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Was zum Frühstück oder Lunch?
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Mayer Sandra
Rang: Gastam 21.02.2008 16:12:48
Hallo
Ich habe vor 3 Monaten erfahren dass ich Diabetes habe. Die Diabetes hat sich während der Schwangerschaft eingestellt und ist nun leider geblieben....
Leider habe ich nicht sehr gute Informationen betreffend Ernährung erhalten. Ich habe mich immer sehr gesund ernährt. Viele Früchte, Gemüse, Salat, Vollkornbrot (ich liebe Brot) dazwischen mal Trockenfrüchte und natürlich auch immer wieder mal was süsses. Habe absolut kein Übergewicht und bis zur Geburt intensiv Sport (FitnessCenter) gemacht. Ich weiss, dass ich mich vorallem zum Frühstück/Lunch komplett falsch ernähre;
3 Stück Brot mit Butter/Marmelade
1 Naturyoghurt
1 Milchkaffee
Mittags/Lunch; da snacke ich nur, da wir abends kochen; Vorwiegend Früchte, Crackers mit 1 Stück Käse, Nüsse, dazu eine Suppe
Abends; Gemüse, Pasta oder Reis oder Mais oder Kartoffeln, dazu Tofu oder Fisch oder Fleisch. Davon esse ich eine wirklich grosse Portion auch von der Kohlenhydratbeilage her :-O
Wie erwähnt, weiss ich dass ich a) morgens zuviel Zucker zu mir nehme und b) mittags zu wenig Eiweiss (und mit den Früchten wiederum zuviel Zucker)
Der Wert ist auch immer zu hoch. Egal ob nüchtern oder nach dem Essen :-(
Nur wenn ich Hungere ist er beim Messen ok - Frustrierend
Mein Problem ist, dass ich keine Ahnung habe was ich zum Frühstück oder Lunch dann essen soll? Habe schon oft versucht mit weniger Kohlenhydrate auszukommen, aber so habe ich dauernd HUNGER...
Gewichtsmässig habe ich absolut keine Probleme, wiege 47kg bei 1.65m. Insulin spritzen muss ich nicht. Mein Arzt meine ich müsse zuerst die Ernährung in den Griff kriegen... ??? Wie denn, was muss ich komplett ändern?
Danke für Eure Antworten!
Sandra -
Jürgen
Rang: Gastam 21.02.2008 18:04:46
Moin Sandra,
Brot, Kartoffeln und Reis sind nichts anderes, als verschiedene Ausdrucksformen von Glukose, verdauungstechnisch also schlicht Zucker, und es macht für Deinen Blutzucker eher keinen Unterschied, ob Du diese Beilagen oder entsprechend löffelweise Zucker isst. Das gilt auch für die meisten Früchte.
Mir ist bewusst, dass das böse mit unseren anerzogenen Vorstellungen von Gesund kollidiert. Aber mit jedem Test ne Stunde nach dem Essen kannst auch Du dir Gewissheit verschaffen. Der Beginn des Typ2 wird nicht umsonst Glukose-Intoleranz genannt, und es ist bei allen Intoleranzen ärztlich geraten, auf den Stoff zu verzichten, auf den man intolerant, also krank reagiert.
Die Medizin ist uns bis heute jede überzeugende Erklärung schuldig geblieben, warum ausgerechnet bei Glukose-Intoleranz besonders viel Glukose gegessen werden soll. Und sie wird uns diese Erklärung auch weiter schuldig bleiben. Denn die 2008 Ernährungs-Empfehlungen der Amerikanischen Diabetesgesellschaft, von der die Deutsche Diabetesgesellschaft mit einigen Jahren Verzögerung abzuschreiben pflegt, geben die Anteils-Zusammensetzung des Essens nicht nur frei (das haben die schon vor 2 Jahren gemacht) sondern stellen ausdrücklich auch zum Leben mit Typ2 die Verringerung des Fett- oder des Kohlenhydratanteils frei.
Wenn ich Du wäre, würde ich mit dem Messgerät überprüfen, wie viele von meinen geliebten KHs ich noch essen könnte, damit mein Blutzucker 1 Stunde nach dem Essen noch unter 140 bleibt.
Wenn Deine eigene Insulinproduktion noch dafür ausreicht, kannst Du dir vielleicht mehr davon leisten, wenn Du unmittelbar darauf Sport machst. Hintergrund: direkt nach dem Essen ist am meisten Insulin in Umlauf, und schon leichte Bewegung erhöht die Insulinwirkung (egal ob gespritzt oder eigen) um den Faktor 2 und mehr. - Mit der selben sportlichen Betätigung, mit der Du direkt nach dem Essen vielleicht ne deutliche BZ-Senkung erreichst, kannst Du dir u.U. ne Stunde oder zwei später sogar nen BZ-Anstieg machen :-(
Eifriges Ausprobieren! Jürgen
mit etwas mehr Englisch als Lunch findest Du hier ne ganz praktische Anleitung: http://www.alt-support-diabetes.org/NewlyDiagnosed.htm -
Sandra
Rang: Gastam 21.02.2008 18:31:03
Herzlichen Dank Jürgen für die ausführliche Antwort/Information! -
Elli
Rang: Gastam 21.02.2008 18:55:12
Hallo Sandra,
den Therapie-Ansatz Deines Arztes halte ich für äußerst fragwürdig.
