Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

DiRECT: Warum nach 2 Jahren nur noch 30% Remission?

  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.10.2023 18:28:58 | IP (Hash): 1143097912
    Vorab noch mal Heikes Zitat aus dem anderen Thread:
    "...
    Ergebnisse der britischen DiRECT-Studie zeigten, dass eine mittels Formula-Nahrung stark kalorienreduzierte Kost und die damit vebundene deutliche Gewichtsabnahme eine Remission des Typ-2-Diabetes ermöglichen könnten: An der Studie nahmen 298 übergewichtige Patienten teil. Der Hälfte gelang es, ihren Blutglukosewerte wieder zu normalisieren und auf Medikamente zu verzichten. Je mehr sie abnahmen, desto größer war der Behandlungserfolg: Bei Patienten, die mehr als 15 Kilogramm verloren, kam es bei etwa 85 Prozent zu einer Diabetes-Remission. „Studienleiter Professor Roy Taylor von Universität Newcastle-Upon-Tyne wird auf dem Diabetes Kongress sein strukturiertes Gewichtsreduktionsprogramm darstellen“, berichtet Professor Roden. „Dabei werden wir auch diskutieren, warum sich nach zwei Jahren nur mehr etwa ein Drittel der Teilnehmer noch in Remission befanden ... "

    Meine vollständige Remission, also mein DiRECT-Erleben, hatte ich im Sommer 91 ein knappes halbes Jahr nach der Diagnose im Januar. Dahin gelangt war ich mit Essen nach dem Messer (eat to the meter). Gestartet war ich im Januar mit nüchtern mehr als 400 mg/dl. Vor dem nächsten Essen 300 war da schon ein gewaltiger Fortschritt. Der nächste waren 200 und damit in dem Bereich, den mein Diabetologe für das erste erstrebenswerte Ziel angesagt hatte. Dann wollte ich nüchtern und vor dem Essen 100. Als ich die glücklich erreicht hatte, haben wir das Euglucon abgesetzt. Und ich habe weiter Richtung 80 zu senken versucht, weil ich die irgendwo - Internet gabs ja damals noch nicht - als gesunde Nüchterngröße gelesen hatte.

    Mit dem Absenken unter 100 stellte sich dann bald das Gefühl ein, als wenn die um 80 mir immer automatischer zufliegen würden. Aus dem Gefühl wurde dann bald Gewissheit, und im August konnte ich mit soviel Frühstücksbrot zum Mittagessen wieder um 80 messen, wie mich noch zu Ostern 200 oder gar mehr hätten messen lassen! Die Blutzuckerautomatik funktionierte wieder, also vollständige Remission, würde ich heute feiern. Aber damals hatte ich nix zu feiern. Denn die gesamte Ärzteschaft, mit der ich damals zu tun hatte, hat mich bei jeder Gelegenheit tierisch bekniet, weil der gesunde Blutzucker für einen Menschen mit diagnostiziertem Typ 2 absolut gefährlich wäre.

    Wo ichs damals nicht besser gewusst hab, hab ich meine Remission dann im Herbst 91 wieder aufgefressen und bin Anfang 92 mit damals als diabetisch gesund gesehenem HbA1c 7 in das neue Jahr gestartet.
    Und die meisten von den gut 10 Jahren seit Taylors Banting Lecture hab ich mir vorgestellt, dass ich heute noch keine Zuckermedi für meinen gesunden BZ bräuchte, wenn die Ärzte mich damals in meiner Remission belassen hätten. Oder eher nicht?

