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JANUVIA - Eine Expertenstellungnahme dazu

  • Lisa

    Rang: Gast
    am 30.03.2008 10:01:43
    Mir scheint es, dass noch einige Fragen zu Januvia nicht beantwortet bzw. nicht richtig dargestellt wurden. Für alle die Interesse an Januvia haben hier eine leicht gekürzte Fassung ausdem Interview mit Doz. Dr. Raimund Weitgasser von der Uniklinik Salzbug aus der Zeitschrift: Mein Leben:

    Mit lieben Grüßen Lisa

    Zu welcher Art von Medikamenten gehört Januvia und wie wirkt es?
    Doz. Weitgasser: Diese Medikamente hemmen den Abbau des Darmhorms Glucagon-Like-Peptide-1 (GLP-1), welches eine Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse nach dem Essen bewirkt und die Ausschüttung des „Gegenhormons“ Glukagon hemmt. Damit sinken die Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten deutlich ab. Außerdem verringert es den Appetit, sodass eine Gewichtsstabilisierung eintritt, man also nicht zu nimmt.

    Welche Vorteile hat Januvia gegenüber anderen Diabetesmedikamenten zum Einnhemen?
    Doz. Weitgasser: Es wirkt im Vergleich zu anderen blutzuckersenkenden Medikamenten ähnlich stark, macht aber durch Wiederherstellung der gestörten körpereigenen Homrmonwirkung praktisch keine Unterzuckerung. Es muss nur einmal täglich eingenommen werden, was die Einnahme erleichtert und die Einnahmesicherheit verbessert.

    Welche Diabetiker(innen) sollen Januvia bekommen?
    Doz. Weitgasser: Die meisten Expertenstudien sind mit übergewichtigen oder adipösen Patienten durchgeführt worden, welche bisher ein Metforminpräparat
    Nehmen und eine zusätzliche Behandlung brauchen, weil ihr Blutzuckerlangzeitwert mit Metformin allein zu hoch liegt. Für diese Patienten eignet sich neben einem Glitazon (Actos, Avandia) Januvia am besten.

    Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Behandlung mit Januvia?
    Doz. Weitgasser: Wahrscheinlich in den ersten Jahren nach Diagnose eines Diabetes mellitus Typ2. Dazu liegen aber noch nicht ausrechend Studienergebnisse vor.

    Kann man Januvia mit anderen Medikamenten gegen Diabetes kombinieren?
    Doz. Weitgasser: Am besten mit einem Metforminpräparat. Aber auch die Kombination mit einem Sulfonylharnstoff oder mit einem Glitazon und die 3er Kombination von Metformin, Sulfonylharnstoff und Januvia sind in der EU zugelassen.

    Wie gut verträglich ist Januvia?
    Doz. Weitgasser: Soweit bisher bekannt ist, gibt es keine den Patienten beeinträchtigende Nebenwirkungen. Das Unterzuckerungsrisiko für Januvia ist minimal, da ja keine direkte Wirkung auf die Insulinausschüttung, sondern eine Wiederherstellung von körpereigenen, als physilogischen Verhältnissen erfolgt. Dies gilt für die alleinige Einnahme von Januvia und die Kombination mit einem Metforminpäparat oder einem Glitazon. Wird allerdings ein Sulfonylharnstoff, welcher ja primär in der Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet mit Januvia kombiniert, ist mit einem höheren Unterzuuckerungs-Risiko zu rechnen.

    Mit welchen Nebenwirkungen, Wchselwirkungen und Gegenanzeigen ist zu rechnen?
    Doz. Weitgasser: Außer einer möglichen Überempfindlichkeitsreaktion oder Allergie, die es auf jedes Medikament geben kann, sind in bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen keine nennswerten Nebeneffekte im Vergleich zu Placebo beschrieben worden. In der Schwagerschaft und während der Stillzeit soll es mangels bisherigen Expertenstudien nicht eingesetzt werden.