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Testen, testen, testen oder Abnehmen bei Prädiabetes, was ist besser?
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am 17.04.2024 18:00:13 | IP (Hash): 487721205
Ich hatte heute das Gespräch mit einer Ernährungswissenschaftlerin von Perfood, von denen ich den Glucosesensor zwecks Ernährungsanalyse bekommen hatte. Ein paar Tage vorher wurde ich gefragt, ob ich speziellen Fragen hätte.
Ja, ich hatte Fragen zur Prävention von Typ-2-Diabetes, zu Zuckeraustauschstoffen und Emulgatoren wie Carrageen und ihre Auswirkungen auf das Mikrobiom und was Sie von den Glukosetricks aus dem Buch von Jessie Inchauspé hält.
Zuallererst hat sie mich beruhigt und gesagt, dass ich mich super gesund und auch sehr abwechslungsreich ernähre. Dass ich deswegen und wegen meines Bauchumfanges keine Angst haben müsse, Diabetes zu entwickeln. Dass meine Blutzuckerkurven völlig im normalen Bereich seien, also immer nach zwei Stunden unter 140, dass ich mir ruhig auch Kohlehydrate wie Zucker und Mehl erlauben könne, wenn ich sie zusammen mit Fett und Eiweiß essen würde, da ich der Fett-und Eiweiß-Kombinationstyp sei.
Mein leicht erhöhten Werte am Morgen seien unbedenklich, wenn ich etwas daran ändern wolle, müsse ich nur regelmäßig frühstücken, dann Eiweiß, Kohlehydrate und Fett kombiniert. Ich könne aber ruhig weiterhin auf das Frühstück verzichten.
Es war alles sehr aufschlussreich und interessant für mich , aber auch erleichternd. Zu den Glukosetricks von Jessie Inchauspé sagte sie, ja, es würde tatsächlich die Blutzuckerkurve abflachen, wenn man den Salat vor dem Hauptgericht isst, dass solche Hacks wie der Löffel Apfelessig oder Zitronensaft vor dem Essen sich aber individuell auswirken würden. Ich solle das alles ruhig einmal ausprobieren.
Dann habe ich die letzten Tage viel über die Prädiabetes-Subtypen und auch über Vererbung nachgelesen, dank Myriels Tipp.
Auch das hat mich sehr beruhigt. Meine an Diabetes erkrankten Geschwister haben den Körperbau meines Vaters: Groß und schlank, mit langen dünnen Armen und Beinen, aber mit Bauch! Ich komme leider nach meiner kleinen molligen Mutter und Großmutter ( letztere war nur 1,55m groß und wog 100kg hatte aber keine Diabetes) und ich habe nur durch lebenslange Disziplin Normalgewicht. Ich wollte nie so mollig wie meine Mutter oder gar so dick wie meine Oma werden.
Die Newcastle Rosskur werde ich nun abbrechen, ich fühle mich damit zu schlapp um Sport zu treiben und werde Low Carb weiter essen.
Liebe Grüße
Sylvie
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 17.04.2024 19:27:54 | IP (Hash): 1866477132
Auf weiterhin gesundes Gelingen auf die Art, mit der du am besten zurecht kommst :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 17.04.2024 22:32:33 | IP (Hash): 487721205
Danke schön, Jürgen! Dir auch alles Gute! -
am 17.04.2024 23:53:11 | IP (Hash): 1929087180
Hallo Sylvie,
es freut mich, dass es der Ernährungsspezialistin gelungen ist, dich einigermaßen zu beruhigen. Du stehst mit deinen Werten wirklich nicht an der Schwelle zum Diabetes und kannst dich ziemlich optimistisch um deine physische Gesundheit, aber auch um dein psychisches Wohlbefinden bemühen.
Ich denke, dass deine Chancen auf dauerhafte Verbsserung der BZ-Werte mit der Newcastle Diet sowieso nicht sehr groß waren. Es ist schade, dass du hjt_Jürgen nicht zeigen konntest, dass seine Behauptung: "Non-Responder gibt es nicht*)" einfach nur Blödsinn ist, aber nur dafür brauchst du dich natürlich nicht weiter zu quälen.
Weiter alles Gute, Rainer
*) Quelle: https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/17423/Remission-als-Therapieziel-beim-Praediabetes
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 18.04.2024 00:35:55. Grund: BBCodes -
am 18.04.2024 12:52:31 | IP (Hash): 427865847
Hallo Rainer,
aber es gibt doch schon die Tübinger Studie, die besagt, dass es Non-Responder gibt und wer die Non-Responder sind.
