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Keine Lust mehr-Diabetes als Ursache?
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Frau79
Rang: Gastam 26.02.2008 18:20:58
Hallo,
ich bin eine 29 jährige Frau und mit meinem Freund (33Jahre) bald 2 Jahre zusammen.
Mein Freund verlor vor einem halben Jahr immer mehr die Lust nach Sex und seit Dezember ist sie komplett weg.
Nicht nur auf mich bezogen sondern generell. Sexuelle Reize reizen ihn auf einmal nicht mal mehr im Ansatz.
Wir lieben uns sehr und suchten gemeinsam nach den möglichen Ursachen für seine Lustlosigkeit, doch alle möglichen Ursachen erwiesen sich als "falsch".
Dann las ich zufällig, dass Libidoverlust auch bei Diabetes vorkommt, wir borgten uns ein Blut-Zuckermessgerät und sein Nüchterzucker beträgt zwischen 150-158.
Kann so ein erhöhter Zuckerwert tatsächlich zum kompletten Libidoverlust führen?
Gibt es hier Männer mit ähnlichen Erfahrungen?
Ich weiss, dass ist ein schwieriges Thema, aber ich würde mich über eine Antwort wirklich sehr freuen!
Eine verzweifelte Frau
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rudi
Rang: Gastam 26.02.2008 19:44:51
hallo verzweifelte frau,
würde drigend raten einen diabetologen aufzusuchen.
ein völlig stoffwechselgesunder mensch wacht morgens mit 60-80 mg/dl auf, kommt
nach 1 std. höchstens auf 120 - 140 und
nach spätestens 3 std. wieder zurück auf 80
mg/dl.
werte max. 140/120/100 mg/dl 1/2/3 stunden
nach jedem essen sollten nicht überschritten
werden.
d.h. ihr freund hat die schwelle nüchternwert
120 mg/dl bereits überschritten.
die werte nach dem essen sind demnach
vermutlich bedeutend höher. (messen)
wenn sich die werte durch behandlung
normalisieren, kommt auch die lust wieder.
also nicht lange zögern und ab zum arzt,
bevor grösserer schaden entsteht.
gruss rudi -
Alex
Rang: Gastam 26.02.2008 20:51:08
Lieben Dank Rudi, das hilft mir etwas weiter, um die Situation besser beurteilen zu können. -
ANONYM
Rang: Gastam 27.02.2008 09:09:20
Du schreibst, daß er keine Lust hat.
Diabetes führt bei lange schlecht eingestelltem BZ u.a. zu erektiler Dysfunktion, davon erwähnst du aber nichs. Und in dem jungen Alter ist das auch eher unwahrscheinlich. Der genannte Nüchternwert ist zwar nicht der eines Gesunden, aber auch nicht so schlecht, daß eine solche Folge erklärbar wäre.
Die Lust auf Sex kommt auch vielen Nichtdiabetikern abhanden - vielleicht einfach wegen allgemeiner Übersättigung? von ANONYM -
Pia
Rang: Gastam 27.02.2008 11:33:49
Hi verzweifelte Frau,
Ferndiagnose ist schwierig. Die Frage ist, ob es deinen Feund ebenso belastet wie dich. Wenn ja, dann geht er sicher sehr gern mit dir zu einer Paarberatung.
2 jahre sind zwar schon lang, aber nicht so lang, als dass ich nicht vermuten könnte, dass er Diabetiker ist, das weiß und absichtlich nichts tun bzw den Diabetes ignoriert. Oder war er die letzten 2 Jahre bei keinem Arzt oder hat mal eine Blutprobe ebgegeben? Anhand des Blutes hätte man eindeutig bei ihm Diabetes fesgestellt. Weißt du dazu etwas? (Wie gesagt, es ist wirklich nur eine Vermutung bzw. Variante...) von Pia -
Alex
Rang: Gastam 27.02.2008 16:58:57
Lieben Dank für Eure Beiträge
Tja, erektile Dysfunktion gibt es keine: in der Früh der klassische...naja... eh schon wissen. Oder Abends kommt selten aber doch mal ne "Reaktion vor", aber das nervt ihn eher.
Er sagt, er habe allgemein keine Lust mehr auf Sex. Auf niemanden. Auch nicht für sich alleine. (das glaube ich ihm auch).
Besonders schlimm wurde es ab Anfang Dezember. Da begann er täglich ein Mousse au chocolat zu essen. Machte er selber aus 5 Tafeln Schoko, Schlagobers, Zucker, etc. Manchmal aß er diese Schüssel auch auf 3 Tage aufgeteilt.
Seitdem hat er kein einziges Mal mehr gewollt. Vorher zumindest einmal alle 3 Wochen.
