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Grenzwerte oGTT Kapillarblut
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am 27.03.2023 14:25:34 | IP (Hash): 1860774206
Hallo,
ich bin schwanger und war in Schweden zum oGTT. Es wurde der Blutzucker nüchtern und nach 2 Stunden ohne Bewegung und ohne Zufuhr von Nahrung/Flüssigkeit gemessen. Die Messung erfolgte beide Male über Kapillarblut aus dem Finger.
Eine schwangere Freundin meinte in Österreich werden die Proben ausschließlich aus der Vene gewonnen, weil sich die WHO Grenzwerte nur darauf beziehen.
Ich finde hinsichtlich der Grenzwerte so viele unterschiedliche Aussagen. Beim Nüchternwert dürfte es keine Unterschiede geben. Beim 2 Stunden Wert sehr wohl. Offensichtlich ist der Venenwert immer etwas niedriger.
Ich finde Grenzwerte von 120, 140 und 153 mg/dl - meist ohne Angabe von wo das Blut genommen wurde. Mein Wert lag bei 141 und war laut Hebamme in Ordnung.
Gelten in der Schwangerschaft andere Grenzwerte? Beziehen sich die 153 mg/dl auch auf kapillares Blut in der Schwangerschaft? Vielleicht kann mich jemand aufklären.
Herzlichen Dank!
Regina
Bearbeitet von User am 27.03.2023 15:30:24. Grund: Tippfehler -
am 27.03.2023 16:52:52 | IP (Hash): 2087864453
Für dein Kind ist ganz generell entscheidend, wie ruhig und gelassen sich seine Mutter verhält. Wenn die sich noch weiter in der Welt umschaut, wird sie noch einige weitere Grenzwerte kennenlernen, die im jeweiligen Geltungsbereich gaaaanz wichtig sind.
Für dein Kind ist schnurzpiepegal, welchen dieser Grenzwerte du einhältst oder nicht. Für dein Kind ist wichtig, dass du deinen Blutzucker im möglichst gesunden Rahmen hältst, wie die blaue Kurve im Link hier unten in der Signatur.
Und wenn das nicht immer komplett funktioniert, magst du dich getrost mit der Info trösten, dass bei Müttern mit Diabetes Typ 1 und ihren Babys keine besonderen Auffälligkeiten beobachtet werden, wenn sie mit ihren Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten unter 160-180 mg/dl bleiben.
Daumendrück für weiteren ruuuhigen Verlauf :)
Nachtrag:
ALLE GRENZWERTE sind willkürlich nach statistischen Auswertungen und Modellen gesetzt!
KEIN GRENZWERT markiert einen Punkt, mit dessen Über- oder Unterschreiten sich bei Mutter oder Kind organisch irgendetwas beobachtbar ändert!
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
Bearbeitet von User am 27.03.2023 18:28:49. Grund: Nachtrag -
am 27.03.2023 21:25:13 | IP (Hash): 847352659
Regina145 schrieb:
Ich finde Grenzwerte von 120, 140 und 153 mg/dl - meist ohne Angabe von wo das Blut genommen wurde. Mein Wert lag bei 141 und war laut Hebamme in Ordnung.
Gelten in der Schwangerschaft andere Grenzwerte? Beziehen sich die 153 mg/dl auch auf kapillares Blut in der Schwangerschaft? Vielleicht kann mich jemand aufklären.
Hallo Regina,
deine 141mg/dl als 2-Stunden-Wert beim oGTT ist voll in Ordnung. Als Grenzwert für die Diagnose von SS-Diabetes gelten 153mg/dl, da liegst du noch gut drunter.
Über die Unterschiede zwischen Messungen im Vollblut und im Kapillarblut braucht man sich keine Sorgen mehr zu machen. Labormessgeräte messen den BZ gewöhnlich im Blutplasma, entsprechend werden die Diagnosegrenzwerte für Plasmawerte angegeben. Die Messgeräte, die den BZ anders messen, sind heutzutage durchgehend (bis 2011 ging das bunt durcheinander) plasmakalibriert, so dass im Ergebnis die gleichen Werte angezeigt werden.
Der oGTT ist ein Test, mit dem nachgesehen wird, wie sich der BZ unter einer sehr hoher Belastung verhält. Die 140 und 120mg/dl sind die Zielwerte, die du möglichst bei deiner täglichen Ernährung nach 1 und 2 Stunden nicht überschreiten sollst. Wenn diie oGTT-Werte bei der sehr hohen Belastung (nüchtern, 75g reine Glukose) unter 180 bzw. 153mg/dl bleiben, dann kann man davon ausgehen, dass die 140 bzw. 120mg/dl bei den normalen Mahlzeiten meistens eingehalten werden und keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Wenn der Test höhere Werte erbringt, dann sollte man die Werte nach den Mahlzeiten kontrollieren und mit geeigneten Maßnahmen unter den 140 und 120mg/dl bleiben.
