ich noch mehr stechen.
Ich raffe nicht den Unterschied zwischen ct und ict und wie soll eine Tageseinteilung aussehen? Ich bekomme von der Praxis immer das Heft - mal für ct und mal für ict?? Darin trage ich die BZ-Werte und die Insulinmengen ein. Ich ergänze das noch mit der jeweiligen Uhrzeit.
Ansonsten dachte ich, man müsse bzw. solle unbedingt in DMP, weil man sonst nicht alle Leistungen bekommt.
Mittlerweile hat auch meine Hausärztin eine Schulung in DMP, aber ich weiß nicht, ob die Schwerpunktpraxis gründlichere Untersuchungen mit den Geräten vornimmt bzw. wie deren Budget aussieht im Vergleich zur Hausärztin. -
karla
Rang: Gastam 06.07.2008 15:53:05
Hallo Waldi,
ich war wieder beim Diabetologen. Ich soll das Metformin (2 x pro Tag) weiter nehmen und ebenfalls die 62 Einheiten Actrapid, egal ob ich esse oder nicht. Das ist also ein starres Schema.
Broteinheiten berücksichtige ich nicht. Das wurde anfangs mal kurz erklärt, aber ich kann das nicht. Ein weiteres Problem ist, dass ich wegen meiner Eßstörung mein Eßverhalten meistens nicht kontrollieren kann und Süßigkeitenorgien an der Tagesordnung sind. Sobald ich mich unter Druck setze, verschlimmert sich das und bei dieser Diagnose gerate ich schnell in Panik und Verzweiflung. Ich fühle mich überfordert, weil ich auch noch andere chronische Erkrankungen bewältigen muß. Außerdem kann doch das Leben nicht nur aus der Bewältigung von Krankheiten bestehen.
Ok, 7,3 ist nicht so schlecht, ich hatte mal 10, aber zuletzt hatte ich 6,9 und es geht um die Tendenz. So hat es mir der Arzt erklärt und das sehe ich auch ein.
Gruß
Eva