Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Diabetes Typ 1 und niedriges freies Testosteron
-
am 13.03.2023 08:21:02 | IP (Hash): 1908315546
Guten Morgen,
Nachdem mich mehrere Jahre schon Müdigkeit, Depression und Brainfog von Zeit zu Zeit plagen habe ich mich doch mal daran gewagt und mir ein paar Studien im Internet durchgelesen. Darunter ist vor allem aufgefallen das Symptome für niedriges Testosteron folgendes ist:
- Antriebslosigkeit, Müdigkeit.
- Rückbildung der Muskulatur.
- Vermehrtes Bauchfett.
- Vermehrte Faltenbildung.
- Sexuelle Unlust.
- Erektionsstörungen.
- Verringerte Körper- und Schambehaarung.
- Verringerte Spermienproduktion.
Nachdem ich das gelesen habe, habe ich meinen Diabetesarzt gefragt ob es evtl. möglich wäre das wir vielleicht mal folgende Bluttests bei mir durchführen:
- Testosteron Gesamt
- Testosteron Frei
- SHBG
- Prolaktin
- Albumin
- DHT
- Freier Androgen Index
- DHEAS
- Oestradiol E2
- Serotonin (weils mich selber interessiert hat..)
Auf Nachfrage dazu wurde ich abgewiesen. Hab dann kurzerhand bei dem Labor nebendran einen Termin ausgemacht und mein Blut abnehmen lassen und das ganze selbst bezahlt (Hab die Rechnung natürlich noch nicht bekommen, aber wird wohl um die 300€ +- sein)
Zu den Ergebnissen die relevant für das ganze waren:
- Testosteron Total (911 ng/dl) - Im Normalbereich, sogar an der oberen Grenze
- SHBG (62.6 nmol/l) - Über dem Normalwert
- Albumin (4327 mg/dl) - Normalbereich
- Freies Testosteron (18.4 pg/ml) - Unter dem Normalwert - Laut verschiedenen Webseiten ist der Normalbereich bei 35 pg/ml. Manche sprechen sogar von 50 pg/ml als Normalbereich.
Der Test wurde außerdem direkt in der Früh gemacht. Früh morgens sind die Werte meistens noch höher als am Mittag/Abend. D.h. meine Werte könnten sogar noch niedriger sein als auf dem Wert sonst schon.
Es scheint so als ob das SHBG den abnormalen Freien Testosteron Wert verursacht. Auf manchen Webseiten wird davon gesprochen das mehr als 25% der Typ 1 Diabetiker einen höheren SHBG Wert haben der ein niedriges freies Testosteron verursacht. Im Endeffekt frag ich mich gerade einfach nur warum man als Diabetiker nicht darüber aufgeklärt wird und warum man vor allem mir die Nachfrage nach einem Bluttest verweigert, nachdem ich bereits mehrfach auch vor Jahren angesprochen habe, das ich Symptome habe.
Aktuell überlege ich gerade wie ich vorgehe. Zu mir selbst, ich bin 26 Jahre Alt und habe einen normalen BMI. Ich mache täglich Cardio und 3x die Woche Krafttraining. Meine Ernährung war früher Low Carb, hat sich allerdings mehr wieder in eine "ausgewogene Ernährungsrichtung" eingependelt und ich liege denke ich schätzungsweise bei:
40 % KH
40 % Protein
20 % Fett
Also ich denke mal an meinen "Lifestyle" könnte es nicht liegen das ich einen hohen SHBG & niedrigen freien Testosteron-Wert habe. Ich bin gerade am Überlegen was ich jetzt überhaupt machen solle. Ich denke mal der Diabetesarzt wird mich entweder abwinken oder mir sagen das die Werte im Normalbereich sind. Würdet ihr euch eine Zweitmeinung einholen? Was würdet Ihr in meiner Situation machen?
Übrigens. Ich würde jeden Diabetiker empfehlen (wenn er an Depression, täglichen Stimmungsschwankungen, Low Mood Disorder, Brainfog, Angst leidet) einen Bluttest zu machen und die Werte die ich oben angesprochen habe zu testen. Man kann nie wissen was in einem Vorgeht und ich würde lieber mir Testosteron injezieren anstatt Anti-Depressiva anfangen zu nehmen. Anti-Depressiva haben sicherlich auch Ihren Platz irgendwo, aber nicht wenn das Problem woanders liegt.