Ich hoffe, dass ich deine Probleme etwas entwirren konnte und du die Frage SS-Diabetes beruhigt betrachten kannst.
Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 27.03.2023 21:27:23. Grund: BBCodes -
am 28.03.2023 07:07:26 | IP (Hash): 391991630
Herzlichen Dank für diese verständliche Erklärung!
Die Hebamme hat nüchtern und 2 Stunden nach Einnahme der Zuckerlösung jeweils 3 Proben aus den Fingern genommen. Nach 2 Stunden hatte die niedrigste Probe 130 mg/dl und die höchste 141 (die hatte ich hier angeführt). Also sind das wahrscheinlich alles sowieso keine ganz exakten Werte. Ich war nur ein bisschen besorgt, da bezüglich Schwangerschaftsdiabetes so viel Angst verbreitet wird - sonst ist Schweden ja nicht so genau, was die Gesundheitsvorsorge betrifft.
Vielen lieben Dank nochmals,
Regina
Bearbeitet von User am 28.03.2023 07:08:38. Grund: Tippfehler -
am 28.03.2023 07:15:43 | IP (Hash): 7727587
Es ist schwierig gelassen zu bleiben, wenn solche Grenzwerte (auch um nur einen Punkt überschritten) darüber bestimmen, wie ich gebären darf - man ist automatisch Risikoschwangere und wird auch so behandelt, egal um wie viel der willkürlich angesetzte Grenzwert (?) überschritten wird.
Ich verstehe auch nicht, warum der Grenzwert für den Nüchternwert in der Schwangerschaft viel niedriger angesetzt ist, der 2 Stunden Wert dafür höher als für nicht Schwangere und hoffe, dass es dafür gute - unwillkürlich gewählte - Gründe gibt.
Herzlichen Dank für die lieben Wünsche!
Regina -
am 28.03.2023 08:02:02 | IP (Hash): 1876770805
Regina145 schrieb:
Ich verstehe auch nicht, warum der Grenzwert für den Nüchternwert in der Schwangerschaft viel niedriger angesetzt ist, der 2 Stunden Wert dafür höher als für nicht Schwangere ...
So ist es doch gar nicht!
Für normalen Diabetes liegt der oGTT-2-Stunden Grenzwert bei 200mg/dl, für SS-Diabetes bei 153mg/dl. Das ist ein ganzes Stück niedriger und das ist - anders als Jürgen es dir gerne weismachen will - aus gutem Grund so.
Weiter alles Gute für die SS, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 28.03.2023 17:32:02. Grund: BBCodes -
am 28.03.2023 17:37:19 | IP (Hash): 1860774206
Rainer schrieb:
Regina145 schrieb:
Ich verstehe auch nicht, warum der Grenzwert für den Nüchternwert in der Schwangerschaft viel niedriger angesetzt ist, der 2 Stunden Wert dafür höher als für nicht Schwangere ...
So ist es doch gar nicht!
Für normalen Diabetes liegt der oGTT-2-Stunden Grenzwert bei 200mg/dl, für SS-Diabetes bei 153mg/dl. Das ist ein ganzes Stück niedriger und das ist - anders als Jürgen es dir gerne weismachen will - aus gutem Grund so.
Weiter alles Gute für die SS, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Gut, jetzt habe ich endgültig meine Verwirrung verloren. Ich habe wohl die Werte für Prädiabetes (ab 140 mg/dl) und Diabetes durcheinander gebracht!!!
Meiner Freundin in Österreich hat der Arzt wohl auch gesagt, dass im Normalfall der Nüchternwert 2 Stunden nach Trinken der Zuckerlösung erreicht sein sollte, das wäre allerdings nicht bei vielen Menschen der Fall. -
am 29.03.2023 09:58:55 | IP (Hash): 72970431
du darfst die grenzwerte, die jeweils eigens für schwangere und nicht-schwangere festgelegt wurden, nicht durcheinander bringen. die 140 mg als grenze für prädiabetes gelten nur für die beurteilung des ogtt bei nicht-schwangeren personen. beim ssd- screening gibt es, bitte korrigiert mich wenns nicht stimmt, keinen festgelegten bereich für prädiabetes. hier steht nur die frage im raum, ob ss-diabetes ja oder nein. wie war denn der nüchternwert?
noch mal zwecks entwirrung:
diagnose grenzwerte für schwangere:
mehr als 92 mg/dl UND (!) entweder mehr als 180 mg/dl nach 1 Stunde oder/und mehr als 153 mg/dl nach 2 Stunden = diabetes
weniger als 92 mg/dl und weniger als 180 mg/dl nach 1 Stunde, weniger als 153 mg/dl nach 2 Stunden = kein diabetes
die grenzwerte für nicht-schwangere kannst du bei der beurteilung deiner werte komplett unberücksichtigt lassen, da sie ja nicht für dich gelten. für dich sind die oben genannten grenzwerte entscheident.
