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Zuckerspitzen bis zu 250 am Morgen. Ich bin ratlos...

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    Mitglied seit: 04.06.2025
    am 04.06.2025 15:10:04 | IP (Hash): 2143910918
    Hallo zusammen,

    Ich habe mich neu angemeldet, weil ich Hilfe benötige und mittlerweile fast schon am verzweifeln bin. Zu mir: Ich bin weiblich, 73 Jahre alt und habe seit ca. 25 Jahren Diabetes Typ 2.

    Zu meinem Problem:

    Seit geraumer Zeit (ca. einem Jahr) habe ich das Problem, dass der Blutzucker vor allem morgens extrem schwank. Nach dem Aufstehen habe ich meist einen Blutzuckerspiegel von 110 - 140. Vor dem Frühstück spritze und esse ich wie gewohnt. Dennoch sinkt der Blutzuckerspiegel nicht, sondern steigt fast täglich auf über 250, auch wenn ich nur wenig Kohlenhydrate zu mir nehme, z.B. eine halbe Scheibe Brot.

    Dies wiederholt sich bei jeder Mahlzeit (ist am morgen aber am heftigsten), sodass ich mittlerweile Angst habe etwas zu Essen und dadurch mehrere Kilos verloren habe.

    Ich habe auch schon probiert das Insulin 1 Stunde vor der Mahlzeit zu spritzen, aber der Zucker schießt trotzdem hoch. Probiert habe ich auch das Langzeitinsulin am Abend zu erhöhen, was aber auch nichts gebracht hat.

    Meine Diabetologin ist ratlos und ich ebenfalls. Gibt es evtl. jemanden der ein ähnliches Problem hat, oder mir weiterhelfen kann, wie ich das in den Griff bekommen könnte?

    Davor hatte ich diese Spitzen nicht, ich habe aber auch nichts geändert.

    Vielen Dank
    Liebe Grüße Ulla
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    am 04.06.2025 15:19:32 | IP (Hash): 701908594
    Meine Fragen:
    Welches Langzeitinsulin und wieviel?
    Welches Mahlzeiteninsulin und wieviel?
    Hat sich der HbA1c durch die BZ-Spitzen geändert?

    Mitunter ist eine (unerkannte) Entzündung die Ursache für den höheren Insulinbedarf, auch zu Mahlzeiten.
    Ggf. bei der nächsten HbA1c-Laborabnahme mal CRP als Entzündungsparameter mitbestimmen lassen, falls der "ratlose Diabetologe" einverstanden ist.
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    am 04.06.2025 15:32:17 | IP (Hash): 244304189
    Mit HbA1c um 7 ist völlig normal, dass der BZ mit Start vor dem Essen bei 100-140mg/dl in der Spitze meistens um ne Stunde nach dem Essen an 250-300 ansteigt. Bei passender Dosierung fürs Frühstück ist er dann zum Mittag wieder bei 100-140, usw usw.

    Kommt dein BZ bis zum Mittag nun nicht mehr bis auf 100-140 runter?


    ----------------------------------------------
    Seit der Banting Lecture von Prof. Roy Taylor 2012 weiß die gesamte diabetische Fachmedizin, dass Prädiabetes und Typ 2 Diabetes in den ersten Jahren nach der Diagnosereife vollständig gesund umkehrbar sind. Die gesunde Umkehr muss daher alternativ zu Metformin mit jeder neuen Diagnose angeboten werden!
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    am 04.06.2025 16:58:24 | IP (Hash): 617297964
    @Ulla-Typ2
    was da der Hjt_Jürgen von sich gibt ist völliger Blödsinn. Ich habe ein ähnliches Problem, allerdings noch etwas anders.

    Ich muss morgens zum Aufstehen die KE mit meinem Faktor für das Frühstück berechnen (IE =KExKE-Faktor+/- Korrekturschritt), das ich Frühstücken werde und dann sofort die entsprechenden Insulineinheiten (IE) spritzen, die ich sonst zum Frühstücksbeginn spritzen würde. Dann muss ich solange mit dem Frühstücksbeginn warten, bis mein Messwert den Zielwert erreich hat!! (vorgezogenes spritzen). Wenn der Zielwert erreicht ist, beginne ich mit meinem Frühstück. Dann steigt der Messwert bei mir eine Stunde lang hoch im Zielbereich und fällt in der zweiten Stunde wieder ab auf den Zielwert. Somit bleiben meine Messwerte den ganzen Tag im Zielbereich.
    Um diese Idealkurve zu erreichen esse ich jeden Morgen das gleiche Haferfrühstück mit 4 KE (50 g Haferflocken mit Brühe, Möhren und Porree). Dadurch brauche ich morgens dann nur die IE verändern, wenn Korrekturschritte berücksichtigt werden müssen.

