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Diabetes und Schwerbehinderung?

  • pONYbOY

    Rang: Gast
    am 17.12.2007 23:42:49
    Hallo liebe Kollegen,

    ich bin seit Juni 2000 Typ 1 Diabetiker und komme inzwischen sehr gut damit klar. Nun werde ich Vater von Zwillingen, habe eine Eigentumswohnung gekauft und das Gehalt meiner Frau fällt bald weg, etc. Aus diesen Gründen denke ich zum ersten Mal darüber nach bei mir eine Schwerbehinderung feststellen zu lassen, um somit noch etwas mehr Geld von der Steuer zurück zu bekommen. Mir geht es finanziell gut und ich bin gerade auf einem guten Karrierekurs, dennoch wirds die nächsten Jahre nicht leicht.
    Meine Frage an Euch, hat jemand Erfahrung mit einem Schwerbehindertenausweis, muss ich es dem Arbeitgeber melden, kann ich den Steuervorteil genießen und auf den Kündigungsschutz, die 5 Urlaubstage, etc. verzichten um beruflich keinen Nachteil zu haben?

    Liebe Grüße,

    Stefan von pONYbOY
  • Hans

    Rang: Gast
    am 18.12.2007 15:43:07
    Hallo Stefan,

    rein steuerrechtlich sind die Ersparnisse minimal und werden in der Regel erst ab 50% gewährt. Normalerweise bekommst Du mit einem Typ 1, 30 - 40% GdB.

    Reduktion des steuerpflichtigen Einkommen in Abhängigkeit vom GdB:

    von 25 und 30 310 Euro
    von 35 und 40 430 Euro
    von 45 und 50 570 Euro
    von 55 und 60 720 Euro
    von 65 und 70 890 Euro
    von 75 und 80 1.060 Euro
    von 85 und 90 1.230 Euro
    von 95 und 100 1.420 Euro.

    Grüße von Hans
  • Mike

    Rang: Gast
    am 19.12.2007 11:18:42
    Hallo Stefan.
    schön zu lesen das Du auf der Überholspur bist. Zu Deiner Frage muß ich sagen. Hans hat Recht. Der Steuervorteil ist gering. Auch mußt Du Deinen Diabetes deinem Arbeitgeber nicht mitteilen. Bist Du im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mußt Du deinem Arbeitgeber daüber Mitteilung machen. Schon allein um in den Genuß der zusätzlichen 5 Tage Urlaub zu kommen.
    Bevor Du eine Entscheidung triffst, informiere Dich umfassend und besprich Dich mit Deiner Frau.
    Weiterhin alles Gute wünscht
    Michael
    von Mike
  • Pia

    Rang: Gast
    am 28.12.2007 11:34:42
    Darf ich noch ergänzen?
    Ich kenne ja Deine gesundheitliche Situation nicht. Bei einem Grad von 50% und Stufe "G" zahlt man nur 50% der KFZ-Steuer. Ob das ohne das G auch so ist, weiß ich nicht. von Pia
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 20.10.2020
    am 08.11.2020 18:38:14 | IP (Hash): 1162642992
    Hallo an Alle
    Ich klinke mich mal in diesen Thread ein.
    Ich bin Schwerbehindert GdB 60 % Kennzeichen G
    Nun wurde bei mir Diab mell Typ 2 mit Augenkomplikationen festgestellt.
    zur Zeit Metformintherapie, kein Insulin
    Ob noch weitere Komplikationen vorliegen, ist diagnostisch noch nicht gesichert
    (diab. Angiopathie mit Polyneuropathie käme evtl. noch in Frage)

    Nun meine Frage: ändert sich der GdB auf Grund der Tatsache das nun ein DM II festgestellt wurde ?
    danke für eure Antworten !
    Bearbeitet von User am 08.11.2020 18:43:43. Grund: ergänzung
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 457
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 08.11.2020 19:13:57 | IP (Hash): 23349907
    Nur allein mit Diabetes bekommt man gar keinen GdB..

    Ich kopiere mal die Einstufung rein:

    Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
    Die an Diabetes erkrankten Menschen, deren Therapie regelhaft keine Hypoglykämie auslösen kann und die somit in der Lebensführung kaum beeinträchtigt sind, erleiden auch durch den Therapieaufwand keine Teilhabebeeinträchtigung, die die Feststellung eines GdS rechtfertigt.
    Der GdB beträgt 0.

