Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Hilfe - vielleicht kennt wer das Beschwerdebiöd

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 23.08.2024
    am 23.08.2024 16:33:33 | IP (Hash): 1333181336
    Hallo zusammen,
    Ich bin neu im Forum und schreibe euch mal kurz die Geschichte meines Vaters.
    Er ist seit 20 Jahren Diabetiker und war jahrelang gut auf metformin eingestellt. In den letzten Jahren hat das aber gelitten (der Arzt hat ihm auf Zuruf immer die gleiche Dosis aufgeschrieben ohne dass die Werte kontrolliert wurden).
    Jetzt ist das ganze eskaliert. Im Januar wurde ein HBA1C von 12,6% gemessen der sich bis März auf 11,6% senken ließ. Im April erlitt er dann schließlich eine metabolische Ketoazidose. Die Behandlung verlief gut u d schnell und er wurde auf Insulin umgestellt. In der Folge hat er sich sehr schnell erholt und es wurde aber eine leichte diabetische PNP diagnostiziert die sich, so der Neurologe, gibt sobald der Zucker eingestellt ist.
    Er ist auch in Behandlung bei einem Diabetologen….er bekommt Toujeo 24 Einheiten und ein normalinsulin in Abhängigkeit vom Essen. Der aktuelle Langzeitwert beträgt mittlerweile 7,5% und Der Diabetologe findet er ist damit gut eingestellt ?!?
    Die Schwankungen über den Tag sind allerdings enorm wie ich find er schwankt gern um die 150mg/dl. Zwar meist im Zusammenhang mit essen aber das finde ich persönlich trotzdem sehr viel. Oder wie seht ihr das?
    Zudem hat sich sein Allgemeinzustand seit etwa 3 Monaten stetig verschlechtert. Er kann fast kein Gleichgewicht mehr halten was das gehen verdammt schwierig macht. Er macht viele Übungen aber er kann es nicht verbessern. Ein weiterer Neurologe hat sich das nochmal angesehen und hat dann 6 Wochen nach der 1. PNP Diagnose schon eine mittelschwere diagnostiziert. Er ist aber selber ratlos über diese abrupte schnelle Verschlechterung. Kopf, Wirbelsäule innere Organe wurde alles untersucht. Auch Blut immer tip top.
    Kennt jemand von euch dieses Phänomen in cerbindung mit der zuckereinstellung? Oder kann mir jemand einen Tipp geben was das noch sein könnte? Es ist nichts anders als vorher außer das Insulin.
    Danke und viele Grüße
    Die Tochter
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 23.08.2024 20:44:47 | IP (Hash): 1914640286
    Sorry, aber deine Schreibe passt genau zu dem Bild, das du skizzierst: Dein Vater sieht seine Krankheit nicht als seine eigene, mit der er nur in dem Maße erträglich zurechtkommt, in dem er sich selbst drum kümmert!

    20 Jahre hat er sich nicht drum gekümmert und wenigstens 10 Jahre vorher auch schon nicht, von denen der Blutzucker die meisten wahrscheinlich längst diagnosereif war. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern, aber sie hilft verstehen, was jetzt beobachtet und beklagt wird.
    Denn miese Auswirkungen und Folgekrankheiten vom höher als gesunden Blutzucker treten meistens nicht schön nach und nach ein, sondern eher schubweise. Und das trifft auch in dem Bereich zu, der diabetologisch als ordentliche Behandlung gilt. Denn auch darin mit HbA1c um 7 gilt der Typ 2 Diabetes als progredient, also als sich selbst verstärkend: für denselben Blutzuckerverlauf bei demselben Verhalten wird immer mehr an Medikamentenwirkung gebraucht.
    Also auch dann, wenn es sich um eine diabetisch verursachte PNP handelt, die mit HbA1c 10 und mehr entstanden ist, kann die sich unter Umständen mit HbA1c 7,5 munter weiter verschlimmern.

    Meine persönliche Erfahrung sagt, dass dieses Selbstverstärken erst mit dem BZ 24/7 im völlig gesunden Rahmen aufhören KANN, nicht muss. Allerdings gibt es für den völlig gesunden Bereich keine ärztliche Einstellung oder Anleitung. Den Weg in die eigene gesunde Spur austesten und uns dann darin beständig halten können nur wir Betroffenen selbst, und auch nur dann, wenn wir das für uns wirklich wollen.
    Ein vielfach bewährter erster Schritt dahin wäre konsequent Low Carb essen. Klar müsste dein Vater seine Insulindosen entsprechend anpassen.

    Tut mir leid, aber vor dem skizzierten Hintergrund mag ich nicht optimistischer schreiben.

    ----------------------------------------------
    Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)