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Libre Sensor - Insulin - Rezept

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    am 20.02.2024 20:12:54 | IP (Hash): 661767528
    Hallo liebe Leute,

    bei mir wurde Ende letzten Jahres Diabetes Typ2 festgestellt. Mittlerweile spritze ich sehr selten und halte meinen Zuckerpegel durch Ernährung und Bewegung im "grünen Bereich".
    Mein Zuckerspiegel steigt nach dem Essen immer steil an, bis ca. 240-250, um dann relativ rasch wieder auf Normalwerte abzufallen. Einen signifikanten Unterschied zwischen gespritzt und ungespritzt konnte ich nicht feststellen außer dass mein Zuckerspiege mit Insulin dazu neigt unter die untere Schwelle abzufallen, weshalb ich auf die Spritze weitgehend verzichte.

    Aber zu meinem eigentlichen Anliegen.
    Eigentlich bin ich mit dem Libre-System sehr zufrieden, da es mich vor einer Unterzuckerung schützt. Jetzt habe ich gelesen dass man die Sensoren nur verschrieben bekommt, wenn man sich regelmäßig spritzt.
    Was soll ich jetzt tun: meinem Arzt erzählen ich würde mich regelmäßig spritzen und das nicht benötigte Insulin wegwerfen oder ihm sagen dass ich mich eigentlich nicht mehr spritze und hoffen dass er mir trotzdem weiterhin die Sensoren verschreibt?

    Irgendwie widerrstrebt mir beides, meinen Arzt zu belügen genauso wie das Insulin zu entsorgen.
    Bin für jede Anregung dankbar
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    am 20.02.2024 20:24:15 | IP (Hash): 847355953
    Tom1-2 schrieb:
    Was soll ich jetzt tun: meinem Arzt erzählen ich würde mich regelmäßig spritzen und das nicht benötigte Insulin wegwerfen oder ihm sagen dass ich mich eigentlich nicht mehr spritze und hoffen dass er mir trotzdem weiterhin die Sensoren verschreibt.

    Hallo Tom,

    warum willst du das Insulin wegschmeißen. Du brauchst es nur nicht aus der Apotheke abzuholen, wenn du es nicht spritzen willst.

    Deine Nachessenswerte sind übrigens aus meiner Sicht viel zu hoch. Entweder du feilst noch an deiner Ernährung oder du versuchst, dass Insulin passender zu spritzen. Es gibt zu beidem etliche Ansatzpunkte, die du ausprobieren könntest. Hier im Forum kannst du dir bestimmt passende Anregungen holen.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 20.02.2024 20:25:38. Grund: BBCodes
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    am 20.02.2024 21:03:15 | IP (Hash): 464047628
    Wie sich dein Beitrag liest, hast du wenig Anleitung zum Umgang mit deinem Insulin bekommen. Oder hast du hier nur nix davon geschrieben?

    Für die Sensoren als Kassenleistung gilt Basal-Bolus. Also Basal = langanhaltendes Insulin für die Grundversorgung unabhängig vom Essen, und Bolus = kurzwirksames Insulin für die Mahlzeiten und alles, was man sich so zwischendurch in den Mund steckt.

    Und wann sollst du jetzt konkret welches Insulin mit wie vielen Einheiten nach deinen ärztlichen Vorgaben spritzen? Und in welcher Höhe ist deine untere Schwelle? Und wo siehst du deinen grünen Bereich von nüchtern/vor dem Essen bis zur Spitze nach dem Essen?

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    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
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    am 20.02.2024 21:18:14 | IP (Hash): 1416118709
    Tom1-2 schrieb:
    Hallo liebe Leute,
    ...... Mein Zuckerspiegel steigt nach dem Essen immer steil an, bis ca. 240-250, um dann relativ rasch wieder auf Normalwerte abzufallen. .......... Bin für jede Anregung dankbar.....