Da ich selbst erst 26 Jahre alt bin ist eine T-Injektion sicherlich die letzte Möglichkeit die ich nehmen möchte, allerdings weiß ich halt auch nicht mehr weitere Auswege. Ich hoffe ich habe euch mit dem Thema nicht zu sehr den Kopf zum Rauchen gebracht, allerdings finde ich es ist ein wichtiges Thema, vor allem für Leute mit Diabetes die an den oben genannten Sachen leiden.
Lasst mich gerne eure Meinung wissen.
-
am 13.03.2023 08:21:28 | IP (Hash): 1908315546
Hier noch ein paar Links für alle die daran interessiert sind:
https://academic.oup.com/jcem/article/93/5/1834/2598879
https://diabetesjournals.org/care/article/27/5/1036/27391/Testosterone-and-Sex-Hormone-Binding-Globulin
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18319314/#:~:text=Only%207%25%20of%20men%20with,interval%20%3D%200.7%2D2.9).
Zitat
Results: Forty-three percent of men with type 2 diabetes had a reduced total testosterone, and 57% had a reduced calculated free testosterone. Only 7% of men with type 1 diabetes had low total testosterone. By contrast, 20.3% of men with type 1 diabetes had low calculated free testosterone, similar to that observed in type 2 diabetes (age-body mass index adjusted odds ratio = 1.4; 95% confidence interval = 0.7-2.9). Low testosterone levels were independently associated with insulin resistance in men with type 1 diabetes as well as type 2 diabetes. Serial measurements also revealed an inverse relationship between changes in testosterone levels and insulin resistance.
-
am 13.03.2023 10:00:50 | IP (Hash): 679727760
elefantxx schrieb:
Ich bin gerade am Überlegen was ich jetzt überhaupt machen solle. Ich denke mal der Diabetesarzt wird mich entweder abwinken oder mir sagen das die Werte im Normalbereich sind. Würdet ihr euch eine Zweitmeinung einholen? Was würdet Ihr in meiner Situation machen?
Du bombardierst uns hier mit vielen Werten, die nix mit Diabetes zu tun haben, schreibst aber nix von Zuckerwerten. So wie du zum Testosteron hat die Schreiberin von "Der Glukose-Trick" jede Menge Studien zu den Beschwerden ähnlich deinen zusammengetragen, die sogar schon im völlig gesunden BZ-Bereich durch individuell höher als verträgliche BZ-Schwankungen entstehen können, und dazu Möglichkeiten, wie sich solche Schwankungen vermeiden lassen. Damit will ich nicht sagen, dass es bei dir nicht am Testosteron liegen kann. Nur ist da jede ernsthafte Veränderung außerhalb deiner unmittelbaren Reichweite, während du mit Typ 1 und normaler INSULINER-Ausrüstung alle Möglichkeiten für den mehr oder weniger weit schwankenden BZ-Verlauf in deinen eigenen Händen hast.
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
Bearbeitet von User am 13.03.2023 10:02:14. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.03.2023 11:05:26 | IP (Hash): 2031216800
Hallo,
mein Tipp such dir einen guten Endokrinologen. Mein Endokrinologe hat beim ersten Besuch viele der von dir genannten Blutwerte von selbst abgenommen auf Kassenbasis.
Und auch sonst ist der Endokrinologe der Facharzt für solche hormonellen Probleme.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.03.2023 11:18:54 | IP (Hash): 1908315546
hjt_Jürgen schrieb:
elefantxx schrieb:
Ich bin gerade am Überlegen was ich jetzt überhaupt machen solle. Ich denke mal der Diabetesarzt wird mich entweder abwinken oder mir sagen das die Werte im Normalbereich sind. Würdet ihr euch eine Zweitmeinung einholen? Was würdet Ihr in meiner Situation machen?
Du bombardierst uns hier mit vielen Werten, die nix mit Diabetes zu tun haben, schreibst aber nix von Zuckerwerten. So wie du zum Testosteron hat die Schreiberin von "Der Glukose-Trick" jede Menge Studien zu den Beschwerden ähnlich deinen zusammengetragen, die sogar schon im völlig gesunden BZ-Bereich durch individuell höher als verträgliche BZ-Schwankungen entstehen können, und dazu Möglichkeiten, wie sich solche Schwankungen vermeiden lassen. Damit will ich nicht sagen, dass es bei dir nicht am Testosteron liegen kann. Nur ist da jede ernsthafte Veränderung außerhalb deiner unmittelbaren Reichweite, während du mit Typ 1 und normaler INSULINER-Ausrüstung alle Möglichkeiten für den mehr oder weniger weit schwankenden BZ-Verlauf in deinen eigenen Händen hast.
