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dm typ 1 & autofahren

  • zucker

    Rang: Gast
    am 07.05.2008 15:06:34
    Hallo,
    ich (m, 30) habe eine dringende frage: bin gestern auf dem heimweg auf der schnellstraße unterzuckert.
    Habe mich beim essen verschätzt, zu viel insulin gespritzt. Unfall ist keiner passiert, muss aber furchtbar gefahren sein, die polizei hat mich rausgezogen; habe angegeben, dass ich typ 1-diabetiker bin, nachdem sie mich einweisen wollten zwecks untersuchung auf drogen etc.
    Sie sagten, sie machen eine meldung an die führerscheinbehörde. Habe schon oft gelesen, dass das einigen diabetikern passiert ist, deshh. Meine frage:
    Kommt da noch was nach (führerscheinentzug)?
    Ich nehme an, dass dieser eintrag bei der behörde lebenslang bleibt, oder wird der nach einigen jahren wieder gelöscht?
    wie soll ich mich verhalten, falls mal ein unfall oder ähnlich passiert, an dem ich nicht schuld bin u. der auch nicht aufgrund eines unterzuckers passiert? Bin ich dann in der nachweispflicht?
    Wie seid ihr damit umgegangen?

    vieln dank für die hilfe!
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 07.05.2008 17:05:30
    hallo,
    niemand kann dir voraussagen was passiert, denn das wird wie vieles in d selbst von kreis zu kreis unterschiedlich gehandhabt.
    dein und unser aller problem dabei, man kann sich nicht wehren, denn mit der begründung sie tun es zum schutz der anderen hast du immer die schlechte karte.
    sich rechtzeitig einen kompetenten anwalt zu suchen ist in solchen fällen nie verkehrt. -- denn es ist schnell mal was "falsches" gesagt..
    der webmaster hier zb ist so einer, vermutlich der kompetenteste in d.
    mfg. klaus
    klick auf impressum und schreb ne mail, an o. ebert,
    selbst wenn du nicht im rechtsschutz bist ist es billiger als vieles andere. von klausdn
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 07.05.2008 17:44:34
    das ist natürlich unglücklich. man sollte grundsätzlich ob Typ1 oder 2 vor einer Fahrt immer den Zucker
    messen .Wenn ein Unfall passiert und man ist verletzt, soll man immer erst im Krankenwagen
    einem Arzt sagen,daß man Diabetiker ist, denn ein Arzt steht unter der Schweigepflicht.
    Wende Dich mal an RA Oliver Ebert,
    E-Mail ebert@diabetes-und-recht.de
    rechtsanwälte Ebert & Koh,löffel Nägelestr.6A
    70597 Stuttgart
    Mit dem würde ich mich mal in verbindung setzen.
    Gruß Barbara
  • ein Süßer

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 01:55:57
    Du könntest von der Verkehrsbehörde einige Auflagen erteilt bekommen.Alles was Kostenpflichtig ist, musst Du dann selbst bezahlen. Keine KK zahlt eventuelle Gutachten von Ärzten.
    DAs bedeutet jetzt erst mal für Dich, dass Du vor Fahrtantritt noch vorsichtiger sein musst. Wichtig ist auch, dass Du im Falle eines Unfalls dem Richter später beweisen kannst, dass Du vor Fahrtantritt gemessen hast. Ich selbst messe vor jeder längeren Fahrt, mache grundsätzlich nach ca. 1 Stunde eine Pause um zu messen, eventuell was zu essen. Man braucht dann für eine Fahrt ein wenig länger, kommt dann aber sicherer an. Nicht nur sicher für sich, sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. Man erwischt sich aber immer selbst, wenn man eine kurze Strecke fährt, nicht zu messen. KOmmt man dann an, und es ist einem ein wenig mulmig, bekommt mn nach dem Messen einen großen Schrecken. Es ging dann zum Glück alles gut.
    Achte aber bitte bei den Auflagen die gestellt werden können, ob das was verlangt wird auch der Sache entspricht. Es nützt ja nicht, wenn die verlangen alle 4 Wochen ein HBA1c zu machen. da muss man dann entsprechend Widerspruch einlegen. Der RA der genannt wurde kann einem da helfen, oder mindestens jemanden in Wohnortnähe ansagen. Aber hier hilft auch die Anwaltskammer, die ihre Fachanwälte ja vermitteln können.
    Es grüßt herzlich, ein Süßer
  • diesel

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 08:49:29
    Hallo süsser Anonym,
    gern würde ich auch ich bei einer längeren Fahrt alle 2 Stunden messen. Nur womit? Da ich als Kratftfahrer tätig bin, hat mein Doc mir endlich 450 statt der sonst möglichen 400 TS/Quartal zugebilligt. Damit komme ich am Tag gerade mal auf maximal 5x messen. Wenn ich alle 2 Stunden messen wollte, bräuchte ich aber mindestens 550 TS. Die KK sagt, was der Doc verordnet wird bezahlt. Das bestätigt auch der Arzt, allerdings mit dem Zusatz, das er dafür dann in Regress genommen wird.
    Tolles System.
    Da fällt mir noch ein, als die 10,- ¤ Praxisgebühr eingeführt wurden, hatte das unsere Ulla mit einer Beitragssenkung begründet. Wurden bei Jemand die KK-Beiträge gesenkt? Bei mir wurden sie erhöht.

