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Testen, testen, testen oder Abnehmen bei Prädiabetes, was ist besser?
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am 13.04.2024 22:21:44 | IP (Hash): 631675274
Hey,
wart mal bitte, @ Jürgen...: Wenn ich Traubenzucker esse, jagt das den Blutzucker hoch, richtig? Und logischerweise gibt es dannach die steile Abwärtskurve - oder was habe ich jetzt falsch verstanden??
Sagt auch Inchauspé in ihrem Buch...
LG
Nada
Typ 2 - testweise ohne Medis.
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am 13.04.2024 22:57:48 | IP (Hash): 14006177
Glukose kommt durchs Kuchenloch in den Magen und von da in den Dünndarm. Wenn die Glukose durch die Dünndarmwand in den Portalkreislauf übergeben wird, also auf den kurzen Weg durch die Pfortader in die Leber, bestellen Inkretine dafür passend Insulin beim Pankreas ein paar Zentimeter weiter. Und wenn die Betas darin nicht Typ 2 behindert sind, geben die das Insulin auch sofort raus. Und dann trifft sich die Glukose mit ihrem Insulin in der Pfortader auf dem kurzen Weg in die Leber, und beide werden darin praktisch sofort zum größten Teil verarbeitet.
Bis dahin ist BZ-technisch noch überhaupt nix messbar. Das kommt erst, wenn die Leber von der neuen Glukose und dem neuen Insulin etwas in den Kreislauf raus lässt, nachdem sie einen großen Teil der Glukose in ihren Glykogenspeicher aufgenommen und einen weiteren großen Teil in Triglyzeride umgewandelt hat, also in Fett.
Und dann steigt von sonem Dextro-Päckchen der BZ innerhalb der nächsten 30-60 Minuten von um 80 mg/dl auf um 120-140 an, also von 0,8 Gramm pro Liter Blut auf 1,2-1,4 Gramm pro Liter Blut. Und noch ne Stunde weiter ist der BZ wieder bei um 80 - ohne Typ 2 Behinderung.
Wenn die spontane Ausgabe von Insulin vom T2D etwas behindert wird, fehlt Insulin zur skizzierten Speicherung und Umformung in Triglyzeride und mehr Glukose wird in den Kreislauf gegeben, also z.B. 160-180 mg/dl, und kommt nach dem Durchlauf durch den Organismus auch beim Pankreas vorbei. D.h. ein Teil muss da auch durch. Und normal ist der Pankreas gewöhnt, dass da NICHT mehr als 140 mg/dl durchkommen. Dafür hat er keine Messlatte, und so reagiert er ein bisschen über - solange er kann. Mit dem normal mit den Monaten und Jahren immer höheren BZ kann er irgendwann nicht mehr, und dann gibt es auch keine Anflüge von Hypos mehr mit z.B. sehr leckerem Heißhunger.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
Bearbeitet von User am 13.04.2024 23:00:43. Grund: NICHT1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.04.2024 00:14:28 | IP (Hash): 483989142
Danke schön, Jürgen für diese tolle Erklärung!
So hatte ich es auch bei Jenny Ruhl gelesen und es war eine ähnliche Blutzuckerkurve wie meine abgebildet.
Und danke schön dafür, dass du die LOGI-Methode zu gut erklärst hast. Mein Buch von Herrn Worms hatte ich ja leider letzte Woche aus Wut in die Blaue Tonne geworfen. -
am 14.04.2024 08:57:17 | IP (Hash): 1618718920
Hallo Sylvie,
Das ist ein interessanter Bericht.. und leider habe ich kein Fett an den Oberschenkeln. Werde meine Ärzte darauf ansprechen! Meine andere Werte in der genannten Reihe sind aber bis jetzt auffällig.
Die Aussage deines Hausarztes kann ich übrigens nicht bestätigen. Einen normalem Spaziergang reicht bei mir nicht aus um die Kurve flach zu halten, das habe ich beim tragen des Sensors ganz genau gesehen. Aber Krafttraining kombiniert mit HIIT konnte ihn abflachen.
Hattest du auch Gestationsdiabetes? Meine Ärzte sagten das wäre schon die Eintrittskarte für die spätere Diagnose gewesen bei mir.
Wünsche dir einen schönen Sonntag, war übrigens auch gestern im Garten und werde heute wandern gehen. -
am 14.04.2024 10:59:14 | IP (Hash): 1539787804
Hallo Nosweets,
nein, ich hatte keine Gestationsdiabetes. Und ich hatte auch nach der Geburt meines jüngsten Sohnes extra noch einmal nachgehakt, weil er bei der Geburt knapp 3985g wog und mir das alles seltsam vorkam. Denn ich wog kurz nach der Geburt wieder 52kg und trug dieses große Baby mit mir herum, während andere Mütter mit 80kg winzige dünne Kinder hatten.
