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Hilfestellung Thematik Hypoglykämisches Koma

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 01.06.2024
    am 01.06.2024 17:42:48 | IP (Hash): 990808161
    Hallo, ich bin neu hier und habe ein Anliegen an die erfahrenen Mitglieder.
    Als Kurzzusammenfassung: Mein Mann bekam im Februar 2020 die Diagnose Diabetes Typ 1, welches uns aber durch familiäre Geschichten schon bekannt war. Er hat sein Zucker mal mehr und mal weniger im Griff, Unterzucker merkt er und ich direkt und ich konnte bis jetzt auch immer Abhilfe schaffen, wenn er es nicht konnte.
    Jetzt hatten wir vorgestern folgende Situation:
    Er unterzuckerte nachts so stark, dass er nichts mehr konnte. Er lag auf dem Boden, krampfte, konnte auch nur noch Laute von sich geben. Da ich schlief, dachte ich unterbewusst, dass er träumt. Nach glaube ich 3 mal, wollte ich ihn treten, dass er damit aufhört. Er lag aber nicht neben mir, sondern das Bett war einfach nur klatschnass. Ich machte das Licht an und sah ihn am Boden liegen, die Geräusche hörten sich an wie die von einer beeinträchtigten Person. Sein Sensor ging nicht mehr, ich konnte aber in meiner App sehen wie der Zucker ist und versuchte auch direkt mit Blut zu messen (durch den kaltschweiß gar nicht so einfach). Das Notfall Nasenspray ließ er sich nicht geben, soviel Kraft hatte er noch und eine Spritze besitze ich nicht (wird aber am Montag direkt geholt). Natürlich rief ich auch direkt den RTW. Blutzuckerwerte waren in dieser Zeit zwischen 49 und 33. Er bekam eine Infusion und wurde dann nach und nach ansprechbar, natürlich erinnerte er sich an nichts. Der Sanitäter sagte zu uns, dass wenn ich nicht wach geworden wäre und er noch längere Zeit in diesem Zustand gewesen wäre, er dies nicht überlebt hätte. Er wurde dann mit ins Krankenhaus zur Kontrolle genommen. Die Ärzte im Krankenhaus haben ihm meiner Meinung nach über Tag viel zu viel Glukose verabreicht, der Wert war zeitweise über 450. Natürlich ging er gestern durch die ganze Aktion auch nur schlecht runter, deswegen ging er mit einem relativ hohen Wert auch ins Bett. Heute über Tag merkte ich (er war den ganzen Tag nicht zuhause) dass ich sehr nervös bin und ständig in der App nach seinem Wert schaue. Mein Mann ist davon auch nicht genervt etc.
    Hatte jemand von euch schon mal solche Erfahrungen gemacht und kann mir einen Tipp geben, wie man am besten mit so einer Situation umgeht? Mich verfolgen immer diese Gedanken "Was wäre, wenn ich nicht wach geworden wäre?"..

    Liebe Grüße
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 01.06.2024 19:14:40 | IP (Hash): 1300294989
    Dass dich diese Situation sehr verängstigt hat, kann ich mir sehr gut vorstellen.

    Die große Frage ist, woran lag diese heftige Unterzuckerung? Er hatte ja nachts nur Basalinsulin und kein wirksames Bolusinsulin in sich. Gab es am Vortag viel Bewegung (Stichwort Muskelauffülleffekt)? Hat er Alkohol getrunken gehabt (das führt auch gerne zu nächtlichen schweren Unterzuckerungen)?

    Was für einen Sensor hat er denn? Und wie sieht es aus, was für eine Insulintherapie hat er? Pen, Pumpe oder AID? Letztes wäre sicher nach dem letzten Vorfall eine gute Idee, da wird die Insulinpumpe mit einem Sensor gekoppelt und bei sinkenden Werten stoppt die Insulinzufuhr und bei hohen Werten wird automatisch korrigiert. Klar macht das System nicht alles alleine, aber viele Schwankungen kann es verhindern bzw. ausgleichen.

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    Mitglied seit: 09.06.2022
    am 01.06.2024 19:22:23 | IP (Hash): 1019976388
    Hallo Zwerg, du hast in der Situation alles richtig gemacht und ein RTW kam. Du solltest dir keinen Kopf machen, was gewesen wäre wenn und so . Er scheint gut versorgt zu sein mit Sensoren, die ja Alarm geben sollten, Notfall-Nasen-Spray und demnächst Spritzen.

    Die Frage ist, wie es dazu kommen konnte. Hatte er vielleicht vor dem Zubettgehen hohe Werte und hat mit zu viel Insulin korrigiert? Hat er sehr spät zu Abend gegessen und der Wert war noch nicht stabil, d. h. es wirkte noch (evtl. zu viel gespritztes) Insulin? War Alkohol im Spiel?