    Hallo Tom 1-2,
    wenn Dein Gewebezucker nach dem Essen bis ca. 240-250 mg/dl ansteigt, solltest Du unbedingt mal eine Blutzucker-Kontrollmessung zeitgleich machen, um zu prüfen, ob beide Werte annähernd gleich sind. Du kannst ja mit dem Libre 3 System maximal alle Minuten das Ansteigen und auch das Abfallen der Gewebezucker-Messwerte beobachten.

    Meine Erfahrungen dazu:
    Wenn ich z.B. ca. 230 Gwebebezucker messe, dann ergibt meine Blutzucker-Kontrollmessung mit dem Teststreifen einen Wert um die 160. Da darf ich auf keinen Fall Korrektur-Insulin Spritzen, den dann würde direkt in die Unterzuckerung gelangen weil ich viel zu viel Insulin spritzen würde!

    Ebenso solltest du mal testen, was im unteren Bereich, unterhalb des Zielbereiches passiert.


    Meine Erfahrungen dazu:
    Mein Unterzuckerungsalarm ist auf 70 mg/dl Gewebezucker eingestellt. Wenn ich da Alarm bekomme und dann Zeitgleich eine Blutzucker-Kontrollmessung mache, dann wird mir da schon ein Blutzucker-Messwert von unter 50 mg/dl angezeigt.

    Ich habe mich an den Zustand mit diesen eigenartigen Messungen gewöhnt. Lediglich die Alarmauslösung habe ich auf 90 mg/dl hochgestelltn um mehr Zeit für Gegenmaßnahmen zu haben. Für mich ist das Libre 3 - System ein "Schätzeisen" und kein medizinisches Messgerät was glücklicherweise die Fingestecherei ersetzt.

    Mein Diabetologe, den ich zwischenzeitig verlassen habe, hat mich ausgelacht als ich davon berichtete. Er meinte, der Mensch ist keine "Maschine" weil er vormittags, lange nach dem Frühstück bei mir eine Vergleichsmessung machte und beide Messwerte annähernd gleich innerhalb des Zielbereiches waren.

    So, das sind meine Erfahrungen, die andere Diabetiker mir bestätigten.

    Grüße, Zuckermann

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    Bearbeitet von User am 20.02.2024 21:20:50. Grund: BCC
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    am 20.02.2024 22:00:15 | IP (Hash): 661767528
    Hallo,
    erst einmal danke für die ersten Antworten.
    Hier noch ein paar Daten:
    mein Gerät schlägt Alarm bei größer 250mg/dL und bei kleiner 70mg/dL

    Die zwei Pens die ich bekomemn haben beinhalten Toujeo für die Nacht und Humalog für die Mahlzeiten am Tag.
    Aus dem Krankenhaus entlassen wurde ich mit einer empfohlenen Toujeo Dosis von 14 Einheiten. Hatte ich mir die gegen 20-22h verabreicht, schlug mein Gerät gegen 2-3h an und meldete Unterzucker.
    Daraufhin habe ich die Dosis erst halbiert was zur Folge hatte dass meine BZ-Kurve zwar nicht mehr ganz so schnell nach unten abrauschte, dennoch oft genug ein Alarm erfolgte, sodaß ich das Toujeo irgendwann ganz weg ließ. Morgens und nachts liegt mein BZ-Wert bei 120-130.

    Mit dem Spritzen vor den Mahlzeiten hat es gar nicht geklappt, will heißen, egal ob ich 10min, eine halbe oder auch eine ganze Stunde vor dem Essen spritzte meine Kurve stieg jedes Mal steil an - ca. 240 - und fiel daraufhin wieder steil ab, auf den Ausgangswert.
    Eine Auswirkung des gespritzten Insulins konnte ich seltsamerweise nicht feststellen, sodass ich es dann ganz wegließ.
    Was mache ich falsch bzw. könnte ich verbessern?