    Ein Ratschlag noch: Sei Vorsichtig bei Empfehlungen von Typ 1 ern oder Nichtinsulinpflichtigen, bei denen kann deine Situation nicht vorkommen. Wenn dein Arzt dir nicht weiterhelfen kann bist du beim falschen.
    Gute Besserung, Zuckermann
    ----------------------------------------------------
    Insulinpflichtig TYP-2, ICT und rtCGM
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    am 04.06.2025 17:05:09 | IP (Hash): 2143910918
    Danke für deine Rückmeldung.

    Langzeitinsulin: Semglee (24 Einheiten). Früher hatte ich Lantus, aber wurde ersetzt.
    Mahlzeitinsulin: Novorapid (8 Einheiten morgens, bzw. 6 Einheiten mittags und abends)
    CRP war beim letzten Labor unauffällig.
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    am 04.06.2025 17:10:07 | IP (Hash): 2143910918
    hjt_Jürgen schrieb:
    Mit HbA1c um 7 ist völlig normal, dass der BZ mit Start vor dem Essen bei 100-140mg/dl in der Spitze meistens um ne Stunde nach dem Essen an 250-300 ansteigt. Bei passender Dosierung fürs Frühstück ist er dann zum Mittag wieder bei 100-140, usw usw.

    Kommt dein BZ bis zum Mittag nun nicht mehr bis auf 100-140 runter?


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    Hallo Jürgen, mein hba1c liegt aktuell bei 7.8%, lag aber auch schon bei 8.6%. Kann es damit zusammenhängen? Bis zum Mittag erholt sich der BZ und liegt dann bei 100-140, aber diese Spitzen machen mir doch sehr (auch körperlich) doch zu schaffen.
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    am 04.06.2025 18:57:02 | IP (Hash): 2143910918
    Zuckermann schrieb:
    @Ulla-Typ2
    was da der Hjt_Jürgen von sich gibt ist völliger Blödsinn. Ich habe ein ähnliches Problem, allerdings noch etwas anders.

    Ich muss morgens zum Aufstehen die KE mit meinem Faktor für das Frühstück berechnen (IE =KExKE-Faktor+/- Korrekturschritt), das ich Frühstücken werde und dann sofort die entsprechenden Insulineinheiten (IE) spritzen, die ich sonst zum Frühstücksbeginn spritzen würde. Dann muss ich solange mit dem Frühstücksbeginn warten, bis mein Messwert den Zielwert erreich hat!! (vorgezogenes spritzen). Wenn der Zielwert erreicht ist, beginne ich mit meinem Frühstück. Dann steigt der Messwert bei mir eine Stunde lang hoch im Zielbereich und fällt in der zweiten Stunde wieder ab auf den Zielwert. Somit bleiben meine Messwerte den ganzen Tag im Zielbereich.
    Um diese Idealkurve zu erreichen esse ich jeden Morgen das gleiche Haferfrühstück mit 4 KE (50 g Haferflocken mit Brühe, Möhren und Porree). Dadurch brauche ich morgens dann nur die IE verändern, wenn Korrekturschritte berücksichtigt werden müssen.

    Ein Ratschlag noch: Sei Vorsichtig bei Empfehlungen von Typ 1 ern oder Nichtinsulinpflichtigen, bei denen kann deine Situation nicht vorkommen. Wenn dein Arzt dir nicht weiterhelfen kann bist du beim falschen.
    Gute Besserung, Zuckermann
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    Hallo Zuckermann,

    vielen Dank für Deine Nachricht. Das klingt im Prinzip so wie bei mir. Das Problem ist nur, dass bei mir der BZ auf 500 schießen würde, wenn ich 50g Haferflocken essen würde.

    Fragen:
    Spritzt Du einmal vorgezogen vor dem Frühstück, oder nur Korrektur und dann nochmal bei Frühstücksbeginn?
    Wie lange dauert es bis der Zielwert erreicht ist und Du mit dem Frühstück beginnen kannst?

    Nehmen wir folgendes an: Ich habe morgens einen BZ von 140. Mein BE-Faktor beträgt morgens 2,5, mein Korrekturfaktor 40 mg/dl und mein BZ-Zielwert 100. Zum Frühstück esse ich 35 g Kohlenhydrate, dann müsste ich 8 IE spritzen. Soll ich mal versuchen das Insulin vor dem Frühstück zu spritzen und so lange mit dem Frühstück abzuwarten, bis der Ziel-BZ erreicht ist?

    Lg Ulla

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    am 04.06.2025 19:36:41 | IP (Hash): 244304189
    Ulla-Typ2 schrieb:
    Nehmen wir folgendes an: Ich habe morgens einen BZ von 140. Mein BE-Faktor beträgt morgens 2,5, mein Korrekturfaktor 40 mg/dl und mein BZ-Zielwert 100. Zum Frühstück esse ich 35 g Kohlenhydrate, dann müsste ich 8 IE spritzen. Soll ich mal versuchen das Insulin vor dem Frühstück zu spritzen und so lange mit dem Frühstück abzuwarten, bis der Ziel-BZ erreicht ist?


