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OGTT und SS Diabetes
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am 03.03.2023 19:58:39 | IP (Hash): 826870443
Hallo ihr Lieben,
Bin ganz neu im Forum, und hoffe direkt auf Euer geballtes Wissen! Danke schon mal dafür :)
Ich bin gerade total verwirrt/verängstigt, und weiß überhaupt nicht mehr, was ich glauben kann.
Ich hatte in der 27. SSW einen OGTT mit Werten 92, 135, 100, d.h. für die Schwangerschaft war der Nüchternzucker leicht erhöht. Um auf Nr sicher zu gehen, überwies mein Gyn mich zum Diabetologen, und ich habe daraufhin ein Blutzuckertagesprofil geführt mit dem GL44 von Beurer. Da alle Werte daraufhin top in Ordnung waren (nüchtern zwischen 73 und 83), bat ich um Wiederholung des Tests, der vom Diabetologen widerwillig bzw auf erneute Überweisung der Frauenärztin hin, gemacht wurde.
Dieser Termin war heute, mittlerweile in der 32. SSW. Da ich Teststreifen und Pieksis eh hatte, hab ich also mein Beurer Gerät mitgenommen, und parallel auch gemessen (der erste OGTT war beim Gyn und ich musste 4 Tage aufs Ergebnis warten, deshalb wollte ich diesmal direkt ne Tendenz...).
Nüchtern kapillar zuhause 78, 3min vor erster Blutabnahme kapillar 78. Ich wägte mich also in "Sicherheit". Dann der Schocker. Die MFA nahm Blut ab, und der Nüchternwert lag venös bei 117. Also fast 40 Punkte über meiner Messung, die wenige Minuten her war. Total verunsichert und geschockt, immerhin hab ich mich 6 Wochen lang auf eben dieses Messgerät verlassen, bat ich darum, dass wir das Gerät nach Ende des OGTT zu überprüfen. Bis dahin aber erstmal weiter nach Protokoll, inkl. meiner Selbstmessungen. Long Story, short: gleiches Spiel bei den anderen Messwerten. Jeweils eine Diskrepanz von ca. 30 Punkten nach oben, also venös 30 Punkte über kapillar. Nach der letzten venösen Blutabnahme, also sitzend und wirklich 30s später die Kapillarmessung um das Gerät zu testen. Gerät arbeitet vollkommen im Normbereich (Abweichung von 7 Punkten zu dem Referenzgerät).
Im Gespräch mit dem Arzt danach wurde mir nur erklärt, dass das Gerät so in Ordnung sei, ich mich darauf verlassen soll. Die Fragestellung wie dann die Messunterschiede zu bewerten sind, wurde nicht beantwortet ("wer misst misst Mist"). So wären halt die Richtlinien, und wenn das Gerät funktioniert, und das tut es ja, dann solle ich mich nicht weiter sorgen. Tue ich aber.
Seit 6 Wochen messe ich nüchtern, weil dieser Wert ursprünglich auffällig war. Seit 6 Wochen liegt er um die 78. Wenn diese 78 aber eigentlich eine 117 ist, wie der Arzt sie venös gemessen hat, dann hat mein Baby seit 6 Wochen einen krass zu hohen Blutzucker zu verarbeiten. Eigentlich ja schon fast Insulin pflichtig. Wenn die 78 aber max ne 90 sind (15% Abweichung sagt man den Geräten ja zu), dann frag ich mich, wieso der Arzt venös 117 misst. Welcher Wert stimmt denn nun? Und wieso beunruhigt den Arzt dieser Unterschied nicht.
Lange Geschichte, sorry, aber schwanger, Hormone, und extrem aufgewühlt.
Würde mich echt freuen, wenn mir hier jemand helfen könnte, die Situation zu beurteilen. Hat jemand von Euch schon mal venös und kapillar gemessen und derartige Unterschiede festgestellt? Oder vll weiß jemand, dass das normal ist und kann mir erklären, woran das liegt.
Vielen lieben Dank schonmal!!
susi -
am 03.03.2023 21:12:23 | IP (Hash): 867319131
Hab die Tage in nem Thread hier ner anderen werdenden Mutter geschrieben:
Keine Ahnung, wie weit dich das beruhigt, aber fachoffiziell wird seit langem diskutiert, die besonders strengen BZ-Begrenzungen für die Schwangerschaft aufzugeben. Denn bis heute gibt es keine Studien, die einen gravierenden Vorteil gegenüber dem glukosefreien Urin der werdenden Mutter nachweisen, der bis zum Ende der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts die top-Einstellung für die Schwangerschaft markierte = BZ wenigstens 20 von 24 Stunden unter 160-180 mg/dl.
Also tu euch RUUUUUHE an. Daumendrück :)
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. -
am 04.03.2023 05:14:29 | IP (Hash): 826870444
Danke schon mal für diese Einschätzung :)
Ruhe hätte ich sehr gerne, lieg aber stattdessen nachts wach, weil ich ebendiese nicht finden kann....
Es werden auf der einen Seite Ängste geschürt, weil der Nüchternwert des OGTT soooo hoch ist, aber auf der anderen Seite werde ich mit Phrasen abgespeist, dass ich mich jetzt auf eine andere Messmethode verlassen soll, die quasi zeitgleich gemessen die Werte des OGTT deutlich infrage stellt. Ohne Erklärung.
Soll ich jetzt beruhigt sein, dass meine Messwerte ja alle in Ordnung sind, dann muss ich die Diagnose anzweifeln. Oder muss ich mir Sorgen ums Baby machen, weil der Test so auffällig war, dann kann ich aber doch nicht ruhigen Gewissens mit der gleichen Messmethode fortfahren, die mir vorgaukelt, dass alles in Ordnung sei :(
Vielleicht hat ja tatsächlich noch jemand Erfahrungswerte, auch schwangerschaftsunabhängig, zu venösen und kapillaren Messungen und den möglichen Abweichungen... ich würde mich freuen! -
am 04.03.2023 15:32:29 | IP (Hash): 1860275733
Was ich offenbar nicht verständlich genug rüber gebracht habe:
Wenn wir mal den schlimmsten Fall annehmen, der sich aus deiner Schilderung bauen lässt, so hast du darin seit Wochen nüchtern um die 120 mg/dl. Und wenn dein Baby bei allen Untersuchungen bisher unauffällig war, kannst du getrost davon ausgehen, dass es völlig normal entwickelt und praktisch in allen wichtigen Bereichen fertig ist.
Jetzt braucht es insgesamt nur noch ein bisschen weiter bis zum glücklichen Stapellauf zu wachsen. Selbst wenn du ab jetzt mit morgens 200 aufwachen würdest, würde dein hoher BZ kaum negative Auswirkungen auf dein Kind haben können.
Meinst Du nicht, dass solche doch sehr beruhigenden Aussichten dafür ausreichen, dass du deinem Baby den Stress die paar Wochen bis zur Geburt ersparst, den du euch gerade machst? - Super schwer, ich weiß, wenn auch nur aus der Papa- und Opa-Sicht. Daumendrück :)
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.