Aber meine Frauenärztin war auch streng bezüglich der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft. Und ich musste immer wieder Reistage einlegen und ich bin viel Fahrrad gefahren.
Dann wünsche ich dir heute einen wunderschönen Tag und viel Spaß beim Wandern!
Liebe Grüße
Sylvie -
am 14.04.2024 12:59:12 | IP (Hash): 1614954724
Hallo Sylvie,
Erst mal vorweg: Du bist mit deinem Thema absolut nicht alleine!
Ich kämpfe seit 20 Jahren mit Prädiabetes, bin jetzt 52 Jahre alt, hatte in meinen beiden Schwangerschaften (2003 und 2011) Gestationsdiabetes, bei der letzten SSW musste ich sogar Insulin spritzen.
war dennoch immer sportlich aktiv, immer im Idealgewicht (BMI 21) und achte seit 10 Jahren sehr gewissenhaft auf meine Ernährung (wenig Carbs, viele Ballaststoffe).
Ich habe keine Insulinresistenz und nur eine familiäre Vorbelastung (Oma mit Altersdiabetes).
Meinen HBA1c habe ich die letzten Jahre ganz gut im Griff gehabt (5,3 bis 5,6), seit etwa 2 Jahren bewege ich mich aber nun wieder im Prädiabetesbereich (5,7 bis 5,9), trotz viel Disziplin.
Nun sind auch meine Nüchternwerte hin und wieder über 100 bis 110.
Ich habe den Austausch zu Deinem Post mal ganz durchgelesen und mir fällt auf, dass tatsächlich die hormonelle Komponente bei uns Frauen bisher nicht wirklich angesprochen wurde.
Ich befinde mich jetzt auch in den Wechseljahren und ich hatte zu Beginn massive Beschwerden mit Hitzewallungen und Schlaflosigkeit. Daher habe ich mich nach langem Überlegen, zusammen mit meiner Gynäkologin zu einer Hormontherapie mit bioidentischen Hormonen entschieden. Ich nehme also diese Hormone seit etwa einem Jahr.
Ich habe nun den Libre 3 mal für 4 Wochen getestet und dabei ist mir einiges aufgefallen. Neben den bekannten Triggern für höhere BZ Werte (Weißmehl, Haferflocken usw) hat auch der Hormonhaushalt einen größeren Einfluss auf die körpereigene Insulinwirkung. So habe ich festgestellt, wenn ich zyklus- oder auch stressbedingt niedrigere Östrogenwerte habe, reagiert mein BZ auch entsprechend schlecht. Ich war mal gleichzeitig, als ich morgens wieder höhere BZ Werte hatte, bei meiner Gyn, um den Hormonspiegel bestimmen zu lassen. Der Östrogenwert war sehr niedrig! Das lag auch daran, dass ich zu diesem Zeitpunkt eine Blutung außerhalb der Reihe hatte, wo bekanntlich der Wert abfällt. Ich bin über die Wechseljahre noch nicht hinaus, daher gibt es hier auch solche Höhen und Tiefen der Hormone.
Vielleicht erklärt das z.T. bei Dir Deine Werte ?
Du bewegst Dich mit Deinen Werten (so wie ich) nicht mehr im Optimalbereich wie bei einer ganz gesunden Frau mit Mitte 20, aber krankhaft ist das bei Dir noch lange nicht.
Abnehmen halte ich jetzt auch nicht unbedingt für ratsam, da Du ja ohnehin schon im Idealbereich bist.
Vielleicht lässt Du mal Deine Leber-- und Fettwerte anschauen. Wenn Du gute Cholesterinwerte und Triglyzeride hast, wüßte ich nicht, ob Deine Leber nun unbedingt auch eine Entfettung braucht.
Ich würde sagen, dass Du fast alles richtig machst, trotzdem sollest Du Dich nicht verrückt machen. Das passiert ganz schnell, wenn man sich täglich mit Messgeräten kontrolliert und/oder sich zu hohe Ziele (Werte wie bei ganz Gesunden!) setzt.
Lass Deine Werte regelmäßig beim Hausarzt kontrollieren. HBA1c alle 3-4x im Jahr und ab und zu den Nüchternwert- hierbei ist es auch wichtig, wo der Nüchternwert bestimmt wird. Im Hausarztlabor liegt die Blutprobe zulange herum und die Glukose wird dann weiter abgebaut, dann gibt es falsch niedrige Werte. Besser das dann bei einem Diabetologen mit eigenem Labor, oder mit einem guten Messgerät selbst testen!
Alles Gute !
