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neuer Behandlungsplan - Überforderung

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    am 04.07.2025 13:27:22 | IP (Hash): 2030989097
    Hallo ihr Lieben,

    ich war letzte Woche beim Endokrinologen, er hat alle Werte gemessen weil ich mal wissen wollte wie es um mich steht da ich in einem Buch gelesen hatte, wie wichtig ApoB und Lp(a) sind und es in meiner Familie einige Herzinfarkte gab. Mein Cholesterin war schon immer etwas erhöht aber meine Hausärztin hat das bisher nicht behandelt.

    Bei der Auswertung waren sehr viele Werte nicht i.O.
    Homa Index 4.5
    Leptinresistenz
    TRI/HDL Quotient erhöht
    Glukose 100 an der Grenze, Insulin erhöht
    CRP/IL erhöht
    LDL, ApoB, Lp(a) stark erhöht
    LH, FSH, Estradiol, Progesteron, Testosteron, alle sehr niedrig

    Ich soll jetzt neu mit folgenden Medikamenten starten:

    Mounjaro, Siofor 750XR, Acarbose 50 mg (wenn ich KH esse), Jardiance 25mg, Nustendi 180/10, Omega 3
    Mein Gewicht soll von 75kg auf 50kg reduziert werden.

    Ich habe ehrlich gesagt total Angst diese ganzen Medikamente von 0 auf 100 alle neu einzunehmen.
    Nehmt ihr auch alle soviel? Ich wär sehr dankbar über eure Erfahrungen.

    Liebe Grüße
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    am 04.07.2025 15:48:56 | IP (Hash): 847364656
    mPYS schrieb:
    Nehmt ihr auch alle soviel?

    Nein.

    Aber wie sollte dir so eine Antwort helfen? Du kannst doch nicht sagen, ich lasse z.B. Mounjaro mal weg, weil XY das auch nicht nehmen muss. Wenn du generell kein Vertrauen zu dem Arzt hast, dann suche dir einen anderen oder besprich die ganze Sache vielleicht mal mit deiner Hausärztin.

    Die Diabetesmedikamente (Siofor, Acarbose, Jardiance, Mounjaro) sind schon sehr zahlreich und teilweise sehr stark. Allerdings sollen Mounjaro und Jardiance auch Herzschwäche und weiteren Herz-, Kreislauferkrankungen entgegen wirken. Wurde auch der Langzeitwert, das HbA1c bestimmt und wenn ja, wie hoch war es?

    Gegen hohes Lp(a) gibt es kein Rezept, das ist zum größten Teil erblich determiniert. Aber gegen zu hohes Insulin, zu hohes ApoB (entspricht der Anzahl der LDL-Teilchen), einem zu hohen TRI/HDL-Quotient und zu hohes Gewicht lässt sich viel mit der Ernährung und Bewegung machen. Ich würde an deiner Stelle nach solchen Wegen suchen, um dann in Zukunft manche von diesen Medikamenten weglassen zu können. Da müsstest du dich aber voll rein knien, das ist nicht mit ein paar klitzekleinen Änderungen gemacht.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 04.07.2025 23:53:11. Grund: BBCodes
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    am 05.07.2025 09:30:37 | IP (Hash): 2030989097
    Hallo Rainer,

    ich wollte doch wissen ob es allgemein üblich ist mit so viel zu starten. Da das komplett neu für mich ist.
    Vor allem weil ich kein Diabetes habe, sondern Prädiabetes. Ich werde es auf jeden Fall nochmal mit meiner Hausärztin besprechen.

    HBA1C 5.46 % (Referenz bis 5.9) 36.1 mmol/mol (Referenz bis 42)

    Liebe Grüße
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    am 05.07.2025 10:22:45 | IP (Hash): 701908594
    Dieser Rundumschlag an teurer Diagnostik und die Vielzahl an AntiDiabetika bei HbA1c im Normbereich erscheint mir suspekt.
    Und die Empfehlung von 75 auf 50 kg abzunehmen unrealistisch.

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    am 05.07.2025 11:14:29 | IP (Hash): 847364656
    mPYS schrieb:
    Hallo Rainer, ich wollte doch wissen ob es allgemein üblich ist mit so viel zu starten.
    Vor allem weil ich kein Diabetes habe, sondern Prädiabetes.
    HBA1C 5.46 % (Referenz bis 5.9) 36.1 mmol/mol (Referenz bis 42)

    Hallo mPYS,

    nein, bei Prädiabetes bekommt man bei manchen Ärzten Metformin (Siofor) und Ermahnungen zur Lebensstiländerung, bei den meisten Ärzten aber nur letzteres.

    Bei dir geht es aber in der Hauptsache nicht um Prädiabetes, sondern um dein Herzinfarktrisiko, welches genetisch bedingt wegen deiner betroffenen Verwandten und durch das hohe Lp(a) als sehr hoch einzuschätzen ist. Wenn dann noch zusätzliche Risikofaktoren dazu kommen, dann kann es nur schlimmer werden. Du hast eine starke Insulinresistenz, die ein zusätzlicher Risikofaktor ist. Diese Insulinresitzenz kann zu Diabetes führen, sie spielt aber auch ohne Diabetes bereits eine starke Rolle bei den Herz-, Kreislauf-Erkrankungen. Ob die Medikation übertrieben ist oder nicht, das können wir hier im Forum, wo die meisten "nur" mit Diabetes zu tun haben, nicht einschätzen. Nur gegen Prädiabetes wären es allerdings extrem viele Diabetesmedikamente.