Du bist doch sicherlich Typ 1 und da hilft auf Dauer definitiv nicht eine Ernährungsumstellung alleine. Damit kann man maximal den Beginn einer Insulin-Therapie etwas herausschieben.
Deine Werte zeigen Dir ja, daß Deine Eigenproduktion für das Basal noch ausreicht, für das Essen aber nicht. Statt Ernährungsumstellung würde ich an Deiner Stelle lieber anfangen zum Essen ein schnellwirksames Insulin zu spritzen und weiter so zu essen wie Du es magst.
Bei mir war auch DM in der SS festgestellt worden. Auf den Typ wollte man sich nicht festlegen (man könnte auch sagen: 3 Ärzte 5 Meinungen).
Nach der Schwangerschaft hatte ich nur dann normale Werte, wenn ich a) nur wenige KH zu mir genommen habe und b) ausreichend lange Zeit zwischen den Mahlzeiten lag. Ich habe mich echt kasteit und in der Stillzeit rapide abgenommen. Es hat alles nichts genutzt.
Als ich mich dann endlich zum DiaDoc-Besuch überwunden hatte, bekam ich sofort Humalog verordnet und die Anweisung alles zu essen was ich will. (Bin definitiv Typ 1) Essenstechnisch war das echt eine Erlösung.
Natürlich hätte ich auch lieber keinen DM und keine Insulin-Therapie, aber die Alternative gibt es leider (vorerst) nicht.
Liebe Grüße,
Elli -
klausdn
Rang: Gastam 21.02.2008 19:41:02
hallo stimme elli zu,
einzig , butter und käse und wurst ist ok aber drei
scheiben brot 6 be +trockenfrüchte(die rieinknallen wie tz, ich mag sie nämlich auch, daher weiß ich)
daher lieber die kh mengen etwas beschränken.
vorschlag 12-14be/d.
denn t 1 nehmen wenn sie zugenommen genauso schlecht ab wie t2. außer mit entgleisung , und sowas muß man sich nicht antun.
mfg klaus von klausdn -
ludwig
Rang: Gastam 21.02.2008 20:36:12
Hallo, Anonyme,
im September 07 wurde bei mir Diab. festgestellt: HBA1C 15,8!
68 Jahre alt, männl., 72 kg, 174 cm, Typ II
Habe das Prob. so gelöst: Spritze morgens 8 Einh. Protaphane u. abends 7 Einh., nach den Mahlzeiten Metformin 500: 1-1-1 1/2
Früh 1 Scheibe Klosterbrot, Vollkorn, von Lieken, mit Butter, Schinken und Wurst; an hohen Feiertagen 15 g. normale Marmelade,
11 Uhr 1 Apfel oder Banane, 12 Uhr 1 Joghurt, 3,5%, kein mageres!
14 Uhr 1 Scheibe Grahambrot, getoastet, mit Butter und Käse und Schinken
17 Uhr "normales Essen" mit 70 g. Nudeln oder 130 g. Kartaoffeln. Bei mir (!) liegen zwischen 130 und 160g Kartoffeln "Welten", was den BZ angeht. 1/2 Fl.Bier schadet mir nicht, wohl aber Fruchtsäfte.
Ich (!) muss Reis meiden, desgl. alles, was Pökelsalz bzw. Benzoesäuere u. andere Haltbarmacher enthält, falls es erhitzt wird.
Keine Trockenfrüchte, keine "Fertigprodukte".
Fleischpflanzerl: Da ist etwas Semmel drin, also nur 100g Kartoffeln.
Diab.-Schokolade: Kann 1 ganze Tafel auf einen Sitz auffressen, ohne BZ-Revelanz. Und jeden Abend vor dem Computer 1 Flasche sehr trockenen Weißwein, null Schnaps (Leber: GammaGT 34!)
Ergebnis: Früh, Bettkante BZ 80-90, tagsüber BZ nie über 130, abends ab und zu mal bis 150,
HBA1C letzten Freitag 5,4 - Und ich lebe net schlecht dabei, weil meine Frau so hervorragend kocht... Allerdings: "eiserne Diskziplin"
cu
Louis
von ludwig -
Pia
Rang: Gastam 22.02.2008 08:55:06
Von 15,8 auf 5,4 in 5-6 Monaten? Ist das technisch-chemisch-biologisch möglich? Ich kann das gar nicht recht glauben...(Ich will es um Gottes Willen nicht anzweifeln...)
Aber trotzdem herzlichen Glückwunsch dazu. von Pia -
ludwig
Rang: Gastam 22.02.2008 17:15:28
@Pia
Hallo, ich entnehme das den Labor-Ausdrucken vom 25.09.2007 bzw. 18.02.2008...
Bin freilich stolz auf mich selber ;-)) von ludwig