    Mit den Sensoren könnt ihr doch nachts, wenn man mal zwischendurch kurz wach wird oder im Halbschlaf den Zucker kontrollieren und reagieren.

    Hat er mal eine Diabetiker-Schulung gemacht? Oft wird auch ein Unterzucher-Wahrnehmungstraining angeboten.

    LG Zuckerhut

    Nachtrag: Habe jetzt erst die teils ähnliche Antwort von July gesehen.
    Bearbeitet von User am 01.06.2024 19:25:19. Grund: nachtrag
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    Mitglied seit: 01.06.2024
    am 01.06.2024 19:45:30 | IP (Hash): 990808161
    Tatsächlich wollte an diesem Abend der Zuckerwert nicht runter und wir vermuten, dass er nachts zu schnell gesunken ist. Er hatte wohl auch schon Cola getrunken, die zweite Flasche fiel ihm wohl runter und er ist ihr hinterher. Er hat den Libre 3 Sensor, vermute, dass er den Alarm nicht gehört hat (Wir hatten wohl beide zu dem Zeitpunkt Tiefschlaf). Aktuell nimmt er den Flexpen, wird sich aber nächste Woche auch noch bei seinem Arzt wegen anderen Methoden informieren. Es war an dem Tag sonst alles wie immer, er hat keinen Alkohol getrunken und die körperliche Arbeit ähnelte auch seinen sonstigen Arbeiten. Dadurch dass er viel in Bewegung ist, kann man nie vorhersagen, wie die Verbrennung der Kohlenhydrate stattfindet.
    Es ist einfach nur so ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man so eine Situation miterleben musste. Die extremen Unterzuckerungen gab es bis jetzt echt sehr selten und ich konnte immer rechtzeitig eingreifen... aber jetzt ist da wieder so ein komisches Gefühl, als wären wir wieder am Anfang von der Diagnose. Ich hab Angst, dass ich jetzt jedes Mal so Panik bekomme, wenn er in den UZ rutscht...
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 01.06.2024 19:58:23 | IP (Hash): 1300294989
    Der Libre 3 ist bei Hypo-Problemen nur bedingt geeignet. Er warnt 1× bei Unterzuckerung und dann nicht mehr, wenn der Alarm bestätigt ist. Für einen neuen Alarm muss der BZ Wert erst wieder über den Alarmwert steigen, um dann wieder abzusinken.

    Bittet den Arzt um den Dexcom Sensor. G6 oder G7. G6 ist mit einigen Insulinpumpen (mit AID) kompartibel. Der Dexcom hat 3 Hypo-Alarme, warnt nach einer gewissen Zeit auch wieder, wenn man wieder zu niedrig ist. Man kann ihn meines Wissens auch auf eine Smartwatch koppeln, dann vibriert das Handgelenk, wenn eine Hypo ansteht.

    Man kann mit Begründung auch innerhalb der Verordnungszeit das CGM wechseln. Eine sehr schwere Hypo mit Bewusstlosigkeit und Krankenhaus trotz Libre reicht eindeutig als Begründung für einen CGM Wechsel mit deutlich besseren Alarmen aus.

    Zudem sollte sich dein Mann über die AID Systeme informieren. Auch hier sind die Erfolgsaussichten bei Beantragung nach dieser Geschichte sehr hoch.

    Für alle Typ1 Themen zwecks Sensoren, Pumpe, AID Systeme sollte sich dein Mann mal im Insulinclub.de umsehen. Das ist ein reines Typ1 Forum. Dort findet man sehr viele Erfahrungsberichte zu den aktuellen Pumpen/AID-Systemen. Zur reinen Info über Pumpen/AID wäre auch das pumpencafe eine gute Anlaufstelle (hier werden alle Pumpen/AID Systmeme außer T-Slim und OmniPod 5 vorgestellt).
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    Mitglied seit: 01.06.2024
    am 01.06.2024 21:47:37 | IP (Hash): 990808161
    Vielen lieben Dank für die Info. Ja das nervt mich an dem Libre auch, ich bekomme nach einem Alarm in regelmäßigen Abständen die Werte dann auf meiner Apple Watch und dem Handy angezeigt inklusive Ton, mein Mann jedoch nicht. Ich werde mich mal über die verschiedenen Sensoren etc. informieren.
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    am 01.06.2024 23:06:20 | IP (Hash): 1152712047
    Zwerg schrieb:
    Tatsächlich wollte an diesem Abend der Zuckerwert nicht runter und wir vermuten, dass er nachts zu schnell gesunken ist.


    Sorry, aber kann das sein, dass ihr dem widerwilligen BZ mit ein paar zusätzlichen Einheiten Insulin nachgeholfen habt?

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    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)