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
Lt. meiner FreeStyle Libre App ist mein Blutzucker 95% der Zeit im Normalbereich. Die einzigen Schwankungen die ich manchmal habe sind wenn ich Cardio mache, oder nach dem Cardio etwas esse und er etwas ansteigt. Mein Hb1c liegt bei 6,3%, was mMn auch völlig in Ordnung ist.
Ich weiß auch nicht warum du schreibst das diese Werte nix mit Diabetes zu tun haben, wenn es mittlerweile schon belegt ist das Diabetes den Testosteronhaushalt senkt.
July95 schrieb:
Hallo,
mein Tipp such dir einen guten Endokrinologen. Mein Endokrinologe hat beim ersten Besuch viele der von dir genannten Blutwerte von selbst abgenommen auf Kassenbasis.
Und auch sonst ist der Endokrinologe der Facharzt für solche hormonellen Probleme.
Danke, gut zu wissen. Ich werde mich mal bei meinem Diabetesarzt vor Ort informieren ob ich einen Termin bei deren Endokrinologen bekomme. Wenn nicht dann muss ich mir halt selbst einen Suchen..
Bearbeitet von User am 13.03.2023 11:21:13. Grund: Add -
am 13.03.2023 11:51:24 | IP (Hash): 679727760
Sorry, aber bitte lesen! Ich habe nicht geschrieben, dass da was nix mit Diabetes zu tun haben kann!
Ich habe geschrieben, dass es ähnliche Beschwerden, wie du sie beschreibst, bei manchen Leuten schon im völlig gesunden BZ-Bereich einfach durch jeweils für sie persönlich zu große BZ-Schwankungen entstehen.
Und sie verschwinden dann, wenn diese Betroffenen ihre BZ-Schwankungen kleiner halten.
Und wenn du so fest davon ausgehst, dass dein Haupt-Problem vom Diabetes kommt, wäre in meinen Augen die völlig logische Folge, den BZ für ein paar Wochen in den gesunden Bereich zu senken und zu schauen, wie sich "praktisch kein Diabetes" darauf auswirkt.
Wo dieses Ausprobieren völlig ohne Arzttermine funktioniert, wäre das meine erste Wahl.
Trotzdem daumendrück für nen baldigen Termin beim Arzt deiner Wahl!
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.03.2023 06:24:14 | IP (Hash): 1284358002
Moin, Moin,
dann sollte Dich Dein Gang zum Andrologen führen, dem Frauenearzt für Männer führen. Im UKE, Hamburg wurde vor zehn oder zwanzig Jahren ein Lehrstuhl für Männergesundheit eingerichtet.
Zur Informaton:
https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/dermatologie-und-venerologie/ergaenzende-schwerpunkte/andrologie/%C3%BCber-die-abteilung/team/index.html
Ich möche mich nicht weiter zu dieser Thematik äußern. Versuche schlicht Deinen Weg zu finden. Testosteron zu supplementieren ist nicht ohne. Prostata- und Nierdenkrebs sind die Begleiter.
Also viel Glück!
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.03.2023 06:39:39 | IP (Hash): 858557924
Hi,
Vielen Dank für die Nachricht. Bin seitdem ich die Werte bekommen hab mittlerweile schon die ganze Zeit am rumtelefonieren zwecks eines Termins, aber alle scheinen aktuell ausgebucht zu sein oder nur Notfälle zu nehmen. Werde mich natürlich weiter bemühen einen Termin so schnell wie möglich zu finden.
Testosteron zu supplementieren wäre für mich ehrlich gesagt auch der letzte Ausweg. Wenn möglich erhoffe ich mich doch eher das eine 2. Blutabnahme ein besseres Ergebnis aufweist oder der Arzt mir möglicherweise etwas über meinen Lifestyle mitteilt, von dem ich noch nicht wusste das es meinen freien Testosteronspiegel senkt.