    Wie du’s vorschlägst, hab ich meine gesündere BZ-Steuerung auch angefangen: Für das Frühstück gespritzt und mich dann vor den fertigen Teller gesetzt und beim ersten Mal alle 5 Minuten gepiekst und zu essen angefangen, als der Piekswert endlich unter 100 war, 98 oder so. Das war bei mir zum Frühstück nach 50 Minuten. Das hab ich dann noch mehrere Male wiederholt, aber erst nach 30 Minuten mit dem Pieksen angefangen und die 100 nach 40-50 Minuten geknackt gefunden.

    Also war 40-50 Minuten zum Frühstück mein Spritz-Ess-Abstand. Fand ich schon recht gewaltig. Hab also mit dem Aufstehen gespritzt und nach dem Badezimmerdurchgang und der ersten Zeitung gefrühstückt - und ne Stunde später die Spitze davon deutlich niedriger als zuvor gefunden. - Gutes Gelingen!



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    am 04.06.2025 23:06:57 | IP (Hash): 617297964
    Hallo Ulla,

    1. Zu: Vielen Dank.......... Auf 500 Schießt er bei mir zwischen aufstehen und Frühstücksbeginn nicht hoch. Bei mir schießt er Idealfall vom Zielwert auf bis zu 180 hoch (Dawn-Phänomen). Ich berechne dann die KE der Mahlzeit (Hier: Haferfrühstück) und den Korrekturschritt vom Messwert bis zum Zielwert die ich sofort nach dem Erwachen messe als würde ich sofort Frühstücken. Ich erreiche meinen Zielwert dann nach ca. 45 bis 75 min. Diese Zeit etwa brauche ich auch für die morgendliche Wäsche. (Bin raus aus dem Berufsleben). Das mache ich nur zum Frühstück wegen meines Dawn-Phänomen. Das setzt natürlich vorraus, dass ich Gewebezucker CGM messe, da die Werte da alle Minute aktuell gemessen und angezeigt werden.

    2. Zu: Spritzt Du einmal vorgezogen vor dem Frühstück......... Ich spritze nur einmal die gesamte Menge an Insulineinheiten einschliesslich der erforderlichen Korrekt IE einheiten als würde ich jetzt schon Frühstücken. Dann lese ich ab und zu die fallenden Messwerte ab bis diese den Zielwert erreicht haben. Die Messwerte fallen ja, weil keine Kohlenhydrate zugefügt werden.

    3. Zu: Nehmen wir folgendes an: .... Dein Zielwert ist ja sehr scharf eingestellt! meiner ist 120 und lt. Diabetologe für mein Alter auch zu scharf. Ich sage dann dass meine Messwerte ja auch nicht mein Zielbereich nach dem Essen verlassen und somit ich keine Spitzen habe!!! Diese hier aufgezeichnete Methode gilt bei mir nur für die Messung vor dem Frühstück!
    Du kannst dich ja langsam rantasten indem du sofort nach dem aufwachen schon vor dem Aufstehen nur eine Teilmenge deines Insulins VORGEZOGEN spritzt was du sonst zum Frühstück spritzen würdest und den Rest wenn den Messwert im Idealfall den Zielwert erreicht hat und du mit dem Frühstüch beginnst.
    Bei mir ist es so, dass ich die gesamte errechnete Insulinmenge vorgezogen spritzen muss. Dann habe ich mich so eingestellt, dass meine Messwerte immer zu den nächsten Mahlzeiten den Zielwert erreichen und Tagsüber den Zielbereich nicht verlassen wird.
    Zur Steuerung und Überwachung habe ich eine Protokolldatei, wo ich immer die Vorwerte im Blick habe und zu jeder Zeit Korrekturmassnahmen einleiten kann. Mit meinen Libre3 System würde die Berichte das nicht hergeben. Das hört sich alles sehr kompliziert an aber ich mache es so schon über Jahre hinweg und habe damit sehr gute Werte.
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    Bearbeitet von User am 04.06.2025 23:11:39. Grund: .
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    Mitglied seit: 04.06.2025
    am 05.06.2025 08:45:25 | IP (Hash): 2143910918
    Guten Morgen Zuckermann,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Ich verwende ebenfalls Libre3, ich frage mich nur wie ich mich da rantasten soll, denn die Werte die in Libre angezeigt werden sind ja zwischen 30 - 45 Minuten verzögert, als es tatsächlich im Moment der Fall ist. Wenn ich den Zielwert in Libre erreiche, kann es doch sein, dass der BZ (im Blut) eigentlich bereits viel niedriger ist?!

    Außerdem habe ich auch oft das Problem, dass sich die zwei Werte stark unterscheiden. Beispiel: Libre BZ: 110 und weiter steigend und gleichzeitig Messung Blut BZ: 60. Meist passieren solche Schwankungen gegen Ende der Sensor-Laufzeit, also so ab dem 10. Tag was vermutlich auf fehlerhafte Sensoren zurückzuführen ist, was die Sache auch nicht einfacher macht.

    Leider alles nicht so einfach… :(