    Ok, mit meinem heutigen Päckchen an Erfahrung und Wissen zu T2D wäre ich sicher in der gesunden Spur geblieben. ABER von diesem Päckchen hatte ich ja damals erst einen winzigen Bruchteil! Und in den ersten 2-3 Jahren hätte ich keine weiteren Erfahrungen gemacht und auch nicht mehr Wissen angeeignet. Dafür hätte ich doch gar keine Veranlassung gesehen.
    Und dann hätte die übliche Jahresroutine die futsche Remission angezeigt, wie halt auch bei den meisten bei DiRECT :(

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c um 7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Mit der in den ersten Jahren alternativ möglichen Remission brauchen wir für den gesunden Blutzucker keine Diabetes-Medis und haben meistens auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 273
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 29.10.2023 11:14:05 | IP (Hash): 1636493370
    Bei mir hat es auch ein halbes Jahr gebraucht, um dahin zu kommen.
    Seitdem hält dieser Zustand bereits 5 Jahre an.

    Als Begründung liegt nahe, dass ich eben nicht eine Abnehmdiät gemacht habe, um bei erreichen des Wunschgewichts in alte Gewohnheiten zurückzufallen.

    Sondern eine auf Dauerhaftigkeit angelegte neue Ernährungsstrategie fahre.
    Dazu musste ich alte Fehler begreifen und das bessere zur Routine machen.

    Seit Erreichen der Remission gilt für mich zuverlässig:
    Mit normalgesunder Ernährung habe ich normalgesunde Werte.

    Kleine Naschereien steck ich weg,
    wenn sie sich aber, wie bei Besuchen in meinem Elternhaus über 1..2 Wochen hinziehen, (und im Moment hab ich dort 1/3 meiner Zeit zu tun) dann gibt's die Quittung über den hba1c.

    Meine zuletzt erhobenen Werte legen zumindest die Fähigkeit nahe, im normalen Rahmen zuverlässig zu funktionieren.
    https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/13277/torsten-neuzugang-mit-hba1c-von-106?page=21&pagesize=10



    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
    Bearbeitet von User am 29.10.2023 11:16:04. Grund: rechtschreipunk
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 273
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 29.10.2023 11:19:00 | IP (Hash): 1636493370

    @Jürgen
    Wie genau hattest du das damals erreicht.
    Was heißt eat to Meter, hört sich an wie fdH...

    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.10.2023 12:03:31 | IP (Hash): 1053690462
    Praktisch nach der Anleitung https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf Die gabs damals nur noch nicht, sondern die musste ich mir selbst mit allen Fingerkuppen schwarz und vollgeschriebenen Protokollkladden anknobeln. Im Rückblick allein schon deswegen interessant, weil meine Ernährung damals zum Einstieg zu bestimmt um 80 % aus Graubrot (weißes hab ich noch nie gemocht) und Kartoffeln und hin und wieder ner Tafel Vollmilch-Nuss-Schokolade bestanden hat.

    Schon verrückt: Auch mir ist die Schokolade heute viel zu süß, und trotzdem läuft mir bei dem Gedanken an damals immer noch das Wasser im Mund zusammen.

    Hast du eigentlich einen bewussten Fahrplan dafür, dass du immerhin schon 5 Jahre in deiner Remissionsspur bist?

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 273
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 29.10.2023 13:08:00 | IP (Hash): 1636493370
    Mein Fahrplan ist einfach nur normalgesundr essen und normalgesundr bewegen.

    Hier mal ein alter Beitrag aus meinem Thread

    torsten1973 schrieb:
    Was nützt das ganze Mutmachen ohne konkrete Wissensvermittlung.
    Kleiner Service von mir: ich habe aus meinem Thread der vergangenen 3 Jahre die wesentlichen Erkenntnisse rausgezogen.
    Voila, - das sind sie:



    Nichts hat mein Leben so umgekrempelt wie diese Diagnose.
    Hab mir ganz viel Ernährungswissen angeeignet.
    Hab ein paar "Kleinigkeiten" bei der Ernährung geändert und es geht mir so gut wie nie im Leben.