    Die an Diabetes erkrankten Menschen, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann und die durch Einschnitte in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden durch den Therapieaufwand eine signifikante Teilhabebeeinträchtigung.
    Der GdB beträgt 20.

    Die an Diabetes erkrankten Menschen, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann, die mindestens einmal täglich eine dokumentierte Überprüfung des Blutzuckers selbst durchführen müssen und durch weitere Einschnitte in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden je nach Ausmaß des Therapieaufwands und der Güte der Stoffwechseleinstellung eine stärkere Teilhabebeeinträchtigung.
    Der GdB beträgt 30-40.

    Die an Diabetes erkrankten Menschen, die eine Insulintherapie mit täglich mindestens vier Insulininjektionen durchführen, wobei die Insulindosis in Abhängigkeit vom aktuellen Blutzucker, der folgenden Mahlzeit und der körperlichen Belastung selbständig variiert werden muss, und durch erhebliche Einschnitte gravierend in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden auf Grund dieses Therapieaufwands eine ausgeprägte Teilhabebeeinträchtigung.
    Die Blutzuckerselbstmessungen und Insulindosen (beziehungsweise Insulingaben über die Insulinpumpe) müssen dokumentiert sein.
    Der GdB beträgt 50
    Quelle: z.B. https://www.diabetes-und-recht.de/schwerbehinderung/

    Du bist mit Metformin unter Punkt eins, keine Hypoglykämien auslösende Therapie drin und somit GdB von 0. Ob die Augen jetzt was rausreißen bezweifel ich auch. Eine Einzelpunktbewertung für die Augen bei 10 oder häufig auch 20 führt i.d.R. nicht dazu, dass der Gesamt-GdB sich erhöht.
    Was genau für Augen-Komplikationen hast du denn?

    Mit Diabetes ist ein GdB sehr schwierig. Selbst mit Insulinpumpentherapie gibt es schon lange keine 50 mehr.. Je nach Versorgungsamt sind es nur 30 oder 40.

    Ich selbst habe den GdB-Antrag gerade durch. Für Diabetes mit Insulinpumpe gab es 40, zudem habe ich Morbus Crohn, da gab es mit Gelenkbeteidigung gerade mal 30, walle anderen Geschichten wurden mit 10 bewertet und fallen dann aus der Gesamtbewertung i.d.R. raus. So dass ich 50 bekommen habe. Ich bin froh über die 50, allerdings ist es schon sehr traurig, wie wenig bestimmte Dinge angerechnet werden. Würde ich Widerspruch einlegen, käme ich sehr wahrscheinlich etwas höher. Aber ob jetzt 50 oder 60 hat ja keine großen Auswirkungen und jetzt ewig Aufwand mit Widerspruch ggf. dann Klage, dass ist es mir nicht wert.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 20.10.2020
    am 08.11.2020 20:02:08 | IP (Hash): 1162642992
    Hallo July95

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort !
    Ich gehe davon aus, das Du bei deiner Antwort berücksichtigt hast,
    das bei mir bereits ein GdB 60 % mit Kennzeichen G vorliegt.
    Zu den Augen: links max 20 % Sehkraft, also ohne nennenswerte Funktion, rechts normale Alterskurzsichtigkeit. Durch unscharfes sehen bei einem BZ von 416 wurde der DM 2 entdeckt,
    ist jetzt bei BZ unter 200 wieder o.k.
    Ich hatte das schon befürchtet, das ein Metformindiabetiker da nicht weiter kommt.
    trotzdem danke für dein feedback
    Bearbeitet von User am 08.11.2020 20:06:57. Grund: ergänzung
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 08.11.2020 22:07:59 | IP (Hash): 830956710
    Was würdest Du von z.B. 80 stat 60% erwarten?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    Mitglied seit: 20.10.2020
    am 09.11.2020 19:30:36 | IP (Hash): 1566240524
    hjt_Jürgen schrieb:
    Was würdest Du von z.B. 80 stat 60% erwarten?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.



    nun, das ist einfach zu sagen: 80 ist näher an 100 als 60
    wer weiß was die Zukunft gesundheitlich noch so bringt
    und ... was man hat, das hat man
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 09.11.2020 19:40:51 | IP (Hash): 281231519
    Dann man weiter munteres Sammeln ;)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.