    Hier im Forum kannst du dir aber bei etlichen Usern abgucken, wie sie Prädiabetes und Insulinresistenz mit angepasster Ernährung und Bewegung gut in den Griff bekommen haben. Das solltest du, auch zusätzlich zu den Medikamenten, unbedingt ebenfalls angehen.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 05.07.2025 15:18:35. Grund: BBCodes
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    am 05.07.2025 12:22:36 | IP (Hash): 895588319
    Hape schrieb:
    Dieser Rundumschlag an teurer Diagnostik und die Vielzahl an AntiDiabetika bei HbA1c im Normbereich erscheint mir suspekt.



    Der HOMA-Index ist weit über gesund, da ist der Weg in den Diabetes vorgegeben.
    Zu viel Insulin, das macht Körperfett und damit Probleme und ist fürs Herz gar nicht gut.

    Ich denke, manch einer hier wäre froh, wenn er rechtzeitig eine Diagnose bekommen hätte, um Schlimmeres abzuwenden. Andererseits muss die Einsicht erst reifen, dass sich mit relativ geringen Mitteln früh ziemlich viel erreichen lässt.

    Die vielen Medikamente würden sich, wie Rainer schon schreibt, mit einer konsequenten KH-Restriktion auf die wirklich notwendigen reduzieren.

    Hape schrieb:
    ...Und die Empfehlung von 75 auf 50 kg abzunehmen unrealistisch.


    Wenn 50 kg Normalgewicht ist, dann ist, je nach Konstitution, der KFA viel zu hoch.
    Deshalb kann es gut sein, dass das ein sehr guter Rat ist. Das geht aber mit der richtigen Ernährung von fast ganz alleine.

    --------------------------------------------------------
    DM2 in Remission ohne Medikamente 😎
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    am 05.07.2025 12:47:49 | IP (Hash): 2030989097
    Ich danke euch wirklich sehr, dass ihr euch die Zeit genommen habt mir zu antworten.
    Der Arzt hatte nicht viel Zeit mir das alles überhaupt zu erklären.
    Mein Normalgewicht liegt zwischen 46,2 und 62,4 kg. Ich bin 158cm.

    Ich bin auch froh, dass ich jetzt frühzeitig reagieren kann.

    Lieben Dank nochmal!
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    am 06.07.2025 10:04:41 | IP (Hash): 847358097
    Hallo mPYS,

    ich hätte einen Vorschag, mit dem du dir den Anfang erträglicher gestalten könntest. Dazu brauchst du aber deine Hausärztin, die dich bei diesem Weg berät und unterstützt. Besprich doch vielleicht mal mit ihr, dass du nicht mit llen Medikamenten auf einmal beginnst, sondern Schritt für Schritt das nächste dazu nehmen kannst. Mehrere der Medikamente haben Nebenwirkungen, die sich am Anfang der Einnahme am stärksten bemerkbar machen.

    Den Cholesterinsenker Nustendi 180/10 musst du sofort nehmen, der ist für dich sehr wichtig. Bei den Omega 3 Kapseln kann nicht viel passieren, die kanst du unbedenklich einnehmen. Bei den Diabetesmedikamenten würde ich mit dem Metforminpräparat Siofor 750XR beginnen. Der Endokrinologe hat dir hier das besonders gute aufgeschrieben, dass von den meisten ohne Probleme vertragen wird. Wenn du damit auch keine großen Magen-, Darmprobleme bekommst, kannst du dann vielleicht nach 2...3 Wochen mit Mounjaro beginnen. Da bekommst du dann auf jeden Fall Anfangsprobleme, deshalb sollte das beginnend mit der niedrigen Anfangsdosis von 2,5mg eingeschlichen werden. Wenn alles gut läuft, kannst du dann Jardiance dazu nehmen. Mögliche Nebenwirkungen von Jardiance sind Harnwegs- und Genitalinfektionen, die aber gut behandelbar sind. Die Acarbose würde ich bis zum Schluss aufheben, die würde die Magen-Darmprobleme nch mal ein Stück verschärfen. Vielleicht bist du mit der Ernährungsumstellung dann auch schon so weit, dass du wenig KH isst und kaum noch KH, die schnell ins Blut gehen. Dann bräuchtest du die gar nicht mehr.

    Noch mal ganz deutlich: Das ist ein Vorschlag, den du mit deiner Ärztin besprechen kannst. Ohne ärztliches OK darfst du das so nicht umsetzen.

    Alles Gute, Rainer

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    Bearbeitet von User am 06.07.2025 19:12:47. Grund: BBCodes
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    am 06.07.2025 18:34:38 | IP (Hash): 377079538
    Hallo,
    wie berechnet man den HOMA Index?
    Danke für eine Antwort.
    B.
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    am 06.07.2025 19:10:26 | IP (Hash): 2057212773
    Mit den Nüchternwerten vom BZ und Insulin.

    Wenn du diese Werte hast, dann brauchst du nichts zu rechnen. Nimm einfach einen HOMA-Rechner, z.B. den hier:
    https://www.labor-enders.de/rechenformeln/homa-rechner/
    Die Einschätzung des Ergebnisses findest du dort auch gleich. Der bei mPYS ermittelte HOMA-Index von 4,5 deutet wirklich auf eine starke Insulinresitzenz hin.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 06.07.2025 20:55:43. Grund: BBCodes