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Nüchtern-BZ höher, je weniger Zucker man zu sich nimmt ?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 23.07.2024
    am 23.07.2024 23:03:46 | IP (Hash): 334713004
    Hallo,
    ich bin der Neue :-). Sorry, der alte Joke musste einfach sein :-).

    Vielleicht sollte ich mit ein bißchen Vorgeschichte anfangen.In meiner Familie sind alle nicht gerade die "schlanksten Fichten", auch ich habe deutliches Übergewicht (ca 135kg bei 1,80m, bin 49 Jahre alt). Als bei meinem Vater vor etwa 7-8 Jahren Diabetes Typ 1 festgestellt wurde, hat meine Mutter das zum Anlass genommen, jedem Ihrer Kinder ebenfalls ein Blutzuckermessgerät zu schenken, damit wir unsere eigenen Werte ab und an mal messen. Anfangs habe ich das ein paar Mal gemacht, aber die Werte waren nüchtern selten höher als 105. Aber in den folgenden Jahren entwickelte ich zunehmend Probleme, wenn ich Sachen zu mir nahm, die Zucker enthielten. Den Effekt würde ich wohl so beschreiben,als brauchte der Körper direkt nach dem Konsum alle verfügbare Energie, um den Zucker wieder loszuwerden,d.h. ich fühlte mich sprichwörtlich wie vom Zug überfahren. Das dauerte dann meist 1-2h. Auch der Nüchtern-BZ lag selten unter 115-120. Als ich meine Hausärztin darauf ansprach und die Symptome schilderte, maß die zwar den BZ, aber wie Murphys Law es nunmal will, hatte ich just an diesem Tag einen ungewohnt niedrigen Wert, weswegen sie keine Veranlassung sah, irgendwas weiter zu unternehmen. Ihr "Rat": "Na dann iss halt nichts mehr, wo Zucker drin ist!". Ach..da wäre ich ja allein NIE drauf gekommen *augenroll*. Will sagen: Natürlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt meinen Zuckerkonsum schon deswegen stark zurückgefahren, weil ich keinen Bock mehr auf dieses oben geschilderte Erschöpfungsgefühl hatte.

    Nun, mit steigendem Alter nehmen auch bei mir die körperlichen Zipperlein zu, insbesondere der Blutdruck stieg in den letzten Jahren rapide. Als ich deswegen bei meinem neuen Hausarzt war, verordnete der mir nicht nur Blutdruckmedikamente, sondern machte auch gleich mal ein Blutbild..eigentlich mit dem Hintergedanken,mal neuere Schilddrüsenwerte von mir zu haben (OP war 2018), da ich in den letzten Monaten vermehrt mit starker Müdigkeit zu kämpfen habe. Ergebnis: die Schilddrüsenwerte sind in Ordnung, aber der Blutzuckerwert lag bei über 135. Also hat er einen Glukosetoleranztest angeordnet.
    Als ich die eklige süße Brühe runtergewürgt hatte, bin ich fast aus den Latschen gekippt, denn der Körper tat schon nach Sekunden das, was ich oben schon beschrieben habe: er nahm jedes bißchen verfügbare Energie im Körper, um die Glukose wieder loszuwerden. Ende vom Lied: ich habe laut Arzt etwas, was sich "Prä-Diabetes" nennt,also die Vorstufe zu einer Diabetes-Typ 2. Ich habe nun von ihm den Auftrag bekommen, bis zum nächsten Kontrolltermin Anfang September meinen Zuckerkonsum möglichst komplett zurückzufahren, was ich auch nach allen Kräften tue. Hatte ich vorher schon auf Zucker im Kaffee oder Tee verzichtet (sondern nur Süßstoff benutzt), ebensowenig irgendwelche Süßigkeiten gegessen, so achte ich nun auf bei normalen Lebensmitteln extrem auf den Zuckergehalt und nehme praktisch fast nichts mehr zu mir, wo noch Zucker drin ist (ok...Mineralwasser mit Geschmack mit üblicherweise weniger als 0,1g Zucker/100ml gönne ich mir noch)..

    Was mich dabei irritiert, ist der Umstand, dass sich an den Blutzuckerwerten gar nichts zum Positiven ändert...im Gegenteil, der BZ-Wert nähert sich immer weiter der 140er-Marke. Wäre nicht zu erwarten, dass der Wert eigentlich wieder sinken sollte ? Woher kommt der Blutzuckergehalt,wenn ich praktisch kaum noch Zucker zu mir nehme ?
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 23.07.2024 23:21:14 | IP (Hash): 1902405899
    Hallo Neuer,

    mit dem Zuckerverzicht springst du ein bisschen zu kurz, es geht insgesamt um die Kohlenhydrate. Neben dem Zucker geht es auch um Stärke, besonders dort, wo sie fast ohne Ballaststoffe vorkommt, in Brot und Brötchen, Kartoffeln, Reis etc.

    Wenn du dich diabetesgeeignet ernähren willst, dann musst du besonders auf Menge und Qualität der KH achten. Vermeidung von Zucker gehört dazu, reicht aber bei weitem nicht aus. Du kannst ja mal ein bisschen hier im Forum stöbern. Hier findest du die unterschiedlichsten Ansätze, mit denen Leute ihen Diabetes erfolgreich in den Griff bekommen haben. Suche dir das raus, was am besten für dich passt.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 23.07.2024 23:24:46. Grund: BBCodes
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    am 24.07.2024 00:47:15 | IP (Hash): 627466721
    Hallo Neuer,

    das Problem bei Diabetes Typ 2 ist die "Insulinresistenz".
    Diese ist zwar nicht restlos verstanden, allerdings ist ziemlich offensichtlich, dass diese Resistenz mit Übergewicht zunimmt.
    Gewichtsreduktion würde bei dir mit ziemlicher Sicherheit die Insulinempfindlichkeit des Gewebes vergrößern und damit auch den Nüchternblutzucker senken.

    Wichtig ist, wie Rainer bereits schrieb, nicht allein der Zuckergehalt von Lebensmitteln, sondern auch deren Kohlenhydrate. Und davon enthalten leider gerade die vier Hauptnahrungsmittel Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis reichlich.

    Als sportliche Betätigung empfehle ich tägliche Spaziergänge von 20 bis 30 Minuten.
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    Mitglied seit: 09.01.2024
    am 24.07.2024 14:33:44 | IP (Hash): 380292364
    Ich kann den Antworten hier nur zustimmen. Mein Nüchternblutzuckerwert hat sich auch lange Zeit geweigert runterzugehen. Sogar, als ich schon 15 Kilo abgenommen hatte. Während der HbA1c runterging, blieb der Nüchternwert hoch oder wurde sogar noch höher.

    Jetzt, beim letzten Bluttest vor ein paar Tagen, war er endlich auf 108. Immer noch nicht normal, aber wesentlich besser als vorher. Mittlerweile habe ich allerdings schon 30 Kilo abgenommen.

    Dabei habe ich darauf geachtet, so wenig Zucker wie möglich zu essen, aber auch generell meine Kohlenhydrate am Tag unter 100g zu halten. Es gibt Leute, die können noch niedriger gehen, nur 50g Kohlenhydrate am Tag, aber das schaffe ich selten.

    Die Spaziergänge bringen übrigens am meisten, wenn man sie gleich nach den Mahlzeiten startet. Dann wird die Glukose, die man zu sich genommen hat, zum Teil wieder verbraucht.
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