übrigens finde ich die aussage des österr. arztes ein wenig seltsam. vor allem deswegen weil er meint "im normalfall senkt sich der bz nach 2 stunden auf nüchternniveau herab" und dann behauptet, dass das nicht viele erreichen (was ist denn dann "normal"?). andererseits auch deswegen weil weniger als 140 mg/dl (ohne schwangerschaft) bzw. 155 mg/dl (bei schwangerschaft) nach 2 stunden beim ogtt als normwert durchgehen, wo von diabetes nix zu sehen ist. da sind dann werte von z.B. 96 mg/dl nach 2 stunden genauso normal wie 126 mg/dl. -
am 29.03.2023 11:10:00 | IP (Hash): 1479413649
Regina145 schrieb:
Es ist schwierig gelassen zu bleiben, wenn solche Grenzwerte (auch um nur einen Punkt überschritten) darüber bestimmen, wie ich gebären darf - man ist automatisch Risikoschwangere und wird auch so behandelt, egal um wie viel der willkürlich angesetzte Grenzwert (?) überschritten wird.
Genau das ist der Punkt, und nicht, was bei welchem BZ gesundheitlich bei Mutter und Kind ist oder nicht: Eine spontane Geburt ist in sehr vielen Fällen für das kranke Haus aufwendiger als eine eingeleitete oder ein Kaiserschnitt. Und da haben nicht nur verschiedene Länder verschiedene Verfahrensweisen, sondern auch in D schon verschiedene Häuser u.U. in derselben Stadt. Da kann die Mutter ihrem Kind nur in aller Ruhe und Gefasstheit kommunizieren: "Schatz, da müssen wir durch." Daumendrück!
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. -
am 29.03.2023 13:20:31 | IP (Hash): 791010767
[quote=Leia Cake;122353]du darfst die grenzwerte, die jeweils eigens für schwangere und nicht-schwangere festgelegt wurden, nicht durcheinander bringen. die 140 mg als grenze für prädiabetes gelten nur für die beurteilung des ogtt bei nicht-schwangeren personen. beim ssd- screening gibt es, bitte korrigiert mich wenns nicht stimmt, keinen festgelegten bereich für prädiabetes. hier steht nur die frage im raum, ob ss-diabetes ja oder nein. wie war denn der nüchternwert?
noch mal zwecks entwirrung:
diagnose grenzwerte für schwangere:
mehr als 92 mg/dl UND (!) entweder mehr als 180 mg/dl nach 1 Stunde oder/und mehr als 153 mg/dl nach 2 Stunden = diabetes
weniger als 92 mg/dl und weniger als 180 mg/dl nach 1 Stunde, weniger als 153 mg/dl nach 2 Stunden = kein diabetes
die grenzwerte für nicht-schwangere kannst du bei der beurteilung deiner werte komplett unberücksichtigt lassen, da sie ja nicht für dich gelten. für dich sind die oben genannten grenzwerte entscheident.
übrigens finde ich die aussage des österr. arztes ein wenig seltsam. vor allem deswegen weil er meint "im normalfall senkt sich der bz nach 2 stunden auf nüchternniveau herab" und dann behauptet, dass das nicht viele erreichen (was ist denn dann "normal"?). andererseits auch deswegen weil weniger als 140 mg/dl (ohne schwangerschaft) bzw. 155 mg/dl (bei schwangerschaft) nach 2 stunden beim ogtt als normwert durchgehen, wo von diabetes nix zu sehen ist. da sind dann werte von z.B. 96 mg/dl nach 2 stunden genauso normal wie 126 mg/dl.[/quote]
Herzlichen Dank auch für deine Rückmeldung!
Mein Nüchternwert lag bei 76/74/72 mg/dl (auch da war jede Probe anders), also in Ordnung!
Ich denke, der Arzt wollte wohl deutlich machen , dass viele „gesunde“ Menschen schon einen Prädiabetes entwickelt haben. Aber wenn der in der Schwangerschaft eventuell gar nicht diagnostiziert werden kann, würde ich auf diese Aussage nicht viel geben…
Liebe Grüße
Regina