    MfG

    Gerd von diesel
  • Tom

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 12:33:02
    Du hast gemerkt, dass du unterzuckerst während der Fahrt und fährst trotzdem weiter? Darf ich dich fragen, warum du nicht einfach die Warnblinkanlage angeworfen und angehalten hast, ein paar Schlucke irgendein supersüßes Limogetränk eingeworfen und abgewartet hast, bis du wieder fahrtüchtig bist?? Sorry, ich finde es Russisches Roulette.
    Kein Unfall passiert? Glück gehabt.
    Ich möchte dich nicht unterzuckert auf der Straße wissen, wenn MEINE Kinder unterwegs sind.

    Ihr werdet jetzt sicher auf mich meckern, aber tut mir leid, ich kann das NICHT anders sehen. Ich glaube, hier stimmt einfach die Fragestellung nicht, ob man im Falle eines Unfalls dann beweisen muss, ob man unterzuckert war oder nicht. Ich hoffe, in so einem Fall nimmt man demjenigen den Lappen weg und reicht Klage ein wegen grober Fahrlässigkeit.
    Es geht hier nicht um unbemerkte Unterzuckerung. Sondern er WEIß es und fährt so riskant, dass er von der Polizei gestoppt wird. Mir fehlen echt die Worte. von Tom
  • anonym

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 14:37:33
    hallo,
    also ich kann deine meinung verstehen, auch wenn ich ja die grob fahrlässige handelnde person bin. nur zur klärung: ich habe es eben nicht gewusst! ich habe nicht gewusst, dass ich im unterzucker bin und bin trotzdem eingestiegen, sondern: zu beginn der fahrt waren keinerlei anzeichen , sondern mitten auf der strecke.
    wenn ich es könnte, würde ich es auch rückgängig machen. ich werde alles tun, damit dies nie mehr passiert, aber ich darf doch wohl noch fragen, wie der vorfall weitergehen könnte? dieses problem ist ja nicht ein einzelfall, denn es haben ja schon einige diabetiker ihren "lappen" entzogen bekommen!
    trotzdem danke für den beitrag!
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 15:01:03
    Wer sich mit Insulin behandelt, muss nicht nur wissen, dass er unterzuckern kann, sondern unbedingt dafür sorgen, dass das nicht beim Autofahren passiert. Und wenn doch, gilt beim Bemerken unbedingt ANHALTEN!
    Wenn man zum Bemerken erst die Polizei braucht, die einen wegen auffälliger Fahrweise aus dem Verkehr zieht, hat man bewiesen, dass man nicht zuverlässig sicher stellen kann, dass man am Lenkrad keine besondere Gefahr für die Allgemeinheit ist.

    ALLERDINGS ist ein BZ von 200 beim Start KEINE Garantie dafür, dass man ne halbe Stunde weiter nicht bei 50 oder darunter ist, wenn man entsprechend zu viel gespritzt hat. Genauso kann 80 beim Start völlig in Ordnung sein, wenn kein Bolus mehr und das Basal planmäßig wirkt.
    BEDEUTET: Wer als INSULINER mit gutem Gewissen Auto Fahren will, muss gelernt haben, seinen BZ zuverlässig in einem überschaubaren Rahmen zu halten. Das Lernen gibt es nicht in der normalen Schulung vermittelt, sondern das muss man sich schon selbst erarbeiten. von Jürgen
  • Tom

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 15:07:27
    Sorry, dann hatte ich das nicht ganz richtig interpretiert. Aber, wenn du während der Fahrt die Unterzuckerung bemerkt hast.... hast du irgendeine süße eklige zuckrige Limo im Auto, mit der du schnell bei den ersten Anzeichen gegensteuern kannst? Eine kleine Flasche, die du notfalls während der Fahrt auch aufbekommst? Das wäre vielleicht eine Variante.

    Ansonsten wird ja nicht in jedem Unfall-Fall Blut sofort bei allen Beteiligten entnommen. Und die Beweispflicht, dass du unterzuckert gewesen sein könntest, liegt dann beim Unfallgegner bzw. seinem juristischen Vertreter. Wenn Dein Diabetologe Dir (im Bedarfsfall) eine einigermaßen stabile BZ-Führung bestätigen kann, dürfte die Annahme einer Unterzuckerung zum Unfallzeitpunkt ohne Blutprobe schwer zu bekräftigen sein. von Tom
  • ein Süßer

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 17:07:49
    wenn Du nicht genügend Teststreifen bekommst, solltest Du Dir welche kaufen. Nichts ist wichtiger wie die eigene Gesundheit. Aber die Anderer ist noch wichtiger. Als Kraftfahrer solltest Du Dir besondere Gedanken machen. Wer als Insulinpflichtiger Diabetiker unsicher wegen Dm Auto fährt schadet eventuell fremde Personen durch einen Unfall.
    Es wird für alles viel Geld ausgegeben, aber da will man sparen. Durch eine Polizeikontrolle können viele Probleme auftreten, die um ein vielfaches teurer als Teststreifen sind. DAs ist jetzt nicht persönlich gegen Dich oder den 1. Schreiber gemeint, sondern betrifft alle, die mit Dm Auto fahren.
    Es grüßt herzlich ein Süßer