    Mit Ernährung hab ich eine gute Routine gefunden. Die deutlichsten Unterschiede zu früher:
    - viel mehr Gemüse. Zu Beginn jeder Mahlzeit.
    - keine Angst vor Essig und Öl und vor Nüssen.
    - mein liebgewordenes Müsli aus Haferflocken, Mandeln, Zimt, Joghurt und viel Obst.
    - ich kann Vollkornbrot von Körnerbrot unterscheiden.
    - Nie wieder gesüßte Getränke.


    Nach monatelangem durchsuchen des Internet bin ich nun auf eine wirklich gute Site gekommen, die viel grundlegende Bildung zum Thema Ernährung vermittelt.
    https://workshopernaehrung.de/ernaehrungskurs/


    Mein Speiseplan seit kurz nach Diagnose, nochmal frisch überarbeitet:

    morgens.
    - kaffee
    - mind. eine handvoll gemüse vorweg
    - müsli aus haferflocken, haferkleie, nüssen, 2 stück obst, zimt, abwechselnd fettarmer oder normaler joghurt
    ich habe keine angst vor rosinen oder bananen, aber höchstens jeden 2. tag

    mittag
    - alles, was ich gern esse, aber mit kleiner oder keiner portion kohlehydrate
    - bei nudeln (sehr gewöhnungsbedürftig) oder reis immer vollkornprodukte
    - hülsenfrüchte (linsensuppe, schwarze oder rote bohnen im salat)
    - auch wenn es gekochtes gemüse gibt:
    dazu noch rohkost, öfter blattgemüse, gerne mit z.B. orangen, nüssen zum süßen, gute öle (raps, olive, leinsamen, walnuss)

    essenspause von mind. 5 stunden

    nachmitrags
    - gar nix, bei bedarf nüsse, ne möhre, apfel
    - irgendwann will ich zum 5-uhr-tee zurückkehren (mit 1 einzigen keks)

    abends
    - 1...2 scheiben vollkornbrot,
    (manchmal selbst gebacken, gepimpt mit buchweizen, haferkleie, leinsamen, kürbiskernen, kurkuma, kreuzkümmel, koriander)
    - vegetarischer aufstrich (gern selbstgemacht), käse, manchmal fisch
    - salat von mittag oder rohes gemüse
    - apfel oder orange als nachtisch

    essenspause von mind. 13 stunden

    den ganzen tag immer genügend wasser in reichweite.


    hätte ich früher auf einen menschen geblickt, der sich verhält und ernährt, wie ich es mir im letzten jahr angewöhnt habe, so hätte ich das als extrem oder gar gefährlich empfunden.
    denn ich meinte ja, mich moderat und ausgeglichen zu ernähren.
    Für mich war das Denken um Ernährung vorrangig von der Frage nach ausreichender Nährstoff- (gemeint war Energie-)Versorgung geprägt. Und ich hielt es für das richtige Maß, dabei auf den Körper zu hören.
    Essen nur um sich satt zu fühlen mit vorwiegend Ballaststoffen war für mich ein wahrscheinlich sehr ungesunder Trick, dass Hungergefühl zu täuschen und sich wichtige Nahrung vorzuenthalten.
    So falsch kann man liegen.


