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Prädiabetis oder schon mitten drin?
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am 24.05.2023 12:21:07 | IP (Hash): 687456556
Hallo erstmal,
natürlich gibt es ein Forum und das ist auch gut so!
Das waren meine Gedanken als ich vorgestern von meinem Hausarzt zurückgekommen bin und über Google gesucht habe.
Warum google ich? Ja warum wohl……
Bin dann jetzt quasi der „Neue“ hier.
Kurz zu mir, bin 43 Jahre alt und 107kg schwer. Ja ich weiß, ist zu viel aber ich arbeite dran.
Wie bin ich überhaupt auf die Idee gekommen mich beim Hausarzt vorzustellen. Eigentlich eher zufällig. Ich bin von Beruf Feuerwehrmann und bei der morgendlichen routinemäßig Kontrolle des Notfallrucksack‘s dachte ich mir, ach komm teste mal dein BZ. Ergebnis 176 ….. Schock!
Hatte zuvor einen Kaffee getrunken. Okay keine Panik, Internet befragt, Kaffee kann den BZ erhöhen. Alles klar, nächste Messung dann mal wirklich nüchtern durchführen.
Gesagt getan, nüchtern gemessen 126 , na toll ….
Also Termin beim Arzt, der auch nochmal gemessen (nüchtern natürlich) 132😵💫
Danach Blutabnahme zur Bestimmung der Werte.
Hier mal die wichtigsten Werte:
HbA1C - 6,6
A-HbA1C - 49
Triglyceride - 186
Cholesterin gesamt - 220
HDL - 39
Mein Arzt sieht das relativ entspannt, so zumindest mein Gefühl.
Eigentlich, bin ich laut Definition im Bereich des Diabetis Typ 2 aber eben hart an der Grenze. Verblieben sind wir mit einem körperlichen Check up in 3-4 Wochen, ich soll Gewicht reduzieren durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Dann kontrollieren wir das ganze in 3Monaten. Auf Medikamente will er erstmal. Verzichten, was ich begrüße.
So, jetzt habe ich mich schon ein wenig belesen, hier im Forum 👍sowie auch in Internet. Für mich steht fest, Ich will kein Diabetiker sein! Ich will diese Krankheit nicht haben (wer will das schon) und ich will alles dafür tun, wie sag ich’s jetzt, mich bald wieder hier abmelden zu können. Ihr versteht was ich meine 😉
Nichtsdestotrotz mache ich mir große Sorgen. Meine Angst ist das das nicht nur ein Schuss vor den Bug ist, ändere dein Leben jetzt sonst ist es zu spät, sondern das mich die Erkrankung gerade mir voller Breitseite getroffen hat!
Da ich selber keine Ahnung habe hoffe ich um eure Mithilfe meine Situation zu bewerten, da ich davon ausgehe das ihr die nötige (Langzeit)Erfahrung habt, wohin meine Reise geht.
Es ist halt ein Scheißgefühl wenn man es quasi so auf dem Tablett serviert bekommt. Bin ich selber Schuld? Ja! Hab mich in letzter Zeit ziemlich gehen lassen. Mehr gegessen als gut für mich ist, abends dann noch schön ein paar Chips und/oder Schokolade, Weingummi weil…..na weil eben. Ich esse nicht ungesund eher ausgewogen nur halt zu viel. Aber wer denkt denn auch gleich das einen das Krank macht. …. Man verschließt die Augen davor.
Hoffe das ich meine Situation einigermaßen ausführlich dargestellt habe.
Wie denkt ihr? Hab ich noch eine Chance oder muss ich mit dem „schlimmsten“ rechnen?
Ich bedanke mich schonmal im voraus fürs lesen.
Grüße Lars
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am 24.05.2023 14:15:11 | IP (Hash): 1862519671
Lars79 schrieb:
Wie denkt ihr? Hab ich noch eine Chance oder muss ich mit dem „schlimmsten“ rechnen?
Hallo Lars,
ich halte deine Chancen für sehr gut, besonders durch die frühzeitige Entdeckung. Achte auf deine Ernährung, lass die ungesunden Zwischendurchsnacks weg, bewege dich kräftig und regelmäßig und lass dich bei der nächsten Kontrolle überraschen. Ich drück dir die Daumen, dass du mit diesen einfachen Maßnahmen und ein bisschen Gewichtsreduktion wieder in den gesunden Bereich rein kommst. Wenn das nicht klappt, dann gibt es noch vieles, was du mehr tun kannst. Ich denke aber, dass das bei dir gar nicht notwendig sein wird.
Viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 24.05.2023 15:19:56. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.05.2023 17:34:07 | IP (Hash): 160582365
Schuldzuweisungen helfen nicht weiter, die Krankheit hat eine hohe genetische Komponente. 90% der Übergewichtigen hat keinen Diabetes, also liegt es nicht (nur) am Essverhalten. Bei gleich schweren Individuen laufen dieselben Prozesse im Körper unterschiedlich ab, der eine kriegt mit einem BMI von 24 Diabetes, ein anderer geht mit einem BMI von 35 durchs Leben und hat nichts.
Offiziell wärst du Diabetiker, da aber im Körper nicht ab Wert x ein Schalthebel umgestellt wird, kannst du es als einen flüssigen Übergang über mehrere Jahre sehen seine Werte zu verschlechtern aber auch wieder zu verbessern. Es gibt nicht nur eine Richtung nach oben. Versuche es mit Ernährungsumstellung, Abnehmen, Sport und schau in 3 Monaten wo du stehst. -
am 24.05.2023 17:52:09 | IP (Hash): 842413686
Willkommen im Club ;)
Die entspannte Art des Arztes ist einfach verständlich: Die bei dir gemessenen Werte würden bei einem über viele Jahre mit Medis behandelten Diabetes für eine super Einstellung sprechen. Nun hast du die super Einstellung völlig ohne Einstellen und Medis und so. Sagt dir gleichzeitig, dass in der ärztlichen Behandlung nicht der gesunde Blutzucker das Ziel ist, sondern einer, der sich vom Arzt sogenannt einstellen lässt.
Haben oder nicht, ist deine Interpretation. Tatsächlich ist Diabetes Typ 2 eine Störung in der Insulin- und Glukose-Steuerung, die schon im völlig gesunden Blutzuckerbereich anfängt und sich schon bei normal als gesund propagiertem Ess- und Bewegungsverhalten selbst verstärkt und wächst. Und was da wächst, wird von der ärztlichen Untersuchung an Diabetes genannt, bei der einer der Grenzwerte als überschritten entdeckt wird, die willkürlich (keine gesundheitliche Veränderung, nur statistische) für die Diagnose Diabetes gesetzt sind.
Die Ursache für die Störung ist bis heute unbekannt. Fördern tun wir sie mit jeder größeren Blutzucker- und damit auch Insulin-Spitze. Je nach Futter und Individuum sind diese Spitzen meistens irgendwann zwischen 45 und 75 Minuten nach der Einverleibung messbar. Für den Normalgebrauch geht immer um ne Stunde.
Fürs Zurückdrehen vom alltäglich zu hohen Blutzuckerverlauf sind weniger hohe Spitzen der einleuchtende Weg. "Der Glukosetrick" ist ne super praktische und logisch verständliche Anleitung dazu.
Eine Abkürzung kannst du mit der sogenannten Leberentfettung nehmen. Dazu begnügt man sich mit 600 kcal/Tag, am einfachsten mit morgens+mittags+abends je 1 Becher Almased oder Optifast oder… plus Gemüse/Salat. Nach 7-9 Tagen in dieser Spur kannst du von einem Tag auf den anderen morgens nüchtern statt bisher 120und mg/dl nur noch völlig normale 70-90 messen. Und wenn du dann 5-6 Wochen so weitermachst, wirst du sehen, wie der BZ mit KH-Portionen, mit denen er heute in der Spitze auf 180 und höher ansteigt, deutlich unter 140 bleibt und im Rahmen von ner Stunde auch wieder in deinem neuen Nüchternbereich zurück ist.
Was du da dann erreicht hast, wird Remission genannt. Manche sagen auch Heilung, aber für Leute wie mich würde Heilung bedeuten, dass du dann wieder ohne Unterlass beliebig viele KHs einfüllen könntest, ohne dass der BZ wieder zunehmend immer mehr über gesund ansteigt. Macht er aber, wenn man das nicht ganz so stabile Normal der Remission überreizt.