Ich hatte leider nur einmaligen Zugriff auf den Bericht - ich wollte das gestern nämlich schon einmal verlinken. Aber ich habe bei Google einfach nur Non-Responder eingegeben und kam dort hin. Ich muss leider gleich zur Arbeit, sonst hätte ich jetzt noch einmal in meinem Verlauf geschaut.
Die New Castle Diet war mir einfach zu hart, ich arbeite schließlich noch, wenn auch nur wenige Stunden und ich will eben auch weiter viel Sport betreiben, weil ich schon gesehen habe, dass mir das hilft.
Andererseits will ich auch nicht unterschlagen, dass mein NBZ auch heute bei 96 lag.
Aber mich hat auch der Bericht über die Prädiabetes-Subtypen sehr beruhigt. Danke schön, Myriel, noch einmal dafür!
Viele Grüße
Sylvie
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am 18.04.2024 14:41:20 | IP (Hash): 1618718920
Hier ist der Link zu der Tübinger Studie. Sehr aufschlussreich für mich.
https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/596?press_str=
Liebe Sylvie,
Ein bisschen schade finde ich es dass du dieses Newcastle Experiment abgebrochen hast. Ich hätte zu gerne gewusst ob es bei jemand in meiner Situation (niedriger BMI, sportlich) doch einen Effekt gehabt hätte.
Aber dass du es überhaupt ein Paar Tage durchgezogen hast, Respekt. Ich habe es gar nicht erst in Erwägung gezogen. mit Intervallfasten kam ich schon an meinen körperlichen Grenzen und im Grunde war ich froh um jeden Arbeitstag den ich ohne Unfälle mit dem Dienstauto überstanden hatte (weil mir ständig so schwindelig war) :-/
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am 18.04.2024 15:36:12 | IP (Hash): 2115754490
Sylvie3 schrieb:
Hallo Rainer, aber es gibt doch schon die Tübinger Studie, die besagt, dass es Non-Responder gibt und wer die Non-Responder sind.
Hallo Sylvie,
mir brauchst du das nicht zu erklären - hjt_Jürgen ist derjenige, der behauptet, dass die Taylor-Diet bei jedem anschlagen muss. Damit sagt er uns im Umkehrschluss laufend, dass diejenigen, bei denen es nichts bringt, nur zu dumm sind, es richtig zu machen.
Deine Tübinger Studie gibt allerdings nicht die richtige Antwort darauf. Responder ist in der Medizin ein allgemeiner Begriff und sagt aus, dass jemand auf eine Intervention reagiert bzw. bei "Non" nicht reagiert. Die Tübinger haben die Reaktion von Prädiabetikern auf allgemeine Lebnsstiländerungen untersucht, hjt_Jürgen proklamiert das ganz speziell für die Taylor-Diet. Aber selbstverständlich gibt es auch bei der Non-Responder, wie bereits die von Prof. Taylor selbst mit Normalgewichtigen durchgeführte ReTUNE-Studie zeigt.
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Bearbeitet von User am 18.04.2024 15:40:14. Grund: BBCodes -
am 18.04.2024 16:37:13 | IP (Hash): 125664642
Hallo in die Runde,
ich bin ein Langzeit-Leser und habe mich nun aufgrund dieses Fadens endlich angemeldet. Ich bin nämlich in einer ähnlichen (wenn auch nicht identischen) Situation wie Sylvie.
Alter: 52
Männlich
Diabetes-Familienanamnese (Vater und dessen Familie)
Seit vielen Jahren Körpergewicht-Schwankungen zwischen BMI = 22 und BMI = 25 (selbst verursacht durch absichtliches Abnehmen und Gewichtszunahme durch Völlerei)
Im Verlauf von nun 8 Jahren ansteigender NBZ und postprandialer Zucker (selbstgemessen)
Vor 1,5 Jahren Diagnose gestörte Glukosetoleranz beim Diabetologen nach OGTT (knapp über 140 nach zwei Stunden)
Fettleber
Zustand vor zwei Wochen:
Gewicht: 82 kg bei 179 cm
NBZ regelmäßig über 100 (meist unter 105, manchmal etwas mehr)
Spitzen bei meinen persönlichen Trigger-Speisen (weißer Reis, Kartoffeln, süße Mehlspeisen) durchaus manchmal bis 160, selten auch bis 180 nach zwei Stunden.
Spitzen bei "ausgewogenen" Nahrungsmitteln nach zwei Stunden bei 120 - 140
Das von mir "ausgemessene" Reaktionsmuster deutet m.E. auf eine stärkere Beeinträchtigung der schnellen Insulinreaktion kombiniert mit einer leichten Einschränkung der späteren Reaktion sowie eine Überproduktion von Glukose durch die Leber hin.