    Die Fehler von früher:
    Von dem Wissen, das ich heute befolge war mir
    1/8
    bis dahin völlig unbekannt
    (Insulinresistenz, dass nicht jedes Körnerbrötchen Vollkorn ist)
    1/4
    sowohl die Regel wie auch die Warnung davor und die gegensätzliche Behauptung begegnet.
    (ob Butter gesünder ist oder Margarine, dass Zimt und Mandel regelmäßig verzehrt nicht giftig sind,
    dass Nüsse nicht viel zu fett sind)
    1/4
    als pseudowissenschaftlicher Unsinn begegnet.
    (Kampfbegriffe wie Industriezucker, leere Kalorien)
    eine Anekdote: die vokabel "vollwertkost" hatte ich so interpretiert, dass damit ideologisch aufgeladen weiß gemacht werden soll, dass dieses zeugs doch den gleichen wert habe wie richtiges essen.
    1/8
    durchaus bekannt, habs aber falsch verstanden und entsprechend falsch umgesetzt.
    (dass selbstzubereitetes möglichst weniger Zucker enthält,
    dass Mittelmeerdiät nix mit großen Portionen Nudeln zu tun hat,
    dass Apfelschorle nicht besser ist als Cola)
    1/8
    wohl gewusst, aber nicht die finanziellen mittel zur Umsetzung gehabt
    (Beerenobst, Vollkornmehl, hab viele Sachen als Schatz gehütet anstatt sie zu futtern)
    was ich heute esse, wäre früher der absolute luxus gewesen.
    1/8
    was ich tatsächlich richtig gemacht habe...
    (no Fast Food, no Alk, beginne Mahlzeiten mit Gemüse, jeden tag etliche kilometer mit dem fahrrad)


    die wenigen erkenntnisse, die übriggeblieben sind:
    - ernährung bringt ca. 80...90%, bewegung 10...20% des erfolges,
    - vollkorn ist zwar absolut richtig, aber die gewohnheit an brot und nudeln an sich ist falsch.
    - die nordamerikanischen ernährungsempfehlungen mit dem bild von 50% gemüse auf dem teller habens gebracht.
    - der mensch braucht bei weitem nicht so viel energiehaltige nahrung, als wie es viele von zu hause aus gelernt haben, weglassen ist nicht gefährlich, sondern gesund.




    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
    Bearbeitet von User am 29.10.2023 15:14:05. Grund: rechtschreipunk
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 273
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 29.10.2023 13:10:26 | IP (Hash): 1636493370
    hjt_Jürgen schrieb:
    Praktisch nach der Anleitung https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf Die gabs damals nur noch nicht, sondern die musste ich mir selbst mit allen Fingerkuppen schwarz und vollgeschriebenen Protokollkladden anknobeln. Im Rückblick allein schon deswegen interessant, weil meine Ernährung damals zum Einstieg zu bestimmt um 80 % aus Graubrot (weißes hab ich noch nie gemocht) und Kartoffeln und hin und wieder ner Tafel Vollmilch-Nuss-Schokolade bestanden hat.

    Schon verrückt: Auch mir ist die Schokolade heute viel zu süß, und trotzdem läuft mir bei dem Gedanken an damals immer noch das Wasser im Mund zusammen.

    Hast du eigentlich einen bewussten Fahrplan dafür, dass du immerhin schon 5 Jahre in deiner Remissionsspur bist?

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.



    Mich würde mal interessieren
    - nicht nur, wie du gemessen hast,
    - sondern, wie du gegessen hast...

    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.10.2023 14:48:04 | IP (Hash): 1053690462
    Die alten Kladden gibt's ja nicht mehr, und wahrscheinlich könnte ich meine Klaue da drin heute gar nicht mehr lesen. Also hat deine Frage mich dazu gebracht, ein bisschen in meinen Erinnerungen zu kramen. Und dieses Kramen hat gesagt, dass damals in der ersten Remission nur vor dem Essen gemessen habe. Und wo ich damals praktisch zu 80% Brot und Kartoffeln gegessen habe, wird deine Vermutung stimmen, dass das auf FDH rausgelaufen ist. Denn wie sonst hätte ich meinen Blutzucker damals verringern können? Also Energiezufuhr verringern und abspecken. Insgesamt muss ich schließlich wohl so gegessen haben, wie du heute isst (allerdings mit wenig Gemüse und Grünzeug und schon gar nicht vor dem "Rest"), also praktisch normal, nur eben auch in normalen Portionen. Denn die Erinnerung hat 6 Wochen Krankenhausaufenthalt im Juli und August 91 wieder vorgeholt. Da hatte ich mit dem Personal vereinbart, dass ich das Mittagessen statt um 11.30 erst um 13.00 bekam. Mit diesen anderthalb Stunden mehr hatte ich dann vor dem Mittagessen meinen gesunden Zielwert deutlich unter 100 mg/dl. Und das Abendessen durfte ich entsprechend länger stehen lassen (musste ja nicht aufgewärmt werden).

