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verunsicherter Neuling auf dieser wilden Fahrt

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 15.04.2025
    am 15.04.2025 07:57:38 | IP (Hash): 1610254386
    Hallo liebe Forumsmitglieder,

    ich bin gerade sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben, da bei mir in der vergangenen Woche begonnen wurde meine Schwangerschaftsdiabetes einzustellen.
    Heute Nacht hatte ich ein, für mich, sehr verunsichernderes Erlebnis, wozu ich gerne mal Eure Meinungen erfragen möchte.

    Ich spritze seit ein paar Tagen zur Nacht 12 Einheiten Protaphane und kam damit bei den gemessenen Startwerten um 22 Uhr auch super klar.
    1. Nacht: 22 Uhr - 82 gemessen und gespritzt
    2 Uhr - 69 (im Krankenhaus dann
    einen kleinen Joghurt gegessen)

    2. Nacht: 22 Uhr - 76 gemessen und gespritzt auf
    Anweisung des Arztes
    2 Uhr - 76

    Heute Nacht dann (natürlich zum ersten Mal Zuhause), habe ich um 22 Uhr 96 gemessen (zum ersten Mal nach Anweisung um 20 Uhr noch 2 KE als Spätmahlzeit gegessen) und wurde dann aber um 00:10 Uhr schweißgebadet mit Herzrasen wach und konnte nicht klar denken. Gemessen - 52.
    Ich war total geschockt und habe dann Traubenzucker gelutscht, etwas Joghurt gegessen und als der Wert 20 Minuten später bei 69 war noch eine Scheibe Vollkornbrot gegessen, damit mir nicht alles wieder abrauscht.

    Eben habe ich im Krankenhaus angerufen und sie sagten, ich solle dann nur noch 8 Einheiten spritzen heute zur Nacht.

    Denkt Ihr, der Abfall der Werte lag an der ersten Spätmahlzeit? Habe die halbe Nacht wachgelegen, weil sich mir die Zusammenhänge noch so gar nicht erschließen und ich natürlich verhindern will, dass das nochmal passiert.

    Ihr könnt natürlich alle nicht „hellsehen“, aber es tat schon mal verdammt gut, das jemandem zu „erzählen“ - vielleicht hat ja zusätzlich noch jemand einen Tipp für mich ☺️

    Ganz viele Grüße von
    Joanna
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 15.04.2025 08:12:59 | IP (Hash): 1156027533
    Hallo Joanna,

    die Reduzierung auf 8 IE ist erst mal das wichtigste. Vielleicht musst du die Dosis dann wieder vorsichtig erhöhen, aber das wirst du ja an den Werten sehen.

    Die Ursache liegt vermutlich nicht in der Spätmahlzeit, sondern darin, dass es zu Hause immer anders läuft als im Krankenhaus.

    Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 15.04.2025 08:13:17. Grund: BBCodes
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 15.04.2025
    am 15.04.2025 09:36:43 | IP (Hash): 1610254386
    Hallo Rainer,

    erstmal vielen Dank!!
    Das beruhigt mich schonmal, denn dann kann ich immerhin aufhören fieberhaft an dem Grund zu suchen. Ist vielleicht auch der Schreck, der mir dabei doch sehr in die Knochen gefahren ist.

    Nochmal vielen Dank und
    frohe Ostertage!
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 15.04.2025 16:49:14 | IP (Hash): 512390322
    Normales Ziel mit Diabetes und Insulin ist der Blutzucker morgens nüchtern und vor den Mahlzeiten zwischen 100 und 140 mg/dl. Die Spitzen um ne Stunde nach dem Essen werden dabei häufig mit 200-300 gemessen. Verglichen damit ist deine Fahrt alles andere als wild.

    Gesund verläuft der Blutzucker nüchtern und zwischen den Mahlzeiten meistens irgendwo zwischen 60 und 90 mg/dl (plusminus 10%), und in den Spitzen jeweils etwa 1 Stunde nach dem Essen um bis zu 50 mg/dl höher. Mit um 60 nüchtern bedeutet das in der Spitze nach dem Essen um 110, und mit um 90 nüchtern in den Spitzen max. 140.

    Seit etwa 20 Jahren werden alle Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bei der Gesundheit ihrer ungeborenen Kinder praktisch in den gesunden Rahmen gezwungen. Vorher galt der zuckerfreie Urin als Goldstandard, also der Blutzucker um 20 von 24 Stunden unter 160-180 mg/dl. Damit waren die Chancen für die Gesundheit der neuen Kinder nahezu ähnlich gut, wie bei Müttern ohne Diabetes. Alle Statistiken, die ich mit den Enkel-Schwangerschaften intensiv verfolg habe, zeigten, dass der neue Zwang daran praktisch nichts verändert hat.

    Aus meiner Opa-Sicht daher noch immer der dringende Rat zur RUHE. Mutters Angst und Stress können bestimmt miesere Auswirkungen auf das Kind haben, als höherer Blutzucker.

    Der Schwangerschaftsdiabetes ähnelt dem Typ 2 Diabetes. Und mit Typ 2 Diabetes wird häufig beobachtet, dass der Blutzucker morgens nüchtern wieder an bis unter 100 mg/dl sinkt, wenn so gegessen wird, dass die Spitzen wieder jeweils um ne Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl bleiben. Damit könnte das Prota überflüssig werden. Vielleicht probierst du's mal? Daumendrück!


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    Mit dem Blutzucker 24/7 im völlig gesunden Bereich mit nüchtern max. 100 mg/dl und nach dem Essen in der Spitze max. 140 sind wir praktisch gesund mit unserem Typ 2 Diabetes. Geht mit Doc Bernstein sogar mit Typ 1.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)