Ok, in den Wochen bis dahin ist dir längst aufgefallen, dass du trotz weniger Essen und mit munterem Abschmelzen sehr viel leistungsfähiger und vitaler, also praktisch neuer bist (bei jeder Übung mit voller Ausrüstung geht deutlich mehr, als die letzten Jahre). Und wenn du mit dem Erreichen deines Zielgewichts nach und nach zu normalem Essen zurückkehrst, dann bitte nicht zu den alten Portionen für den alten Lars! Das machen die Jojos, damit sie schön klagen können ;)
Warum funktioniert die Leberentfettung so toll? Weil das Fett in der Leber offenbar ab Überschreiten einer persönlichen Grenze den Prozess immer negativer beeinflusst, der für die Ausgabe von Glukose und Insulin in den Kreislauf zuständig ist. Das ist bei den einen schon bei 20% Fett in der Leber und bei anderen erst bei 80% und bei vielen voll verfetteten Lebern überhaupt nicht.
Wenn man nun mit der Very Low Caloric Diet die Leber dazu zwingt, zuerst von dieser in ihr selbst eingelagerten Fettreserve zu verbrauchen, dann reicht um 1 Woche Verbrauch für das Unterschreiten der persönlichen Grenze, unter der der Regelprozess wieder gesund funktiniert und einen völlig gesunden Nüchtern-Blutzucker liefert, schön nachzulesen in https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23075228/ Banting 2012 Daumendrück für gutes Gelingen :)
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.05.2023 17:52:12 | IP (Hash): 1938820855
Sagen wir so: 70 - 80 % der deutlich zu Dicken hat keinen Diabetes, aber Übergewicht - das muss dennoch nochmal betont werden - erhöht das Risiko an Diabetes vom Typ 2 zu erkranken. Vom BMI hat man mal viel gehalten, aber im Endeffekt weiß man (heute), dass auch per BMI als normalgewichtig erkannte Personen ein hohes Risiko für Stoffwechselerkrankungen haben können, nämlich speziell dann, wenn das Fett ektop eingelagert wird. Wichtig ist insbesondere der Körperfettanteil und die Fettverteilung. Hoher KFA bedeutet in der Regel auch eine (deutlich) schlechtere Insulinsensitivität, besonders bei fehlender Bewegung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.05.2023 20:39:47 | IP (Hash): 2099588454
M.E. ist die Haltung Deines Arztes nachvollziehbar.
Ja, ein HbA1c von 6,6 % bedeutet Diabetes.
Aber Du hast ja alle Möglichkeiten.
Und Dein Hausarzt hat leider recht.
Den Diabetes kannst Du noch selbst heilen, Durch die dre Maßnahmen:
A) Ernährung
B) Bewegung
C) Gewichtsreduktion
ad A) Du solltest Dich mal mit dem Kohlenhydratgehalt und Zuckergehalt von Nahrungsmittel vertraut machen. Verzicht auf gesüßte Getränke wäre ein erster Schritt.
ad B) Du braucht jetzt nicht joggen oder ins Fitnessstudio. Aber 10000 Schritte täglich wären gut und richtig. Das kann ja jetzt jedes Smartphone berrechnen.
ad C) Du brauchst keine drastische Diät. Aber den Vorsatz 1 Kg pro Monat abzunehmen um am Jahresende 99,9 kg zu erreichen, wäre ein richtiger Gedanke.
Lg
Hape
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.05.2023 21:31:17 | IP (Hash): 946352185
Vielen lieben Dank für die ganzen aufmunternden und wegweisende Kommentare.
Ich werde abnehmen und mehr Bewegung in meinen Alltag integrieren und selbstverständlich meine Ernährung anpassen und den ganzen unnötigen „Mist“ zwischendurch weglassen.
Ich hoffe das daß erstmal für eine Besserung sorgt. Schlauer bin ich dann in 3 Monaten.
Ich hab mir ein BZ Messgerät besorgt um selbigen zu kontrollieren und zu protokollieren. Kann ja nicht schaden dem Arzt ein paar Messwerte mitzuteilen, glaube ich 🙄
Gerne berichte ich wie es so weiter geht……..ob ihr wollt oder nicht 😉 -
am 26.05.2023 22:23:49 | IP (Hash): 103799373
Seit über 20 Jahren hilft diese Anleitung Menschen mit Prädiabetes und Diabetes auf den gesunden Weg https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf Und mehr Bewegung wirkt jeweils in der Stunde nach einem Essen messbar positiv auf den Blutzucker. Daumendrück für gutes Gelingen!
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.