Das mit dem erhöhten Zucker ist noch neu. Er war noch nicht beim Arzt, hat aber vor in den nächsten 2 Wochen sich untersuchen zu lassen.
ich weiß nur nicht, ob der erhöhte Zucker gegebenenfalls so eine Lustlosigkeit auslösen kann. Denn soweit ich hier gelesen habe, handelt es sich hier doch eher um erektile Dysfunktionen, weniger um Lustlosigkeit.
Oder kommt bei Diabetes beides vor?
Die verzweifelte Frau -
Rea
Rang: Gastam 27.02.2008 17:18:13
@Pia:
nun ja, ihn belastet es weniger als mich. Er hat ja eben keine Lust und sieht daher keinen Handlungsbedarf und meint ich solle abwarten.
Zu ner Therapie sagt er, er wolle kein Geld für ein sinnloses Plauderstündchen ausgeben, ich solle ihm vertraun, er kann das schon alleine lösen.
Wielange er die Diabethes hat, ist unklar. 2004 hatte er mal ne Operation, da entdeckten die Ärzte zum ersten mal den erhöhten Zucker, waren sich darüber jedoch uneinig. Die einen sagten, man solle es im Auge behalten, die anderen sagten, der Wert sei unerheblich. Wieviel das damals war, weiß ich leider nicht (und er auch nicht mehr).
Da sich selbst die Ärzte unschlüssig waren, dacht er sich, es könne nicht so schlimm sein und machte nix.
Durch den Krankenstand nach der Operation geriet er in Geldschulden und wollte möglichst viel Sparen, indem er aufhörte zu essen. Manchmal aß er eine Woche gar nix, nur wenn er gratis zu essen bekam, "haute er rein" soviel wie möglich.
Ich weiß leider nicht, wielange er das vor mir machte. Als ich vor 2 Jahren mit ihm zusammen kam, machte er das zumindest noch ein paar Monate so. Er war damals sehr dünn.
Im September 2007 zogen wir zusammen und von da an begann er jeden Tag sehr viel zu essen. Immer nur Abends, manchma sogar die 3 Fache Portion eines Erwachsenen und das Mousse au chocolat.
In den letzten 4 Monaten hat er 15kg zugenommen (vielleicht ist es sogar noch mehr). Er ist noch immer schlank, aber vor einer Woche hat er dann zum ersten mal Zucker gemessen...mit dem oben geschriebenen Wert. -
Pia
Rang: Gastam 28.02.2008 10:14:55
Zitat:Zu ner Therapie sagt er, er wolle kein Geld für ein sinnloses Plauderstündchen ausgeben, ich solle ihm vertraun, er kann das schon alleine lösen.Zitatende
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Nun gut. Eine sehr typische eher männliche Reaktion, ich finde sie einfach nur arrogant und dumm. Mir persönlich würde so eine Antwort nicht genügen. Manche wachen erst auf, wenn der Verlust des Partners dann wirklich passiert ist und irreversibel ist. DANN rennen sie den Theapeuten freiwillig die Bude ein.
Aber es liegt ja in Deinem Ermessen, einzuschätzen, ob das so dahingesagt ist oder ober wirklich etwas tut.
Versteh mich nicht falsch, Sex ist nicht alles, aber er gehört zur Partnerschaft dazu, und für die muss man bereit sein, etwas zu tun. von Pia -
WUn
Rang: Gastam 28.02.2008 11:04:57
Ferndiagnosen sind sehr problematisch, vor allem auch, wenn man kein Arzt oder Psychologe ist.
Aber bei Deinem Freund scheint ja einiges im Argen zu liegen...
Das Essverhalten, dass er nicht zum Arzt gehen will, das er das Gespräch darüber scheut.
Bei mir blinken da alle roten Warnsignale.
Allerdings kann ich mich auf die Zeit erinnern, als sich mein Diabets so langsam herausstellte, vor knapp 10 Jahren: ich war emotional sehr komisch drauf, etwa so wie in der Pubertät. Launisch, aggressiv, mürrisch, sexbesessen (!), dauernd hoch und tief.
Mit dem Insulin hat sich das wieder beruhigt.
Alles Gute noch. von WUn -
rudi
Rang: Gastam 01.03.2008 13:08:57
hallo verzweifelte,
so wie sich das jetzt darstellt, wird wohl
diabetes nicht die alleinige rolle spielen.
gerade existenzbedrohende situationen,
geldschulden etc. drücken gewaltig auf die
psyche.
da vergeht manchen die lust, das ist
verständlich.
das verhalten ist dann typisch mann.
keine zeit für sinnlose plauderstündchen.
nur keine hilfe annehmen.
man hat zwar keine genauen lösungsvor-
schläge, versucht mit hunger oder viel essen
zu kompensieren.
folge stoffwechselstörungen.
abwarten und tee trinken bringt es auch nicht.
der erste schritt wäre die medizinische
abklärung und ein offenes gespräch mit
dem arzt.
hilfe annehmen. es lohnt sich für beide.
gruss rudi