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
    Bearbeitet von User am 29.10.2023 14:51:47. Grund: ,
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 5
    Mitglied seit: 09.07.2019
    am 26.05.2024 13:39:18 | IP (Hash): 830810652
    Hallo

    ich hatte es auch geschaft, durch testen - essen - testen - bewegen - testen - Ernährung umstellen - abnehmen - testen - testen
    in einen normalen Zustand (BMI 27, HbA1c deutlich unter 6) zu erreichen. Die damals erst anfangende Polyneuropathie ging sogar zurück und meine Füße fühlten sich wieder normal an.
    Dann gab es in meinem Umfeld einige schlimme Ereignisse und im Stress blieben viele der neu gewonnenen Erkenntisse auf der Strecke. Alte Essgewohnheiten schlichen sich wieder ein, das Gewicht ging wieder rauf (BMI 31), und die Clucosewerte schossen hoch.
    Seit dem versuche ich wieder in den positiven Lebenswandel zurück zu finden. War in Ernährungsgruppen, Abnehmgruppen, online in Abnehmcommunitys aber ich schaffe es einfach nicht.
    Zwischenzeitlich hatte ich einige Medis bekommen, aber außer Bauchschmerzen und Pilzinfektionen haben die nicht viel gebracht. Jetzt wollte mir meine Diabetoligin Insulin geben aber das habe ich abgelehnt.

    Die Re-Remission ist mittlerweile 4 Jahre her. Denkt ihr, ich könnte es trotzdem wieder schaffen?
    Gibt es vielleicht irgendein Programm von der KK oder sonst einem Verein der einen dabei unterstützt?

    LG
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 26.05.2024 17:07:56 | IP (Hash): 1152712047
    Der aus meiner Sicht einfachste Weg für dich ist im ersten Schritt die Einstellung mit Insulin vollständig(!) entsprechend den Vorgaben deiner Ärztin. Ich nehme an, dass du damit spätestens zum Ende des Jahres bei ICT = Basal-Bolus bist, also bei kurzwirksamem Insulin fürs Essen und langwirksamem für die Grundversorgung mit HbA1c 7-8. Damit bekommst du auch ausreichend Messmedien verschrieben. Und das bleibt dann auch so, wenn du dann gezielt und mit System daran gehst, deinen alltäglichen BZ-Verlauf unter HbA1c 6 zu senken. Klar wirst du damit dann auch deinen Insulinbedarf senken, und wenn du entsprechend weniger isst, schließlich auch dein Gewicht in den Bereich senken, in dem du es haben willst.

    Eine fachliche oder diabetologische Anleitung zu HbA1c unter 6 gibt es nicht. “Der Glukose Trick” ist aus meiner Sicht die am verständlichsten nachvollziehbare Darstellung der Herausforderung abseits der Diabetologie. Aber Messen geht dann immer auf die eigene Rechnung, und ohne Messen den BZ steuern ist in meinen Augen ähnlich zielführend, wie mit verbundenen Augen Auto fahren.

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 5
    Mitglied seit: 09.07.2019
    am 26.05.2024 18:58:13 | IP (Hash): 830810652
    Danke für deine Antwort
    meine Frage bezog sich eher auf einen Weg um zu einer gesunden Ernährung zu kommen.
    Ich würde mich als Essgestört bezeichnen, sogar als Esssüchtig.
    Die Aussicht nochmal eine Remission zu erreichen, ohne Medis oder Magen-OP, ist eigentlich nur Motivation. Deswegen die Frage danach.
    Insulin ist für mich das letzte Mittel der Wahl.
    LG