Myriel
Weibl., 1972er JG, seit 2001 Prädiabetes, Gestationsdiabetes, Lowcarberin, BMI 21, sportlich aktiv, keine Medikamente, kein Insulin, gelegentlich Libre 3 Userin :-) -
am 14.04.2024 17:26:34 | IP (Hash): 2030128436
Myriel schrieb:
Vielleicht lässt Du mal Deine Leber-- und Fettwerte anschauen.
In einigen Beiträgen wie auch in diesem findet sich der Hinweis, dass keine Fettleber vorliegt und dass damit auch keine Fettgrenze für das Einschalten des T2D überschritten sein könnte.
Wie ich Taylors Darstellung verstehe, sieht er die T2D-Fettschwelle in der Leber unabhängig von der normalen Verfettungs-Skala. Sie kann somit schon mit sehr viel weniger Fett überschritten sein, als für eine beginnende Fettleber “notwendig” ist, und andererseits bei jemandem mit kapitaler Fettleber erst in einem seeehr weit entwickelten Zustand.
Offenbar gibt es keine Untersuchungsparameter, mit denen sich die T2D-Fettschwelle in der Leber diagnostizieren lässt. Nach meinem Verständnis haben wir daher als einzige Möglichkeit die 7-8 Tage Newcastle Diet. Wenn sich damit statt eines normal deutlich höheren morgendlichen Nüchtern-BZs bei 120 und mehr mg/dl einer um 70-90 einstellt, war die Fettschwelle wohl überschritten.
Klar gibt es einen Bereich, in dem man schon an eine Differenz glauben müsste, so bei 105 zu 95 oder so. Und dann zeigen auch viele Erfahrungen, dass der BZ morgens generell weniger hoch ansteigt, wenn die Spitzen nach den Mahlzeiten konsequent niedriger gehalten werden.
Und mit der Verbreitung des BZ- und Befindlichkeits-Tracking auch unter völlig gesunden und sportlichen Menschen wird es sicher noch manche neue Erkenntnis geben :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
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am 14.04.2024 21:21:36 | IP (Hash): 1539787804
Guten Abend, Myriel,
seit mehr als 20 Jahren hast du schon Prädiabetes? Das beruhigt mich aber sehr, dass es möglich ist, die Diabetes solange mit Low Carb und Sport in Schach zu halten.
Ich bin ja jetzt schon 64 Jahre alt und kann dann ja an sich froh und glücklich sein, dass ich solange gesund war. Vor zehn Jahren beim Checkup hat mein Hausarzt sich auch noch kaputt gelacht, als er meine Blutwerte sah. Ich war damals mitten in den Wechseljahren und klagte über Schwindelgefühle. Und er meinte, kaum einer seiner jüngeren Patienten hätte so gute Blutwerte, das seien Traumwerte. Damit könne man gar nicht krank sein. Aber außer diesen Schwindelattacken hatte ich auch keinerlei Probleme mit den Wechseljahren.
Erst nach den Wechseljahren stiegen meine Blutzuckerwerte.
Meine Leberwerte sind gut, die Blutfettwerte dagegen durchwachsen. Der HDL-Wert ist super, die Triglyzeride sind es ebenfalls, nur der LDL-Wert ist erhöht. Da habe ich aber mit meinem Arzt ausgemacht, dass ich erst selber mit mehr Sport und gesünderer Ernährung daran arbeiten will. Das Gleiche hatte ich wegen meines Blutzuckers vor.
Ich esse jetzt weniger rotes Fleisch, dafür mehr Fisch und Geflügel, esse mehr Ballastststoffe in Form von Flohsamenschalen und Haferkleie und hatte mir eben nach diesen Gespräch sofort einen Crosstrainer besorgt.
Liebe Grüße
Sylvie
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am 14.04.2024 21:32:14 | IP (Hash): 1539787804
Guten Abend, Jürgen,
ich bin gerne bereit sieben bis acht Tage die New Castle Diät zu wagen. Das wäre für mich vorstellbar!
Versuch macht kluch! ;-)
Ich schaue einmal, was ich dafür brauche und dann fange ich morgen oder übermorgen damit an.
Das Blutzuckermessegerät lege ich schon einmal auf den Nachttisch.
Liebe Grüße
Sylvie -
am 15.04.2024 09:19:47 | IP (Hash): 1277877175
Ich hab damals Frühstück und Abendessen weggelassen und meinen normalen LC Mittagsteller auf 3 Mahlzeiten aufgeteilt und die Reklamation an Dr. Worm (gab noch sein Logi-Forum) schon auf dem Schirm gehabt, als Tag 8 völlig ohne den bis dahin seit Jahren gewohnten Morgenanstieg anfing - und den hab ich seitdem auch nicht wiedergesehen :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
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