    Gruß und Dank

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    am 20.02.2024 22:04:38 | IP (Hash): 1416118709
    Tom1-2 schrieb:
    ............................Was mache ich falsch bzw. könnte ich verbessern?



    Du machst garnichts falsch, sehe zu, dass du schnellstens einen Termin beim Diabetologen bekommst, bevor dir hier jemand falsche Ratschläge erteilt.

    Nachtrag:
    Wenn du nachts Unterzuckerungsalarm bekommst, immer Kontrollmessung machen, denn es kann sein, dass du auf deinem Arm gelegen hast und dann der Sensor falsche Werte gemessen hat..
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    Bearbeitet von User am 20.02.2024 22:09:40. Grund: Nachtrag
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    am 20.02.2024 22:36:46 | IP (Hash): 464047628
    Ne Einstellung aus dem kranken Haus funktioniert selten genauso im Alltag zuhause. Da muss meistens "modifiziert" werden. Und vielleicht würde dir ja eine andere Medikation sogar passender reichen. Dafür wäre deine Diabetologie Praxis die passende Anlaufstelle.

    Aber noch mal zurück auf Anfang. Du schreibst oben, dass du Ernährung und Bewegung verändert hast? Was machst du seit der Veränderung wie anders?

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    am 20.02.2024 22:38:15 | IP (Hash): 847355953
    Tom1-2 schrieb:
    Daraufhin habe ich die Dosis erst halbiert was zur Folge hatte dass meine BZ-Kurve zwar nicht mehr ganz so schnell nach unten abrauschte, dennoch oft genug ein Alarm erfolgte, sodaß ich das Toujeo irgendwann ganz weg ließ. Morgens und nachts liegt mein BZ-Wert bei 120-130.
    Was mache ich falsch bzw. könnte ich verbessern.

    Hallo Tom,

    das war meine 1. Vermutung: zu wenig Basalinsulin und zu viel Mahlzeitinsulin.

    Du müsstest - am besten zusammen mit deinem Daibetesteam - zuerst einmal die richtige Dosis für das Basalinsulin finden. Die passt einigermaßen, wenn dein BZ-Verlauf ohne Essen einigermaßen vernünftig verläuft. Vielleicht hilft dir bei der Suche nach der richtigen Dosis ein Basalratentest, wie z.B. hier:
    https://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/basalinsulin/basaltest.html

    Wenn du die Basaldosis einigermaßen richtig gefunden hast, dann kannst du an den Faktoren für das Mahlzeitinsulin arbeiten. Die können zu den einzelnen Mahlzeiten durchaus unterschiedlich sein. Das ist eine Menge Arbeit, aber die lohnt sich.

    Alternativ dazu könntest du die KH-Menge reduzieren, so dass die BZ-Spitzen nicht mehr so hoch werden. Probiere einfach aus, was für Mahlzeiten deinen BZ weniger hoch treiben und finde für dich die passenden raus. Eine Variante, die gut klappenj könnte, wäre z.B. eine Low Carb Ernährung, die du bei Bedarf mit Basalinsulim unterstützen könntest.

    Alles Gute, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 20.02.2024 22:39:03. Grund: BBCodes
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    am 20.02.2024 23:14:15 | IP (Hash): 661767528
    @alle
    ich versuche nochmal ein paar Antworten zu geben

    Bewegung: ich spaziere/wandere jede Woche 2x 6km (in 1h) und lege sämtliche "kleinere" Wege zu Fuß zurück und nicht mehr mit dem Roller
    Ernährung: keine Süßgetränke nur Wasser und zum Essen ein alk.freies Weizenbier. Kaum Kartoffeln, keine hellen Brötchen, sondern Vollkorn, keine Süßigkeiten.