Schon mehrere Low-Carb Interventionen mit mäßigem Erfolg. Bei Low-Carb sinkt natürlich der NBZ, aber die Glukosetoleranz wird bei mir schlechter in diesen Phasen.
Vor zwei Wochen der Entschluss, eine Intervention orientiert an Taylor durchzuführen. Ich schreibe orientiert, weil ich in manchen Aspekten schon etwas abweiche. Nämlich:
Täglich ca. 800 kCal, davon 500 mit Shakes, der Rest mit Gemüse und bis jetzt dreimal mit Fischzulage (Sashimi, Makrele, Lachs).
Effekt bisher nach zwei Wochen:
- Die Waage zeigt 5 (!) Kilo weniger an
- Der NBZ schwankt leicht (+/-3) um 90
- Die postprandialen Werte (2 h) sind immer unter 140, oft bei 110, aber das ist bei der Zusammensetzung der Nahrung auch kein Wunder.
Ich werde das jetzt 8 Wochen lang machen und dann wieder langsam hochfahren. Ich bin gespannt....
- wie viel ich dann wiegen werde
- wie ich dann - nach neuer eingewöhnung - auf KH reagiere
- wie meine Leber danach aussieht (werde mal ein Ultraschall draufhalten lassen)
Ich werde gern über den weiteren Verlauf hier berichten und freue mich über weitere Anregungen zur Optimierung.
Beste Grüße
Wassily
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am 18.04.2024 17:13:08 | IP (Hash): 2115754490
Hallo Wassily,
du bist mit deinem BMI von 25,6 nicht in der gleichen Situation wie Sylvie, Nosweets und einige andere hier, die einen deutlich niedrigeren BMI aufweisen. Es macht Sinn, wenn du einen eigenen Threed aufmachst, in dem du über deine erfolge berichtest.
Die Erfolgsaussichten sind bei dir übrigens sehr wahrscheinlich höher als bei den oben genannten, besonders wenn du nicht gerade ein Muskelprotz bist und vielleicht noch einen kleinen Bauchansatz hast - ich wünsche dir viel Erfolg.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 18.04.2024 17:40:32. Grund: BBCodes -
am 19.04.2024 08:52:47 | IP (Hash): 1614954724
Liebe Sylvie,
Sehr gerne!! - dafür ist ja das Forum da- wunderbar, dass Du hier einiges für Dich gefunden hast.
Von der New Castle Diät hätte ich mir persönlich nicht den durchschlagenden Erfolg erhofft, zumal kalorienreduzierte Diäten den größeren Effekt bei Menschen mit höherem BMI haben.
Aber– natürlich sollte man ja nichts unversucht lassen, so wie Du es gemacht hast.
Ich hatte das auch mal für mich durchgerechnet. Ich bin 165 cm groß und wiege derzeit 58 Kilo. Mit New Castle hätte ich geplant 10% meines Gewichts reduzieren müssen, also knappe 6 Kilo weniger.
Das wären dann 52 Kilo und ein BMI von 19,1 und das in meinem Alter ?- never ever.
Die Ernährungsberatung in meiner Diabetespraxis hat mir bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Mein Nüchternblut-Insulin befindet sich zwar noch im Normbereich, aber an der unteren Grenze, daher auch die gelegentlichen Nüchternwerte über 100 bis max. 110.
Ich bewege mich gerne (Garten/Haushalt, Spaziergänge usw.), ich mache allerdings keine nervigen Workouts, keine schweißtreibenden Sessions mehr auf dem Crosstrainer 4x die Woche.
Ich habe gemerkt, dass mich das eher stresst und mich in einen ungesunden Selbstoptimierungswahn drängt.
Ich habe einen Fitnesstracker von Garmin, der Vitalparameter aufzeichnet (Herzfrequenz, Schritte, Kalorien, Schlafqualität, Intensitätsminuten) und der reicht mir, um zu wissen, dass ich mit meinem Alter ganz fit unterwegs bin. Ziel 10Tsd Schritte am Tag schaffe ich eigentlich immer.
Bisserl Kraftraining mache ich noch – aber das wars dann auch.
Ach ja- die Schlafqualität ist sehr wichtig. Wenn ich gut geschlafen habe (was mir der Tracker dann bestätigt), dann ist mein BZ auch meistens im grünen Bereich.
Schönes Wochenende!
Myriel
Weibl., 1972er JG, seit 2001 Prädiabetes, Gestationsdiabetes, Lowcarberin, BMI 21, sportlich aktiv, keine Medikamente, kein Insulin, gelegentlich Libre 3 Userin :-)