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Unsicher bezüglich meines Prädiabetes und Hausarzt
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am 09.02.2026 15:29:49 | IP (Hash): 203499234
Hallo zusammen,
ich heiße Sebastian, bin 41 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Fast mein ganzes Leben war ich leicht übergewichtig, d. h. bei einer Größe von 177 cm lag mein Gewicht meist zwischen 88 und 92 kg.
Vor etwa 1,5 Jahren hatte ich zunehmend gesundheitliche Beschwerden. Dadurch kam ich auf die Idee, meinen Blutzucker zu messen, und stellte dabei erhöhte Werte fest. Daraufhin bin ich zu meinem Hausarzt gegangen, der bei mir einen Prädiabetes festgestellt hat. Ich wurde in ein DMP-Programm aufgenommen und gehe seitdem vierteljährlich zur Blutuntersuchung. Mein HbA1c lag damals bei 6,3 %.
Ich bekam daraufhin Metformin (500 mg täglich) verschrieben und habe meine Ernährung angepasst. Zusätzlich gehe ich seitdem drei Mal pro Woche ins Fitnessstudio.
Was mich allerdings verunsichert: Ich fühle mich insgesamt wenig informiert und beraten. Außer Blutabnahme und Metformin habe ich kaum konkrete Empfehlungen erhalten – außer dem allgemeinen Hinweis, auf die Ernährung zu achten und Sport zu machen.
Den HbA1c konnte ich innerhalb von 3–4 Monaten auf 5,3–5,4 senken. Seitdem bleibt er jedoch stabil auf diesem Niveau und sinkt nicht weiter. Zusätzlich habe ich mir inzwischen mehrfach einen Libre 3 Plus Sensor gekauft, um meine Werte besser im Blick zu haben. Mein Durchschnitt lag in den letzten zwei Wochen beispielsweise bei 119 mg/dl, und ich komme gefühlt fast nie unter 100 mg/dl.
Mir kommt das weiterhin relativ hoch vor. Ich habe meinen Arzt darauf angesprochen, aber die einzige Rückmeldung war erneut: „An der Ernährung arbeiten.“
In meinen Augen kann ich hier allerdings nicht mehr viel optimieren – daher würde mich eure Einschätzung interessieren.
Zu meiner Ernährung:
• Keine Süßigkeiten, keine Säfte, keine Softdrinks
• Kein Kaffee
• Aktuell ca. 2000 kcal täglich
• ca. 180 g Protein, 85 g Fett, 120 g Kohlenhydrate
Mittags esse ich meist körnigen Frischkäse mit Eiern oder Thunfisch, Lachs mit Reis oder Hühnchen mit Protein-Wraps. Nachmittags Skyr oder Magerquark und abends oft nochmal Skyr oder z. B. Putenhackfleisch mit Eiern und Gemüse.
Seit Jahren betreibe ich außerdem Intervallfasten, d. h. ich esse nur zwischen 11 und 19 Uhr.
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Meine Fragen:
1. Macht es Sinn, einen Diabetologen aufzusuchen, oder sollte ich einfach weiter dran bleiben?
Ich fühle mich beim Hausarzt nicht gut genug beraten.
2. Ist ein dauerhaft erhöhter Nüchternblutzucker gefährlich?
Ich habe morgens und vormittags (nüchtern, nach dem Aufstehen) oft die höchsten Werte um 130–150 mg/dl. Nach dem Essen steigt der Blutzucker manchmal auf 150–160 mg/dl, sinkt aber nach etwa einer halben Stunde wieder deutlich. Generell konnte ich bisher nur bei Reis einen sehr starken und schnellen Anstieg beobachten.
Beim Krafttraining im Fitnessstudio habe ich außerdem schon öfter Spitzen von 180–190 mg/dl gesehen, die aber ebenfalls schnell wieder verschwinden.
Vielen Dank im Voraus!
Sebastian -
am 09.02.2026 17:50:00 | IP (Hash): 1552658758
“Kleiner Diabetes" ist das diabetologische Behandlungsziel mit Diabetes. Also Blutzucker im prädiabetischen Rahmen, und solange der da ohne Medikamente bleibt, gibt es praktisch keinen Grund für eine ärztliche Behandlung.
Und es gibt auch keine ärztliche Anleitung mit Ziel "Gesund” :( Was wir in der Richtung haben wollen, müssen und können wir meistens selber machen, also selbst handeln statt behandeln lassen.
“Dawn Phänomen” heißt auf Diabetologisch der Morgenanstieg ohne Essen, den du beschreibst. Hatte ich schön ausgeprägt bis vor so um 10 Jahren an Tag 8 meiner “Newcastle Diet".
Konkret hatte ich dafür 8 Tage morgens+mittags+abends je 200 kcal pro Mahlzeit gegessen. Vielleicht schaust du mal, ob das bei dir auch funktioniert?
Die Wissenschaft dazu findest du bei Roy Taylor in
https://amzn.eu/d/0d8DelXD
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis voll im grünen Bereich mit HbA1c 5,5 und besser = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
Bearbeitet von User am 09.02.2026 17:50:50. Grund: . -
am 10.02.2026 11:20:09 | IP (Hash): 1273593289
Mein Durchschnittswert liegt nur zwischen 92-102 und trotzdem haben ich einen Hba1c von 5,6.
Dich trifft es mit 5,3-5,4 und Durchschnitt 119 also ziemlich gut!
Es gibt irgendwo ein biologisches Minimum. Da geht es nicht mehr runter und mit 5,3-5,4 bist du doch im absolut perfekten gesunden Rahmen1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.02.2026 11:47:42 | IP (Hash): 276443236
Zitat aus
https://www.accu-chek.de/ratgeber-diabetes/langzeitblutzucker-hba1c-wert
“Bei gesunden Personen ohne Diabetes liegt der Normwert etwa bei 4,5 bis 5,7 Prozent.2 Überschreitet er 6,5 Prozent, so gilt das als Diagnosekriterium für einen vorliegenden Diabetes.”
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis voll im grünen Bereich mit HbA1c 5,5 und besser = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
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am 12.02.2026 13:05:50 | IP (Hash): 816542718
Hallo Sebastian,
erstmal ein großes dickes Lob, Du bist ja auf einem richtig guten Weg, Ernährung hört sich gut an und Fitnessstudio mit Krafttraining ist ebenfalls optimal bei einer Insulinresistenz.
Die von dir ermittelten BZ-Werte zeigen auch, dass du gut unterwegs bist. Mit diesen Werten brauchst du jedenfalls vor den Spätfolgen keine Angst haben. Du solltest allerdings auch deinen Blutdruck öfter mal checken und schauen, dass deine Blutfette im grünen Bereich sind. Denn Übergewicht, besonders das Bauchfett, hat auch dort Auswirkungen.
Wenn du das nächste Mal zum Arzt gehst um ein Labor zu machen bitte ihn doch, deinen HOMA-IR-Wert zu ermitteln. Damit kannst du das physiologische Maß deiner Insulinresistenz besser ermitteln als nur über den HbA1c. Hier habe ich alles dazu aufgeschrieben
https://diabetes-held.de/was-der-homa-index-homa-ir-bei-insulinresistenz-und-diabetes-typ-2-bringt/
Mach weiter so, bleib dran, du machst das prima!
Grüße
Michi