    Die Diabetesschulung im Krankenhaus beschränkte sich auf den rein mechanischen Akt des Spritzens.
    Der Diabetologe (wenn man irgendwann endlich einen Termin bekommt) meinte: sie sind ja noch jung (55J) und fit in der Birne, sie bekommen das schon selbst heraus wieviel sie sich spritzen müssen - nehmen sie die Spritztabelle aus dem Krankenhaus nicht so ernst.
    Mein momentaner GMI liegt bei 6,7%

    Eigentlich fühle ich mich wohl, möchte aber nichts falsch machen was später vllt. unumkehrbar ist.
    Von betroffenen Bekannten hörte ich immer wieder: versuche von den scheix Spritzen weg zu kommen und halte deinen Wert im grünen Bereich
    Laut Libre bin ich zu 84% im Bereich 70-180, zu 15% im Bereich 181-250 und zu 1% über 250.
    Die Zeit im gelben Bereich könnte ich sicherlich noch verringern, wenn ich langsamer essen würde aber manchmal hat man halt Kohldampf.
    Ihr merkt, ich habe von der ganzen Materie recht wenig bis gar keine Ahnung und verspreche mir von meinem Diabetologe auch keine Wunder - nicht, weil ich ihn für einen schlechten Arzt halten würde, sondern weil er aufgrund der Menge an Patienten zu wenig Zeit hat.

    Deshalb habe ich mich hier angemeldet, in der Hoffnung ein paar Tipps aus "erster Hand" zu erhalten, zudem die paar selbst betroffenen Bekannten die ich habe mir z.T. widersprüchliche Ratschläge geben.

    Weiterhin viele Güße und lieben Dank
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    am 21.02.2024 09:45:07 | IP (Hash): 1271895278
    Dann mal zuerst zur Orientierung:
    In der Grafik hier oben auf der Seite hast du blau den durchschnittlichen gesunden Verlauf nach nem KH-reichen Frühstück https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar Das gilt allgemein für INSULINER wg viel zu vieler Unterzuckerungen als nicht erreichbar. Das ist seit über 20 Jahren mein grüner Bereich.
    Auf der anderen Seite gilt für die Einstellung mit Insulin als ordentlich, wenn der BZ zu den Mahlzeiten zwischen 100 und 140 mg/dl liegt, egal wie hoch er dazwischen ausfliegt. Als super scharfe Einstellung gilt vor den Mahlzeiten 80-120 und in der Spitze nach dem Essen bis max 200 mg/dl.

    Wie ich dich verstehe, ist dein BZ aktuell praktisch ohne Insulin im Normalbereich für Insuliner, und den überlaufenen Diabetologen reicht das vollauf. Und wenn du damit zufrieden bist, reicht das so auch für dich. Damit ist zwar zu erwarten, dass du deinen BZ in einigen Jahren nur noch mit vergleichsweise großen und wahrscheinlich auch zunehmenden Mengen an Insulin in dem Rahmen halten kannst und dass sich mit den Jahren die eine oder andere miese Folge einstellt, aber das ist völlig normal.

    Auf der anderen Seite könntest du schauen, ob dir nicht vielleicht gelingt, deinen Typ 2 auf völlig gesund zurück zu drehen? “Endlich Schluss mit Typ 2 Diabetes” heißt das Buch dazu. Weil ich diese Möglichkeit genial finde und hier gerne vertrete, gelte ich als “Quartalsspinner”.
    Die meisten hier drehen nicht komplett zurück, sondern halten ihren alltäglichen BZ-Verlauf mehr oder weniger gezielt mit Essen & Bewegen niedriger https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf Im Prinzip hast du damit ja auf deine Weise schon angefangen, und am einfachsten wäre wahrscheinlich, wenn du weiter systematisch schaust, wie nahe du dem gesunden Verlauf auf diese Weise kommen kannst.

    Im Vergleich zu Menschen mit Typ 1 hast du jede Menge Möglichkeiten, aber auch die Qual der Wahl :(
    Für die Überlegungen generell wichtig: Messmedien in ausreichender Menge gibt es auf Rezept nur mit Basal-Bolus.

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